Anna und Anna & Du und ich und all die Jahre. Lesenswert!

Besonders schön finde ich es immer, wenn ich mit Frauen, die ich eigentlich schon ziemlich lange kenne, plötzlich auf das Thema Lesen und Bücher komme und dann merke: die ist genauso verrückt wie ich. Man redet über so vieles. Über die Kinder, über Termine und Klassenfahrten, über Diäten und Einrichtung, über politische Ereignisse und Nachrichten, über das Leben im allgemeinen. Und dann erwähnt man ein Buch. Oder die andere erwähnt ein Buch und schon ist man mittendrin im Austausch über Gelesenes. Das Allerbeste daran ist, dass man tolle neue Buchtipps bekommt, auf die man sonst nie gestoßen wäre. So war es bei S., die mir Anna und Annaans Herz legte.anna und anna

Es geht zum einen um die junge Anna, die zu Beginn des Buches 11 Jahre alt ist. Sie hat einen besten Freund, der Jan heisst und weil sich seine Eltern eines Tages trennen, zieht Jan mit seiner Mutter nach Amsterdam. Anna findet das doof und ist todtraurig. Sie und Jan schreiben sich Briefe, besuchen sich gegenseitig. Irgendwann sind sie keine Kinder mehr. Sie verlieben sich ineinander, aber sie sind getrennt und dazu noch so jung. Eine Fernbeziehung fast unmöglich.

Die ältere Anna ist die Oma der jungen Anna. Sie weiss ganz genau, was in ihrer Enkelin vorgeht. Auch die beiden schreiben sich Briefe, wenn Oma nicht da ist und wenn doch, dann haben sie einen gemeinsamen geheimen Briefkasten im Haus. Oma-Anna hat ihr linkes Bein verloren. Ausserdem ist sie Witwe, hat aber Kontakt zu einer alten Liebe. Ihrem Bein, ihrer alten Liebe und ihrer Enkelin schreibt sie regelmäßig ihre Gedanken per Brief.

So werden Briefe durch die Welt und innerhalb des Hauses verschickt. Und keinmal war ich verwirrt. Im Gegenteil. Zwischen den Zeilen der beiden Annas wird eine wundervolle Geschichte gestrickt: Eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, eine Geschichte, um das Erwachsenwerdens und eine Geschichte, die von Verlust und Ängsten erzählt. Ich bin ein großer Fan von Romanen, die in Briefform geschrieben sind. Ihr auch? -> Absolut empfehleneswert*!

Du und ich und all die Jahre*. Hach, ein schöner Titel oder? Ihr ahnt bestimmt schon, worum es geht. Natürlich um zwei Menschen, die all die Jahre zusammen sind und es eigentlich doch nicht sind. Neben Briefromanen, mag ich es auch sehr, wenn Geschichten auf zwei Zeitebenen erzählt werden. So ist es bei diesem Roman.du und ich und all die jahre

Nicole ist mit Dom verheiratet und plant im Dezember 2011 ihre gemeinsame Reise nach New York, auf die sich sich wahnsinnig freut. Die beiden wollen in New York Silvester feiern. Dann kommt der erste Rückblick. Nicole ist nun 13 Jahre alt. Sie muss Silvester zu Hause feiern und lernt dort Julian kennen, der von seinen Eltern verdonnert wurde, zu dieser Party mitzukommen, weil er mal wieder Blödsinn angestellt hat. Nicole und Julian sind ab diesem Zeitpunkt unzertrennlich und feiern jedes Jahr Silvester zusammen. Sie haben ein schönes Ritual: an jedem Silvester erzählen sie sich gegenseitig ihre guten Vorsätze. Beide sind ausserdem noch mit Alex befreundet und zu dritt verbringen die drei ihre Jugend, ihre Teenager Zeit, ihr Studium. Die Geschichten aus der Vergangenheit sind leichtlebig und so locker erzählt. Die drei lassen keine Party aus, leben in kleinen Studentenbuden, schwören sich ewige Freundschaft.

Auf einer Silvesterparty lernt Nicole eines Tages Julians Cousin Aidan kennen. Aidan ist um einiges älter als Nicole, die völlig fasziniert und hingerissen von ihm ist. Sie werden ein Paar. Sie trennen sich. Sie können nicht ohne den anderen. Sie können nicht miteinander. Nicole zieht einen Schlussstrich und heiratet Dom. Jahre später gerät ihr Leben wieder komplett aus den Fugen. Sie ist unzufrieden mit ihrem Job und auch mit ihrer Ehe. Dom versucht alles, um diese zu retten, begeht aber selbst einen großen Fehler.

Es hat mich nicht mehr losgelassen, dieses Buch. Abend für Abend wollte ich wissen, wie Nicoles Leben weitergeht. Amy Silver schreibt sehr klar und deutlich, aber auch locker und geschwätzig. Leichte Kost, die genau das Richtige für Leser ist, die auf Beziehungsgeschichten und -verstrickungen stehen. Man muss nicht viel nachdenken und nicht viele Namen behalten. Eine feine und leichte Lektüre*, die man eigentlich um Silvester herum lesen sollte. ;-)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, hoffentlich mit einem guten Buch!
Liebe Grüße, Bine

PS.: Die Gewinnerinnen des Woolspire Giveaways stehen fest. Siehe hier -> klick!

*Affiliate Link

Woolspire Giveaway. {geschlossen}

In den Wintermonaten 2013 und 2014 habe ich gestrickt und gehäkelt, was das Zeug hält. Eine Mütze nach der anderen wurde Abend für Abend vor dem Fernseher gestrickt, bzw. gehäkelt. In diesem Winter (der sich ja glücklicherweise endlich dem Ende zuneigt) habe ich kaum zu Nadeln und Wolle gegriffen. Ich konnte mich nicht so richtig aufraffen. Als dann ein Päckchen von Woolspire, mit drei Wollknäuels und einer Anleitung für ein Stirnband, bei mir ankam, setze ich mich sofort hin und fing an. Ich kann leider nicht gut stricken. Linke Maschen, rechte Maschen, das bekomme ich hin, aber sobald die Anleitungen komplizierter werden, ist Feierabend. Bei diesem Haarband musste ich nur rechts und links stricken und ein Zopfmuster einarbeiten. Das habe ich schon einmal für die Sofakissen stricken müssen und wusste Bescheid. Boah! Ist das babyleicht! Das Ergebnis: zwei Stirnbänder an zwei Abenden, eines noch nicht fertig.Woolspire Giveaway was eigenes Blog 2
Für mich persönlich sind solche Stirnbänder nichts, weil ich einen Pony trage und nach dem Tragen eines Stirnbandes einfach nur doof aussehe. Aber das Tochterkind war sofort begeistert. Ihr Favorit war das türkisfarbene Band. Die kostenfreie Anleitung dafür gibt es hier. Für Madame habe ich das Band ein wenig schmaler gestrickt, statt 20 habe ich 18 Maschen angeschlagen und es insgesamt etwas kürzer gestrickt, damit es fest am Kopf sitzt.Woolspire Giveaway was eigenes Blog 3
Kennt Ihr schon Woolspire? Nein? Dann werdet Ihr das Unternehmen jetzt kennenlernen. Eine Bloggerfreundin von mir, Marisa vom Blog Maschenfein, arbeitet für Woolpire Deutschland und hat mir ein paar Fragen beantwortet:

Liebe Marisa, stell uns Woolspire kurz vor! Wann und von wem wurde die Firma gegründet? Wen wollt Ihr mit Eurem Shop ansprechen?

Woolspire wurde 2013 von unserer norwegischen Blogger-Kollegin Heidi Nymann zusammen mit dem dänischen Jungunternehmer Esben Gadsbøll gegründet. (Anmerkung von mir: mit Heidi habe ich 2013 in Berlin meine erste Beanie gestrickt!) Sie kombinierten ihre Passion für’s Stricken und das Know-how in Sachen Unternehmensgründungen und hatten sich zum Ziel gesetzt, eine ganz neue Strick-Community aufzubauen – mit dem besten Webshop für StrickerInnen und HäklerInnen.

Heute gibt es Woolspire bereits in sechs Ländern und es besteht aus einem ganz bunten Team. Von Strickanfängern bis hin zu absolut stricksüchtigen Experten ist alles dabei.

Unsere Community ist auch in Deutschland im Aufbau. Es ist ganz einfach, sich anzumelden und eigene Inspirationen in Form von kleinen Blogbeiträgen zu teilen. Gleichzeitig bieten wir im angehängten Shop tolle Garne, Nadeln und Accessoires an. Zunehmend bauen wir einen Kit-Bereich auf und zwar mit verschiedenen Designern, sowohl professionelle Designer, als aber auch solche, die man aus der Strick-Bloggerszene kennt. Eben alle, die Lust haben, dabei zu sein.Woolspire Giveaway was eigenes Blog 1

Ich stricke wirklich gerne, aber ich habe Schwierigkeiten Anleitungen richtig zu lesen und zu verstehen. Deswegen hole ich mir oft Hilfe auf Youtube. Plant Woolspire Anleitungsvideos für Strickliebhaberinnen, wie mich?

Wir haben viele Ideen und Vorhaben, kurze Anleitungsvideos gehören natürlich auch dzau. Aber im Augenblick konzentrieren wir uns erst einmal auf schriftliche und gut bebilderte Anleitungen. Davon gibt es auf der dänischen Seite schon sehr viele und wir übersetzen sie nun auch ins Deutsche.

Ich finde es schwierig gute und schöne Wolle im Internet zu kaufen. Am liebsten möchte ich das Garn selbst fühlen, um zu entscheiden, ob es für mein Projekt geeignet ist. Wenn ich bei Euch kaufe, die gewählte Wolle aber nicht die Richtige ist, kann ich die Ware problemlos zurücksenden?

Ohja, das Problem kenne ich. Da ich allerdings auch selber viel zu selten in mein Lieblings-Wollgeschäft in der Stadt komme, bestelle ich meine Wolle überwiegend online. Ich kaufe selber gern bei Woolspire, weil ich dort die Garantie habe, dass das Garn ruckzuck zu Hause ist und weil der Shop einfach zum Stöbern einlädt. Ich bin gerade sehr verliebt in die norwegischen Garne der Firma Du Store Alpakka, die gibt es in meinem Wollgeschäft gar nicht. Gerade aus dem Grund, den Du selber nennst, sind uns die Produktfotos so wichtig. Wir versuchen das Garn so gut wie möglich darzustellen, damit man es beinahe durch den Bildschirm hindurch fühlen kann. Sollte es aber dann doch wider Erwarten nicht den Vorstellungen entsprechen, bieten wir natürlich eine kostenlose Rücksendung an.

Ich verbinde Stricken und Häkeln immer mit Herbst, Winter, einer Kanne Tee und sehe vor meinem inneren Auge kuschelige Schals und Mützen. Du strickst das ganze Jahr über. Was für ein Sommerprojekt kannst Du empfehlen?

Na klar kann man das ganze Jahr über stricken! Also Mützen und Schals stricke ich natürlich auch nicht im Sommer, wobei so ein leichtes Babymützchen natürlich auch immer schnell von der Nadel geht. Ich stricke sehr gern das ganze Jahr hindurch Babydecken für die zahlreichen Neuankömmlinge im Freundeskreis. Und für mich selbst möchte ich bald eine leichte Sommerstrickjacke anschlagen, so für den lauen Sommerabend eben. Auch ein leichtes Frühlings- oder Sommertuch ist das perfekte Projekt für die warmen Monate. Es gibt es viele schöne, leichte Sommergarne.

Hast Du Lieblingsblogs oder Instagram-Streams, auf denen Du Dir selbst Inspirationen für Deine kommenden Strick- oder Häkelprojekte holst?

Ich liebe Instagram, wir sind dort natürlich auch mit Woolspire Deutschland. Ein paar meiner liebsten Strick-Insta-Feeds sind: ClairedupontMammastrikk und Bmandarines. Auch Blogs lese ich natürlich sehr viele, The Craft Sessions mag ich sehr sehr gern, auch wenn es dort nicht ausschließlich ums Stricken geht.

Du bist die deutsche Ansprechpartnerin von Woolspire. Planst Du Workshops in Deutschland, an denen man teilnehmen kann und das Stricken und Häkeln vor Ort lernen kann?

Nein, so etwas ist im Augenblick nicht geplant. Mit meinem eigenen Blog und meinen Kindern bin ich zeitlich ausgelastet, es muss ja auch noch Zeit zum Stricken bleiben :).

Lieben DANK für das Interview, Marisa! Auf Marisas Strickblog Maschenfein zeigt sie uns auch wundervolle Inspirationen rund ums Stricken und Häkeln!

Und nun zum Giveaway für Euch: Woolspire verlost zwei Gutscheine im Wert von EUR 50,00 auf das gesamte Sortiment im Woolspire Shop für zwei Bloggerinnen, bzw. Leserinnen! Bitte hinterlasst einen Kommentar bis Donnerstag, den 26. März 2015/ 24 Uhr. Die beiden GewinnerInnen werden via Zufallsgenerator ausgewählt. Du solltest mindestens 18 Jahre alt sein. Die beiden Gutscheine werden nicht in bar ausgezahlt und der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Ich wünsche Euch viel Glück!

Liebe Grüße, Bine

PS: Ab heute startet Woolspire ein Knit Along. Die Kits liegen im Shop bereit, es sind alle Strickliebhaberinnen in Dänemark, Norwegen und Deutschland eingeladen, daran teilzunehmen. Hier gibt es weitere Infos -> klick!

Die zwei Gutscheine haben gewonnen: Kommentar Nr. 32 (Hannas Unikate) und Kommentar Nr. 77 (Melanie, ohne Blog). Bitte meldet Euch bei mir.

Gewinnerinnen Woolspire Giveaway was eigenes Blog

Erdbeeren am Wegesrand, bzw. am Badetuchrand.

Genau genommen sind diese Erdbeeren von der letzten Saison. Sie wurden aber nicht verputzt, sondern vernäht und säumen seitdem vier bunte Badetücher im Hause Hoppenstedt.
DIY Badetücher ummanteln Erdbeeren Hamburger Liebe was eigenes Blog 2Gut Ding will eben Weile haben und so erhielt ich im Sommer des vergangenen Jahres eine Mail von Frau Hamburger Liebe, ob ich Erdbeestöffchen vernähen möchte? Mein erster Gedanke, was ich aus den farbenfrohen Erdbeeren nähen könnte, war – Ihr ahnt es sicherlich? – eine Charlie Bag. Klaro! ;-) Gedacht, gemacht.

Die beiden Aussenstoffe habe ich einmal quer geteilt, damit ich alle vier Stoffe aussen vernähen konnte. Zwischen die beiden Teile habe ich eine Erdbeerstoff-Paspel eingenäht. Wie ihr aus hübschen Stoffen eine Paspel nähen könnt, findet Ihr auf dem Blog von Frau HHL hier.

Die Tasche hat also auch schon eine ganze Saison auf dem Buckel und durfte im letzten Sommer mit uns nach Gran Canaria reisen. Jeden Tag ging sie mit uns, schwer gefüllt mit Zeitschriften, Wasserflaschen, Bücher und Rätselheften an den Pool und jeden Abend wurde sie mit Skip-Bo, Quixx, Keltis und leichten Strickjacken bepackt, in die Bar mitgenommen. So eine Charlie Bag ist einfach goldwert!charlie bag erdbeeren HHL was eigenes BlogNun aber zurück zu den Badetüchern. Immer nur Charlies nähen, das macht zwar Spass und ist höchst praktisch, wäre aber vielleicht langweilig. Was ich schon lange auf meinem to-sew-Zettel hatte, war: Badetücher mit hübschen Stoff umnähen. Diese nette Idee plus Anleitung habe ich schon vor einer Ewigkeit bei Frau Draussen nur Kännchen bewundert. Also fuhr ich mit den Kids zu Ikea und kaufte vier bunte Badetücher. An einem Abend waren alle vier Badetücher ummantelt und werden hier seitdem vom Kleinvolk geliebt. Okay, nicht nur vom Kleinvolk. Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich für mich eines der bunten Badetücher aus der Schublade ziehe. ;-)
DIY Badetücher ummanteln Erdbeeren Hamburger Liebe was eigenes Blog 3

DIY Badetücher ummanteln Erdbeeren Hamburger Liebe was eigenes Blog 1
DIY Badetücher ummanteln Erdbeeren Hamburger Liebe was eigenes Blog 4
Sie bringen nicht nur Farbe ins Badezimmer, sie wären auch ein hübsches Mitbringsel oder Geschenk für die liebste Freundin oder Mama… bald ist ja Muttertag, fällt mir gerade so ein.

Herzlichen DANK, dass ich die hübschen Erdbeerstoffe Probenähen durfte und danke für die Paspel- und Handtuch-Anleitungen, Ihr beiden! Die Stoffe wurden kürzlich an die Händler ausgeliefert und sollten schon beim Stoffdealer Eures Vertrauens käuflich zu erwerben sein.

Jetzt habe ich Lust auf Erdbeeren mit Quark. Oder Joghurt. Oder noch besser: Mit Waffeln und Sahne. Ach, Frühling, komm’ aus den Puschen!

Liebe Grüße, Bine

PS.: Bei Dawanda gibt es heute 12% Frühlingsrabatt, so auch in meinem Shop. Wie wäre es mit einem Erdbeertäschchen für Deine Privatsache?

Mein Blog – ein privates Tagebuch? Wohl eher nicht. #Schreibzeit

Zunächst möchte ich mich herzlich für Eure Beiträge und Kommentare zum letzten #Schreibzeit Posting “Netzwerken oder wie bekommt man mehr Leser?” bedanken. Was ich ganz interessant fand: Viele Eurer Postings starteten mit dem Satz “Damit kann ich nichts anfangen…” und dann habt Ihr Euch aber doch Gedanken gemacht und diese in Worte gefasst. Dankeschön!

Aus Euren Postings und den Kommentaren ergab sich für mich ein neues Thema. Ein Thema, über das ich mir auch erstmal Gedanken machen musste: Mein Blog – ein privates Tagebuch? Schon in der Überschrift habe ich dies für mich beantwortet. Mein Blog ist kein privates Tagebuch, wobei sich hier das Wort “nicht” auf “privat” bezieht. Ein privates Tagebuch ist für mich ein Notizbuch, oder eine digitale Datei, die eben privat ist. Sprich, niemand ausser mir liest meine niedergeschriebenen Gedanken, Gefühle, glücklichen Momente oder Sorgen und Nöte. Sie sind privat. Tagebuch trifft auf jeden Fall zu. Nicht im klassischen Sinne. Eher eine Art Lookbook meiner Erlebnisse, meiner gemachten Dinge, meiner kulinarischen Ergebnisse, aber auch meiner Gedanken, usw.Mein Blog ein privates Tagebuch / waseigenes

Als ‘was eigenes’ online ging, wollte ich zwar in der Bloggerszene mitmischen, behielt aber mein öffentliches Geschreibsel im Freundeskreis geheim. Erst mit der Zeit wurde ich lockerer, erwähnte meine schräge Leidenschaft in Gesprächen, setzte meinen Bloglink in meine Emailsignatur. Voraus gingen Gedanken, wie ich meinen Blog weiterhin gestalten würde. Ich fällte damals für mich die Entscheidung, dass mein Blog zwar persönlich, aber niemals all zu privat geschrieben werden sollte. Alles, was ich hier in den vergangenen fast acht Jahren geschrieben habe, würde ich jedem Fremden an der Bushaltestelle erzählen. Alles, was ich hier nie erwähnt habe, habe ich nur meiner Familie und meinen Freunden erzählt.

Trotzdem habe ich immer versucht, alle Texte so persönlich wie möglich zu schreiben. Meine Gedanken und meine Meinung zu diversen Themen flossen in meine Postings ein. Ihr wisst, was Freundschaften für mich bedeuten und was ich von Facebook-Freunschaften halte; ich habe Euch wissen lassen, wenn ich mal wieder leicht orientierungslos durch den Alltag gesteuert bin; Ihr wisst, dass ich nach dem Abi ein Jahr in den USA als Au pair Mädchen gearbeitet habe; ich habe meine Gedanken zum Thema Glücklich-sein aufgeschrieben; ich habe hier schon einen Haufen facts about me in die Welt hinausposaunt. Davor, danach, dazwischen passieren aber noch eine Menge Dinge in meinem Leben, die hier keinen Platz finden, die hier nicht hingehören, die in die Kategorie Privatsphäre fallen. Dass ich trotzdem immer mal wieder mit mir hadere, habe ich am Montag schon versucht in Worte zu fassen.

In vielen Postings habe ich gelesen, dass Blogger “nur für sich” schreiben. Wenn ich gaaaanz ehrlich bin, dann ruft diese Aussage in mir ein gewisses Erstaunen hervor. Warum sollte ich Texte ins Internet stellen, wenn ich sie nur für mich verfasse? Warum notiere ich dieses Texte dann nicht an einem Ort, zu dem nur ich Zugang habe? Gleichzeitig habe ich in fast allen Texten gelesen, dass sich Blogger Aufmerksamkeit, Feedback und Rückmeldungen in Form von Kommentaren wünschen.

Das beißt sich die Katze in den Schwanz. Jemand, der etwas öffentlich tut, egal ob es das Schreiben eines Blogs ist oder Freunde zum Essen einlädt oder die Schule bei einem Ausflug begleitet,… man wünscht sich Feedback. Tolle Fotos! Schöner Beitrag! Sehe ich anders, aber danke für den Gedankenstupser! Danke für die Einladung, war schön bei Euch! Nett, dass wir mal wieder alle zusammen waren! Danke für die Begleitung! Und so weiter und so fort. Wenn man etwas macht, dann löst dies bei anderen Menschen eine Reaktion aus. Meistens zumindest. Und wenn man null Reaktion oder Feedback bekommt, dann ist man vielleicht enttäuscht. Oder entmutigt. Oder unsicher, ob das Handeln richtig war.

Genauso ist es m.E. mit dem Bloggen. Blogger gehen da vielleicht noch einen Schritt weiter, denn sie Handeln nicht nur im privaten Umfeld, nein, sie tun dies so öffentlich, dass jeder Hinz und Kunz dieses Handeln miterleben kann. Natürlich blogge ich irgendwie auch für mich, denn es macht mir einfach Spass. Ich schreibe gerne, ich fotografiere gerne, ich nähe, bastle, zeichne, koche gerne und habe einfach Freude daran, dies auf eine (für mich!) schöne Art und Weise zu präsentieren. Ich habe viele Freundinnen, die ein unglaublich gutes Händchen für Einrichtung haben. Deren Kaffeetafel immer mit viel Liebe dekoriert ist. Die einen coolen und hippen Klamottenstyle haben. Sie bloggen aber nicht. Sie zeigen nicht der ganzen Welt, was sie können. Das tun Blogger. Nur für sich? Wirklich?

Was macht für uns den Reiz aus, unsere Gedanken, Rezepte, Reiseberichte, ect. öffentlich zu zeigen? Schwierige Frage, oder? Ja, es macht Spass… aber ich glaube viel mehr, dass es Spass macht, auf das Gezeigte eine Reaktion zu erhalten. Das macht für mich das Bloggen aus. Ich erhalte eine Reaktion auf meine Postings (mal mehr, mal weniger) von mir teilweise unbekannten Menschen. Wenn ich mit meinen gebastelten Eierkranz durchs Dorf gehe, werden wohl kaum die Leute stehen bleiben und sagen: Tolle Idee! Wenn ich den Kranz aber auf dem Blog zeige, dann schreiben mir fremde Menschen: Tolle Idee!

Der Blogger – das exhibitionistische Wesen? Irgendwie schon. Aber damit ich kann leben, denn es bereichert mein Leben. Abgesehen davon, dass ich dadurch Teil einer schönen Community bin, haben sich durch mein öffentliches, persönliches aber nicht privates Tagebuch viele wundervolle Freundschaften, Bekanntschaften und nicht zu letzt interessante Kooperationen ergeben. Das möchte ich nicht mehr missen. Und deswegen wird es hier auch so persönlich wie möglich und so privat wie nötig weitergehen.

Was bedeutet für Euch Euer Blog? Ist er tatsächlich ein privates Tagebuch? Schreibt Ihr wirklich nur für Euch? Ganz ehrlich? Oder möchtet Ihr vielleicht doch, dass Eure Stimme da draussen gehört und wahrgenommen wird? Ist da vielleicht diese kleine Stimme im Ohr, die einem sagt: Mal sehen, wieviele meinen Post lesen werden und wieviele ihren Senf dazugeben? Und seid Ihr dann eventuell enttäuscht, wenn es weniger als erhofft sind?

Ich gebe ganz ehrlich zu: Bei einigen Posts, die ich hier bisher veröffentlicht habe, war ich anschliessend enttäuscht, dass die Resonanz (für mich) mittelmäßig war. Wiederum war ich schon oftmals erstaunt, dass ich auf bestimmte Posts eine Menge Feedback bekommen habe, weil ich damit wirklich nicht gerechnet hatte. Ich habe auch nach so langer Zeit kein Gefühl dafür, welche Posts meine Leser so begeistern, dass sie dafür in die Tasten hauen.

Das Miteinander und der Austausch auf meinem und auf anderen Blogs motiviert mich weiterzumachen. Mal mehr, mal weniger, eben so, wie es gerade passt. Und ich bin sehr dankbar, dass ich hier ein ‘öffentliches’ Tagebuch habe, in welchem ich selbst hin und wieder blättern und mich an Vergangenem erfreuen kann. Und nur ich weiss, was danach, dazwischen, davor sonst noch so passiert ist. Tagebuch ja. Privat nein.

Ich weiss, dass einige #Schreibzeit-Mitmacherinnen dieses Thema schon angeschnitten haben, trotzdem wäre ich gespannt darauf, wie Eure Gedanken dazu sind.

Liebe Grüße, Bine

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