19/09/14
i havent been everywhere was eigenes blog fernweh

Wo ich schon mal war und wo ich noch hin möchte. // Fernweh.

Ist Frankfurt eine Stadt oder ein Land? Und sprechen die da französisch? Und warst Du da schonmal? Gespräche dieser Art und Fragen dieser Art finden immer mal wieder an unserem Küchentisch statt. Und immer denke: Ach, Ihr Süßen, es gibt noch so viel auf dieser Welt zu sehen und zu erleben. Wenn Ihr groß seid, dann werdet Ihr reisen und irgendwann werdet Ihr Euch auch merken können, dass Frankfurt in Hessen liegt und das man da nicht französisch spricht. Ich möchte meinen Kindern die Welt zeigen; möchte, dass sie fremde Städte, Länder, Kulturen und Speisen kennen lernen, denn Reisen ist etwas ganz Wunderbares, etwas, was einen weiterbringt.i havent been everywhere was eigenes blog fernweh

Mein Vater war früher selbstständig. Urlaub stand nie oben auf der Prioritätenliste meiner Eltern, denn eine Firma – einen Zwei-Mann-Betrieb- mal eben so für 14 Tage zu schliessen, das fällt nicht leicht. Irgendwann, ich war noch in der Grundschule, beschwerte ich mich bei meinen Eltern, dass meine Klassenkameraden nach den Sommerferien immer von ihren Urlauben am Meer und in den Bergen erzählten… nur ich nicht. Mein Jammern hatte Erfolg, in den Jahren darauf fuhren wir in den Sommerferien weg. In die Schweiz, nach Südtirol, an die Nord- und Ostsee. Wir hatten wunderbare Familienurlaube, meist in kleinen gemütlichen Ferienwohnungen, lagen am Strand, fuhren Fahrrad, kletterten auf Berge.

Dann kamen die Schüleraustauschs. Ich durfte alle mitmachen, reiste nach England, Dünkirchen, Chicago mit meinen Klassenkameradinnen. Und immer hatte ich Pech mit den Familien. Schmuddelig war es da, Katzen, die über den Küchentisch schlichen, Zimmer, die keine richtigen Türe hatten, Badezimmer mit dicken Teppichen, die immer feucht und schmutzig waren. Ich habe gelitten, aber es hat mich nie davon abgebracht, weiter zumachen. Klassenfahrten, Ferienlager in Bozen, Zeltlager auf Ameland, platte Luftmatratzen, feuchte Klamotten, egal- Hauptsache dabei sein. Spass haben.coke fries cheesburger was eigenes blog fernweh

Als es auf’s Ende meiner Schullaufbahn zuging, arbeitete ich daran meinen Wunsch ein Jahr in Amerika zu leben in die Tat umzusetzen. Ich machte ein Praktikum im Kindergarten, nahm Babysitter-Stellen an, schrieb Bewerbungen, führte Bewerbungsgespräche und packte im Sommer 1995 meine sieben Sachen, um die darauffolgenden 12 Monate in Virginia, in der Nähe von Washington D.C. zu leben. Es war großartig. Ein Jahr, an das ich gerne zurück denke. Von heut auf morgen war ich erwachsen, allein auf mich gestellt, war tagsüber Ersatzmama für drei Kinder und abends und am Wochenende ein Teenie, der sich mit Freundinnen traf, die Umgebung erkundigte, nach New Orleans, Williamsburg, Philadelphia, Atlantic City, Spartanburg, Richmond, Boston und New York flog, bzw. mit dem Greyhound Bus fuhr.john f kennedy washington was eigenes blog fernweh

Zurück in Deutschland ging es gleich nach Köln, wo ich meinen Mann kennenlernte. Mit ihm entdeckte ich meine Leidenschaft für Städtetrips. Hamburg, München, Berlin, Frankfurt, London, Paris, Mailand, Amsterdam, Antwerpen, Barcelona, Sylt, Tirol, Wien, Straßburg. Noch heute versuchen wir ein Wochenende im Jahr alleine wegzufahren oder zufliegen. Ein Wochenende entspannt durch eine Stadt laufen, schlendern, bummeln. Ein bisschen Sightseeing, ein bisschen Kultur, ganz viel Entspannung, einfach nur da sitzen, Leute gucken, Menschen beobachten, regionale Speisen probieren.

Bis wir Kinder hatten, ging es einmal im Jahr weiter weg. Djerba, Zypern, Gran Canaria, Mexico, Almeria. Wegen umfangreicheren Packlisten, Pampers und Buggy verbrachten wir mit den Kindern unsere Urlaube lieber an der Nordsee- am liebsten in Greetsiel, an der Ostsee oder in Holland. Erst vor drei Jahren zog es uns wieder Richtung Flughafen. Ich wollte in die Sonne. Wollte Sand unter meinen Füßen spüren und mich morgens an den gedeckten Tisch setzen, statt selber Eier in die Pfanne zu hauen. Also flogen wir zu viert nach Mallorca, in die Türkei, nach Gran Canaria.

Während ich so schreibe, denke und grübele, wo ich wann schon einmal war und was ich schon gesehen habe, dann wird mir bewusst, dass ich ein riesengroßes Glück habe und hatte, dass ich schon so viel sehen und erleben durfte. Neben den o.g. Reisezielen müßte ich nun noch meine Liste mit den sog. Freundinnen-Reisen vervollständigen. Maastricht, Mainz, Stockholm,… Und von überall habe ich etwas mit genommen. Nicht nur einen Haufen Fotos, nein einfach Erinnerungen. Schöne Erinnerungen an fremde Gerüche, andere Architektur, Geschmacksrichtungen, Geräusche und Gefühle.

Aber, wenn ich ehrlich bin: würdet Ihr mich fragen, ob ich gerne reise?- ich könnte es nicht mit einem deutlichen Ja! beantworten. Reisen bedeutet für mich auch immer Stress. Wohin? Wann? Wie lange? Mit Kindern? Ohne Kinder? Wenn ohne, dann mit Oma und Opa den Termin besprechen! Mit Mollie? Ohne Mollie? Wirklich ohne Mollie? Und wenn das alles geklärt ist, geht es eigentlich erst richtig los: Was nehmen wir alles mit? Wann packe ich Koffer? Für vier Personen! Was muss ich alles noch einkaufen? Kleine Shampoofläschchen, große Flaschen? Sind die Pässe noch gültig? Fragen über Fragen, die ich alle nicht beantworten muss, wenn ich nicht wegfahre. Aber, nicht die Welt zu erkunden, das ist ja auch wirklich keine Lösung. Im Gegenteil. Und deswegen freue ich mich auf unseren kleinen Famileinurlaub in den Herbstferien, verdränge noch den vorprogrammierten Stress! Und natürlich habe ich auch eine Liste im Kopf von Städten und Ländern, die ich noch nie gesehen habe und wo ich unglaublich gerne mal hin möchte.mexico djerba paris was eigenes blog fernweh

Zum Beispiel Rom. Oder Venedig. Die Bretagne. Südfrankreich. Da war ich mal mit einer Freundin und deren Familie. In Bormes-les-Mimosas. Mit einem Tagestrip nach Cannes und Monaco. Das war toll! Da möchte ich nochmal hin. Ich möchte auch gerne mal Kopenhagen und Malmö, Litauen, Prag, Budapest, Istanbul, Dublin und Edinburgh sehen. Griechenland und Sardinien sind da noch auf meiner Liste und das Piemont und der Elsaß. Was mich nicht so reizt sind Fernreisen. Nach Asien zum Beispiel. Wenn ich nur an den langen Flug denke, wird mir schon schlecht! Aber in Europa gibt es noch eine Menge  zu erleben, zu sehen und zu genießen. Mal sehen, wohin es uns als nächstes verschlägt!

Und Ihr? Habt Ihr Fernweh? Habt Ihr schon viel von der Welt gesehen oder ist die Liste noch nicht so lang? Was bedeutet für Euch Reisen? Große Freude oder großer Stress? Wenn Ihr mehr als einen Kommentar dazu schreiben möchtet- vielleicht ein ganzes Posting- dann  könnt Ihr Euren Artikel sehr gerne hier (Short Stories #9 – Fernweh) verlinken.

Liebe Grüße, Bine

 

PS: Seit ich blogge berichte ich über unsere Reisen immer mal wieder hier auf dem Blog. Im Menü ganz oben gelangt Ihr unter dem Punkt “Erlebtes” zu den Postings der jeweiligen Reiseziele.

16/09/14
olympus photography playground köln was eigenes blog 14

Ein Abend auf dem Fotografie Spielplatz / Olympus Photography Playground.

Heute, am 16. September 2014, öffnet die Photokina Messe in Köln ihre Tore. Im Rahmen der Messe finden in und um Köln gerade viele Fotografie Workshops, Ausstellungen und Aktionen statt. Eine ist der “Photography Playground” von Olympus, eine interaktive Ausstellung, die zum Staunen, Erleben und Experimentieren einlädt. Vergangene Woche hatte ich das große Vergnügen, mit drei Kölner Bloggerfreundinnen, nach Herzenslust zu knipsen und dabei ordentlich Quatsch zu machen.

Wir erhielten alle für diesen Abend eine Olympus Systemkamera und eine Führung über den Playground. Einige Künstler waren selbst vor Ort und konnten uns ihre Werke persönlich vorstellen und erklären. Neben jedem Kunstobjekt befindet sich eine Tafel, die dem Besucher bestimmte Kameraeinstellungen vorschlägt, um das beste Fotos schießen zu können. Im Anschluss an die Führung durchlief ich noch einmal mit Maren von Minza will Sommer, Natalie von Konfettinatti und Sandra von Törtchen und andere Leckereien, den Playground, um mit viel Spass zu fotografieren.
olympus photography playground köln was eigenes blog 1

Zunächst tobten wir uns an der Ring Installation von Arnaud Lapier aus. Ein Gebilde aus Spiegelklötzen, in das man hineingehen kann. Man sieht sich mehrfach, sieht andere, sieht den Himmel- und noch viele andere Reflexionen. Egal, in welche Richtung man schaut, der Blick verändert sich ständig.

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13/09/14
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DIY // Topfhandschuhe selbernähen. Simply lovely, simply easy!

Wenn ich geahnt hätte, wie easy es ist Topfhandschuhe zu nähen, dann hätte ich bestimmt schon sieben verschiedene Ausführungen an meinem Ofen hängen! Lange stand dieses Vorhaben auf meiner irgendwann-mal-nähen-Liste, vor einiger Zeit habe ich es endlich in dien Tat umgesetzt:

blog lovely things topfhandschuhe was eigenes

Alles was man dazu benötigt sind: ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber, vier Stoffteile (zweimal Außenfstoff, zweimal Innenfutter) Thermolam, damit man sich die Fingerchen nicht verbrennt, eventuell Schrägband und ein Stück Webband.
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Ich habe einen Handschuh am Handgelenk mit Schrägband aufgehübscht, bei dem zweiten war ich etwas cleverer und habe einfach den Futterstoff zum Abschluss benutzt. So habe ich es gemacht – Topfhandschuhe selbernähen:

1) Zunächst legt Ihr Eure Hand auf das Papier und zeichnet grob und großzügig drumerherum, damit Ihr Euer Schnittmuster habt.

2) Danach werden die vier Stoffteile (2x Aussenstoff, 2x Futterstoff/ blau) sowie zwei Teile Thermolam nach diesem Muster zugeschnitten. Den Futterstoff (blau) habe ich an der Seite des Handgelenks etwas länger zugeschnitten!

3.) Nun heftet Ihr mit Stecknadeln das Thermolam auf die linke Seite der beiden Aussenstoffe und 4) näht dieses auf den Aussenstoff fest. Hier dürft Ihr Eurer Kreativität freien lauf lassen. Ich habe á la Freestyle mal einen Zierstich, mal Schlangenlinien, mal ein Gitter genäht. Hauptsache, Thermolam und Außenstoff sind gut miteinander zusammengenäht und können nicht verrutschen.Anleitung DIY Topfhandschuh was eigenes blog 1

5) Als nächstes werden zwei Handschuhe aus Aussenstoff und Futterstoff genäht. Dabei legt Ihr die Aussenstoffe rechts auf rechts (schöne Seite nach innen, Thermolam nach aussen) zusammen und näht entlang der Aussenlinie die beiden Teile zusammen. Am Handgelenk wird nicht genäht! Der Futterhandschuh wird genauso zusammen genäht: rechts auf rechts -> schöne Seiten nach innen.

6) Dann wendet Ihr den Aussenstoff-Handschuh, der Futterhandschuh bleibt so (linke Seite aussen, schöne Seite innen) und schiebt den Futterhandschuh in den Aussenhandschuh. Auf diesem Bild (6) könnt Ihr sehen, dass der Futterhandschuh am Handgelenk etwas länger ist.

7) Diesen faltet Ihr nun zweimal nach oben, bügelt ihn ggf. glatt und sichert ihn mit Stecknadeln. Zum Schluss wird hier einmal mit der Nähmaschine drum herum genäht. Fertig!
Anleitung DIY Topfhandschuh was eigenes blog 2
Ganz zum Schluss habe ich an beide Handschuhe ein Webband festgenäht, damit ich sie aufhängen kann.

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Die Stoffe, aus denen ich meine Topfhandschuhe genäht habe, sind aus der neuen Lovely Things Kollektion von Frau Hamburger Liebe, die ich freundlicherweise Probenähen durfte. Ich habe mich für Lovely Things schoko-pink, Funny Rain pink-helltürkis und Girls Daisy mint-ruby entschieden. Diese Stoffe gibt es noch in weiteren Farbstellungen, z.B. dunkelblau-rot, pink-ruby oder ruby-orange. Hier gibt es noch weitere Infos und schöne Fotos.

Das Thermolam habe ich im Limetrees Shop bestellt. Natürlich viel zu viel- ich gehe ja gerne auf Nummer Sicher, falls das genähte Ding in die Hose geht. Mit dem Rest kann ich wahrscheinlich noch siebenundzwanzig Topfhandschuhe nähen.

Wie Ihr auf dem unteren Bild sehen könnt: beim brauen Handschuh habe ich die Schrägband Variante genäht. Das sieht einfach nicht so hübsch und sauber aus, wie die oben beschriebene “Futter-Variante”, weil mir das Schrägband leicht verrutscht ist. Die Futterstoff-Variante sieht eindeutig sauberer aus.

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Gebacken habe ich übrigens (mal wieder) eine Tarte Tatin, nach diesem Rezept (klick). Mit einer Kugel Vanilleeis schmeckt sie einfach himmlisch! Und beim aus dem Ofen holen der Backform kamen die Topfhandschuhe zum ersten Mal zu ihrem Einsatz!

Viel Freude beim Nachnähen oder Nachbacken oder beides! ;-)

Habt ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Bine

 

 

12/09/14
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12v12 im September 2014 // Mein Tag in Bildern.

Nach einer Ration Aspirin, Hustensaft und Gelomyrtol gibt es erstmal Kaffee und ein Honigbrötchen. Der Herbst zieht ins Land und das permanente Wind-Jacke-an, Sonne-Jacke-aus, hat mir ein doofe Erkältung eingehandelt.
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Danach machen sich die Kids fertig für die Schule und düsen auf ihren Rollern davon. Ich laufe mit Mollie hinterher, bleibe am Tor kurz stehen, das interessiert aber niemanden. Na ja, besser so, als anders.12v12 september 2014 was eigenes blog 2

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8/09/14
federmäppchen was eigenes shop schreibkram tippfräulein

Federmäppchen für Deinen Schreibkram, Dein Textwerkzeug, für ein Tippfräulein und einen Bürohengst. // Shop Update

Zwischen den Jahren 2013 und 2014 hatte ich entschieden: ich möchte mein Täschchensortiment im Shop etwas erweitern. Neben maxi- und medi-Schminktäschchen sollten auch andere Täschchen einziehen. Also habe ich mir darüber Gedanken gemacht, welche Art von Täschchen ich täglich brauche oder in meiner Handtasche mit mir herumtrage. Vorneweg befindet sich natürlich ein Schminktäschchen in meiner Handtasche. Wobei ich nicht der Typ Frau bin, der sich dauernd die Lippen mit Lippenstift nachzieht, aber Labello oder Puder habe ich schon immer dabei. Man muss ja schließlich gewappnet sein. Als nächstes habe ich immer eine Miniapotheke dabei. Ohne Kopfschmerztabletten und Nasenspray verlasse ich selten das Haus. Als drittes Täschchen befindet sich ein Federmäppchen in der Tasche. Meist nutze ich, wenn ich unterwegs bin, mein Handy für Notizen und Erinnerungen. Aber ein kleines Notizbuch und ein Federmäppchen mit Bleistift und Kuli dürfen nicht fehlen. Einige Gedanken sind es einfach wert, mit der Hand notiert zu werden.federmäppchen was eigenes shop textwerkzeug

Anfang Januar kamen also die ersten Miniapotheken (wieder) in den Shop. Als zweites sollten Federmäppchen entstehen und dauerhaft angeboten werden. Nun ja, mittlerweile haben wir September, aber gut Ding will eben Weile haben.

Ich tüftelte an verschiedenen Schnitten rum, plante zunächst, sie so zu nähen, wie ich Euch eines hier schonmal gezeigt hatte. Was mir daran nicht gefiel: es fehlte ein Wort. Täschchen ohne ein gesticktes Wort – das geht doch nicht. Ich probierte weiter, bis ich eine Form fand, die groß genug für Stifte ist, nicht zu groß, und die genügend Spielraum für ein Wort und ein Webband haben würde. Danach habe ich mich hingesetzt und alle Wörter, die mir zum Thema schreiben einfielen notiert.  Hier ein Auszug aus meinem Brainstorming: notieren, schreiben, Schreibkram, Schreibkraft, Textwerkzeug, Büroghengst, Tippfräulein, Büroutensilien, Stifte & Träume, Stille Post, Schriftstück, kritzeln, verfassen, Gerätschaft, Tippse, Amtsstube, Verwaltung, Sekretäriat, Sprechstunde.

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5/09/14
DIY Postkarten living at home was eigenes blog 2

DIY // Postkarten aus alten Zeitschriften basteln.

Ich habe viel zu viele Zeitschriften in den letzten Wochen, Monaten, Jahren angesammelt. Ich kann mich einfach nicht gut von diesen Heften trennen. Einige stapeln sich auf dem Wohnzimmertisch, einige liegen immer in der Küche an meinem Platz und für andere habe ich – sortiert nach Erscheinungsdatum- in unserem Bücherregal Platz gemacht. Wenn ich jedoch ehrlich bin, dann kommt es kaum bis gar nicht vor, dass ich in alten Ausgaben blättere und deswegen habe ich neulich entschieden: weg damit! Dies gilt aber nicht für Zeitschriften, die eher textlastig sind, wie die Flow. Da greife ich wirklich hin und wieder zu alten Ausgaben. Aussortiert wurden in erster Linie 167 Living at Home Magazine:

DIY Postkarten living at home was eigenes blog

Vorher habe ich aber dann doch noch in die ein oder andere einen Blick geworfen, bin an witzigen Headlines und wundervollen Fotos hängen geblieben und dabei kam mir die Idee: ich bastle daraus Postkarten! Hervorgekramt habe ich blanko Postkarten, die ich schon letztes Jahr, in der Vorweihnachtszeit gekauft hatte, um damit Weihnachtskarten zu bestempeln. Ausserdem einen Klebestift, Washi Tape und eine Schere.

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3/09/14
morgen kommt ein neuer himmel was eigenes blog

Die kurzen und die langen Jahre, Morgen kommt ein neuer Himmel und Fünf Frauen, der Krieg und die Liebe // lesenswert!

Wie schon neulich erwähnt und angekündigt: im Urlaub und überhaupt in diesem Sommer (welcher Sommer?) habe ich einiges an Büchern verschlungen. Die einen fand ich gut, die anderen besser, bei wieder anderen blieben gemischte Gefühle zurück. Romane, Krimis und Geschichten wirken auf jeden anders. Die Geschmäcker sind eben verschieden und Geschichten, die mir nachhaltig in Erinnerung bleiben, hinterlassen bei anderen vielleicht nur ein dumpfes Nä, das war nix. Neulich habe ich einen schönen und, wie ich finde, sehr wahren Satz gelesen: Beim Lesen bringt man sein Vorwissen, seine emotionalen Muster ein, die man auf den Text legt, wie eine Schablone.

morgen kommt ein neuer himmel was eigenes blog

Morgen kommt ein neuer Himmel.
Brett, eine junge Frau, Ende 30, die sich mit einem männlichen Vornamen herumschlagen muss, verliert ihre Mutter durch Krebs. Sie hat einen Freund, der Anwalt ist, einen Job, eine schicke Wohnung, zwei Brüder und zwei Schwägerinnen. Ihre Mutter hinterlässt ein Kosmetik-Imperium und eigentlich ist völlig klar, dass Brett die neue Geschäftsführerin dieser Firma werden soll. Bei der Testamentvollstreckung kommt alles anders. Statt einem Haufen Geld und den Job der Direktorin erhält Brett nicht nur einen Schlag ins Gesicht sondern auch eine Liste mit Lebenszielen und -wünschen, die sie selbst als 14jährige verfasst hat. Diese Liste, die Brett damals in den Papierkorb warf, wurde von ihrer Mutter damals aus dem Papierkorb gefischt und all die Jahre aufgehoben. Nun soll Brett binnen 12 Monate alle Wünsche von damals abarbeiten und erreichen. Erfüllt sie alle Wünsche, die sie als 14jährige hatte, bekommt sie ihr Erbe.

Brett  ist ausser sich vor Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit, gleichzeitig fühlt sie sich ihrer Mama so nah, wenn sie deren Briefe an Brett liest. Ob Brett es schafft ihr Leben umzukrempeln, ob sie sich einen Hund und ein Pferd anschafft, ob sie die große, echte Liebe findet und und und… das werde ich nicht verraten. Natürlich nicht!

Morgen kommt ein neuer Himmel hat mich begeistert. Ich konnte das Buch kaum weglegen, wollte wissen, ob Brett ihren Weg findet, ob sie ihre Träume wahr werden läßt und damit auch zu einem neuen Menschen wird. Klar, es ist irgendwie absehbar und ja, es ist die perfekte Grundlage für eine wunderbare Hollywood-Schnulze, aber egal, ich fand`s gut. Und, ich war mir so sicher, dass sie sich in den einen verliebt und nicht in den anderen… ;-)

die kurzen und die langen jahre was eigenes blog
Die kurzen und die langen Jahre:
Simon verliebt sich in die um Einiges ältere Sylvie. Er träumt von ihr, wünscht sich Nähe, will mit ihr zusammensein. Sylvie fühlt sich ebenfalls zu Simon hingezogen. Sie kann nicht ohne ihn, nimmt immer wieder Kontakt zu ihm auf, breitet in ihren Briefen ihre intimsten Gefühle vor ihm aus.

Sie lernen sich durch einen seltsamen und schrecklichen Umstand kennen. Die beiden bleiben sich ewig eng verbunden, aber immer wieder rauscht der Zeitpunkt für eine echte Beziehung an ihnen vorbei. Sie gehen getrennte Wege, kommen sich dann wieder ganz nah, verbringen Zeit zusammen, kommunizieren aber am besten per Brief. Simon wartet. Wartet. Wartet. Kurze Jahre, lange Jahre.

Mir hat Simon unendlich leid getan, denn er ist ein Leben lang an Sylvie gebunden, auch dann noch, als er schon gar nicht mehr weiß, wo sie lebt. Auch, als er selbst eine Familie gründet und eigentlich auf dem besten Wege ist, sich von ihr zu trennen. Sylvie ist und bleibt in seinem Herzen verankert. Auch wenn ich Verständnis für Sylvie hatte, mich hat es teilweise richtig geärgert, dass Simon immer wieder als Seelenklempner für sie hinhalten muss.

Thommie Bayer hat mit Die kurzen und die langen Jahre eine schöne und sehr einfühlsame Liebesgeschichte geschrieben, die in den 70er Jahren beginnt und beinahe 50 Jahre dauert.

Fünf Frauen der Krieg und die Liebe
Fünf Frauen, der Krieg und die Liebe:

Die Geschichte spielt in dem verschlafenen Dorf Crowmarsh Priors in Sussex/ England. Der zweite Weltkrieg breitet sich vom europäischen Festland immer weiter aus, Evakuierte sollen in dem kleinen Ort unterkommen, während die Männer Crowmarsh Priors verlassen müssen.

Alice Osbourne, die stille und nüchterne Tochter des verstorbenen Pfarrers lebt seit ihrer Kindheit dort und meint für immer dort leben zu wollen und zu müssen, denn sie ist mit Richard verlobt. Evangeline Fontaine,  gelangt aus New Orleans nach England, weil sie mit ihrem Geliebten, einem dunkelhäutigem Mann, der fliehen musste, folgt. Elsie Pigeon kommt aus dem Armenviertel Londons, wird von ihrer Familie und einem Haufen Geschwister getrennt und nach Crowmarsh verschickt. Tanni Zymann, ein jüdisches Mädchen, flüchtet mit ihrem Mann vor den Nazis aus Österreich. Zunächst lebt sie alleine in London, wird aber bald mit ihrem Neugeborenem nach Crowmarsh geschickt. Franses Falconleigh, ein furchtloses Mädchen aus der gehobenen Gesellschaft, wird gegen ihren Willen, von ihrem Vater nach Crowmarsch geschickt, in der Hoffnung, dass sie nicht mehr in der Klatschpresse auftaucht.

Fünf Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, deren Geschichte anfangs in einzelnen Kapiteln erzählt wird, landen eines Tages zusammen in diesem Nest und sind auf eine Freundschaft angewiesen. Anders würden sie diesen Krieg und die damit verbundenen Qualen nicht überleben. Sie kämpfen gemeinsam gegen den Hunger, gegen Luftangriffe, gegen die Angst Familienmitglieder zu verlieren und gegen einen Verräter mitten unter ihnen. Danach verlieren sie sich aus dem Augen, gehen ihre eigenen Wege, in anderen Ländern und auf anderen Kontinente.

Fünfzig Jahre später treffen sich vier der fünf Frauen wieder in Crowmarsh anlässlich des Victory-in-Europe-Days. Sie werden von Fernsehkameras begleitet und als Kriegsbräute präsentiert, dabei haben diese Frauen eine Rechnung zu begleichen.

Ein guter Roman, der anfangs ziemlich verwirrend ist. Es fiel mir schwer richtig hinein zufinden. So viele Namen und Personen, so viele Lebensgeschichten, die parallel erzählt werden. Es dauerte ein Weilchen, bis ich alle fünf Frauen und deren Lebensumfeld gedanklich sortiert hatte. Nachdem alle fünf in Crowmarsh angekommen sind, war ich jedoch völlig gefesselt von der Geschichte.

Ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch und viel Freude beim Lesen!
Liebe Grüße, Bine

 

 

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