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Polarrot [lesenswert]

Die IMM gestern war großartig, anstrengend und sehr inspirierend. Ich werde Euch in den nächsten Tagen davon berichten, wenn ich alle Fotos durchgesehen habe.Heute habe ich eine wunderbare Buchempfehlung für Euch!

Polarrot war einst der Farbton, der Hakenkreuzfahnen der Na*zis. Dank des Reichsbeflaggungsgesetztes von 1935 hatten damals deutsche Städte, Vereine, Ämter und Co. einen immensen Bedarf daran und Jack Breiter liefert ihnen diese Textilfarbe- Hektoliter um Hektoliter!
Polarrot | was eigenes Blog

Jack Breiter, der sich gerne Jaques nennt, weil es einfach weltmännischer klingt, aber eigentlich Jakob heisst, ist ein Aufschneider, ein Lebemann, ein Lebenskünstler und immer auf der Suche nach dem Glück und die besten Umsätze. Er will reich werden, reich sein und dazu gehören. Will seine Herkunft und den Ziegenstall endlich hinter sich lassen.
Er ist ein armer Mann aus dem Toggenburg, der in den 1920er sein Leben in die Hand nimmt und nach Höherem strebt. Als Page in einem mondänen Hotel in St. Moritz mag er nicht mehr arbeiten. Er begeht einen großen Fehler und wird entlassen.
Jack macht sich auf nach Basel, nimmt ein paar Jobs an, lernt seinen besten Freund kennen und landet eines Tages bei der Firma I.P. Gugy AG. Er kann verhandeln und sich und alles andere gut verkaufen und wird als Handlungsreisender eingestellt.
Von Basel aus fährt er regelmäßig nach Deutschland und versorgt die Na*zis mit der begehrten Textilfarbe: polarrot.
Es läuft alles rund, Jack verdient gut und gelangt zu Ruhm und Ehre, bis er sich in die Firmenchefin Charlotte verliebt. Sie ist Halbjüdin und es kommt, wie es kommen muss. Als Jack „jüdisches Gold“ über die Grenze schmuggelt, wird er erwischt…
Man könnte meinen, damit sei die Geschichte oder das Leben des Jack Breiter beendet, mit Nichten. Er kommt wieder auf die Beine, rappelt sich hoch und zieht mit einer neuen Liebe ins Jura an die französische Grenze und arbeitet dort im Untergrund. Natürlich immer bedacht darauf, für sich selbst ordentlich Geld an die Seite zu schaffen.
Eigentlich ist Jack ein Aufschneider, den man nicht mögen sollte, aber ich mochte ihn. Er findet immer wieder einen neuen Weg, gibt nicht auf, läßt sich nicht unterbuttern und kämpft. Dieser Roman ist einfach grandios, wunderbar geschrieben, keine Sekunde langweilig, spannend und einfach schön! Absolut lesenswert!

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5 Comment

  1. Reply
    moni
    15. Januar 2013 at 13:20

    Hallo Bine,
    mit Interesse habe ich nicht nur die feine Zusammenstellung auf Deinem Foto betrachtet, auch Deine Rezension ist spannend.
    Ein solches Buch hätte ich sicherlich „nur so“ nicht in die Hand genommen, Du hast meine Neugier geweckt. Jetzt möchte ich doch zumindest „2 Blicke“ hineinwerfen! :-)
    Lieben Gruss
    moni

  2. Reply
    rozella
    15. Januar 2013 at 14:44

    oh wow. Ich lese zwar momentan nicht so viel und wenn dann mal eine „Schnulze“ ;-) Die Beschreibung klingt aber top und ich denke ich werde demnächst mal zum Bücherladen pilgern. Zumal ich ja im Toggenburg wohne ;-)
    Liebe Grüsse Rosmarie

  3. Reply
    Mila
    15. Januar 2013 at 15:28

    Noch nie davon gehört, klingt aber spannend. Danke für den Tipp… (Shit, die Farbe fand ich bisher immer toll, das mit dem Nazi-Rot lässt mich tatsächlich ein bißchen die Freude daran verlieren…) LG Mila

  4. Reply
    Julie White
    15. Januar 2013 at 17:10

    Danke für Ihr interessantes Post.

    Besucht bitte die Marke Delightfull an Imm Cologne, Halle 3.2 Stand F020.

    Danke schön. Mehr Info: http://www.delightfull.eu

    Vielen Grüssen,
    Julie White

  5. Reply
    myriam kemper
    15. Januar 2013 at 16:17

    Das hört sich spannnend und interessant an! Danke, es ist direkt auf meine Leseliste gewandert :)

    Viele und liebe Grüße von
    myriam.

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