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Aus dem Leben einer Online-Shopbetreiberin | Arbeitsmaterialien

7. Juni 2013

Als ich anfing zu nähen und die ersten Anfragen über den Shop kamen, kaufte ich meine Arbeitsmaterialien in kleinen kleinst-Mengen ein. Hier einen Meter rosa Vichy, dort einen Meter Webband. Vlieseline kaufte ich unterschiedlichen Online-Shops. Ich war vorsichtig und wollte natürlich erstmal meine Artikel verkaufen, bevor ich neue Arbeitsmaterialen einkaufe. Irgendwann nahmen die Anfragen und Verkäufe zu, ich brauchte mehr Material. Um am Ende mit einem Plus rauszukommen, machte ich mich also auf die Suche, meine Materialen so günstig wie möglich einzukaufen. Ist klar, oder?

aus dem leben einer online shopbetreiberin waseigenes labels

Eine große Hilfe dabei war mein Gewerbeschein. Entweder ich machte mich bei diversen Online-Shops auf die Suche nach einem Link für Gewerbetreibende oder ich fasste mir ein Herz und schrieb eine Email an die jeweiligen Shopbetreiber, ob es Rabatte für Gewerbetreibende gibt. Dies kann ich jeder Shopbetreiberin nur empfehlen, denn Verkauf ist gut, guter Einkauf ist besser.

Wo kaufe ich was? Nun, das ist eine etwas heikle Frage, denn ich kann und möchte hier ungern alle meine Bezugsquellen preis geben (kein Unternehmen veröffentlich Bezugsquellen und die damit verbundenen Vereinbarungen), aber ich kann Euch dennoch ein paar Tipps geben.

Gute und günstige Stoffe kann man wunderbar auf den holländischen Stoffmärkten kaufen. Ein großer Vorteil ist, dass man die Stoffe in die Hand nehmen kann, fühlen, ziehen, streicheln um zu sehen, ob der Stoff wirklich geeignet ist für meine Artikel. Einige Händler, die auf den Stoffmärkten verkaufen, bieten gleichzeitig Online-Shops an. Findet Ihr also einen Anbieter, dessen Ware Ihr für gut befindet, ist es sinnvoll, sich ein Visitenkärtchen mitzunehmen um später ggf. online nachzubestellen (hier findet Ihr die Termine der Stoffmärkte in Eurer Stadt, bzw. in Eure Nähe)

Ebenfalls recht günstig kann man in den USA, respektive über Ebay einkaufen. Hier solltet Ihr Euch aber auf jeden Fall im Vorfeld nach den Zollbestimmungen erkundigen. Ich habe einmal etwas über die Stränge geschlagen und durfte daraufhin einen ganzen Vormittag auf dem Zollamt stehen und warten, um meine bestellten Stoffe dort abzuholen. Ausserdem ist die Lieferzeit auf Grund der Entfernung natürlich recht lang.

Eine gute Alternative ist hier auch Dawanda. Es gibt unzählige Stoffhändler auf Dawanda, sie schönste USA- und Designerstoffe zum Kauf anbieten. Hier lohnt es sich auch, während der immer wiederkehrenden Rabattaktionen zuzuschlagen. Drei meiner lovely sponsors bieten u.a. schönste Stoffe an -> Stick’n StyleTeuto Elfen, Limetrees.

Im Frühjahr dieses Jahres war ich bei der Swafing Hausmesse, die zweimal im Jahr statt findet. Hier dürfen nur Gewerbetreibende einkaufen, Stoffe gibt es nicht nach Metern, sondern es werden nur ganze Ballen verkauft,…! Dies ist für manche Shopbetreiberinnen vielleicht zu viel. Solltest Du aber bestimmte Stoffe regelmäßig nutzen und benötigen, so ist es auf jeden Fall sinnvoll einmal in Betracht zu ziehen, gleich einen ganzen Ballen vom Stoff XY zu kaufen, anstatt häppchenweise zu viel höheren Preisen.

aus dem leben einer online shopbetreiberin waseigenes stoffe

Meine Reißverschlüsse habe ich jahrelang in einem Aachener Geschäft gekauft und war mit dem Preis-Leistungsverhältnis auch sehr zufrieden. Dann lernte den Nähschotten kennen, er wurde lovely Sponsor, ich bestellte zum Test ein paar Reißverschlüsse und bin ihm seither eine treue Kundin.

Dies bringt mich zu einem weiteren Punkt: wenn man einen Online Shop betreibt und dazu vielleicht noch einen Blog schreibt, ergeben sich automatisch neue Kontakte zu Gleichgesinnten (siehe hierzu -> Aus dem Leben einer Online-Shopbetreiberin -> social media & marketing!). Vielleicht führt eine Blog-Freundin ein Geschäft mit genau den Materialien, die Ihr benötigt? Vielleicht kann man hier nach Rabatten oder anderen Vereinbarungen fragen? Gibt es eine Möglichkeit sich gegenseitig zu pushen in Form von Werbung oder Verlinkungen? Fragen kostet nichts!

Meine Webbänder beziehe ich zum Größtenteil von Farbenmix. Anfangs habe ich Querbeet bestellt, alles, was mir gefällt. Bei Dawanda, bei Michas Stoffecke, bei Farbenmix. Das ein oder andere gekaufte Band blieb jedoch Wochen, Monate, Jahre im Kästchen liegen. Ich hatte einfach keine Verwendung dafür, auch wenn es ein hübsches Band ist/ war. Irgendwann habe ich mich auf mein Angebot und meine Artikel fokussiert, habe mich auf einige wenige Bänder festgelegt, die ich immer wieder nachkaufe. Diese Bänder passen einfach am besten zu meinen Täschchen und, und das ist sehr wichtig: es ist nun leichter für mich, Kundenwünsche nach einem bestimmten Täschchen zu erfüllen, denn dieses oder jenes Band ist einfach immer in meinem Fundus. (siehe hierzu-> Aus dem Leben einer Online-Shopbtreiberin Teil 2/ Fokus)

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Ich werde ganz oft gefragt, mit welchen Maschinen ich nähe und sticke. Dafür habe ich eine FAQ-Seite eingerichtet. Hier nochmal für alle: Ich nähe mit einer Janome 7700 (ein ganz wunderbares Modell!) und sticke mit der Brother Innovis 700 E II. Diese Maschine ist bereits ein Auslaufmodell. Sollte sie irgendwann den Geist aufgeben, würde ich mir  jederzeit wieder eine Brother Stickmaschine kaufen. Ebenfalls werde ich dann und wann gefragt, welche Maschine ich empfehlen könnte? Ganz schwere Frage. Ich selbst habe mit einer günstigen Tchibo Maschine angefangen, habe dann aber festgestellt, dass sie nicht mehr meinen Ansprüchen genügt. Im Netz finden sich immer wieder Vergleiche und Tests zu Maschinen (z.B. hier). Eine Frage, die mich auch immer wieder erreicht, ist: Wie heißt die Stickschrift, die Du für Deine Täschchen nutzt. Ich hoffe da auf Euer Verständnis, dass ich diese Frage nicht beantworten kann. Sie ist einfach ein markantes Merkmal meiner Täschchen und somit meines Geschäftes. Ich glaube, Mr McDonald wird auch nicht preis geben, wie das genaue Rezept seiner Hamburger lautet. :-)

Meine Stickgarne beziehe ich seit eh und je bei der Firma Walz GmbH. Ich habe mir damals ein Buch mit allen angebotenen Garnen bestellt, um die verschiedenen Farben vor Augen zu haben.

Die Labels, die ich an jede Täschchen nähe kaufe ich online bei Namensbänder ein. Ich finde die Qualität top, jedoch sind sie preislich eher in der Oberliga. Bisher habe ich noch nicht geschafft, mich nach Altnerativen umzusehen. Wenn Ihr bei google mal „gewebte Labels“ eingebt, findet Ihr noch viele weitere Anbieter.

aus dem leben einer online shopbetreiberin waseigenes stickgarn

 

So, ich hoffe, ich konnte Euch trotz einiger weniger Betriebsgeheimnisse, ein paar Tipps und Ideen geben. Ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende!

Liebe Grüße, Bine

PS- ich möchte euch wirklich nicht nerven, muss aber leider nochmal meine Bitte äussern: in vielen Blogs habe ich gesehen, dass dort immer noch meine alte Blogadresse in der Blogroll ist. Es wäre lieb, wenn Ihr dieses bald ändern würdet, denn der alte Blog wird in den nächsten Wochen zugemacht. Lieben DANK!

23 Comments

  • Reply claudia krings 7. Juni 2013 at 13:12

    hallo bine, wie alle vorher war dieser bericht wieder richtig klasse.
    ich habe meine labels bei dortex bestellt und bin begeistert. die haben ein super preis-leistungsverhältniss und eine ganz einfach abwicklung, kann ich dir also weiterempfehlen. ich finde das echt nett von dir das du so offen mit deinen bezugsquellen umgehst und ich finde es super ärgerlich das deine täschchen doch ziemlich oft kopiert werden, aber irgendwie ist das ja auch ein kompliment. schade ist nur das immer die anderen dann eine menge heu einfahren. liebe bgrüße
    claudia von margaretes handmadebox

    • Reply tepetua 7. Juni 2013 at 13:47

      Liebe Bine, Danke mal wieder für`s Teilen!
      An die dortex-Empfehlung kann ich mich anschließen. Ich mag die Qualität sehr und der Bestellvorgang ist easy und die Lieferung flott.
      LG Anna

  • Reply Britta Wuttke 7. Juni 2013 at 13:45

    Hallöchen,
    wollte auch noch einen Tipp zum Thema Labels beisteuern: Ich habe meine bei Epus bestellt. Die sitzen zwar in Polen, und ich war erst etwas skeptisch, aber die Leute sind dort super-freundlich und sprechen auch (fast) perfekt deutsch, so dass die Abwicklumg überhaupt kein Problem war. Man bekommt schon vorab ein paar probe-Exemplare mit der post geschickt, so dass man wirklich ganz genau weiß, was man bekommt. Ich wollte halt gerne „Schnibbelchen“ mit meinem Logo in mehreren Farben haben, und das wäre mich bei den lokalenAnbietern doch deutlich teurer gekommen…
    Viele Grüße, und auch von mir nochmal vielen Dank für Deine interessanten und ermunternden Berichte „aus dem Leben“…, Britta

  • Reply Angela Sewrella 7. Juni 2013 at 15:39

    Hallo Bine,
    ich hab Deine neue Webadresse gespeichert :0), jetzt sehe ich aber kein Ankündigungsbildchen mehr, sobald Du einen neuen Post veröffentlicht hast. Kannst Du mir vielleicht einen Tip geben, wie ich das ändern kann.
    Liebe Grüße
    Angela

    • Reply Bine 8. Juni 2013 at 16:22

      @Angela, lieben DANK, dass Du den Link geändert hast. WordPress-Blogs werden in Blogspot-Blogs grundsätzlich nicht mit Vorschaubild angezeigt. Leider!!! :-/
      LG,Bine

  • Reply Janna Werner 7. Juni 2013 at 15:44

    Total interessante Serie, vielen Dank!

  • Reply Christiane Strauß 7. Juni 2013 at 18:01

    Hallo Bine, also ich finde es richtig klasse, dass Du so offen mit Infos umgehst, die Du Dir wahrscheinlich auch alle mühsam erarbeitest hast. Vielen Dank dafür ! Ich bin jedes Mal richtig begeistert von Deinen Berichten, manches weiß ich schon, manches ist aber sehr informativ für mich. Aber wie Du schon geschrieben hast, alles kann man nun wirklich nicht preis geben, es gibt sowieso schon viele ähnliche Artikel überall im Netz. Apropos Labels: Ich bestelle meine auch immer bei Namensbänder, denn die anderen Online-Shops die ich bereits durchforstet habe, bieten entweder nicht die richtigen Farben oder nicht die richtige Schriftart an, darum beiße auch ich in den sauren Apfel und bezahle lieber ein wenig mehr. Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende wünscht Dir Christiane

  • Reply andrea 7. Juni 2013 at 19:37

    liebe bine,
    danke dir für diesen wundervollen beitrag.
    oh wie ist die aufbewahrung mit den bändern süß.
    was sind das für kunststoffkisten?
    lg andrea

  • Reply kreuzlerin 7. Juni 2013 at 20:44

    toller Beitrag, wieder was gelernt was ich gut nutzen kann für meine Nähereien :)
    Danke für die interessanten Beiträge ♥
    LG Barbara

  • Reply Michaela 7. Juni 2013 at 20:46

    Vielen lieben Dank, dass du uns so viele tolle Infos gibst.
    Auch wenn ich noch ganz weit weg bin davon meine Sachen zu verkaufen,
    so nehme ich gerne die eine odere Anregung jetzt schon mit. :-) Und schaue
    bestimmt noch oft bei dir vorbei.
    LG Micha

  • Reply Marlene 8. Juni 2013 at 00:23

    oh, ein klasse Artikel mit einer richtig schönen Bildauswahl!
    Ich habe das sehr gerne gelesen und bin auch schon recht neugierig rangegangen. :)

    Hat Spaß gemacht – aber du beherrschst auch die Kunst des Schreibens! :)

    Alles Liebe,
    Marlene

  • Reply Frau Mani 8. Juni 2013 at 01:45

    Liebe Bine,
    danke, dass du diese tollen informationen mit uns teilst! es gibt wirklich bei jedem post mehrere tips die mir weiterhelfen. was mich auch brennend interessieren würde ist deine preisgestaltung!! wie „mache“ ich den richtigen preis? wäre dir sehr dankbar wenn du dazu auch was schreiben könntest.
    herzlichen dank und liebe grüße vom bodensee,
    frau mani

    • Reply Bine 8. Juni 2013 at 19:29

      Liebe Mani, ein Posting werde ich dazu nicht schreiben, aber ich antworte Dir gerne hier: für meine Preisgestaltung habe ich mir überlegt: wieviel Zeit/Liebe habe ich in das Produkt investiert? Bekomme ich meine kompletten Arbeitsmaterialen wieder rauss? Wie sieht es mit Produkten der Mitbewerber aus? Empfinde ich, dass meine Artikel hochwertiger/ weniger Wert sind? Was ist marktüblich? Was sind die Kunden bereit zu bezahlen?….
      Liebe Grüße, Bine

      • Reply Frau Mani 9. Juni 2013 at 22:54

        Liebe Bine,
        danke für deine schnelle Antwort.
        Diese Überlegungen habe ich auch schon durchdacht und hab jetzt grad entdeckt, dass ich mich einfach noch nicht getraut habe, den „meinen“ Preis zu nennen. Ich werd’s versuchen, es einfach tun und dann daraus lernen.
        Nochmal vielen Dank für deine Anregungen; ich warte immer sehr auf deine Veröffentlichungen.
        Liebe Grüße vom Bodensee,
        Frau Mani

  • Reply Britta 8. Juni 2013 at 17:48

    Vielen lieben Dank für´s Teilen.
    Meine Labels kaufte ich bei Dortex. Die sind ein bisschen günstiger, aber die Qualität ist gut.

    Lieben Gruß & schönes Wochenende
    die Britta

  • Reply schweigen.ist.silber 9. Juni 2013 at 12:07

    Ein spannender Artikel! Ich nähe – allerdings für den Hobbybedarf – auch mit einer Janome, bin aber so gar nicht zufrieden. Ich wünschte, ich hätte mir die einfachere Bernina ohne die gefühlten tausend Extraprogramme gekauft.
    Liebe Grüße

  • Reply byDESI 9. Juni 2013 at 18:08

    Liebe Bine,

    DANKE ! DANKE ! DANKE !
    Dank deinen tollen Erklärungen habe ich mich an den blöden Technikkram getraut und bin sogar erfolgreich gewesen … lieben Dank für deine Mühe und fürs „teilen“.

    GLG … DESI

  • Reply Petronella 9. Juni 2013 at 20:35

    Liebe Bine!
    Vielen Dank für deine Tipps. Ich habe meine Labels auch von Namensbänder und bin sehr zufrieden. Warst du in Aachen bei Schell? Liebe Grüße Petronella

  • Reply Chiep-Chiep 12. Juni 2013 at 11:34

    Hallo Biene,
    ich bin keine Shopbetreiberin oder plane es zu sein. Ich finde es aber wunderbar, wie Du Dein Wissen teilst. Das zeugt von Größe.
    Deine Offenheit steht Dir sehr gut.
    Liebe Grüße,
    Verena

  • Reply mein Beruf – ein Blick hinter die Kulissen | Janna Werner | Papiersalat 29. August 2013 at 11:21

    […] solltet ihr gleich zu Bines Blog “was eigenes” wechseln. Sie berichtet derzeit in einer mehrteiligen Serie über ihre Arbeit – absolut […]

  • Reply Lütt & Lütt 2. September 2013 at 10:33

    Hallo,
    wenn du eine gute Alternative zu Namensbänder suchst kann ich dir EPUS empfehlen.
    Die sind aus Polen und machen qualitativ sehr hochwertige Bänder. Der Preis liegt bei ca. 180€ für 2000 Etiketten und man hat die Wahl zwischen vielen Faltungen oder am Stück. Man schickt einfach ein eigenes Designe hin, sie machen eine Probewebung und du entscheidest dann ob dir das so gefällt oder noch was geändert werden soll.
    Spitzenmäßiger Service und super freundlich!
    LG Tine von „Lütt&Lütt“

  • Reply Jessie 5. Mai 2014 at 11:47

    Hallo,
    Welches Buchhaltungsprogramm benutzt du, um alles im Überblick zu haben und für eine einfach Jahresendabrechnung und steuererklärung.
    Finde deinen Blog einfach klasse.

    Vielen Dank
    Liebe Grüsse
    Jessie

  • Reply Leonie 21. Oktober 2014 at 15:00

    hi Bine
    ich bin neu in der onlineshop szene, und schaue mal ein bisschen rum wegen tipps und tricks. Ich habe vor, genau so wie du, mit kleinere Projekte anzufangen.. und ich kann deine Tipps gut gebrauchen.. Vielen lieben Dank für dein Blog! werde eine Treue Folgerin werden..

    LG
    leonie

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