Guerillakunst // Aufkleber selbermachen.

Ich bin kein Fan von voll gesprayten Autobahnbrücken, Lärmschutzmauern und anderen öffentlichen großen Flächen. Diese seltsamen Hieroglyphen, die scheinbar nur Insider lesen und verstehen, verschandeln das Stadtbild! Hier in Hürth gibt es jedoch einige Flächen, z.B. Stromkästen, die richtig cool mit gesprayten Bildern aufgehübscht wurden. Ich frage mich, ob das Auftragsarbeiten waren? Diese Art von Kunst – Bilder, Wörter oder Statements an öffentliche Mauern, Laternenmasten, Häuser oder Türen zu kleben, malen oder sprayen, nennt man Guerillaart oder Guerillakunst.

guerillakunst aufkleber selbermachen

Mein Fotografie-Auge hält immer wieder gerne nach dieser Art von Kunst Ausschau. Schöne oder witzige Kunst, wie hier in Berlin. Also, coole Aufkleber mit Sprüchen oder so. Oder bestrickte Ampeln, wie hier im Kölner Agnesviertel. Oder eine Ampel mit Herz. Deswegen war ich auch begeistert, als ich vor einer Ewigkeit das Buch Guerilla-Art in einem Buchladen in Amsterdam sah. Ich konnte mich damals jedoch beherrschen und habe es nicht gleich gekauft. Neulich fand ich es, durch Zufall, beim großen Internet- Buchladen. Das Buch Das Guerillakunst-Kit / Alles was du brauchst, um deine Botschaft in die Welt zu bringen zum Spaß, Gemeinnutz oder zur Weltherrschaft gibt es mittlerweile auf deutsch und so habe ich zugeschlagen.

guerillakunst aufkleber selbermachen was eigenes blog

Die Autorin (oder ist es ein Autor?) beschreibt ihre Liebe zur Guerillakunst und dass es sich dabei nicht nur um das radikale Schaffen eines Menschen handelt, der dauernd auf der Flucht vor dem Gesetz ist, sondern eine anonyme Art von Kunst ist, die an öffentlichen Plätzen installiert, aufgeführt oder angebracht wird, mit dem alleinigen Ziel, die Welt in kreativer und zum Nachdenken anregender Weise zu beeinflussen. Guerillakunst kann zur Verschönerung und Neugestaltung eines seelen- und charakterlosen Raumes eingesetzt werden. Sie hat viele Gesichter und Facetten und kann auf verschiedenste Art installiert werden. Auf 137 Seiten gibt es viele Anregungen und Anleitungen. Z.B. wie man Aufkleber selber macht und das habe ich getan! In erster Linie, um damit Briefe oder Geschenke aufzuhübschen… aber ich konnte auch nicht anders, als den ein oder anderen Aufkleber in der freien Wildbahn zukleben :-)guerillakunst aufkleber selbermachen was eigenes blog 3

Zusammen mit den Kids haben wir an einem Nachmittag gezeichnet, gemalt und geschrieben, was das Zeug hält. Alles, was uns in den Sinn gekommen ist…! Dann haben wir die Blätter auf der Rückseite mit der Gelatinelösung bepinselt (siehe Zutaten unten) und trocknen lassen. Anschliessend habe ich, über Nacht, dicke Bücher auf die Blätter gelegt, damit sie sich nicht wellen. Am nächsten Tage haben wir unsere Aufkleber ausgeschnitten und geklebt.
guerillakunst aufkleber selbermachen was eigenes blog 2

So geht’s: Gelatine in das kalte Wasser streuen und fünf Minuten lang aufweichen. Heißes Wasser dazugießen und so lange umrühren, bis sich die Gelatine aufgelöst hat. Zucker hinzufügen und gut umrühren und dann mit einem Pinsel auf die Rückseite Deines bemalten Blattes streichen.

Ich war überrascht, wie gut die Aufkleber halten. Als kleiner Tipp sei gesagt: Da ihr die Aufkleber mit der Zunge befeuchten müßt (wie bei einer Briefmarke), sollte man die Aufkleber nicht all zu groß malen, zeichnen, stempeln. guerillakunst aufkleber selbermachen was eigenes blog 1

Eine weitere Idee aus dem Buch, die mir richtig gut gefällt, sind z.B. Samenbomben (oder -kugeln). Diese könnte man auf ungenutzte und leerstehende Grundstücke werfen oder in einen Riss im Bürgersteig. Neben den Anleitungen und Zutatenlisten, wie man Aufkleber, Samenbomben, Styroporstempel, ect. macht, schlägt Keri einige Guerilla-Kunst-Übungen vor. Z.B. könnte man einen Lageplan eines Stadtteiles zeichnen und dort Lieblingsorte oder Sehenswürdigkeiten markieren sowie den Punkt „Du bist hier“. Diesen Lageplan soll man dann an der entsprechenden Stelle befestigen und sich daran freuen oder drauf hoffen, dass fremde Menschen ihn sehen und vielleicht sogar einen Deiner Lieblingsorte aufsuchen. Verrückte Idee. Aber irgendwie sympathisch! Oder man schreibt kleine Hinweise auf einen Zettel, wie z.B. „Beachte den schiefen Baum auf Deiner rechten Seite“ oder „Beachte das Fenster im zweiten Stock des Gebäudes auf der rechten Seite. Dort stehen Geranien!„.

Ich glaube nicht, dass ich durch dieses Buch zur Guerillakünstlerin werde (ich distanziere mich auch strikt vom Beschädigen, Beschmieren und Verhunzen von öffentlichen und privaten Flächen!!! Das ist einfach nur hirnlos und nicht fair den Besitzern gegenüber!!!), aber es gibt  eine Menge Ideen und Anregungen preis, die man auch in abgewandelter Form umsetzen kann. Viele Ideen kann man auch in den eigenen vier Wänden umsetzen, wie z.B. Aufkleber für Briefe basteln oder ….

Liebe Grüße, Bine

D.I.Y., Gelesenes
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28 Kommentare

  • Reply
    Freinaht
    11. Februar 2014 at 15:10

    Schöne Sticker … die Idee mit den Samenbomben finde ich immer wieder gut, bin aber noch nie dazu gekommen selber welche zu machen.
    liebe Grüße
    Stephanie

  • Reply
    Rosi
    11. Februar 2014 at 15:31

    Na, das ist ja mal eine coole Idee! Danke für’s Rezept.
    Ich komme übrigens öfter hier vorbei und freue mich über die tollen posts.
    Liebe Grüße, Rosi

  • Reply
    Anita
    11. Februar 2014 at 15:46

    Oh, was für eine süße Idee! Danke dafür!!!

    Lg Anita

  • Reply
    SAPRI
    11. Februar 2014 at 16:09

    Ein schöner Beitrag! Vor allem weil man richtig rausliest wie begeistert du bist :)

    Lieben Gruß
    Sarah

  • Reply
    Ulrike
    11. Februar 2014 at 16:25

    Liebe Bine, ich habe dieses Buch auch vor Kurzem im Buchhandel entdeckt und es hat mir so manchen Schmunzler entlockt. Ich mag die Idee, anderen Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder sie zum Nachdenken anzuregen. Toll, dass Du das Buch hier vorstellst. Es wird ganz bestimmt auch noch einen Platz in meinem Bücherregal finden.
    Liebe Grüße
    Ulrike

  • Reply
    Ibrauchnix
    11. Februar 2014 at 17:01

    Tolltolltoll….ich will das böse gWort vermeiden! Jetzt muß ich mir das Buch aufheben für nächste Jahr, wenn ich doch mal wieder was kaufen darf/will. Werde mich gleich dran machen, ans Aufkleber gestalten!

  • Reply
    Dorthe
    11. Februar 2014 at 20:15

    Liebe Bine,
    das merke ich mir auf jeden Fall …
    Und es ist bestimmt mal eine gute Übung, um sich etwas Verrücktes zu trauen :-)
    LG dorthe

  • Reply
    Christina
    11. Februar 2014 at 22:25

    Oh, wie schön. Das ist so ein Moment, in dem ich mir das gern „für später“ mit meiner Tochter merken möchte und doch weiß, dass ich es vergesse…oder kann man das „pinnen“ bei Pinterest? Bin da noch ganz neu in dem „Verein“…

  • Reply
    Imke
    11. Februar 2014 at 22:43

    Keri Smith…eine AutorIN, die hat lauter so verrückte Ideen. Oder besser gesagt, sie bringt mit ihren Büchern andere dazu, „verrückte“ Dinge zu tun. Mein Lieblingsbuch von ihr: Wreck this Journal.
    http://www.flickr.com/search/?q=wreck%20this%20journal&w=41228269@N05

    Diese Idee mit den kreativen Botschaften anbringen, finde ich auch toll. Und wenn ich irgendwo unterwegs bin, gucke ich auch immer mal gern danach.
    Selbst angebracht hab ich allerdings noch keine. ;)

    Schöne Grüße,
    Imke

  • Reply
    seemuse
    11. Februar 2014 at 22:59

    hachja, yarngraffiti, daran habe ich schon seit jahren mein herz verloren (-:
    liebe idee, das mit den stickers, werde ich sicher ausprobieren, bisher habe ich nur adressaufkleber dafür verwendet, aber so kann man sich mit formen fein austoben! sehr nett!
    liebe grüsse von der seemuse (die, die den macarons verfallen ist ;))

  • Reply
    Vanessa
    11. Februar 2014 at 23:07

    Eine tolle Idee! Die Sticker muss ich mal ähnlich nachmachen. Allerdings nehme ich als Vegetarier keine Gelatine (auch wenn sie nicht zum Essen ist). Da muss ich mir wohl etwas anderes überlegen. ;) Aber ich finde da schon was!

    Gruß
    Vanessa

  • Reply
    Karina
    11. Februar 2014 at 23:30

    Oh wie toll!!!! Danke für die Anleitung :-)
    Und das Buch schau ich mir auch gleich mal an, vermutlich wandert es auch recht schnell in den Warenkorb ;-)
    Liebste Grüße Karina

  • Reply
    Doreen
    11. Februar 2014 at 23:45

    Die Idee mit den Aufklebern finde ich ja sehr genial, frag mich nur gerade, ob der Kleber frisch verwendet werden muss? Für den Fall, dass mir der allerbeste Spruch erst eine Woche später einfällt…
    Saatbomben finde ich auch genial, wir haben mal welche geschenkt bekommen, die es, glaube ich, bei d*m zu kaufen gab. (Ist das dann Guerilla-Kommerz?) Nicht so genial war, dass trotz liebevoller Beobachtung und Begießung aus mitgebrachten Wasserflaschen fast nix geworden ist :-(
    Liebe Grüße, Doreen

  • Reply
    Anna
    12. Februar 2014 at 08:58

    Wie toll! Ich fühl mich richtig inspiriert… und muss das Buch auch sofort haben! :-)
    Herzliche Grüsse,
    Anna

  • Reply
    ELBKÖCHIN
    12. Februar 2014 at 09:34

    Liebe Bine, das ist ja ein super netter Beitrag!!! Die Ideen finde ich klasse und deine Umsetzung sehr sympathisch :-) Das mit den Aufkleber ist bestimmt etwas für meine Jungs! Wunderbar, ich bin immer auf der Suche nach solchen Ideen! Ganz lieben Dank und liebe Grüße, Bianca

  • Reply
    Sukie
    12. Februar 2014 at 10:18

    Tolle Idee!!! Das werde ich am Wochenende gleich mal ausprbieren :-)
    Danke für’s posten!!!
    Liebe Grüße
    Sukie

  • Reply
    beate kalauch
    12. Februar 2014 at 13:16

    Liebe Bine,

    herzlichen Dank, was für eine nette Idee! Das läßt meine Kreativ-Herz höher schlagen und kleine Geschenke im Nu verzieren…
    Liebe Grüße aus Hamburg!
    P.S.: Ich mag deine Taschen sehr leiden!

  • Reply
    olivia
    13. Februar 2014 at 08:04

    Tolle Idee mit den Aufklebern! Die werde ich schnell mal in die Tat umsetzen und kleine ex libris für Bücher machen! Danke für den Tipp,
    liebe Grüße,
    Olivia

  • Reply
    Gabi
    13. Februar 2014 at 09:01

    Danke für die tolle Anregung…Aufkleber sind was Herrliches….und haben einen besonderen Reiz.
    Als Kind durfte ich NIE welche irgendwohin kleben… ;o)
    Liebe kreativGuerilla Grüße
    Gabi

  • Reply
    Cathérine
    13. Februar 2014 at 12:46

    Die Idee ist wirklich süß!
    Und auch kleine Schwestern tauglich ;-)
    Ich glaube ich weiß was wir heute nachmittag tun werden :-)
    Lg, Cathérine

  • Reply
    Sandra
    15. Februar 2014 at 08:57

    Nette Idee!
    Gros bisou
    Sandra

  • Reply
    Svenja
    16. Februar 2014 at 10:49

    Tolle Aufkleber.
    Die sind echt total schön und außergewöhnlich
    Außerdem recht niedlich

    Liebste Grüße

  • Reply
    Gabi
    19. Februar 2014 at 14:38

    Das muss ich ausprobieren! Wie praktisch, dass ich immer ein Päckchen Gelatine zu Hause habe! Bisher habe ich zwar keine Verwendung dafür gefunden, aber jetzt macht es plätzlich Sinn! :-D

  • Reply
    Ella Wayfarer
    1. Juni 2015 at 14:20

    Das ist ja super!!! Deine Designs gefallen mir richtig gut :) Muss ich unbedingt mal ausprobieren! Danke für die tolle Anleitung.
    ? Ella

  • Reply
    Rea
    30. September 2015 at 09:59

    Meine liebe Bine,
    genau nach so etwas habe ich gesucht! <3 Du hast einen wirklich zuckersüßen Post gezaubert! Ich arbeite gerade auch mit Kindern und möchte mit ihnen ein Guerilla-Art-Projekt starten, also viele Dank für deine Anleitung!
    Liebste Grüße, Rea

    P.S.: Dein Blog ist wirklich wunderschön. Ein echtes Kleinod.

  • Reply
    Hélène
    23. Februar 2016 at 21:24

    Tolle Idee! Zeichnen kann ich zwar nicht gut, aber was nicht ist kann ja noch werden. Danke fürs Rezept.
    LG Hélène

  • Ich freue mich über Deinen Kommentar!