Es gibt kein Wort, das sagen könnt’ was ich fühl…

Meine Großeltern wurden hier geboren, in den 1950er Jahren lebte mein Vater mit seiner Familie in Köln-Sülz. Die Berrenrather und Luxemburger Strasse waren sein Revier. Ganz in der Nähe wohnte auch Tommy Engel. Ob der damals zur Jungs-Gang dazugehörte, daran kann sich mein Papa nicht mehr erinnern. Berufliche Gründe verschlugen die Familie meines Opas an den Niederrhein, aber wir blieben Köln immer verbunden. An den Sonn- und Feiertagen fuhren wir oft nach Ossendorf und Rodenkirchen um Tante Resi und Tante Annchen zu besuchen. Und oft bummelten wir am Rhein entlang und später über die Schildergasse. Natürlich mussten wir immer zum Feldhaus Spielzeugladen, welches nach 167 Jahren seine Türen im Jahr 2006 endgültig schliessen musste.

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Wenn wir an Heilig Abend erst zum West- und danach zum Nordfriedhof fuhren, dann fuhr mein Vater immer über den Gürtel. Ich kann mich an diese Autofahrten so gut erinnern, als wäre es gestern. Fragt mich nicht warum. Auf jeden Fall wusste ich damals schon: wenn ich groß bin, dann möchte ich in Köln leben. Dass ich mir diesen Wunsch erfüllt habe ist bekannt. Erst wohnte ich in der Innenstadt am Zülpicher Platz, später in Junkersdorf und dann zogen mein Mann und ich ganz aus der Stadt raus ins Grüne. Aber, von hier kann ich die Domspitzen sehen! Jawoll.

Köln is ne’ Jeföhl (Köln ist ein Gefühl). Dieser Lokalpatriotismus, der für manch Aussenstehenden nur ein Kopfschütteln hervorruft, jagt mir ganz oft einen Schauer über den Rücken. Z.B. wenn im  im RheinEnergieStadion die FC Fans “Mir stonn zu Dir” singen. Oder wenn zur Karnevalszeit in der Lachenden KölnArena 18.000 Jecke “Ich bin ne Kölsche Jung” singen. Ein viertel der singenden Masse sind ganz bestimmt Immis- aber das macht nichts. In so einem Moment sind wir alle Kölner. Die schönste Kölner Hymne ist für mich “Et jitt kei wood” von Cat Ballou. Das habe ich gerade noch im Auto gehört. Natürlich in voller Lautstärke! Selbst wenn Ihr den Text nicht verstehen solltet, hört mal rein, es ist ein tolles Lied.

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Genug der Schwärmerei… der Grund warum ich gerade spontan, am Freitagabend,  diese Zeilen tippe: Vor einiger Zeit erhielt ich von Simon von We are City eine E-Mail. Er fragte mich, ob ich ihm meine Lieblingsplätze in Köln nennen und ihm ein kleines Interview geben würde. Da musste ich gar nicht lange überlegen! Nicht nur, weil mein Herz für diese Stadt schlägt, sondern, weil ich schon lange den We are Cologne-Guide besitze.

Meine Lieblingsrestaurants in Köln gibt es nun auf der We are City Seite, die vor nicht all zu langer Zeit zum ersten Mal online gegangen ist. Ich finde sie toll, toll, toll und habe mir selbst schon einige gute Tipps dort geholt! Egal, ob Ihr in Köln lebt oder nur für ein Wochenende oder einen Tag nach Köln kommt, ein Klick auf We are City lohnt sich. Ihr findet ganz bestimmt ein Restaurant oder Café oder ein nettes Geschäft, welches Ihr noch gar nicht kanntet.

Ich wünsche Euch einen schönen Freitagabend und ein noch schöneres Wochenende!

Liebe Grüße, Bine

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17 thoughts on “Es gibt kein Wort, das sagen könnt’ was ich fühl…

  1. 1

    ich fühle mit Dir!

    LG anika

  2. 2

    Hallo Bine,

    deinen Post kann ich nur unterschreiben. Ich bin zwar nicht aus Köln, sondern nur aus Bonn, aber Köln ist für mich Heimat. Mein Vater hat in meiner Kindheit immer so toll von Köln geredet. Die Menschen, der 1. FC Köln, der Dom, Karneval – halt einfach alles ……Es gibt halt kein Wort dafür, was ich fühl wenn ich an Köln denke.

    Eine schönes Wochenende
    Birgit, die jetzt den ganzen Abend einen Ohrwurm hat!!!!

  3. 3
    Sabine sagt:

    Hallo Bine,

    gaaaanz lieben Dank für diesen Post!!! Ich wohne zwar nicht in Köln sondern im Saarland, aber ich liebe diese Stadt trotzdem :-) Als Teenie habe ich schon immer gesagt, dass ich mal in Köln wohnen möchte… aber wie das so ist im Leben, manchmal kommt es einfach anders ;-)

    Trotzdem versuche ich bis heute mindestens einmal im Jahr ein paar Tage in dieser tollen Stadt zu verbringen. Denn sie hat einfach Flair und das gewisse Etwas finde ich…

    Deine Links hab ich bereits gespeichert, und vor allem das meat.ing für den nächsten Köln-Besuch eingeplant :-)

    GLG,
    Sabine

  4. 4
    yvette sagt:

    Ach Bine, Du sprichst mir aus der Seele :-)
    Mittlerweile komme ich meist nur noch einmal im Jahr an Weiberfastnacht nach Kölle. Und geniesse dann immer wieder das Zusammensingen, sollte man öfter machen! Und da meinen Kindern hier in Dortmund diese Kultur nicht so nahe gebracht wird, müssen Sie mit mir wochenlang die neusten Lieder im Auto hören (und ich muss übersetzen…) und sind mittlerweile alle 3 recht textfest.

    drink mit mir op dich un mich und en neues Johr
    op dat wat is, dat wat kütt und op dat wat wor

    Die Seite ist toll- die Kategorie-Titel “Trinken tagsüber” find ich super… ;-)

    LG und ein schönes Wochenende, Yvette

  5. 5
    Rita sagt:

    Liebe Bine, da braucht so ne waschechte Andernacherin wie ich fast nix mehr zu zu sagen. Nur das ich es gut verstehe. Andernach ist die letzte kurkölsche Bastion am Mittelrhein gewesen. Wir wurden lange von den Kölner Erzbischöfen regiert. Die Mainzer hätten uns gern gehabt, wegen dem Rheinzoll, aber da waren die Andernacher eigen! So kommt es das wir auch die letzte Station am Mittelrhein sind, die dialektisch KÖLSCH spricht. Und Alaaf ruft, statt diese seltsamen anderen Laute die da so … Naja, Du weißt was ich meine!
    So kommt’s das neben unserem ” runde Thur un aale Krahne” auch der Kölner Dom ein gutes Stück Heimat ist!

    Liebste Grüße und komm mal her, ich zeig Dir mal die kölschen Spuren!

    Rita aus dem Gartenhaus

  6. 6
    Michaela Leo sagt:

    Hach, Bine schöner hättest Du es nicht sagen können
    Ich liebe unsere Stadt ♥ “Et jitt kei wood” nur ganz viel Gefühl !!!
    liebe Grüße
    Michaela
    Und jetzt schaue ich mal auf der We are City Seite man kann ja nie genug von Kölle wissen ;)

  7. 7
    Steffi sagt:

    Da bekomm’ ich glatt feuchte Äuglein, wenn ich das hier so lese. :-) Ich bin als Bonner Mädsche Köln auch von Hause aus verbunden. Wenn ich den Dom sehe, weiß ich, ich bin zu Hause. Das ist einfach so und wird sich auch nicht mehr ändern lassen. “Et jitt kei wood” habe ich in den letzten Monaten hoch und runter gehört und da es in meiner Playlist ist, höre ich es eigentlich auch fast jeden Tag. :-) Ganz anders wird mir allerdings vor allem bei “Mir sin Kölsche us Kölle am Rhing”. Da bekomme ich Gänsehaus und Pippi inne Augen und was sonst noch alles. Das Exil vom Rheinland hat mir diese Sentimentalität mitgegeben und bei meiner ersten Karnevalssitzung in diesem Jahr musste ich bei den ersten Liedern echt aufpassen, dass ich nicht losheule. :D

    Nät wat is dat schön, ein rheinisches Mädchen zu sein. :-) Und wie schön, nach sechs Jahren wieder hier zu sein!!

    In diesem Sinne ein Hoch auf unser schönes Rheinland! Lang lebe der Dom!

    Liebe Grüße vom etwas nördlicheren Rhein, aus der verbotenen Stadt!
    Steffi

  8. 8
    Anja sagt:

    Ahhhh. Ich kann Dir so nachfühlen. 15 Jahre bin ich jetzt weg aus der Heimat und ich fühle mich sehr wohl hier. Aber trotzdem gibt es noch ne Kölsche Ecke im Herzen. Mein Mann versteht es nicht, warum es sooo viele Lieder über eine einzige Stadt gibt, aber das verstehen wohl nur die Kölner. Das Lied, das mir immer einen Schauer über den Rücken jagt ist übrigens “in unsrem Veedel”. Hab ein schönes Wochenende! Liebe Grüße Anja

  9. 9

    Geniales Lied, und tolle Liebeserklärung an deine City!!
    Liebe Grüße
    Veronika

  10. 10

    joot gelonge, dinge post!
    Grüße aus dem Belgischen Viertel!
    Christine

  11. 11

    Liebe Biene,
    ich habe Deinen Blog entdeckt und er gefällt mir seeeeehr gut :-)
    Und Dein heutiges Thema spricht mich auch sehr an. Denn heute morgen beim Frühstück stellte meine Tochter fest, dass sie unbedingt einmal nach Köln möchte.
    Ich selbst war vor ca. 12 Jahren das letzte Mal dort. Mein Mann hatte damals einen Kongress und ich durfte mit meiner damals eineinhalbjährigen Tochter mit. Während mein Mann beim Kongress war, durfte ich Köln erkunden. Und ich wurde beim Shoppen fündig. Und wie!!! Ich habe nie mehr soooo viele Schuhe an einem Tag gekauft, wie damals. Fünf Paar Schuhe (ich traue mich das jetzt gar nicht mehr zu sagen)!! Es gab unglaublich viele Schuhgeschäfte in Köln und es waren genau die Schuhe dabei, die ich schon immer wollte. :-)
    Also Du siehst, ich habe Köln in sehr guter Erinnerung – obwohl es sicherlich viel mehr zu sehen gibt, als Schuhgeschäfte, stimmt´s?
    Herzliche Grüsse an Dich,
    ich wünsche Dir ein schönes Wochenende,
    ANi

  12. 12
    Andrea sagt:

    Großartig! Mein Ohrwurm ist wieder da! ;)
    Ich bin seit 13 Jahren Immi. Die vielen tollen Lieder, das gemeinsame Singen finde ich großartig, aber manchmal nervt mich der überzogene Lokalpatriotismus auch.
    Auf ewig werde ich wohl nicht hier bleiben, dafür ist Köln einfach zu hässlich, zu teuer, zu überfüllt, zu laut und zu Radfahrerunfreundlich.
    Aber es gibt auch wirklich schöne Ecken hier und man wundert sich wie grün Köln doch sein kann.
    Bist du schon mal den Kölnpfad gelaufen? Der umrundet Köln (ca 170km) und man kann ihn in vielen kleinen Etappen laufen (Anfang und Endpunkte der Etappen sind immer mit dem öpnv erreichbar).
    Man steigt aus der Bahn und ist 5 Minuten später im grünen Nichts. Ein Traum!
    Und wenn man dat Buch dabei hat, erfährt man auch viele interessante Geschichten über Köln.
    Einziger Nachteil, da kann der Pfad aber nix für, dat ist in Köln nunmal so: man hört immer und überall die Autobahn.

    Liebe Grüße!

  13. 13
    Anne sagt:

    Liebe Bine,

    Ein schöner Artikel zur Heimat. Mir ging es genauso. Meine Eltern sind in Köln bzw. Bonn aufgewachsen. Später wohnten wir dann in der Voreifel. Aber oft ging es am Wochenende in die Stadt. Die Werbung von Feldhaus in der Vorweihnachtszeit habe ich nicht aus der Hand gegeben ;). Jetzt wohnen wir im Oberbergischen. Aber 3 oder 4 mal im Monat sind wir in der Stadt, gehen einkaufen, essen oder streifen einfach durch die Stadt. Und geben somit das kölsche Gefühl an unsere Tochter weiter, die im Urlaub immer stolz auf die Frage “Wo kommt ihr denn her?” “Aus Köln!” antwortet.

    Liebe Grüße von der einen zur anderen Rheinseite
    Anne

    P.S.: Bei Balkhausen stehe ich auch immer in der Schlange. Ich liebe die kleinen schwedischen Apfeltörtchen, aber auch das tolle Brot.

  14. 14

    als ich Deine Überschrift gelesen habe, startete in meinem Kopf sofort das Lied, ich liebe es.
    Da ich in Köln im Vringsveddel geboren, aufgewachsen und immer noch hier lebe spricht es mir aus der Sele.
    1x im Monat zeige ich zu einem bestimmten Thema Bilder von Köln, nach einer Idee von “zeig uns deine Stadt” des Blog der shootingqueens. Vieleicht hast Du Luste einmal vorbeizuschauen.
    Ich werde mir den Link we are city auf jeden Fall anschauen
    LG
    aus der Kölner Südstadt
    Gabi

  15. 15
    Maren sagt:

    für die Liebe zu Köln gibt´s hier was nettes…. :)

    http://www.marenkruth.com/Illustrationen/Skyline-mit-Pueppi::76.html

    <3

  16. 16

    Liebe Bine,

    grade habe ich deinen Blog und diesen wunderbaren Beitrag entdeckt! Unbekannterweise haben wir da was gemeinsam: Ich heisse ebenfalls Sabine/Bine, meine Großeltern lebten auch in Köln, in Ehrenfeld, ich habe sehr oft und gerne Ferien bei ihnen gemacht und wir haben sie auch des öfteren zwischendurch besucht. Ich lieeeebe Köln und immer, wenn ich über den Rhein fahre bzw. die Domspitzen sehe habe ich das Gefühl “nach Hause” zu kommen. Und ich würde soooo gerne dort leben…. ich hoffe, dass ich meinen Wunsch auch in dieTat umsetzen kann. Die Liste mit den Kölntipps ist ja genial, vielen Dank! Der nächste Besuch ist schon in Planung, dabei war ich grade gestern erst in Köln^^….

    Liebe Grüsse aus dem Ruhrpott

    Sabine

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