Kriminell köstlich! Ich habe mir die Bretagne auf den Tisch gekocht!

(Werbung) Monsieur le Commissaire George Dupin trägt immer ein leicht zerfleddertes rotes Clairefontaine-Notizheft bei sich. Dort schreibt er alles hinein, was ihm in den Sinn kommt, was ihm die Menschen während einer Vernehmung oder eines Gespräches erzählen und alles, was er auf keinen Fall vergessen darf. Manchmal wird er aus seinen eigenen Noitzen nicht mehr schlau, aber oft helfen sie ihm, sich ein Bild der Lage zu veschaffen.

Dupin wurde von Paris in die Bretagne zwangsversetzt. Seit einigen Jahren lebt er nun schon dort und fühlt sich auch ganz wohl am Ende der Welt, ja er fühlt sich beinahe heimisch. Die Einheimischen, insbesondere seine Assistentin Nolwenn, meinen jedoch, es würde noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis er endlich ein richtiger Bretone wäre. Wenn dieser Zustand überhaupt eines Tages eintreffen wird. Vermutlich eher nicht!

Bretonisches Kochbuch | Kommissar Dupins Lieblingsgerichte | waseigenes.com

Ich war noch nie in der Bretagne, habe jedoch schon lange den Wunsch dieses Fleckchen Erde zu besuchen. Freunde von uns verbringen regelmäßig ihren Urlaub dort und schwärmen immer wieder auf’s Neue, wie wunderschön es dort am Atlantik ist. Mit Jean-Luc Bannalec habe ich nun ein weiteren Befürworter, Liebhaber, Schwärmer der Bretagne kennen gelernt. Seine Kriminalromane rund um den etwas muffeligen Commissaire Dupin sprühen nur so vor Lokalkolorit. Die Bretagne ist ja auch nicht das Ende der Welt. Es ist der Anfang, das sagen die Gallier und die Kelten- als solche sehen sie sich noch heute, die Bretonen.

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Bannalac beschreibt das Land am Atlantik mit so wundervollen Forumlierungen und Worten, gibt dem Leser ein wenig Geschichts- und Erdkundeunterricht, schreibt immer wieder über die Gegensätze- das Meer, die Brandung, die rauen Felsen, tobende Stürme, gewaltige Gischt und die vielen kleinen Inseln! Auf der anderen Seite das Land. Die Vegetation, die Häfen und vielen Cafés, Hortensienbüsche in allen Farben.

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Dupin löst einen Fall nach dem anderen. Auf seine Art. Er sondert sich immer wieder vom Team ab. Braucht seine Ruhe damit er seine Gedanken sortieren kann. Oft legt er einfach den Hörer auf, während sein Gesprächspartner noch spricht. Den Präfekten (sein Vorsitzender) Luc Locmariaquer, dessen Namen er nicht aussprechen kann (ich auch nicht!), ruft er grundsätzlich nicht zurück. Mit seinen Mitarbeitern springt er nicht immer freundlich um, nur Nolwenn, seine Assistentin- sie ist sein Fels in der Brandung. Sie regelt alles für ihn im Hintergrund. Band 1 Bretonische Verhältnisse habe ich schon durch. Aktuell lese ich Band 2  Bretonische Brandung. Absolut empfehlenswert!

Dupin ist ein Genußmensch. Regelmäßiges Essen gibt es bei ihm zwar nicht, aber wenn er sich Zeit nimmt, dann richtig. Den Morgen beginnt er immer im Amiral in Concarneau mit einen Kaffee. Stark muss er sein und einer reicht meist nicht. Zwei, drei Kaffee müssen es schon sein. Und wehe, er wird während des Kaffeetrinkens von seinen Mitarbeitern gestört. Abends kehrt er wieder meist im Amiral ein, isst Entrecôte. Und nun sind wir da, wo ich die ganze Zeit hin wollte. Jean-Luc Bannalec hat nämlich zusammen mit den Köchen des Amiral das Bretonische Kochbuch rausgebracht, welches Dupins Lieblingsrezepte umfasst. Es ist ein wunderschönes Buch, toller Einband, traumhafte Fotos- genauso habe ich mir das Fleckchen Erde vorgestellt, welches Bannalec in seinen Krimis beschreibt. Dass es das Amiral tatächlich gibt, daran hatte ich nicht im Traum gedacht. Es wird geführt von Catherine und Arnaud Lebossé und blickt auf eine Geschichte von über 100 Jahren zurück. Um so lieber habe ich, seit ich das Kochbuch gelesen habe- ja, es ist ein Kochbuch zum Lesen!- die Landschaftsbeschreibungen in den Krimis gelesen.

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Und was habe ich nun gekocht? Nun, das muss ich Euch ja eigentlich nicht schreiben, tue es dennoch: Neulich gab es bei uns Chou farci à la Bretonne oder ganz schnörkellos und bodenständig: Bretonische Kohlwickel. Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht die Wahrheit verschweigen und ehrlicherweise zugeben: Geflüggelleber kam nicht in meine Bretonischen Kohlwickel. Ebenfalls zubereitet habe ich Tian de boudin noir, pomme et chèvre frais, sauce au miel, sprich: Tian aus Blutwurst, Apfel und frischem Ziegenkäse mit Honigsauce. Als rheinländische Kölnerin oder kölsche Rheinländern horche ich auf bei gebratener Flönz. Dazu dann noch Apfel und Ziegenkäse! Mhhh!

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Zu gerne hätte ich ein Fischgericht gekocht. Brochette de filets de sardine grillées zum Beispiel, allein schon wegen des schönen Namens! Aber ich wollte keinen Familienstreit mit einem Fischgericht riskieren. Fisch nimmt übrigens einen Großteil der Rezepte im Bretonischen Kochbuch ein. Rechnet man die Meersfrüchterezepte zum Fischteil dazu- und ich war mal so frei und habe das für Euch gemacht- dann kommt man auf 91 Seiten. Dem gegenüber stehen die Fleischgerichte auf 48 Seiten. Vorbei gehen sollte man auf keinen Fall an den Desserts. Soufflé à la blanace de pommes oder Gâteau au Chocolat sur fond de pailletine. Hört sich das nicht unglaublich charmant an? Das kann doch gar nicht dick machen. Und wieder einmal bedauerte ich beim Lesen des Kochbuches sehr, dass ich in Franze nie richtig aufgepasst habe.

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Das Kochbuch ist ein kleines Juwel, welches ich Euch sehr ans Herz lege. Und dazu empfehle ich ein Glas guten Weines- vielleicht einen Bordeaux Graves rouge? Aber viel mehr noch empfehle ich Euch die  Krimiromane rund um Commissaire Dupin. Schließlich müßt Ihr den Mann und sein Team kennenlernen und eintauchen in Armorika – dem Land des Meeres, wo einst die Kelten lebten. Sie sind spannend und unterhaltsam und man lernt so viel.

Das Bretonische Kochbuch ist erschienen bei Kiepenheuer und Witsch und gibt es ganz frisch und aktuell im Buchhandel. Rund um die Veröffentlichung des Buches gibt es auch ein tolles Gewinnspiel! Der Hauptpreis: eine 10-tägige Wanderstudienreise auf den Spuren Kommissar Dupins für zwei Personen, inkl. Flug, Übernachtung, Halbpension und deutschsprachiger Reiseleitung!

Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen der Krimis und beim Kochen von Dupins Lieblingsrezepten!

Au revoir et merci, Bine

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4 Kommentare

  • Reply
    Hanna F.
    15. November 2016 at 09:24

    oh, vielen Dank für den Tipp! Das ist eine tolle Geschenkidee für meinen Mann. Er hat alle Dupin-Bücher gelesen (und kocht gerne). Dass es jetzt ein Kochbuch gibt, hab ich noch gar nicht mitbekommen…
    Liebe Grüße
    Hanna

    • Reply
      Bine | was eigenes
      15. November 2016 at 09:56

      Liebe Hanna, wenn er alle Bücher der Krimireihe gelesen hat, dann musst Du ihm das Kochbuch schenken- selbst, wenn er nicht gerne kocht. Dort stehen nämlich ganz viele tolle Hintergrundinformationen drin.
      Zum Beispiel die Geschichte des Restaurants, wo Dupin immer seinen Kaffee morgens trinkt! :-)
      Liebe Grüße, Bine

  • Reply
    sternenglück
    15. November 2016 at 17:17

    Liebe Bine, die Bücher klingen ganz verlockend! Ich danke dir für den Tipp. Und muss jetzt mal deine Häkeltasche ansehen, die wurde gerade unter diesem Post angezeigt.
    Liebe Grüße
    Sternie

  • Reply
    Svenja Kühnke
    17. November 2016 at 07:41

    Seit ich die Kommissar Dupin Bücher gelesen habe, weiß ich, dass ich nicht allein bin mit meiner Liebe für Entrecote Frites. Danke für den schönen Tipp mit dem Kochbuch. Vielleicht schenke ich mir das sogar selbst.

  • Ich freue mich über Deinen Kommentar!