Kaffeeklatsch und Kneipenkultur. Gibt es sowas heute noch? Und kennt Ihr Grillage Torte? Heute gibt’s hier das Rezept!

Meine Mama pflegte in den 80ern und 90er Jahren ihren Kaffeeklatsch-Kreis. Alle paar Wochen luden sich die Damen reihum zum gemeinsamen Kaffeetrinken, Kuchenessen, zum Quatschen und Tratschen ein. Anfangs waren wir Kinder dabei, verzogen uns dann in die jeweiligen Kinderzimmern, spielten Gesellschaftsspiele (mangels Smartphones), redeten, lachten miteinander (mangels Smartphones) tobten auf den Betten rum, hörten Musik oder gingen auf die Strasse. Irgendjemand wird schon draußen sein. Früher waren immer irgendjemand draußen!

Später hatten wir Kinder keine Lust mehr unsere Mütter zu begleiten. Wir blieben zu Hause, schauten Ein Colt für alle Fälle oder ein Heim für Tiere oder trafen unsere eigenen Freunden.

Rezept: Eissplitter Torte | Baiser Torte | Grillage Torte | waseigenes.com

Es wurde immer viel gelacht und gegackert beim Kaffeeklatsch. Die Kaffeetafel war ordentlich gedeckt, mit einer Tischdecke, die gebügelt, meist sogar gemangelt  war. Meine Mama hatte eine kleine Mangel im Keller stehen. All unsere Tischtücher und Bettbezüge wurden früher von ihr oder meiner Schwester und mir gemangelt. Auf die Idee würde ich ja heute nicht mal im Traum kommen. Ich bügel zwar z.B. Geschirrhandtücher, weswegen ich schon eine Menge Lacher über mich ergehen lassen musste, aber mangeln? Nee, wirklich nicht.

Also, der Tisch war gedeckt mit einer guten Tischdecke, es standen Kaffeetassen mit Untertassen darauf, Kuchenteller, Servietten, immer ein Strauß Blumen und immer Kerzen mit Tropfschutz. Ich habe in meinem Leben noch nie gesehen, wo man diese Tropfschutzdinger bekommt, meine Mama hatte und hat sie noch heute.

Bei uns werden heute die Kaffeebecher auf die nackte Tischplatte gestellt. Zu den Mahlzeiten liegen Sets auf dem Tisch. Das ist dann aber auch schon das höchste der Gefühle. Die Untertassen- ja wir besitzen welche- hole ich selten aus dem Schrank. Eventuell wenn meine Eltern zu Besuch kommen.

Zurück in die Vergangenheit: Neuigkeiten wurden beim Kaffeeklatsch ausgetauscht. Sorgen geteilt. Der Kuchen gelobt. Das Rezept verraten. Der neuste Tratsch weitererzählt.

Wenn kein anderes Kind zum Spielen da war, dann habe ich es geliebt, mich ein Weilchen zu den Mamas zusetzen. Meine Ohren waren gespitzt, ich erfuhr immer was Neues, manch Unverständliches, oft Lustiges. Sitze ich heute mit meinem Mädels zusammen, dann muss ich immer innerlich grinsen, wenn sich das Tochterkind in der Nähe rumdrückt. All zu gut verstehe ich sie, war ich doch selbst damals neugierig und fand alles, was die Mamas zu bequatschen hatten, spannend.

Rezept: Eissplitter Torte | Baiser Torte | Grillage Torte | waseigenes.com

Der Kaffeeklatsch dehnten sich meist zum Sekt- und Bierklatsch aus, denn nicht selten klingelte es am Abend immer mal wieder an der Haustüre, wenn die Männer der Damenrunde nach der Arbeit noch vorbei kamen. Dann wurde weiter gequatscht und geklönt und manchmal kamen noch Käsewürfelchen mit Mandarinchen und Trauben auf dem Tisch. Ein Hoch auf die Geselligkeit!

Ja, so war das damals. Und heute?

Seit meine Kinder und die Kinder meiner Freundinnen im Kindergarten oder in der Schule sind, seit wir fast alle wieder arbeiten, seit G8 und Schule bis 16 Uhr, seitdem treffe ich mich mit meinen Frauenkreisen am Nachmittag fast gar nicht mehr. Vielleicht vor der Arbeit, eventuell nach der Arbeit ein schneller Kaffee, ein kurzer Plausch. Wenn, dann treffen wir uns abends beim Mexikaner, Italiener, Griechen, wo auch immer.

Hinzukommt: wir leben unsere Leben mehr on- als offline. Kaffeekltasch? Kneipenkultur? Frühshoppen? Stammtisch? Dorffeste? Kegelclub? Viele Traditionen, die während meiner Kindheit einfach dazu gehörten, gibt es in meinen Freundeskreisen heute nicht mehr. Netzwerken hieß früher beim Kindergarten- oder Schulfest mit einer Kiste Bier mit anderen Menschen zu reden. Oder beim Röschen drehen und Dorf schmücken für`s Schützenfest. Oder beim Maibaum-Aufstellen, Feuerwehrball oder, oder, oder.

Wie auch immer… die Zeiten haben sich geändert und ich kann das alles weder wissenschaftlich belegen, noch für jede Region sprechen… es ist nur mein persönliches Empfinden. Und es heißt auch nicht, dass das schlecht sein muss. Wir leben ein anderes Leben, als es unsere Eltern taten. Und die lebten schon ein anderes Leben, als ihre Eltern es taten.

Als ich mir darüber so in den letzten Wochen meine Gedanken machte, fiel mir die Grillage Torte wieder ein, die meine Mama früher oft für die Familie oder ihre Kaffeekränzchen gemacht hatte. Ich habe diese Torte mal gegoogelt und festgestellt: sie ist eher am linken Niederrhein, als in anderen Teilen Deutschlands bekannt und sie ist vor dem Aussterben bedroht.

Liegt nahe, ne´? Kein Kaffeeklatsch, keine Grillage Torte. Natürlich haben wir Kinder zu der Torte früher immer Grillarsch Torte gesagt und uns darüber köstlichst amüsiert!

Ich verrate Euch heute das Rezept meiner Mama. Es sind viele unterschiedliche Rezepte zu dieser Torte im Umlauf, schliesslich soll sie schon vor über 100 Jahren vom Krefelder Konditor Hermann Wilms zum ersten Mal gebacken, bzw. gemacht worden sein. Die Eissplitter-, Baiser- oder Grillage Torte meiner Mama hat z.B. keinen Boden. Andere Dörfer, andere Sitten.

Rezept: Grillage Torte | Baiser, Schlagsahne, Mandelstifte, Krokant, Zartbitter Schokolade | waseigenes.com

Zutaten:
8 große Baiser oder umgerechnet ca. 170 g Baiser (früher gab’s die großen Baiser, meist war eine Seite mit Schokolade überzogen, beim Bäcker. Habe ich nicht gefunden, deswegen habe ich die kleinen Baiser im Supermarkt gekauft und die Menge grob überschlagen)
4 Becher Schlagsahne
100 g Mandelstifte
100 g Krokant
200 g Zartbitter Schokolade

Haut die Baiser mit einem Nudelholz klein oder schmeißt sie in die Küchenmaschine oder in den Thermomix (ca. 4 Sek./ Stufe 5). Sie sollten nicht zu klein gemahlen werden!

Schlagt die Sahne auf. Ich mache das immer peu á peu, ein Becher nach dem anderen. Vier Becher auf einmal führt meist zu nix.

Raspelt die Schokolade in schmale Streifen mit einem Messer.

Rezept: Grillage Torte | Baiser, Schlagsahne, Mandelstifte, Krokant, Zartbitter Schokolade | waseigenes.com

Danach werden nur noch alle Zutaten zusammen in einer Schüssel locker verrührt, dann in eine Springform umgefüllt und ins Gefrierfach gestellt.

Rezept: Grillage Torte | Baiser, Schlagsahne, Mandelstifte, Krokant, Zartbitter Schokolade | waseigenes.com
Solltet Ihr Gäste zum Kaffeeklatsch erwarten, holt die Torte ungefähr eine halbe Stunde vor deren Eintreffen aus dem Eisfach. Sie soll schön kalt und leicht angetaut sein.

Wer noch mehr über die Grillage Torte erfahren möchte, auf dieser Seite findet Ihr viele interessante und geschichtliche Hintergrundinformationen rund um diese Eisplitter-, Baiser- oder Grillage Torte.

Rezept: Eissplitter Torte | Baiser Torte | Grillage Torte | waseigenes.com
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag. Vielleicht mit Kaffeeklatsch, Frühshoppen oder Dorffest? ;-)

Liebe Grüße, Bine

 

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55 Kommentare

  • Reply
    Yvette [engel + banditen]
    29. Januar 2017 at 08:28

    Lecker!!!! Will ich auch!
    Eissplitter-Torte heißt sie bei meiner Mama in Jülich und sie macht sie bestimmt noch ab und zu zu ihrem Kaffeeklatsch. Ich muss sie unbedingt nach dem Rezept fragen. Nichts gegen deins, aber da geht die Familientradition vor ;-)

    Schönen Sonntag und ganz liebe Grüße,
    Yvette

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 09:07

      Liebe Yvette, dafür habe ich absolut Verständnis! Ein Hoch auf die Familientradition und Geselligkeit!
      Wünsche Dir auch einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße, Bine

  • Reply
    Sabine
    29. Januar 2017 at 08:33

    Liebe Bine,
    was für ein schöner Post…ich habe mich sofort in meine Kindheit zurück versetzt. Genauso war es früher und ich ich werde nun einmal meine Freundinnen zum Kaffeeklatsch einladen und eine Grillarschtorte kredenzen. Mal sehen, was dann alles so getrascht wird 😉
    Herzlichst Sabine

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 09:08

      Das freut mich, Sabine :-)
      Viel Freude beim Kaffeekränzchen mit Deinen Freundinnen!
      Liebe Grüße, Bine

  • Reply
    Eva
    29. Januar 2017 at 09:13

    Liebe Bine,
    wir feiern heute Nachmittag ein Familienfest und was wird es geben?! EISTORTE!
    Meine Mutter macht die schon so lange ich denken kann und sie wird von allen immer heiß geliebt! Da bleibt nix übrig;-)
    Liebe Grüße
    Eva

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 09:22

      Was für ein schöner Zufall! Herzliche Grüße an Frau Mama und lasst es Euch schmecken!
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Ute
    29. Januar 2017 at 09:25

    Hallo Bine,
    als ich das von der Grillage-Torte bei dir auf Instagram las, habe ich direkt mal gegoogelt und bin sehr fasziniert wie regional diese Torte nur verbreitet ist. Trotzdem es im Bonner/Siegburger Bereich viele kölsche Sitten gibt, hatte ich von dieser Torte wirklich noch nie gehört! Aber gut aussehen tut sie und ich glaube, ich muss sie demnächst mal kosten:-)
    LG Ute

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:38

      Liebe Ute, mir war selbst nicht bewusst, dass das ein so regionales Rezept ist.
      Erst als ich nach ihr googelte fand ich diese Seite „Rettet die Grillage Torte“.
      Verrückt… aber solche Phänomene gibts bestimmt in jeder Region.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Kerstin
    29. Januar 2017 at 09:29

    Oh, wie schön! Da kommen Kindheitserinnerungen hoch. Die von mir so geliebte „Grillarschtorte“ (hihihi) gab es off bei meiner Oma. Und die Treffen meiner Mama mit ihren Freundinnen habe ich genauso geliebt wie Du.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:39

      Das freut mich, Kerstin, dass ich Dich mal kurz mit in die Vergangenheit nehmen durfte! :-)
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    carmen
    29. Januar 2017 at 09:44

    Liebe Bine!
    Ich bin vom Land, wohne am Land und kenne das Leben so, wie du dich daran erinnerst. Feuerwehrbälle, Dorffeste, Maibäume und beim Nachbarn auf ein Bierchen in die Werkstatt oder Garage schauen. – Die Mütter in Karenz oder Pensionisten pflegen das Kaffeeklatschen fast täglich. Jeder kennt jeden und ja, das Kindergartenfest geht sich unter einem Fass Bier für die Gäste meistens nicht aus.
    Und da kann es schon mal passieren, dass die Mädels um die 20 eine eigene Whats-App-Gruppe machen, um Kuchen-, Torten- und Kochrezepte auszutauschen und ihre Erfahrungen zu diskutieren. Weil natürlich jeder zum Feuerwehrfest den besten Kuchen mithaben möchte ;-)

    Also wir haben es geschafft, einen Mittelweg zwischen den Traditionen und der modernen Kommunikation zu finden!

    Liebe Grüße
    Carmen

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:37

      Liebe Carmen, das finde ich super.
      Der Mittelweg ist sicherlich gut … denn zurück in die 70er, 80er, 90er,… wollen wir
      ja eigentlich auch nicht, ne`? ;-)
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Gisela
    29. Januar 2017 at 10:34

    Meine Mama macht jetzt im Alter wieder Kaffeeklatsch. Jede Monat ist jemand anders Gastgeber. Da ich kein Nachtmensch bin finde ich den Kaffeeklatsch eigentlich sympatischer.
    Lieben Gruss
    Gisela

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:36

      Das finde ich toll von Deiner Mama. Vielleicht lebt die Tradition ja doch auch mal wieder auf.
      Mir ist das Freundinnen-Treffen unter der Woche auch oft zu spät, aber unter der Woche bekommen
      wir es nachmittags einfach nicht hin. Zu viele Termine, zu lange Arbeitszeiten.
      Wirklich schade.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Renate
    29. Januar 2017 at 11:39

    Hallo Bine,
    ja, so war das in der Kindheit. Und da ich auf dem Land wohne, haben wir uns tatsächlich ein bisschen von der Tradition erhalten können.
    Die Grillarsch-Torte heißt und hieß immer Eissplittertorte und ist, so sie denn auf dem Tisch steht, ruckzuck weg. Mir ist auch schon aufgefallen, dass es nicht so einfach ist, die Baisers beim Bäcker zu bekommen.
    Nach dem Kaffeetrinken gab es hierzulande auch gerne ein Likörchen – gerne Eierlikör oder „Aufgesetzter“ – natürlich selbstgemacht :)

    Liebe Kaffeeklatschgrüße
    Renate

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:35

      Ich war in drei unterschiedlichen Bäckereien und nirgends gab es diese Baisers.
      Das ist mir vorher nie aufgefallen. Auch sie sind wohl vor dem Aussterben bedroht. Oh je! ;-)
      Stimmt… Likörchen gabs früher auch oft.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Jorin
    29. Januar 2017 at 12:04

    Bei uns (rechtsrheinisch!) hieß das einfach „Baisereis“ und wurde als Nachtisch gegessen. Aber frag mich mal nicht, woher meine Mutter das Rezept hatte, vielleicht kam’s ja ursprünglich von linksrheinisch.
    Liebe Grüße von Jorin

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:33

      Ich habe gerade Baiser-Reis gelesen, Jorin! :-))
      Frag mal Deine Mama, von wem sie das Rezept hat.
      Das würde mich mal interessieren.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    sternenglück
    29. Januar 2017 at 12:37

    Liebe Bine,
    bei meiner Mutter gab es leider keinen Kaffeeklatsch. Trotzdem kann ich unsere spitzen Ohren bestätigen, wenn denn mehrere Erwachsene zusammen saßen :)
    Ich wollte schon lange mal unsere Nachbarinnen zum Kaffee einladen, ich glaube das muss ich dringend machen
    Liebe Grüße
    Sternie

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:32

      Egal, ob Kaffeeklatsch oder nicht… meine Geschichte steht ja stellvertretend für die
      Geselligkeit (mit spitzen Ohren der Teenies).
      Ich finde es toll, dass Du Deine Mädels zum Kaffeeklatsch einladen magst!
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Beate Kalauch
    29. Januar 2017 at 13:04

    Liebe Bine,
    so viel Sahne, ich glaube das wäre mir zu viel, aber hört sich schon lecker an!
    Vielleicht doch ein Keksboden drunter und dann weniger Sahne?
    Kalorien sind die kleinen Tiere, die alles enger nähen, während wir essen?
    Liebe Grüße!
    Gabrielle

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:31

      Ach, Beate! Zum Sonntagskaffee darf es doch auch mal ein bisschen mehr sein, meinst Du nicht? ;-)
      Wir lassen einfach das Abendessen weg.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Martina
    29. Januar 2017 at 13:28

    Was für ein lustiger Zufall. Eine Kollegin brachte anlässlich ihres Geburtstages vorletzte Woche eine Grillage-Torte von Heinemann (Düsseldorfer Traditions-Konditor) mit ins Büro und ich hatte die selben Gedanken wie du sie in deinem Post schreibst. Früher gab es den Kaffeeklatsch.
    Bei uns war alles genauso, wie du es beschrieben hast und auch heute ist alles genau so, wie bei dir.

    Ich werde das zum Anlass nehmen und einen guten alten Kaffeeklatsch organisieren.
    Liebe Grüße
    Martina

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:28

      Ach, Heinemann! Die haben auch ein Geschäft in Krefeld, wo ich herkomme- also aus der Nähe.
      Sort wurde früher auch schonmal Kuchen und Pralinen bei besonderen Anlässen gekauft! :-)
      Mach das- organisier mal einen guten alten Kaffeeklatsch. Mal sehen, was Deine Freundinnen dazu sagen!
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Kerstin
    29. Januar 2017 at 13:48

    Hmmm, was für ein leckeres Rezept. Ich kenn den Kaffeeklatsch noch von meiner Oma. Da wurde auch immer gut aufgefahren, mit weißer Tischdecke und „gutem“ Geschirr in der guten Stube. Ja, leider gibt es viele Treffen, die es noch gab, als wir Kinder waren nicht mehr. Die mediale Welt hat vieles verändert. Aber vielleicht sollte man das eine oder andere wieder aufleben lassen? Warum nicht? Ich pin mir auf jeden Fall schon mal die leckere Torte. Vielen Dank und liebe Grüße von Kerstin

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:26

      Ich glaube, der Mittelwehg wäre gut. Ich will ja auch nicht mehr wie in den 80ern leben.
      Aber so ein bisschen was aus der alten zeit mit rüber nehmen, das würde mir gefallen.
      Lass Dir die Torte schmecken, wenn Du sie nachmachst! :-)
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Doris
    29. Januar 2017 at 14:14

    Gab es früher auch bei uns, aber nur zu äußerst besonderen Anlässen, weil die Zutaten so teuer waren. Die Sache mit dem analogen und dem digitalen Netzwerken ist generationsabhängig. Ich bin ein ’64er. Ich stelle immer öfters fest, dass die Generation der 60er Jahre so ein analoges-digitales Zwischen“dings“ führen. Mit einem Bein stehen wir noch in den alten Traditionen, wir haben aber auch die digitale Revolution hautnah erlebt – als die ersten PCs auf dem Büroschreibtisch Platz nahmen. Es ist sicher auch eine Frage wo man lebt. Hier auf dem Land werden diese Traditionen auch noch gelebt. Wobei ich immer öfters feststelle, dass die Generationen nach uns weniger bis gar kein Interesse mehr daran haben diese so intensiv weiterzuführen wie wir es tun und/oder die Generationen vor uns.

    … ich bügel meine Handtücher auch … trocknet sich irgendwie besser ab.

    Grüsse Doris

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:25

      Doris, als 75er Jahrgängerin ;-) kann ich das nachvollziehen und sehe mich auch als
      Zwischen-analog-digital-Generation. Auch hier wird noch einiges an alten Traditionen gelebt,
      aber „die Alten“ müssen schon dafür kämpfen.
      Ich finde, es trocknet sich nicht nur besser ab, sie bleiben im Schrank auch auf einem Stapel
      liegen und kippen nicht immer um, die gebügelten Geschirrhandtücher.
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Martina
    29. Januar 2017 at 14:38

    Nee, die Torte kannte ich nicht, nun ja, bin ja auch Pfälzer ;-)
    Soll ich dir was verraten, ich bügle ja kaum was, aber Geschirrtücher und Jeans und wenn ich den Kids mal was aus Webware genäht habe, schon ein Grund lieber mit Jersey zu nähen, denn das bügle ich never ever
    und jetzt will ich Torte und Kaffeeklatsch, menno

    • Reply
      Bine | was eigenes
      29. Januar 2017 at 16:23

      *Händchenreich*, Martina! Danke für den netten Kommentar und schön, dass Du
      auch Geschirrhandtücher bügelst! :-))
      Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Martina
    29. Januar 2017 at 16:42

    Haha… sehr gelacht und ich verrate dir mal was: Ich hab eine Mangel im Keller und Tropffänger auf den Kerzenleuchtern 😂😂
    Ich liebe das Mangeln und mittlerweile macht es das große Kind und ich hasse Wachsflecken
    Und ehrlich ich mach manchmal Kaffeekränzchen spontane, da Schnapp ich mir Kuchen und ruf die Freundin an und sag ihr, dass wir jetzt einfach mal n Stündchen Pause brauchen! Das ist ungeplant und mindestens genauso toll!
    Hab einen feinen Sonntag!
    Deine Martina

  • Reply
    Mari
    29. Januar 2017 at 17:39

    Komme vom rechten Niederrhein. Die Grill“arsch“-Torte gibt es bei uns auf jedem sommerlichen Geburtstag.
    Meine Kindheit verlief genauso. Bin Anfang der 60 er Jahre geboren. Habe die Mangel meiner Oma und Mutter übernommen, bis es keine Ersatzteile mehr gab. Gebügelt wird von mir noch sehr viel. Auch Tischwäsche und Geschirrhandtücher☺( aber auch von meinen Kindern). Wir sind hier auch noch in teils ländlichem Gebiet. Die Torte wird bei uns, ausser dem Krokant, genauso hergestellt. Allerdings gibt es bei uns noch Baiserböden in den Bäckereien zu kaufen.

  • Reply
    Judith
    29. Januar 2017 at 18:04

    Aufgewachsen und immer noch am linken Niederrhein lebend, kenne ich Grillagetorte natürlich, auch wenn sie ein bisschen in Vergessenheit geraten ist.
    Vielen Dank für’s Erinnern, wenn das Wetter ein bisschen wärmer wird, dann werde ich deine Idee mal aufgreifen und zum Kaffeklatsch einladen … natürlich mit Grillagetorte. :-)
    LG Judith

  • Reply
    Ines
    29. Januar 2017 at 18:44

    Als Hamburgerin kenne ich die Torte nicht. Die Tropfendinger gibt es in der Serviettenabteilung. Ich finde die in bunt manchmal ganz hübsch.
    LG Ines

  • Reply
    Jea
    29. Januar 2017 at 19:11

    Hallo,
    wir hatten auch eine kleine Mangel daheim und irgendwann als ich alt genug war, musste ich immer mangeln. Hab es gehasst. Heute hätte ich auch gern eine, aber die Dinger sind echt teuer und der Platz fehlt uns leider. Ich bügle ehrlich gesagt nicht nur meine Geschirrtücher (auch schon mal Socken und Schlüpper – aber psssst). Ich weiß, das ist ganz schön schräg , aber das sieht im Schrank einfach schöner aus.
    Als ich Kind war sind wir fast jedes Wochenende zum Kaffeetrinken zu meinen Großeltern gegangen. Heute machen wir das eigentlich nur noch zu Geburtstagen. Schade eigentlich. Dabei esse ich doch so gerne Kuchen.
    Diese Tradition sollte man glatt mal wieder einführen.
    Liebe Grüße
    Jea

  • Reply
    Andrea
    29. Januar 2017 at 22:02

    Huhu, da hast du recht. Die „realen“ Treffen kommen häufig viel zu kurz. Es wird immer nur noch schnell auf dem Weg von der Einfahrt ins Haus, auf dem Parkplatz oder während der Wartezeit an der Wursttheke etc. mal eben kurz getippert, und es werden Informationen ausgetauscht. ZEIT ist leider knapp geworden. Aber für die Freunde, mit denen ich mich austauschen möchte, die mir was bedeuten, die mir wichtig sind, für die habe ich immer ZEIT. Die nehme ich mir, denn das eine ist lediglich ein Informationsaustausch, das andere ist wahre Kommunikation mit Empathie und Euphorie. Die kann man beim „Whats appen“ nicht wirklich rüber bringen. Oft werden Nachrichten auf dem Handy falsch gedeutet, da kommt man vielleicht mal schroffer rüber als man es eigentlich sagen wollte. Die Betonung, die Warmherzigkeit, das Mitgefühl fehlt. Die Treffen in der realen Welt sind einfach nicht zu ersetzen.
    Übrigens macht meine Schwägerin bei Festivitäten auch immer Eistorte – super lecker.

  • Reply
    Ani Lorak
    30. Januar 2017 at 08:43

    Hm – Kaffeeklatsch. Sollte man wirklich wieder einführen. Als die Kinder klein, gab es die Treffen auf dem Spielplatz zwar mit Plätzchen aus der Dose und dann später, da der Spielplatz ans Grundstück grenzt, war meine Zeit dort nur kurz – weil irgendwas ist immer. Ich bügele sehr ungern, aber Geschirrtücher auf jedne Fall, aus dem selben Grund, sieht netter aus, passt besser in den Schrank und Aufwand hält sich in Grenzen. Meine auch, trocknen besser. Grillagetorte nie gegessen, aber meine Mutter backt leidenschaftlich und erst mit den Jahren habe ich festgestellt, wie verwöhnt ich in der Hinsicht bin, gekauftes so lala und wenn es jeden Sonntag Kuchen gibt, dann ist es nichts Besonderes mehr. Kaffeeklatsch – vielleicht sollte ich dazu mal einladen…

  • Reply
    Andrea
    30. Januar 2017 at 08:48

    In meiner Gegend (Nähe Stuttgart) kennt man diese Torte unter dem Namen ‚Arabertorte‘. Unter ‚Bietigheimer Araber-Eistorte‘ findet man das Rezept bei Chefkoch – sie schmeckt göttlich!

  • Reply
    Astrid
    30. Januar 2017 at 10:26

    Hier in der Nähe von Kiel hießt es Eistorte.
    Die gab es am Samstag zum Geburtstag der Tochter (17).
    Ich war letztes Jahr im Mai zu einem Konfirmation s Kaffeklatsch. So als Dankeschön für die Karte. Das hat hier schon lange keiner mehr gemacht. … War sehr nett und lustig. So war das früher bei uns auch.
    Lg.Astrid

  • Reply
    Goldengelchen
    30. Januar 2017 at 10:58

    Ich kenne natürlich Grillage – aber ich komme auch vom linken Niederrhein :-)

    Danke für den schönen Post! Kaffeeklatsch, das ist sowas, was ich ganz besonders mit meiner Omi verbinde. Bei meiner Mutter gab es sowas schon nicht, aber meine Mutter ist auch keine Kaffeetrinkerin. Aber bei meiner Omi gab es das früher regelmäßig mit den Frauen aus der Gemeinde.
    Letztens haben wir noch drüber gequatscht. Meine Omi ist nämlich, leider leider, vor kurzem gestorben (im gesegneten Alter von 90 Jahren) und als wir so mit meinem Opi über den Friedhof gingen und sinnierten, wer aus der Nachbarschaft noch vor kurzer Zeit gestorben war, hatte ich die Vorstellung, dass sie jetzt alle zusammen Kaffeeklatsch im Himmel abhalten können. „Und sitzt Omi vor Kopf, wie damals schon!“, meinte Opi dann nur.
    Eigentlich ist es schade, dass man sich nur noch selten so spontan trifft. Oder so viel via WhatsApp schreibt.
    Ich hoffe, dass wenn ich bald (Nachwuchs ist unterwegs) 1 Jahr zuhause bin, vielleicht so etwas ähnliches wie Kaffeeklatsch mit zwei meiner Nachbarinnen initiieren kann. Die sind dann nämlich beide auch Nachwuchs-bedingt zuhause.
    Und dann werde ich bestimmt mal die Grillage-Torte ausprobieren, die hab ich nämlich noch nie selbst gemacht :-)

    Liebe Grüße,
    Denise

  • Reply
    Barbara
    30. Januar 2017 at 11:42

    Was für ein schöner Ausflug in die Vergangenheit, seufz….. Meine angeheiratete Verwandschaft besteht zum Großteil aus gelernten Hauswirtschafts-Meisterinnen, da kann man sich vorstellen, welche Tortenkunst da aufgefahren wurde beim Kaffeetrinken! Ich konnte da nie mithalten, mit meinen schnell schnell Rezepten ;-) Und immer gab es diese hauchzarten Servietten, die zur Blüte gerollt in den Tassen standen, hach, das war nett.

    • Reply
      Goldengelchen
      30. Januar 2017 at 12:19

      oh ja, diese Servietten gab es bei meiner Omi auch immer! Die, die bei einmal benutzen schon total auseinander blättern. Aber Hauptsache, es sieht gut aus ;-)

  • Reply
    Michaela
    30. Januar 2017 at 11:53

    Ach wie schön, der Sprung in die Kindheit. Die Kaffeeklatsch-Runde meiner Mutter war auch eine Handarbeitsrunde, nach der Kuchenschlacht wanderten die Damen mit ihrem Strick-und Häkelzeugs und einem Gläschen Likor aufs Sofa. Ach, ja Grilage kenne ich (aus dem Ruhrpott), gab es aber immer bei anderen. Danke für diesen schönen Blick zurück. Liebe Grüße
    Michaela

  • Reply
    Gisela
    30. Januar 2017 at 13:15

    So ein schöner Post….wie bei uns früher auch – und so eine kleine Mangel hatte meine Mama auch!
    Grillage kenne ich nicht, klingt aber sehr fein!
    Lieben Gruß
    Gisi

  • Reply
    Janina W.
    30. Januar 2017 at 13:15

    Oh wie schön, habe mich gerade in meine Kindheit zurückgesetzt gefühlt. Bin zwar 81 Jahrgang aber bei uns war das früher auch so. Vor allem meine Oma hatte oft Besuch von ihren vielen Geschwistern zum Kaffeklatsch und meine Mutter hat diese Tradition noch einige Jahre weitergeführt. Das war immer toll :-) Die Torte kenn ich nicht, Bei uns gab es andere Torte. Aber das Rezept hört sich verdammt gut an, das werde ich mir merken. Bei uns auf dem Land sind noch einige Traditionen vorhanden, aber natürlich auch nicht mehr so viel wie früher. Und wir haben früher unsere Bettwäsche. Handtücher und Co in die Mangel gebracht, diese war bei uns im Dorf direkt vor Ort.
    LG Janina

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    Christiane
    30. Januar 2017 at 13:45

    OOOhhh, ich habe schon legendäres über diese Grillage-Torte von meinem niederrheinischen Ehemann gehört! Ich konnte mich bisher da vor drücken sie zuzubereiten und habe sie auch noch nicht gegessen. Ich glaube zum nächsten Geburtstag in diesem Jahr ist sie (oder ich) dann wohl fällig ;)

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    Nicolaus
    30. Januar 2017 at 14:25

    Das hast du sooo schön geschrieben und es war wirklich auch alles so. Mein Onkel Werner Holla war Bäckermeister in Krefeld (ich komme aus Moers, bin aber seit Jahrzehnten in Nordhessen) und hatte auch ein Geheimrezept zur Grillage Torte, leider hat er es mit ins Grab genommen. Es gab aber immer und auch heute noch zu allen Geburtstagen eine Grillage Torte genau nach deinem Rezept :-)
    Herzliche Grüße Monika

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    Alex
    30. Januar 2017 at 17:13

    Hallo liebe Bine

    ganz lieben Dank für Deine Eindrücke der Kaffeeklatsch Generation. Ich bin immer mal neugierig nach neuen Rezepten. Deine Grillage-Torte kannte ich noch nicht, aber ich liebe Baiser und die Zutaten sind auch überschaubar. Ich werde sie definitiv mal ausprobieren an einen der leider wenigen Kaffeeklatsch treffen meiner Muttis mit Kinder meiner Arbeit. Ja die Arbeit hält uns so manchmal von vielem ab, oder ist es die Trägheit mal wieder sich aufzuraffen und was zu organisieren. Ich werde gleich mal eine Whats up schreiben um eine Termin für mich und meine MuttiMädels zu finden, damit die Deine vom Aussterben bedrohte Torte machen kann.
    Lieben Dank für Deine Inspirationen.

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    Margit
    31. Januar 2017 at 10:40

    Hallo Bine, so alte Rezepte sollte man doch gelegentlich aufleben lassen. Ich betreibe ein kleines Cafe und bei mir treffen sich die Frauen gerne zum Kaffeeklatsch. Jedoch eher in Richtung Ayurvedischer Biotee und leichte Buttermilch Zitronentorte, oder eine Machtchateetorte mit Himbeeren. Aber ich mache auch jede Woche mal eine leckere Rumbombe und einen schönen großen Marmorkuchen wie bei Oma und beides natürlich fett mit Schokoüberzug und auch immer wieder ganz alte Rezepte von Oma und Tanten. Wichtig ist doch einfach der Spaß am zusammenkommen , am reden und dazu lachen. Einmal hatte ich eine so ausgelassene Frauengesellschaft dass ein Mann am Nebentisch meinte: dass was die Frauen trinken ,bringen sie doch bitte meiner Frau auch! Liebe Grüße Margit

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    Jutta von siebenVORsieben
    31. Januar 2017 at 14:56

    Toller Post und coole Torte.
    Hach, jetzt bin ich fast ein wenig wehmütig!
    Liebe Grüße
    Jutta

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    Felike
    31. Januar 2017 at 22:45

    Wo Du uns auf Instagram schon so scharf gemacht hast, schön, dass wir das komplizierte Rezept nun nach-„backen“ können :-)
    Danke, Danke, Danke!!!
    Sehr bald werde ich wohl jetzt mal diese tolle Grillage Torte kosten können und dann hoffentlich auch zum Kreis der Schwärmer gehören – freu!
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet

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    Ingrid
    3. Februar 2017 at 17:35

    Du weckst so manche Erinnerung an früher mit deinem sehr schönen und interessanten Post. Und den Kuchen kenne ich auch noch
    LG
    Ingrid

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    Blogprinzessin
    4. Februar 2017 at 13:00

    Hallo Bine,
    ich habe tatsächlich noch nie von dieser Torte gehört. Sie klingt aber sehr lecker!

    Viele Grüße aus Hamburg!

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    Hanne
    25. Februar 2017 at 18:11

    Hallo Bine,
    auch ich kenne diese Torte, denn ich lebe seit mehr als 40 Jahren schon in Krefeld. Grillage gibt es fast immer zum Kaffeeklatsch anläßlich meines Geburtstages (im Juni). Ich finde sie so ideal, weil ich sie schon 1 – 2 Tage vor dem Fest vorbereiten kann. Mein Tipp: kleine Auflaufförmchen mit Klarsichtfolie auskleiden (damit man vor dem Servieren die Eistorte besser entnehmen kann), die Sahnemasse einfüllen und gefrieren ===> so erhält jeder Gast sein eigenes Törtchen.
    LG
    Hanne

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      Bine | was eigenes
      28. Februar 2017 at 21:23

      Tolle Idee, Hanne! Das merke ich mir für’s nächste Mal :-)
      Liebe Grüße in die fast-Heimat. In KR bin ich damals zur Schule gegangen….
      Liebe Grüße Bine

    Ich freue mich über Deinen Kommentar!