GELESENES: Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele! Ich liebe Bücher. Romane, Krimis, Liebesgeschichten, Historische Schmöker- gib mir ein Buch und Du hast Deine Ruhe. Hier findest Du alles Buchbesprechungen. Ich würde mich freuen, wenn Dir eine meiner Empfehlungen gefallen würde!

Buchtipp: In der Liebe ist die Hölle los.

Schon wieder ein später Post von mir. Spät, weil ich doch sonst immer morgens ganz früh meine Beiträge veröffentliche. Aber heute morgen konnte ich mich nicht konzentrieren. Da war ich zu sehr aufgeregt. Um 11:45 Uhr sollte nämlich mein Handy, genauer die App Skype, bimmeln, die ich mir extra dafür runter geladen hatte. Angerufen hat mich die quirlige Powerfrau Johanna, die mich für ihren genialen Skizzenbuch- und Marketing Podcast interviewt hat. Bis 11.45 Uhr habe ich aufgeräumt, Wäsche gemacht, Podcasts gehört und zu viel Kaffee getrunken… nur, um mich abzulenken. Bescheuert, oder? Dabei kenne ich Johanna schon seit einer halben Ewigkeit und ein Interview am Telefon ist ja lange nicht so aufregend, wie einen Vortrag vor 200 Leuten zu halten. Und trotzdem habe ich am Anfang Stuss geredet… aber dann lief’s irgendwann wie am Schnürchen. Wahrscheinlich habe ich mal wieder viel zu viel geredet.

Egal. Das wollte ich heute eigentlich gar nicht alles schreiben, sondern ich möchte Euch ein Buch empfehlen. Das Buch heißt „In der Liebe ist die Hölle los“.

Buchtipp- In der Liebe ist die Hölle los von Benne Schröder | waseigenes.com

Als ich mir dieses Buch gekauft habe, wusste ich nichts über dessen Inhalt. Ich habe es mir nur gekauft, weil ich den Autor, der dieses Buch geschrieben hat, verfolge. Also nicht in echt, sondern nur auf Instagram. Eigentlich verfolge ich mehr seinen süßen schwarzen Labbi Matti, aber sein Herrchen ist auch okay. Er ist sogar berühmt, hat mal bei Eins Live gearbeitet, arbeitet jetzt bei YOU FM, schreibt nebenbei Bücher und hat sogar zwei Wohnsitze.

Hin und wieder zeigt er seine Bücher in seinem Insta Feed und da war ich einfach neugierig, klickte kurzer Hand rüber zu Amazon und bestellte: In der Liebe ist die Hölle los* (Amazon Link). Ja, so heißt das Buch und ja, der Autor ist tatsächlich männlich. Na, da wollen wir doch mal sehen.

Bei Büchern und Geschichten, die kein reales Leben beschreiben, sondern in denen Elfen und Teufel und sowas vor kommen, denke ich beim Lesen der ersten Seiten immer- wat soll dat? Versteh ich nicht. Doofes Buch. Dem hätte ich natürlich aus dem Weg gehen können, wenn ich den Klappentext gelesen hätte, aber das ist eben so ein Spleen von mir. Ich lese selten den Klappentext. Ich lasse mich überraschen. Die Überraschung gelang- mir hat’s gut gefallen und nach den ersten verwirrenden Seiten, war ich ganz schnell drin in der Geschichte.

Diese spielt in der Unterwelt, genauer: sie handelt vom Teufel und seiner Firma. Die Hölle heißt nämlich heute nicht mehr Hölle, sondern Firma. Catalea ist des Teufels Tochter und das findet sie ziemlich scheiße doof. Sie hat eine menschliche Mama, der Teufel hatte also ein Tête-à-Tête mit einer menschlichen Frau- wohooo!- und deswegen ist Catalea nur ein Halbblut. Sie hasst es wirklich sehr, dass sie teuflisches Blut hat, will mit den Geschäften und Machenschaften ihres Vaters nichts zu tun haben und weigert sich lange und recht erfolgreich, da mitzumachen. Sie ist ein Mensch und damit basta.

Natürlich hat sie die Rechnung nicht mit dem Teufel gemacht, denn der zwingt sie eines Tages in seinem Betrieb zu arbeiten. Als Tochter des mächtigsten Mannes hat sie natürlich auch Feinde, was sie völlig bescheuert findet, aber so ist das eben. Und diese Feinde versuchen ihr was anzuhängen. Catalea wird beschuldigt, muss fliehen und lernt dabei Timur kennen.

Ahhhh ja- jetzt kommen wir zum Thema Liebe. Ach, Timur ist genau so, wie Ihr ihn Euch vorstellt. Er sieht umwerfend gut aus, hat die Gabe sich in null komma nix umzuziehen – Zauberkräft oder was- fährt nur die ganz fetten und teueren Schlitten und stark ist er natürlich auch noch. Super stark. Catalea meint allerdings, er sei Arschloch (O-Ton!) und so nimmt das Spielchen seinen Lauf.

Timur hilft bei Cataleas Flucht und bringt sie auch dazu, ihr teuflisches Blut nicht zu verleugnen, sondern es gegen die bösen Dunklen zu nutzen. Sie ist natürlich stur und weigert sich zunächst, aber… Ihr ahnt es… zum Schluss wendet sich alles zum Guten und das Halbblut-Mädchen mausert sich.

Es ist eine wirklich amüsante, leicht abgedrehte Liebesgeschichte zwischen der störrischen Catalea und dem ewig maulendem Timur. Dass die beiden sich verlieben ist klar wie Kloßbrühe, aber bis sie das endlich wahr haben wollen, müssen wir einige Seiten lesen und viele Kämpfe überstehen und sie muss endlich lernen, dass sie zu mehr fähig ist.

Ich mag solche Geschichten. Nicht dauernd und nicht immer, aber zwischendurch lese ich gerne solch modernen Märchen. Es gibt mittlerweile übrigens auch schon einen zweiten Teil, der da heißt Zum Teufel mit der Liebe. Werde ich lesen.

Liebe Grüße, Bine

*AmazonLink. Bestellt Ihr das Buch über den o.g. Link, so erhalte ich eine kleine Provision. Ich rate dennoch: kauft das Buch bei einem unabhängigen Buchhändler! 

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Buchtipp: Was man von hier aus sehen kann.

Selma ist eine wundervolle Frau; sie ist nicht nur klug und fürsorglich, sie liebt auch über alles Mon Chéri und allein deshalb liebe ich Selma. Was ich an der alten Dame aus dem Westerwald nicht so gut finde: sie träumt manchmal von einem Okapi und wenn das passiert, dann stirbt jemand. Daraufhin bricht das Chaos aus, denn alle haben Angst vor dem Tod und tun plötzlich die verrücktesten Dinge- sie verstecken sich, sie bewegen sich nicht mehr, sie schreiben Abschiedsbriefe.

Was man von hier aus sehen kann* von Mariana Leky

Buchtipp Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky | waseigenes.com

In diesem Dorf im Westerwald wohnen Menschen, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Sie wissen viel übereinander und sind sehr neugierig- aber das ist nicht negativ zu bewerten. Im Gegenteil! Das Zusammenleben dieser Menschen, die wir über die Jahrzehnte begleiten und die so wunderbar von Mariana Leky porträtiert werden, gehören zusammen, stehen füreinander ein, geben sich Geborgenheit.

Selma ist Luises Oma und Elsbeths Schwägerin. Elsbeth ist ein bisschen irre mit ihrem abergläubischen Gehabe. Der Optiker drängt sich nie in den Vordergrund, ist aber immer da. Er erklärt Luise und Martin die Welt und liest Selma die geschenkten Bildbände vor. Luise kann sich auf ihre Eltern nicht verlassen – ihr Vater will raus in die Welt, die Mutter hadert mit sich und ihrem Leben – und so verbringt Luise die meiste Zeit bei ihrer Oma Selma, wenn sie nicht gerade im Buchladen arbeitet. Ihr bester Freund Martin leidet unter den durch zu viel Alkohol verursachten Wutausbrüchen seines Vaters, der jedoch irgendwann ganz zahm und friedlich wird und seine Zuversicht in der Bibel wiederfindet. Die mürrische Marlies sitzt den lieben lang in Unterhosen in ihrem Haus, der Einzehändlicher spielt nur eine Nebenrolle, das Reh, das niemals sterben wird auch, dafür tritt irgendwann der junge Mönch in Luises Leben.

Was soll das alles?- werdet Ihr Euch fragen und ich kann nur antworten- das kann ich Euch nicht erklären. Ihr müßt es lesen, um zu verstehen und ihr werdet wahrscheinlich, so wie ich, anfangs verwirrt sein und Euch fragen, warum ich Euch dieses wunderbare Buch ans Herz lege. Aber irgendwann werdet Ihr es merken, werdet mir zustimmen, dass dies ein lesenwertes Buch ist.

Was man von hier aus sehen kann füllt das Herz mit Ironie und Zuneigung, mit Liebe und Leben, mit Geborgenheit und Wärme und ich möchte fast sagen, dass mir die Leute, die auf Amazon eine negative Bewertung abgegeben haben, weil sie mit dem Buch so gar nichts anfang können, fast ein bisschen leid tun, denn sie haben scheinbar keinen Sinn für leise Töne und eine fast schon märchenhafte Geschichte. Aber das sage ich natürlich nicht laut, denn ich möchte niemandem zu nahe treten.

Das ist es, was Bücher mit uns machen- entweder man erliegt ihrem Zauber oder der Funke springt einfach nicht über.

Palm zitierte Bibelstellen, der Optiker dachte Dinge zusammen, die nicht zusammengehörten (Kiesel und Frisuren, Orangensaft und Alska), und Marlies klebte das ohnehin undurchsichtige Fenster in ihrer Haustür mit Packpapier zu. Ich räumte das immer noch unausgepackte Regal, das Frederik mir vor vier Jahren geschenkt hatte, von einer Zimmerecke in die andere. Die Tochter des Bürgermeisters und Bauer Häubels Urenkel bekamen das sechste Kind und ich eine Brille, und dann kam die totale Sonnenfinsternis.

Es passieren schreckliche Dinge in dieser Geschichte und doch ist sie heiter. Und melancholisch, aber auch witzig und dann wieder skurril. Auf jeden Fall ist sie klug, einfühlsam, faszinierend und ein bisschen poetisch.

Mariana Leky beschreibt die Menschen in diesem Dorf ganz genau und auf eine sehr liebevolle Art und Weise; sie läßt die Zeit langsamer vergehen, denn niemand hat es eilig dort… und so wurde ich beim Lesen der Geschichte um Luise, Selma, Elsbeth, dem Optiker und allen anderen meist ganz ruhig und konnte mich von einem auf den anderen Moment entspannen.

Wir konnten alles Mögliche mit der Liebe. Wir konnten sie mehr oder weniger gut verstecken, wir konnten sie hinter uns herziehen, wir konnten sie hochleben, durch alle Länder der Welt tragen oder in Blumengebinde verstauen, wir konnten sie in die Erde legen und in den Himmel schicken. All das machte die Liebe mit, langmütig und biegsam, wie sie war, aber verwandeln konnten wir sie nicht.

Ihr habt’s schon gemerkt, ich brauche Euch nicht mehr sagen, dass ich Euch diese Geschichte ans Herz lege.

Ich wurde verzaubert, Ihr vielleicht auch?

Liebe Grüße, Bine

*AmazonPartnerLink | Werbung. Kauft Ihr über diesen Link das Buch, so erhalte ich eine kleine Provision. Für Euch ändert sich nichts am Preis. Und wie immer sage ich: kauft es aber lieber bei Eurem Buchhändler an der Ecke.

 

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Buchtipp: Trümmerkind – ein historischer Kriminalroman.

Hanno ist immer unterwegs. Manchmal nimmt er seine kleine Schwester mit, wenn er in den Trümmern des vom Krieg zerstörten Hamburgs nach Gegenständen sucht, die er auf dem Schwarzmarkt verkaufen kann. Meist sucht er Brennholz. Seit sein Vater als vermisst gilt, fühlt er sich verantwortlich für seine kleine Familie. Hanno, Wiebke und deren Mama Agnes leiden an Hunger und Kälte. Während Hanno immer unterwegs ist, nimmt seine Mama Näharbeiten an. Sie bessert Kleidungsstücke aus; immer darauf bedacht, dass der Faden nicht reißt, dass die Nadel noch lange gut näht. Neues Material kann sie sich nicht leisten, gibt es sowieso nicht zu kaufen.

Buchtipp: Mechthild Borrmann Trümmerkind | waseigenes.com

Eines Tages bringt Hanno einen etwa dreijährigen Jungen mit nach Hause. Das Kind ist völlig verdreckt und anfangs ganz still. Dass Hanno in der Nähe des Kindes die Leiche einer toten, nackten Frau in den Trümmern gesehen hat, das verschweigt er seiner Mutter zunächst. Die ist nicht glücklich über einen Esser mehr in der Familie, aber sie bringt es nicht übers Herz das Kind wegzugeben. Sie gibt ihm einen Namen und zieht ihn fortan auf. Joost wird später Anwalt in Hamburg. Dass er ein Findelkind ist, erfährt er viele Jahre später durch einen Zufall.

Parallel erzählt Mechthild Borrmann die Geschichte um Heinrich Anquist und seiner Familie, die in der Uckermark ein großes Gut besitzen, 1945 aber vor der roten Armee flüchten müssen. Über Umwege und viele Unwägbarkeiten, landet dieser zusammengewürfelte Haufen Menschen in Lübeck. Heinrich, zunächst verhaftet, trifft dort seine Tochter Clara, die wiederum Heinrichs Schwiegertochter und Enkel sowie Alfred und Luise Brandner im Schlepptau hat. Sein Sohn ist im Krieg gestorben. Eigentlich wollen sie weiter nach Spanien, raus aus dem zerbombten Deutschland, rein in ein besseres Leben, aber es kommt alles anders. Alles viel schlimmer.

Wieder ein Schnitt, wieder eine neue Erzählperspektive: 50 Jahre später macht sich eine junge Frau namens Anna auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte. Ihre Mutter ist eine mürrische alkoholkranke Frau, die die Vergangenheit endlich ruhen lassen will. Statt dem Wunsch der Mutter nachzugeben kommen Anna immer mehr Zweifel. Sie reist in die Uckermark und was sie daraufhin alles zu Tage fördert ist haarsträubend.

Zum Ende hin bildet sich ein Gesamtbild, auf das ich als Leserin natürlich gewartet habe. Mechthild Borrmann hat mich jedoch ziemlich lange im Dunklen gelassen- die Bombe platzt zum Schluss.

Es ist ein historischer Kriminalroman*, der mich manches Mal erschauern ließ. Die Handlungsstränge, die anfangs scheinbar nichts miteinander zutun haben, fördern nach und nach Familiengeheimnisse zu Tage, die mal gute, mal böse Absichten hatten. Es geht um Hoffnung und ums Überleben, aber auch um Skrupellosigkeit und Vertuschungen. Und es geht ums Verschweigen und Verdrängen, Nicht-wahr-haben-wollen und dieses „lass gut sein, es ist vorbei“.

Ich mag mir darüber kein Urteil bilden – das dürfen nur die Menschen, die diese grausame Zeit durchlebt haben, aber dennoch hat es mich manches mal wütend und traurig gemacht und ich frage mich, in wievielen Familien während der Kriegszeit ähnliche Dinge vorgefallen sind?

Das Büchlein- ich schreibe Büchlein, denn es hat nur 300 Seiten, habe ich in einem Rutsch gelesen, weil ich es einfach nicht aus den Händen legen konnte. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht- andererseits war ich fasziniert von der knackigen und lebendigen Erzählweise. Auf 300 Seiten wurde alles gesagt.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen. Lasst mich wissen, wie Euch Trümmerkind* von Mechthild Borrmann gefallen hat, ja?

Liebe Grüße, Bine


*Die mit einem Sternchen marktierten Links führen zu Amazon. Bestellt Ihr das Buch darüber, erhalte ich eine kleine Provison. Trotzdem rate ich: kauft das Buch bei gerne bei Eurem lokalen Buchhändler!

 

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Buchtipp: Unterleuten von Juli Zeh

640 Seiten Konflikte und Lebensschicksale, komplex und vielschichtig, knackig und raffiniert auf den Punkt gebracht. Es ist ein Gesellschaftsroman. Es geht um Menschen. Menschen, die seit eh und je in diesem Dorf Unterleuten in Brandenburg leben oder ganz neu dahin gezogen sind. Raus aus der Stadt, rein in die Natur. Und sie haben so wenig Ahnung von dem, was da alles schon vor ihrem Eintreffen passiert war.

Buchtipp: Unterleuten von Juli Zeh | waseigenes.com

Sie leben in ihrer eigenen Welt, sind ein verschrobenes Volk, diese Unterleutner, wollen eigentlich niemandem etwas Böses, aber sie leben schon zu lange zusammen, sind zu sehr vernetzt, verzweigt, verwandt. Streitigkeiten schlummern unter dem Idyll, alte Fehden, Verletzungen, Intrigen, Machtgeschacher. Sie regeln alles alleine. Polizei wird nicht gebraucht, ist nicht erwünscht, man kennt sich, man hilft sich, irgendeiner hat immer eine Rechnung offen und das wird nicht vergessen.

[Zitat] „Unter Leuten, die daran gewöhnt waren, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, ging es eben manchmal etwas rau zu. Natürlich gab es auch haufenweise Legenden, die dabei halfen, sich gegenseitig verdächtig zu finden. Wie Grombowski mit seiner LPG-Umwandlung das halbe Dorf betrogen habe. Wie es bei dem schrecklichen Unwetter, in dem Erik sein Leben und Kron die Beweglichkeit seines Beins verloren hatte, nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Wer alles für die Stasi gearbeitet habe.“

Uli Zeh ist eine Sprachkünstlerin, zeichnet die Charaktere so treffend und ohne Schnörkel, baut langsam eine Spannung auf, läßt mich unruhig im Sessel hin und herrutschen. Das darf doch alles nicht sein? Wie kann er nur? Die haben doch nicht wirklich? Was für eine blöde Gans!

Nein, sie wollen alle nichts Böses, aber sie wollen alle ihren Vorteil. Der alte Kron, eine DDR Relikt, immer wütend, immer anti-Widervereinigung; Grombowski, der fette Hund, der nur das Beste will und doch nie die erhoffte Symphatie erlangen kann; das schräge Paar Jule und Gerhard- sie junge, völlig apathische Mutter mit Tragetuch, er vogelschützender Korinthenkacker; Linda und Frederic, Pferdeflüsterin und Computernerd; Hilde, kleine häßliche Vogelscheuche und- ja, was noch?

Ich sage ja immer, dass ich mindestens einen Protagonisten in einem Roman gut, nett, interessant finden möchte- Juli Zeh hat mich enttäuscht und eines besseren belehrt. Alle, wirklich alle Menschen, die in dieser Geschichte vorkommen, gingen mir gegen den Strich. Zu intregant, zu hinterhältig, zu gewalttätig, zu schwach, zu nervtötend, zu still, zu pathetisch, zu altklug.

Einzig, Arne, der Bürgermeister. Irgendwie mischt er mit, hält sich aber doch zurück. Klar, er stünde heute nicht da, wo er steht, hätte Grombowski ihm nicht unter die Arme gegriffen. Aber trotzdem, Arne ist ok und was seine Frau ihm angetan hat… da hat er gleich 100 Sympathiepunkte von mir erhalten.

Der Schreibstil ist flüssig, sarkastisch, lebendig. Fazit: unbedingt lesen!

Liebe Grüße, Bine

* AmazonPartnerLink. Kauft Ihr das Buch über den Link, dann freue ich mich, denn ich erhalte eine kleine Provison; der Preis bleibt für Euch der gleiche. Dennoch rate ich dringend: Kauft das Buch im Buchladen an der Ecke. 

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Buchtipp: Animant Crumbs Staubchronik.

Hach! Hach, kann ich nur sagen oder besser seufzen. Was für eine Liebesgeschichte, einfach schön! Auch, wenn ich zum Ende hin manches mal dachte, nun mach mal hinne. Sag es ihm. Sag es ihr. Stellt Euch nicht so an!

Natürlich habe ich von Anfang an gewusst, dass sie sich kriegen, aber der Weg dahin war für beide nicht leicht, dafür wundervoll beschrieben und erzählt.

Animant Crumbs Staubchronik* brachte mir kurz vor Weihnachten eine Freundin vorbei. Soll ich lesen, sagte sie mir und ich tat, wie mir befohlen.

Buchtipp: Animant Crumbs Staubchronik von Lin Rina | waseigenes.com

Die Geschichte um Animant und den verschrobenen Mr. Reed spielt im 19. Jahrhundert. Animant ist eine Leseratte und möchte nichts anderes, als in ihrem ollen grünen Sessel sitzen und lesen; sehr zum Missfallen ihrer Mutter, die immer wieder versucht Animant hübsch einzukleiden und zu abendlichen Soiréen zu schleppen, damit sie dort endlich den Mann des Lebens trifft. Das Mädchen soll unter die Haube und zwar möglichst bald!

Bevor die familäre Situation völlig eskaliert, kommt Animants Onkel mit einem Vorschlag um die Ecke: er bittet Animant einen Monat in der Universitätsbibliothek den Job der Assistentin zu übernehmen. Animants Mutter traut ihren Ohren nicht, denn zu dieser Zeit war es undenkbar, dass Frauen aus höheren Kreisen arbeiten. Animant ist anfangs selbst unsicher, nimmt den Vorschlag aber an- denn nur so kann sie den energischen Kupplungsversuchen der Mama entfliehen und darf den ganzen Tag mit Büchern arbeiten. Was für eine wundervolle Aussicht. Und dann noch London, die große weite Welt!

Mr Reed, ein zurückgezogener, meist mürrischer, sehr belesener und verschrobener junger Mann leitet die Bibliothek. Unter seiner Führung haben es die meisten Assistenten nach wenigen Tagen aufgegeben und flohen. Ani nicht. Sie ist stur und für die Konventionen dieses Zeitalters recht selbstbewusst, manchmal sogar frech. Sie läßt sich nicht unterbuttern- allein schon, weil sie nicht so schnell zurück nach Hause auf’s Land möchte. Zwar muss sie hier und da auch ihre Tante auf Empfänge begleiten und lernt auch dort den ein oder anderen Interessenten kennen, aber Ani setzt sich weiterhin durch. Immer wieder hadert sie zwischen ihrer guten Erziehung und ihrem eigenen Willen. Irgendwann platzt ihr der Kragen und sie zieht in die kleine Mitarbeiterwohnung der Bibliothek- und wünscht sich immer mal wieder zurück in die wohlige und luxuriöse Behausung ihrer Verwandten. Aber nein- sie will auf eigenen Füßen stehen.

Sie und Mr. Reed führen hitzige Diskussionen, näheren sich dann ein wenig an, bekommen sich aber immer wieder in die Haare. Irgendwann merkt Ani, dass sie genau diesem schrägem Typen verfallen ist. Die Zeit läßt es aber nicht zu, ihm das irgendwie zu zeigen, geschweige denn zu sagen. Und er? Ihm huscht dann und wann ein Lächeln über die Lippen, zeigt Zuneigung und Nähe und stößt Animant dann wieder grob von sich. Er ist ihrer nicht würdig- und damit liegt er völlig falsch.

Die Geschichte ist wirklich schon erzählt; flüssig, meist zackig. Zum Ende- wie schon oben gesagt- hätte es ein bisschen schneller gehen können, aber dann musste ja noch das Problem um Animants Bruder Henry gelöst werden.

Wenn Ihr auf Liebesgeschichten steht und obendrein noch historische Romane gerne lest, dann kann ich Euch Animant Crumbs Staubchronik* sehr empfehlen.

Herzliche Grüße, Bine

PS.: Alle Links* führen zu Amazon. Solltet Ihr darüber das Buch bestellen, erhalte ich eine kleine Provision, was mich freuen würde. Ich rate aber dennoch: kommt Ihr in den nächsten Tagen bei einem lokalem Buchladen vorbei, dann kauft das Buch dort!

PPS.: Ich bedanke mich von Herzen zu Euren Kommentaren zu meinem letzten Posting. Ihr seid super! Dass so viele meiner Leserinnen meine Meinung teilen, das freut mich wirklich sehr.

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Zimtherzen, Tee und ein gutes Buch.

(Werbung) Weihnachtsplätzchen, warmer Tee und ein gutes Buch- das alles ist für mich der Inbegriff von Gemütlichkeit. Leider nehme ich mir viel zu selten die Zeit, genau diese Gemütlichkeit zu zelebrieren, denn meist lese ich abends, vor dem Einschlafen. Kurz vor dem Einschlafen, so kurz, dass ich nur einige wenige Seiten schaffe. Tagsüber meint man ja immer, man habe keine Zeit für sowas. Das wäre ja Luxus. Am helllichten Tage Plätzchen futtern und dabei ein Buch lesen? Pfff.

Rezept: Zimtherzen | Gemütlichkeit zelebrieren mit einem guten Buch, Zimtherzen und einer Tasse Tee | waseigenes.com

Ich muss doch was tun. Was Produktives!
Dabei ist das totaler Quatsch. Wir sollten uns viel öfter am Tag mal hinsetzen und lesen. Nur eine halbe Stunde lang in eine andere Welt eintauchen und alles um uns herum vergessen.

Würden wir uns mal die Mühe machen und all die Minuten zusammenaddieren, die wir damit verbringen, auf unser Handy zu schauen, Nachrichten zu lesen, Bilder zu liken, lustige Videos zu versenden, wir würden mit Sicherheit auf mehr als 30 Minuten kommen.

Rezept: Zimtherzen | Gemütlichkeit zelebrieren mit einem guten Buch, Zimtherzen und einer Tasse Tee | waseigenes.com

Also, warum nicht mal das Handy in den Flugmodus stellen und stattdessen lieber zu einem schönen Buch greifen? Wenn ich einmal in einer Geschichte drin bin, wenn ich die ersten oft verwirrenden Sätze hinter mir habe, die Protagonisten kenne und Feuer gefangen habe, dann ruft mich das Buch. Meist höre ich es nicht, denn es liegt oben auf meinem Nachttisch, die Zimmertüre ist geschlossen.

Nehme ich das Buch aber am Morgen mit in die Küche, lege es auf den Küchentisch oder am besten neben die Kaffeemaschine, dann höre ich es rufen. Statt es zu ignorieren, habe ich mir fest vorgenommen wieder mehr tagsüber ein paar Seiten zu lesen.

Als ich früher außer häusig gearbeitet habe, habe ich oft ein Buch mit ins Büro genommen. In der Mittagspause habe ich mich draußen auf ein Mäuerchen gesetzt und ein paar Zeilen gelesen- wenn ich nicht mit der Kollegin Sushi essen gegangen bin.

Rezept: Zimtherzen | Gemütlichkeit zelebrieren mit einem guten Buch, Zimtherzen und einer Tasse Tee | waseigenes.com
Ich habe mich darüber gefreut, dass Weltbild mich fragte, ob ich mich in deren Onlineshop ein wenig umschauen mag.

Bücher und ein bisschen Deko- was will ich mehr? Ich entschied mich für zwei Krimis und einen Frauenroman (ist es eigentlich frauenfeindlich, wenn man von Frauenromanen spricht?). Dazu noch die hübschen doppelwandige Gläser, auf denen eingraviert „Genieße den Moment“ steht und ein dreier-Set Plätzchendosen. Die sind teilweise schon gefüllt, aber es ist noch Luft nach oben.

Rezept: Zimtherzen | Gemütlichkeit zelebrieren mit einem guten Buch, Zimtherzen und einer Tasse Tee | waseigenes.com

Das besondere an Weltbild ist, dass man dort viele Angebote findet, die es nur bei Weltbild gibt. Ich habe mir einige Bücher ausgesucht, z.B. die Familiensaga „Perlentöchter“ von Jane Corry , die es nur bei Weltbild zu kaufen gibt. Toll finde ich auch, dass hier Bestseller als Sonderausgaben erscheinen. „Selfies“ von Jussi Adler-Olsen und „Schwarzwasser“ von Andreas Föhr gibt es nur bei Weltbild so günstig, mit einem anderen Cover, dafür aber mit bis zu 30% Ersparnis. Gerade das Cover von Schwarzwasser find ich viel schöner als das Original!

Neben Romanen, Krimis und Fachbüchern bietet Weltbild auch ein großes Sortiment an CD’s und DVD’s, Hörbücher sowie alles rund ums Wohnen und Leben an.

Für die hübschen Plätzchendosen habe ich Zimtherzen gebacken. Früher dachte ich ja immer, es wäre bestimmt total schwer und aufwendig Zimtsterne zu backen, dabei ist das Unsinn. Zimtsterne sind in null komma nix gebacken. Das einzige, was etwas schwierig ist, ist den Eischnee, bis in jede schmale Spitze, auf den Sternen zu verteilen. Also habe ich – faul wie ich bin- Zimtherzen gebacken.

Rezept: Zimtherzen (ca. 40 – 50 Stück)

250 g Puderzucker
3 Eiweiß (Gr. M)
1 Prise Salz
400 g gemahlene Mandeln
1 Päckchen Vanillin-Zucker
3 TL Zimt

Puderzucker sieben (ja, das ist aufwendig und macht keine Freude, aber diesmal würde ich es wirklich tun). Eiweiß mit Salz cremig steif schlagen. Den Puderzucker esslöffelweise nach und nach einrieseln lassen. Zum Bestreichen der Sterne oder Herzen 6-8 EL Eischnee abnehmen und beiseitestellen.

Mandeln und Zimt mischen und unter den Eischnee heben. Fertig ist der Teig. Diesen nun 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Anschliessend den Teig auf dem Küchentisch ca. 0,5 cm dick ausrollen und Sterne oder Herzen ausstechen. Der Teig ist recht klebrig, Puderzucker oder Mehl helfen dabei, dass er nicht an den Backförmchen kleben bleibt. Einfach die Förmchen vor dem Ausstechen kurz in Puderzucker oder Mehl tauchen.

Den Teig so oft verkneten und ausrollen, bis nichts mehr übrig ist.

Zum Schluss den zu Beginn bei Seite gestellten Eischnee mit einem Pinsel auf die Sterne oder Herzen streichen und ab damit in den Ofen: 150° Grad – ca. 15 Minuten

Rezept: Zimtherzen | Gemütlichkeit zelebrieren mit einem guten Buch, Zimtherzen und einer Tasse Tee | waseigenes.com
Ich freue mich auf unseren Weihnachtsurlaub. Dann werde ich genau das zelebrieren: ein Buch lesen, Plätzchen futtern und heißen Tee trinken. Und ganz kühn habe ich schon heute einen guten Vorsatz für das neue Jahr gefasst: weniger Handy, mehr Bücher. Zwischendurch, immer mal wieder, ohne Wenn und Aber.

Liebe Grüße, Bine

 

 

 

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Buchtipp: Ken Folletts Jahrhundert Trilogie.

Sturz der Titaten, Winter der Welt, Kinder der Freiheit

Ich weiß überhaupt nicht, wie und wo ich anfangen soll. Also frage ich Euch erstmal: mögt Ihr Familiengeschichten? Solche, bei denen viele Personen eine Rolle spielen? Solche, bei denen gleich mehrere Familiengeschichten nebeneinander erzählt werden und die Familien auf verschiedenste Weise miteinander verbandelt sind? Durch Heirat, Affären, uneheliche Kinder? Solche, die man über Jahre, am besten Jahrzehnte begleitet? Wenn Ihr all diese Fragen mit ‚ja‘ beantworten könnt und dabei noch ein Funkeln in den Augen habt, dann seid Ihr hier und heute genau richtig.

Es geht im die Jahrhundert Trilogie von Ken Follett.

Ich habe im Sommerurlaub mit Band 1 begonnen, nachdem mein Mann mir monatelang in den Ohren lag, dass ich sie endlich lesen solle. Er hat diese Reihe schon vor einigen Jahren in einem Rutsch gelesen. Seine Begeisterung kann ich heute voll und ganz nachvollziehen. Wobei ich zwischen jedem Band erstmal ein anderes Buch gelesen habe. ;-)

Buchtipp Ken Follett Jahrhundert Trilogie | Sturz der Titaten, Winter der Welt, Kinder der Freiheit | waseigenes.com DIY Blog

Sturz der Titanen* spielt zur Zeit des 1. Weltkrieges. Der Roman erzählt in erster Linie die Geschichte von vier Familien in vier Ländern. Familie Williams lebt in Wales. Der Vater ist Bergbauer, die Tochter Ethel Dienstmädchen im hochherrschaftlichen Haus von Earl Fitzherbert. Die beide verlieben sich in einander, können aber wegen des Standesunterschiedes niemals öffentlich ein Paar sein. Parallel wird die Geschichte von Walter von Ulrich erzählt. Er und seine Familie leben in Deutschland, Vater und Sohn sind politisch aktiv. Walter reist dadurch oft nach England und verliebt sich dort in Maud, die die Schwester von Earl Fitzherbert ist.
Und dann gibt es noch Grigori und Lew Peschkow, zwei Brüder, die in St. Petersburg leben. Sie träumen von einer besseren Welt, arbeiten im Untergrund an der Revolution mit. Grigori ist eine ehrliche Haut, Lew ein Halunke. Durch einen dummen Fehler kommt Lew auf ein Schiff nach Amerika, was eigentlich Grigori besteigen wollte. In den USA gelangt Lew durch Gaunereien und einer günstigen, aber unglücklichen Heirat zu Reichtum.
Familie Dewar in den USA ist ebenfalls politisch aktiv und reist dadurch immer mal wieder nach Europa, wo sie hier und da Bekanntschaft mit den englischen, bzw. deutschen Familien macht.

Winter der Welt* beginnt um 1933. Ethel, ihr Bruder Lloyd, Earl Fitzherbert, Walter, Maud, Grigori, Lew,… sie alle spielen auch in diesem Roman eine Rolle, jedoch rücken sie ein wenig in den Hintergrund, denn ihre Kinder übernehmen langsam die Hauptrollen. Carla von Ulrich wehrt sich mit Händen und Füßen, mit List und durch die Arbeit im Untergrund gegen das aufkommende Nazi Regime. Lloyd, Ethels Bruder kämpft gegen den Faschismus und meldet sich als freiwilliger Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.
Daisy, Lews Tochter, eine verwöhnte amerikainsche Göre, lernt in England ihren Mann kennen und lebt fortan in Europa. Es wird immer schwieriger für die einzelnen Personen zu reisen, der Krieg bringt viel Leid, Entbehrung und Unglück mit sich.
Die Familien und deren Freunde verstricken sich aber immer weiter in- und miteinander. Da wird kreuz und quer geheiratet oder eine Affäre begonnen.

Kinder der Freiheit*- Ihr ahnt es, wir befinden uns jetzt in der Zeit, als die Mauer gebaut wurde. Ein Teil der Familien lebt auf der einen, ein Teil auf der anderen Seite. Diesmal übernehmen die Enkelkinder die Hauptrollen. Sie kämpfen sich aus den verstaubten sozialen Zwängen frei, die Väter haben nicht mehr das letzte Wort am Tisch. In Amerika wird Kennedy ermordet. George, der Enkel von Lew Peschkow, ist hautnah dabei, schliesslich arbeitet er für die Regierung. In Russland und Polen kommt es immer wieder zu Aufruhr. In England kämpft die alte Dame Ethel Williams für das Recht der Homosexuellen. In Deutschland macht die Stasi der Familie Franck das Leben schwer, es wird geschwiegen, im Untergrund gekämpft, geflohen.

Es ist nicht so leicht, drei so fette Schmöker in wenigen Sätzen wiederzugeben. Aber ich denke, Ihr ahnt, worum es geht und wovon sie handeln. Mir haben alle drei Brücher gefallen, mal das eine mehr, mal das andere weniger. In Sturz der Titaten wurde für meinen Geschmack zu viel Kriegshandlungen wiedergegeben, in Kinder der Freiheit flog mir Ken Follett ein wenig zu rasant durch die Geschichte. Seitenlange Berichte über kommunistische Herrscher- Stalin, Chruschtschow, Breschnew, … das war mir manches mal zu viel. Mag aber auch daran liegen, dass mir die westliche Geschichte – Kennedy, Nixon, Martin Luther King- irgendwie mehr liegt. Das haben wir im Geschiunterrricht einfach mehr behandelt, als die Geschichte der Sowjetunion. Band 2, Winter der Welt, gefiel mir persönlich am besten- auch, wenn das Thema Hitler mir oft einen kalten Schauer über den Rücken jagen ließ.

Neben den Hauptfamilien, gibt es noch viele weitere Personen. Zum Beispiel die feine Gesellschaft von Buffalo, Familie Franck, Familie Rothmann, Familie von Kessel, … und unzählige Freunde. Wem davon schwindelig wird, kein Problem. In jedem Buch gibt es eine Auflistung aller Namen und Familien.

Alles in allem kann ich Euch diese Jahrhundert Trilogie sehr empfehlen. Wenn Ihr Familiengechichten mögt und wenn Euch Weltgeschichte generell interessiert, dann habt Ihr mit diesen drei Büchern erstmal was zu tun! :-)

Liebe Grüße, Bine

PS.: Die im Posting mit einem Sternchen markierten Wörter sind Links zu Amazon. Bestellt Ihr darüber dieses Buch, so erhalte ich eine kleine Provision. Euch entstehen keine Kosten. Sollte ich Euch auf die Bücher neugierig gemacht haben und solltet Ihr sie über die o.g. Links bestellen, bedanke ich mich herzlich bei Euch! <3

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Buchtipp: Die Phantasie der Schildkröte

Edith ist irgendwie nicht ganz dicht. Sie ist Mitte 40, arbeitet als Sachbearbeiterin bei einer Kölner Versicherung, lebt allein in ihrer stets aufgeräumten Wohnung. Regelmäßig trifft sie ihre herzlose und bösartige Mutter, die ihr bei jedem Treffen nur Vorhaltungen macht.
Ansonsten pflegt Edith keine persönlichen Kontakte. Engere Beziehung hatte sie noch nie. Weder zu einer guten Freundin, noch zu einem Mann.

Die Phantasie der Schildkröte | Judith Pinnow*

Buchtipp: Die Phantasie der Schildkröte | Judith Pinnow | waseigenes.com DIY Blog

Edith hat einen Haufen Spleens, die ihr Halt und Struktur geben. An Hand eines roten Fadens navigiert sie sich selbst durch den Tag, durch ihr ganzes Leben.

Jeden Morgen hat sie ein ganz klares Frühstücksritual. Sitzt sie auf dem Klo zählt sie immer die Fliesen. Sie hat Montagsschuhe, Dienstagsschuhe, Mittwochsschuhe,… . Sie isst jeden Mittag in der Kantine Vanillejoghurt und ist am Boden zerstört, wenn der mal aus ist.

Eines Tages bleibt sie im Aufzug stecken. Mit ihr, in der kleinen Kabine, steckt ein quirliges kleines Mädchen, dass sich selbst Schneewittchen nennt, fest. Edith ist völlig überfordert, versucht Schneewittchen zu ignorieren, weiß nicht mal, wie man mit einem Kind sprechen soll.
Aber Schneewittchen ist hartnäckig. Sie verwickelt Edith in ein Gespräch, fordert sie heraus, nimmt sie buchstäblich an die Hand und gibt gibt ihr eine Aufgabe. Und damit beginnt dieses wunderschöne moderne Märchen.

Mit jeder Aufgabe, die Schneewittchen Edith stellt, wächst Edith über sich hinaus. Ihr Leben verändert sich – langsam aber stetig. Plötzlich treten Menschen in ihr Leben, werfen alles durcheinander, dringen in ihre streng sortierte und aufgeräumte Wohnung, bringen ihr Schuhragel durcheinander, was Edith völlig aus der Bahn wirft. Sie lernt die alte Dame aus Parterre kennen, schließt Freundschaft mit einer Kollegin. Das alles läuft natürlich etwas chaotisch ab, Ediths Leben rast wie eine Achterbahn hoch hinaus und dann wieder ganz weit runter, aber es läuft. Irgendwie.

Anfangs versucht sie sich dagegen zu wehren, findet gleichzeitig aber auch Geschmack an diesem neuen Leben. Und darum geht’s: Um Selbstfindung und Ängste, um Zwänge und Zuversicht, um Vertrauen und die Möglichkeiten, die das Leben bietet, wenn man nur ein bisschen offen für Veränderung ist.

Der Schreibstil von Judith Pinnow ist flüssig, läßt sich super lesen. Ich habe viele Male geschmunzelt, war aber auch zwischendurch mal bedrückt. Besonders gut gefiel mir, dass die Geschichte in Köln spielt- aber das nur nebenbei. Die Menschen, die in Ediths Leben treffen, haben alle ihre eigene Geschichte, tragen ihr persönliches Päckchen. Da muss man schonmal die Zähne zusammen beißen. Oder handeln. Oder die eigenen Wünsche über Bord werfen.

Die Auflösung der hat mich am Ende etwas getroffen. Ich war vielleicht etwas blauäugig, obwohl ich schon lange vorher ahnte, dass das irgendwie alles nicht sein kann. Was genau da vor sich geht, das verrate ich Euch natürlich nicht. :-)

Stattdessen sage ich: lesen!*

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue (Ferien-)Woche!
Liebe Grüße, Bine

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