Es wird mal wieder Zeit für ein Beitrag aus der Kategorie “Schöne Bücher”. Zuletzt habe ich Euch im März einen Roman empfohlen, was war denn da im April los? Da habe ich zwar gelesen, aber irgendwie nicht drüber geschrieben. Das hole ich heute nach, denn ich möchte Euch unbedingt von Die Hummerfrauen erzählen. Dieser Roman spielt in einem fiktiven Fischerdorf an der Küste von Maine und begleitet drei Frauen, deren Leben komplett unterschiedlich liefen und laufen. Mir hat der Roman gut gefallen, vielleicht ist er auch was für Euch?

Als Mina noch klein war, fuhr sie mit ihrer Familie, ihren Eltern und ihrem größeren Bruder an die Küste von Maine und verbrachte dort die schönsten Sommer. Die Ferienkinder, die dort jedes Jahr ihre Zeit verbrachten, freundeten sich mit den heimischen Kindern an und waren zusammen von früh bis spät unterwegs auf den Inseln. Keiner drehte sich nach ihnen um, niemand suchte sie im Laufe des Tages. Am Abend waren sie wieder zu Hause und das war gut. Jahr fuhr Minas Familie in den beschauliche Ort, bis zu dem schrecklichen Unfall. Als Minas Bruder starb änderte sich vieles.
Nun ist Mina erwachsen. Sie hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, aber mittlerweile ist es kaum auszuhalten. Mina haut ab nach Maine und wird – im wahrsten Sinne des Wortes – an der Küste angespült. Sie landet bei der 72-jährigen Ann, die in ihrem Haus direkt am Wasser lebt und findet bei ihr Unterschlupf. Ann ist wortkarg, aber herzlich. Sie gibt Mina ein Dach über dem Kopf und zusammen mit der 54-jähren Julie, die ebenfalls vor einigen Jahren auf diese Insel “angepült” wurde, kümmert sie sich um Mina.
Die fühlt sich schnell wohl, besucht alte und bekannte Orte, fährt mit raus auf’s Meer um Hummer zu fangen und trifft Sam wieder, den Jungen, mit dem sie als Kind schon um die Häuser und durch die Wälder zog. Sams Familie erlitt ebenfalls einen schweren Schicksalsschlag.
Und so begleiten wir Mina und Sam, Ann – die auch nach vielen Jahren noch schmerzlich ihre Partnerin vermisst, Julie – die qurilige Hummerfischerin, die auch schon einiges erleben musste und gerade dabei ist eine neue Liebe zu entdecken, durch deren Alltag. Alle haben ihr Päckchen zu tragen und nicht alle bekommen eine Antwort auf ihre Fragen.
Mina, die wie gesagt, kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, der nie wirklich Liebe und Zuneigung geschenkt wurde, lernt durch die beiden Frauen nicht nur das Hummerfischen, sie lernt auch, was eine Gemeinschaft, eine Art Familie und was Zugeführigkeit bedeutet.
Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Mal begleiten wir die Familie in den 80er Jahren nach Maine, dann sind wir wieder im Hier und Jetzt bei Mina, Ann und Julie. Ich brauchte ein wenig, um so richtig in die Geschichte reinzukommen, habe manchmal nicht sofort verstanden, wo wir gerade sind – nicht zuletzt, weil die Protagonisten nicht nur in der Zeit, sondern auch über die Inseln springen. ;-) Alles in allem gefiel mir das Setting aber sehr gut – drei Frauen, ganz unterschiedlich, stehen für sich ein, arbeiten in einem sehr rauen Beruf, der klassisch von Männern dominiert wird, sind zugezogen, fremd und gerade deswegen auch wertvoll für die Gemeinschaft.
Mir hat die Geschichte gut gefallen und ich würde das Buch jederzeit einer Freundin schenken oder empfehlen.
Buchtitel: Die Hummerfrauen
Autorin: Beatrix Gerstberger
Seiten: 461
Herausgeben: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Erschienen: Juli 2026
Wer kennt’s schon, wer hat es gelesen! Schreibt es mir gerne in die Kommentare! Ich freue mich auf den Austausch!
Liebe Grüße
Bine
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