Mein heutiger Buchtipp ist vielen von Euch sicherlich schon über den Weg gelaufen. Yesteryear ist gerade in aller Munde und nachdem ich das Buch einige Male im Buchladen gesehen und dann mit ein paar Freundinnen drüber gesprochen habe, war klar: Das muss mit in den Urlaub. Yesteryear ist aktuell ganz oben auf der Bestseller Liste und ich kann das gut nachvollziehen. Die Geschichte ist total crazy (um nicht krank zu sagen) und lesenswert.

Worum geht es in Yesteryear?
Es geht um Nathalie, eine junge Frau, die mit ihrem Ehemann, den sie für komplett hohl und inkompetent hält und ihren 5 Kindern auf einer Farm lebt. Bis sie dahin kommt, dauert es etwas, denn anfangs lebt die Familie noch im Haus ihrer Schwiegereltern, die die junge Familie quasi aushält. Ihr Mann Caleb weiß nämlich einfach nicht, was er machen soll und wie er Geld verdienen soll, in erster Linie ist er Sohn, der gerne mit Kindern spielt. Eines Tages hat Nathalie dann die Idee, eine riesige Farm im Hinterland von Idaho zu kaufen. Also eigentlich kauft ihr Schwiegervater die Farm. Dort kann sich Caleb austoben und so tun, als wäre er ein Farmer und die fromme Nathalie kann dort ein einfaches und gottgewolltes Leben führen. Mehr oder weniger durch einen Zufall wird Nathalie in den Sozialen Medien das, was man eine Tradwife nennt.
Als Tradwife bezeichnet man Frauen, die die sehr konservative Rollenverteilung in der Ehe lieben und leben. Dabei geht der Mann arbeiten und verdient das Einkommen, während seine Frau sich zu Hause um Kind und Kegel kümmert. Auf die Spitze wird dies nun in Sozialen Medien, aka Instagram und Tik Tok getrieben, wo Frauen nicht nur Haufrau und Mutter sind, sondern das Leben aus dem letzten Jahrhundert leben, bzw. darstellen. Da wird gekocht und gebacken, wie im wir zu Uromas Zeiten, ohne Mixer und ohne Mikrowelle und anderen Luxusgegenständen aus dem 21. Jahrhunderts.
Jedenfalls wird Nathalie eine wahninnig erfolgreiche Tradwife Influencerin und sie wird immer bissiger. Um ihr kleines Imperium am Laufen zu halten, heuert sie Kindermädchen an, engagiert eine Assistenin und die Mikrowelle wird natürlich im Schrank versteckt. Ihre FollowerInnen haben von alldem keine Ahnung, sie denken, Nathalie lebt wirklich so, holt ihr Gemüse aus dem eignen Garten, ist Vollzeit- und Vollblutmama, und so weiter und so fort.
Eines Tages wacht Nathalie auf und befindet sich in einer Umgebung, die sie erkennt und doch nicht ihre ist. Sie versteht die Welt nicht mehr, versucht zu fliehen.
Und diese beiden Geschichten werden dann parallel erzählt. Nathalie heute, Nathalie in – ja was? In einem Traum? In einer Psychose? In der Wirklichleit? Bis zum Schluss habe ich es nicht kapiert und dann kam zum Ende der große Knall, die Auflösung.
Was für eine verrückte Geschichte ! Total abgefahren! Der Schreibstil? Super! Schnell, zackig, wortgewand, man fliegt durch die Seiten. Die Protagonisten? Allesamt unsymphatisch, was beweist, warum diese InfluencerInnen so einen immensen Erfolg haben. Man mag sie nicht, aber man folgt ihnen. Man schüttelt den Kopf, aber man schaut trotzdem das nächste Reel.
Über die einzelnen Figuren erfährt man nur sehr wenig. Als Leserin ist man die meiste Zeit in Nathalies Kopf, in ihren Gedanken und erlebt die anderen Figuren durch ihrer Augen.
Habt Ihr es gelesen und wie hat es Euch gefallen oder?
Leselustige Sommergrüße
Bine
Buchtitel: Yesteryear
Autorin: Caro Claire Burke
Übersetzerinnen: Dietlind Falk & Lisa Kögeböhn
Seiten: 465
Herausgeben: Heyne Verlag
Erschienen: April 2026
- Burke, Caro Claire (Autor)
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