Gelesenes

Buchtipp: Der Schrecken verliert sich vor Ort.

Unbeauftragte Werbung für ein selbstgekauftes Buch

Monika Held hat jahrelang recherchiert, Interviews geführt, Überlebende getroffen. Sie war fast süchtig nach den Geschichten rund um den Holocaust. So süchtig, dass sie einiges Tages alle Aufzeichnungen, Bücher und Tonbänder in einen Schrank packte und versuchte zu vergessen. Das schreibt sie im Vorwort und schon da hatte ich eine Gänsehaut.

Buchtipp: Der Schrecken verliert sich vor Ort von Monika Held, waseigenes.com

Jahre später – Hintergrund war ein Gespräch mit einem Freund – kramte sie alles wieder hervor und schrieb dieses Buch:

Der Schrecken verliert sich vor Ort.

Ein fiktive Geschichte, gestrickt aus wahren Erlebnissen und Ereignissen.

Heiner und Lena treffen sich im Gerichtsflur, als Heiner gerade buchstäblich der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Er muss sich setzen, braucht einen Schluck Wasser. Sie ist zur Stelle, hält ihn fest, kümmert sich um ihn. Und damit beginnt eine etwas seltsame, aber auch wundervolle Liebe zwischen zwei Menschen.

Heiner ist Holocaust Überlebender. Er hatte die Krankheit, die er sich all die Jahre nicht gestattet hatte – er hatte Auschwitz.*. Heiner meidet Deutschland, ganz besonders deutsche Männer, reist nur zu Verhandlungen nach Frankfurt.
Er hadert und kämpft mit sich und seinen Erinnerungen, überwindet seine Ängste, verläßt Wien, zieht zu Lena nach Deutschland, geht eine Beziehung mit ihr ein. Der Schrecken verliert sich vor Ort.

Es ist ein täglicher Kampf – sie träumt von Urlauben in der Südsee und von einem normalen Leben, er träumt nur von Auschwitz und all die schlimmen Erfahrungen.

Die Liebe zueinander, ein fast schon garstiger Humor, Lenas permanente Anstrengungen Rücksicht zu nehmen und Verständnis zu zeigen, Heiners Versuch ein normales Leben zu führen – das alles hält die beiden zusammen. Er läßt mich in sein Leben, sagte Lena, er hat dort Platz für mich gemacht. Was immer er denkt, er denkt mich dazu.*

Es ist keine leichte Kost. Im Gegenteil. Natürlich nicht! Aber es ist lesenswert, diese Geschichte von Lena und Heiner. Es ist eine fiktive Geschichte, die aus hunderten echten Geschichten gesponnen wurde und Monika Held erzählt sie einfach fantastisch.

Berührend. Intensiv. Lesenswert.

Liebe Grüße, Bine

Nicht vergessen, Freunde, die Welt ist bunt.*

Die mit einem Sternchen versehenen Zitate sind aus dem Buch
„Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von Monika Held,
erschienen im Bastei Lübbe Verlag.

was davor geschah
nächster Artikel

Schreibe einen Kommentar