Gebackenes

Gugelhupf mit Marzipan und gehackten Mandeln, denn was angebrochen ist, muss weg!

2. März 2016

Neulich habe ich in unserer Küche Tabula rasa gemacht. Den Gewürzschrank und die Backschublade habe ich komplett ausgeräumt, ausgewischt und anschließend wieder eingeräumt – aber! vorher habe ich jede Gewürzdose, jede Ölflasche, jede Haselnuss-, Mandel-, Krokant-, Backpulvertüte in Augenschein genommen, in den Händen hin und her gedreht und einen Blick auf’s Verfallsdatum geworfen. Teilweise wurde mir schwindelig! Hatte ich das Chilipulver nicht erst vor ein paar Monaten gekauft? Wieso ist das schon ein halbes Jahr abgelaufen? Oh Gott, oh Gott- das darfste ja keinem erzählen!

Marzipan Mandel Gugelhupf | Rezept | waseigenes.com

Mein Jagdinstinkt war geweckt, mein innerer Putzteufel (Schweinehunds bester Freund) hellwach! Ich habe ausgemistet und weggeschmissen und geräumt und gewischt und mich dabei geärgert, dass ich zwei angebrochene Pakete Rohmarzipan und mindestens vier angebrochene Tüten gehackte Mandeln fand. Und nicht nur das… Vieles von den genannten Zutaten ist aus der Weihnachtsbäckerei übrig geblieben und einige Lebensmittel schenkte mir neulich meine Mama, weil sie diese sowieso in nächster Zeit nicht nutzen würde.

Ich fasste folgenden Entschluss: Alles, was angebrochen und noch nicht abgelaufen ist, wird jetzt hier in nächster Zeit zum Kochen und Backen genutzt. Den Anfang machten das Marzipan, die Mandeln und Vollmilchkuvertüre.

Marzipan Mandel Gugelhupf | Rezept | waseigenes.com

Statt des geliebten Marmorkuchens, rührte ich Teig für einen etwas kleineren Marzipan-Mandel-Gugelhupf an:

250 g weiche Butter
200 g Zucker
1 TL Vanillezucker
5 Eier
350 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
150 ml Milch
ca. 100 g gehackte Mandeln (zusammengekratzt aus vier offenen Tüten)
ca. 100 g Marzipan Rohmasse
ca. 80 g Vollmilchkuvertüre … eben das, was übrig war.

Zu allererst habe ich die Kuvertüre im Wasserbad geschmolzen. Das mache ich sonst nie. Meist wandert sie für ein paar Minütchen in die Mikro oder wird mit einem Schwapp Milch direkt im Topf geschmolzen. Diesmal habe ich sie jedoch in einem Schüsselchen im Wasserbad schmelzen lassen. Danach den Ofen (Umluft) auf 150° vorwärmen.

In der Zwischenzeit: die zimmerwarme Butter, den Zucker und Vanillezucker cremig rühren, nach und nach die Eier dazugeben und rühren bis die Masse schön cremig ist. Das habe ich beim Dr. Oetker Workshop gelernt. Wenn im Rezept nach und nach steht, dann sollte man auch nach und nach hinzufügen und rühren und rühren und rühren, bis die Masse schaumig und fluffig wird. Das zahlt sich später aus!

Danach Mehl und Backpulver unterrühren und dann die Milch langsam die Schlückchen hinzufügen. So lange rühren, bis ein hellgelber, fluffiger Teig entstanden ist. Danach wird der Teig halbiert.

In die eine Hälfte habe ich die Mandeln und das zerrupfte Marzipan mit einem Holzlöffel untergerührt, in die andere die geschmolzene Schokolade. Danach habe ich die beiden Teige in die gefettete Gugelhupf Form gegossen und mit der Gabel locker vermengt.

Bei 150° Grad Umluft darf der Kuchen dann ca. eine Stunde backen.

Marzipan Mandel Gugelhupf | Rezept | waseigenes.com
(Seht Ihr die Sonne auf den Bildern? Hier ist es kalt, aber dann Sönnche schingkt! Sooo schön!)

Nachdem der Kuchen abgekühlt war, habe ich Zuckerguss darüber gegossen, den ich aus einem Paket Puderzucker und so viel Milch angerührt habe, bis ein dickflüssiger Guss entstanden ist. Nicht perfekt, aber lecker!

Uns hat der Kuchen richtig gut geschmeckt- wir mögen aber auch sehr gerne Marzipan. Dadurch ist der Gugelhupf innen so herrlich schlotzig-saftig!

Marzipan Mandel Gugelhupf | Rezept | waseigenes.com
Ich frage mich ja immer, wie Foodies es schaffen, dass der schneeweiße Zuckerguss so schön am Kuchen runterläuft? Bei mir sieht es eher so hausfrauen-mäßig aus. ;-)

So, und nun Hand auf’s Herz: Wie sehen Eure Vorratsschränke aus? Was ist angebrochen, muss weg und was wollt Ihr daraus zaubern? Sagt mir jetzt nicht, dass Eure Zutatenschränke tippi-toppi sortiert und aufgeräumt sind?!

Liebe Grüße, Bine

28 Comments

  • Reply Frau JuB 2. März 2016 at 09:20

    Schön zu hören, dass es dieses Chaos nicht nur in meinen Schränken herrscht ;-)
    Abgelaufene Lebensmittel gibt es auch hier,…Nachdem wir eine kleine Lebenmittelmottenplage in Back-Zutaten-Schrank hatten, hab ich mir angewöhnt Nüsse, Mandeln, Rosinen & Co einzufrieren… seitdem *aufHolzklopf* haben wir keine Motten mehr im Schrank.

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:44

      Puh- davon bin ich bisher verschont geblieben!
      Und Dur frierst echt alles ein? Aber dann musst Du ja ganz schön planen, wenn
      Du backen/ kochen willst, der nicht?
      LG Bine

      • Reply Frau JuB 3. März 2016 at 22:29

        Planen muss ich dafür nicht, Mandeln, Nüsse und Co können auch gefroren in den Kuchenteig, eigentlich merkt man ihnen gar nicht an, dass sie eingefroren waren… der Lieblingsmann isst gern Joghurt mit Walnüssen, meist kommt er die benötigte Portion direkt aus dem Gefrierschrank in den Joghurt,…

  • Reply Sarah 2. März 2016 at 09:35

    Ich habe vorletzten Samstag kurzen Prozess im Keller / Vorratsraum gemacht. Den Raum einmal komplett aus- und wieder eingeräumt. Dabei habe ich z.B. Bambussprossen entsorgt, die schon seit Anfang 2012 abgelaufen waren *räusper* – da die Teile sonst ewig haltbar sind, müssen sie 2010 theoretisch schon mit hier eingezogen sein. Öhm. Jedenfalls musste ich leider auch viel zu viel wegschmeißen und habe tütenweise Zeug aus dem Keller geschleppt. Und meine gefühlt 728 leeren Einmach- und Vorratsgläser wurden mal nach Größe sortiert und ausgemistet. Sobald ich am Altlascontainer war, glänzt der Vorratsraum wieder wie neu. Angebrochene Backzutaten fülle ich in den letzten Jahren immer sofort in Schraubgläser – das Tütenchaos im Schrank hat mich total genervt. Damit ist das Haltbarkeitsdatum zwar dahin, aber es ist übersichtlicher und sollte wirklich mal etwas ranzig oder schlecht werden, merkt man das bestimmt beim Öffnen. Und wo du’s sagst – den Gewürzschrank müsste ich mir auch dringend mal wieder vorknöpfen, hilfe.

    Liebe Grüße aus H nach H
    Sarah

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:43

      Nä, Sarah!!! DU? Bei Dir? Glaube ich nicht!
      Danke, jetzt fühle ich mich besser!
      Ich glaube, ich 729 Einmach und Marmeladegläser hier.
      Die brauche ich auch alle. Irgendwann!
      Liebe Grüße zurück von H nach H, Bine

  • Reply Daniela F. 2. März 2016 at 10:19

    😂 super! Danke dafür, dass ich mich nicht mehr so alleine fühle! Ich hab im Moment auch den starken Drang alle angefangenen und gehorteten Sachen endlich aufzubrauchen, zu verschenken oder weg zu schmeißen. Pröbchen werden endlich verbraucht, so oft kann ich gar nicht wegfahren, dass ich die alle mitnehmen könnte 😊
    Dein Rezept werde ich nachmachen. Da schlummern nämlich bei mir auch noch so ein paar Reste im Schrank. Danke fürs Rezept!
    Viele Grüße und einen schönen Tag
    Daniela

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:42

      Ich fühle mich jetzt auch nicht mehr so alleine :-))))
      Pröbchen ist auch so ein Stichwort! Eigentlich müßte ich in den nächsten
      10 Jahren kein Shampoo, kein Duschgel kaufen! Uffz! Guter Vorsatz!
      LG Bine

  • Reply Doro 2. März 2016 at 10:58

    Wir haben letztens einmal Harakiri im Schrank gemacht und alles weggeworfen, was nicht mehr frisch war.
    Da kam ganz schön was zusammen.. Erschreckend. Seit dem versuche ich etwas bewusster zu kaufen. Hoffe das klappt.

    Der Kuchen ist sehr lecker – und ich weiß, dass man Dad ihn lieben wird. Habe das Rezept deswegen mal an meine Mum weitergeleitet :)
    Danke dafür!

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:40

      Ich auch, Doro! Erstmal Platz schaffen und dann bewusst einkaufen.
      Ich würde mich freuen, wenn Deinem Dad der Kuchen schmeckt! :-)
      LG Bine

  • Reply Vera 2. März 2016 at 11:04

    Küchenschränke ausmisten und alles aufbrauchen ist großartig! Habe das auch erst letztens gemacht und konnte mich grad völlig in dich hineinversetzen. Wie war das gleich: „Erster Tag meiner Diät: Habe das ganze böse Essen aus den Schränken entsorgt. War lecker!“ ;) Und dein Gugelhupf sieht sowas von lecker aus!

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:39

      Gacker- so fangen Diäten gut an. Alles Böse wird vernichtet- aber bloss nicht weggeschmissen! :-)))
      Viel Erfolg wünsche ich Dir weiterhin!
      LG Bine

  • Reply neihkasten 2. März 2016 at 11:26

    Mein Küchenschrank ist selbstverständlich immer aufgeräumt. Hahaha – das ist so was von gelogen. In Wirklichkeit haben wir dann doch eher ein Lebensmittelmuseum und ich hatte während des Lesens von deinem Beitrag gedanklich schon den Putzlappen in der Hand. Upps, 😉 Danke für deinen augenzwinkernden Beitrag!
    Iris

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:38

      Lebensmittelmuseum! Das merke ich mir! :-))
      Also, wenn ich eines behaupten kann, dann das: unser Kühlschrank ist fast immer
      aufgeräumt! Jede Quarkpackung, jeder Joghurt hat seinen Platz,
      ABER: die Schubladen….. jetzt sind sie schön! Mal sehen, wie lange das anhält!
      LG Bine

      • Reply neihkasten 3. März 2016 at 15:55

        Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen… ;-)

  • Reply Steffi 2. März 2016 at 11:54

    Danke für deinen gewissenbesänftigenden Beitrag – und für das tolle Rezept. Ich glaub genau diese Zutaten – Marzipanrohmasse, Vollmilchkuvertüre, Mandeln – müssen bei mir auch dringend verbraten, äh, verbacken, werden…
    LG Steffi

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:37

      Das habe ich gerne gemacht -> gewissensbesänftigender Beitrag! :-))
      Viel Spass beim Verbraten von Marzipan, Mandeln und Kuvertüre!
      LG Bine

  • Reply Schwestern-Allerlei 2. März 2016 at 12:02

    Von Zeit zu Zeit muss es einfach mal sein! Ich bin auch immer wieder erstaunt, was da so alles zum Vorschein kommt. Und vor allen Dingen: von wann!!! ;) Aber hinterher freut man sich, wenn alles wieder picobello ist. Und wenn dann aus dem Chaos auch noch so ein leckerer Kuchen entsteht, kann es ja eigentlich nix besseres geben :) Sieht total lecker aus dein Kuchen!
    Liebe Grüße,
    Melanie

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:36

      Wenn dieses picobello-Gefühl doch nur länger anhalten würde! :-)
      Aber Du hast natürlich recht: es ist ein tolles Gefühl. wenn man richtig
      Ordnung geschafft hat!
      LG Bine

  • Reply Stefanie 2. März 2016 at 12:21

    Klasse Beitrag. Wir ziehen in 3 Wochen um, daher sind wir schon ziemlich im Aufräum-Modus. Aber ich denke meine Mam toppt alle mit Ihrem Curry Gewürz. Das hat sie letztes Jahr bei der Küchenrenovierung gefunden. Abgelaufen 1982 – mein Geburtsjahr… Öhm. Geht auch :)

    • Reply Bine | was eigenes 2. März 2016 at 14:35

      Ich lach mich weg- 1982?! Damit wird sie mit Sicherheit alle tippen! Herrlich & danke für den Lacher!
      LG Bine

  • Reply Jasmin 2. März 2016 at 17:35

    *Haha*, da passt ja mein Marmorkuchen aus Schokoweihnachtsmännern perfekt mit in die Runde. Wenn ich das mit dem Marzipan eher gelesen hätte, dann hätte ich das warscheinlich auch noch mit reingekrümelt. Beim nächsten Mal. Die Schokohasen und -eier sind ja auch nicht mehr weit.

  • Reply filigarn 2. März 2016 at 21:30

    Hallo liebe Bine,
    rate mal, was ich am Montag gemacht habe. Richtig! Die kleine Ecke mit den Backzutaten ausgemistet!! Ich toppe dich bei weitem. Ich sag nur „Mindesthaltbarkeitsdatum xx.2011“. Oh nein, oh nein, oh nein! Aber so ist wenigstens mal wieder ein wenig Platz im Schrank und alles andere wird noch schnell aufgebraucht. … Dankeschön für das Rezept :)
    Liebste Grüße
    Nadja

  • Reply Kathrin 3. März 2016 at 10:26

    Guten Morgen!

    Und herzlichen Dank für das Lachen ;)

    Ich frage mich immer wieder, wie das mit den abglaufenen Lebensmitteln und auch Gewürzen passieren kann. Mir vorzunehmen, ich mache das in Zukunft besser, daran scheitere ich seit Jahren.. Gestern zB wollte ich mal einen Zucchini-Curry-Brotaufstrich probieren. Dazu brauchte es Sonnenblumenkerne, welche in 2014 abgelaufen waren. Ich schaute gar nicht weiter in meiner Schublade, mir ist auch so klar, dass ich noch viel mehr finden werde.

    Wenn ich koche, schaue ich sehr selten auf das Ablaufdatum der Gewürze. Ich denke mir immer, da kann nichts schief gehen. Dabei bin ich in der Regel sehr vorsichtig, was das Haltbarkeitsdatum angeht. Läuft ein Joghurt übermorgen ab, muss ihn mein Holder essen. Ich kann da nicht mehr ran. Die Sonnenblumenkerne gestern hingegen habe ich probiert…sie schmeckten frisch, doch dann habe ich sie verworfen – war mir komisch ;)

    Finde es schön zu lesen, dass es doch überall ähnlich, wenn nicht sogar das Gleiche ist.
    Dein Rezept hört sich sehr gut und lecker an!

    Liebe Grüße
    Kathrin

  • Reply binenette 3. März 2016 at 12:53

    Hallo liebe Bine,

    aufgewacht ;-) – dein Tun in der Küche hat mich aufgeweckt ;-).

    Gleich habe ich damit begonnen meinen Back-/Gewürzschrank durchzusehen. Da habe ich die Haselnüsse gefunden – „Hallo hast du keine Verwendung für uns?“ Da fand ich im Kühlschrank noch einen Blätterteig – kurz vor dem MHD – und ein paar Äpfel, die keiner mehr so essen wollte. . So habe ich heute gleich einen Apfelstrudel mit Haselnüssen und Zimt/Zucker gemacht. Die Kinder lieben diesen.

    Danke für den netten „Alles muss weg“-Anstoß ;-).

    Liebe Grüße

    binenette

  • Reply Susanne 3. März 2016 at 22:04

    Hi , nimm mal statt normaler Milch etwas wirklich dickflüssige Kondensmilch für den Zuckerguss..Lg Susanne

  • Reply Milchreistorte mit Bananensaft und karamellisierten Pekannüssen - AmandoBlogs.comAmandoBlogs.com 3. März 2016 at 23:06

    […] “böse” Essen aus der Vorratskammer entsorgt. War lecker. (Hier winke ich mal zu Bine rüber!)  Allerdings war ich von den Mengen mancher Lebensmittel leicht entsetzt. Zum […]

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