Manchmal rattert das Gedankenkarussell, dann muss ich aufschreiben, was mir im Kopf herumschwirrt. Unter “Gedachtes” sammel ich alle Gedankenschnipsel-Artikel. Es geht ums Leben, um den Alltag, um Wünsche und meine Meinung. Ich freue mich auf den Austausch mit Euch!
Wir schreiben März 2016 und ich das erste Posting zum Thema Bücher. So geht das nicht! Drei Bücher habe ich in diesem Jahr bisher gelesen, von zweien möchte ich Euch heute erzählen.
Fangen wir an mit “Das Haupt der Welt” von Rebecca Gablé, die gar nicht so heißt, wie sie heißt. Ich hatte mir ja immer vorgestellt, dass Rebecca Gablé in den Highlands von Schottland groß geworden und in einer kleinen Hütte zwischen grünen Hügeln ihre historische Romane schreibt. Meine Fantasie lag komplett falsch, sie stammt nämlich vom Niederrhein, so wie ich. :-)

Eine Freundin erzählte mir kurz vor Weihnachten, dass sie großer Gablé Fan sei und so entschied ich mich, ohne lange zu recherchieren, für “Das Haupt der Welt“. Früher habe ich oft historische Romane gelesen. Schuld war meine Geschilehrerin, die meine Klassenkameradinnen und mich nötigte “Désirée” zu lesen. Kennt Ihr Désirée? Napoleons Geliebte? Wir sollten den Roman im Rahmen der französischen Revolution lesen. So war meine Gehschilehrerin. Hoffnungslos romantisch!
Zurück zum Gablé Roman. Toll! Einfach toll! Er erzählt die Geschichte rund um König Otto I. (an den ich mich eigentlich erinnern müßte- Hallo Geschi LK! – es aber nicht tue) und dem slawischen Fürstensohn Tugomir (von dem ich wirklich noch nie was gehört habe! Oder doch?). Es ist deutsche Geschichte. Vergessene deutsche Geschichte- zumindest für mich- die mit diesem Roman wieder lebendig wird.
Während der Lesens griff ich immer mal wieder zum Handy und googelte Burgen, Schlachten und Namen und war verblüfft, wie genau Gablé manche Ereignisse wieder gibt, sie aber wunderbar spannend erzählt. Kein Vergleich zu trockenem Geschichtsunterricht in der Schule!
Natürlich hat die Autorin in die historischen Fakten fiktive Handlungsstränge einfliessen lassen – oder umgekehrt- in ihrer fiktiven, sehr unterhaltsamen Geschichte finden sich ein Haufen historisch begelegter Ereignisse. Es geht um die Christianisierung, den nicht enden wollenden Kampf zwischen Slawen und Sachsen, Intrigen und Machtspielchen deutscher Fürsten. Tugomir, der eine Hauptrolle spielt und Ottos Geisel ist, erlebt die Ereignisse am Hof hautnah und bietet dem Leser eine interessante Perspektive.
Der Roman ist sehr bildhaft, unterhaltend und spannend geschrieben und ich brenne bereits darauf ein weiteres Buch von der Rebecca Gablé zu lesen.
Wer mich kennt und hier die Buchpostings liest, der weiß jedoch: ich brauche Abwechslung. Nach ein paar Wochen Krieg und Könige, Fürsten und Markgrafen, Intrigen und Liebe, wollte ich etwas aus dem Hier und Jetzt lesen. Meine Wahl fiel auf “Die Lebenden und die Toten” von Nele Neuhaus. Ich habe bisher alle Neuhaus Krimis gelesen. Sie sind für mich eine Bank, immer spannend, immer toll geschrieben. Ausserdem mag ich Bodenstein und Kirchhoff. Näher möchte ich heute nicht darauf eingehen. Wer Krimis mag: Lesen! Am besten mit dem ersten Krimi “Eine unbeliebte Frau” anfangen.

Danach nahm ich “Suse, liebe Suse” – ein humorvoller Liebesroman – zur Hand. Es ist der Debütroman von Lina Zimmer, die locker und leicht das verkorkste Leben von Suse erzählt. Suse ist Mitte Dreißig, arbeitet in einer Werbeagentur, hat keine Modelmasse, ein zynisches Mundwerk und nur einen einzigen Wunsch: Sie will, dass ihr langjähriger Partner Jan ihr endlich einen Antrag macht. Am Tag ihres Geburtstages wird er sie fragen, da ist sie sich ganz sicher. Sie hat sich alles ganz genau ausgemalt, extra ein rotes schickes Kleid für den großen Tag gekauft und sieht sich schon in ein paar Monaten mit Kinderwagen durch den Park spazieren. Natürlich- das weiß der Leser spätestens ab der zweiten Seite- kommt alles anders.
Jan ist dieser Typ Mann, dem man keiner Frau wünscht. Aber Suse ist blind und verliebt. Sie ist aber auch cool und ehrlich und selbstironisch. Sie ist einfach eine klasse Frau, die sich nach dem Scheitern ihrer Träume selbstbewusst an die Bar einer Kneipe setzt und ordentlich einen bechert. Dass sich Suse bis zum Schluss mit Jan auseinander setzt, obwohl sie sich längst in einen anderen verliebt hat, auch das merkt der Leser ganz schnell. Aber das ist egal- man fiebert und zittert mit ihr, lacht über ihr tollpatschiges Wesen und schmunzelt über ihre frechen Sprüche. In jedem von uns steckt ein bisschen Suse und dann und wann brauche ich solche Frauenromane, die mich einfach zum Lachen bringen!
Habt Ihr eines dieser drei Bücher gelesen? Habt Ihr schon einen Gablé Roman gelesen und wenn ja- welchen soll ich als nächstes lesen?
Ich wünsche Euch einen gemütlichen Sonntag! Hier regnet es gerade- perfektes Lesewetter.
Liebe Grüße, Bine
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