Manchmal rattert das Gedankenkarussell, dann muss ich aufschreiben, was mir im Kopf herumschwirrt. Unter “Gedachtes” sammel ich alle Gedankenschnipsel-Artikel. Es geht ums Leben, um den Alltag, um Wünsche und meine Meinung. Ich freue mich auf den Austausch mit Euch!
Zu selten nehme ich mir die Zeit, um auf anderen Blogs zu kommentieren. Ich weiß, dass das nicht schön ist, aber ich weiss auch, dass es beinahe jeder Bloggerin oder Blogleserin so geht. Es wird gelesen, geguckt, genickt oder der Kopf geschüttelt und dann schnell weiter zum nächsten Online-Tagebuch geklickt. An manchen Tagen jedoch nehme ich mir die Zeit. Dann lese, gucke, nicke oder schüttel ich nur, dann will ich auch meinen Senf zum gelesenen Text abgeben. Etwas Beifall geben, einen Dank aussprechen oder ein Lob schreiben.
Dies gestaltet sich aber meist schwieriger, als gewünscht oder geahnt. Viele Blogger bieten nicht die Möglichkeit an mit Namen und URL zu kommentieren, was für mich als self-hosted-Wordpress-Bloggerin (hallo Anglizismen!) einfach ätzend ist.
Da habe ich dann z.B. die Möglichkeit über mein Googlekonto (will ich nicht), über LiveJournal (kenne ich nicht), über Typepad (wer bitte schreibt einen Typepad Blog? Ich kenne höchstens drei deutsche Bloggerinnen, die Typepad nutzen!), über AIM (was ist das, Bitteschön?) oder anonym meinen Kommentar zu hinterlassen. Auf anderen Blogs habe ich nur die Möglichkeit meinen Kommentar zu veröffentlichen, wenn ich mich mit Twitter oder Facebook einlogge oder noch schlimmer: ich muss mich generell mit Passwort anmelden, um meinen Senf abgeben zu können. Nennt mich Oldschool, aber ich will mich nicht mit FB oder Twitter anmelden. Die beiden wissen schon genügend von mir, die müssen nicht auch noch bei jedem Kommentar mit am Tisch sitzen.
Nun gut. Ich beuge mich also diesen Bedingungen, denn ich will kommentieren. Habe ich meinen Kommentar getippt und mich wohl oder übel mit meinem Google-Konto angemeldet, klicke ich auf “veröffentlichen”. Der Drops ist dann noch lange nicht gelutscht, oh nein!
Dann kommt nämlich diese Captcha-Roboter Abfrage. Bei einigen Blogs reicht es, wenn ich mit dem Klicken auf ein kleines Feld bestätige, dass ich wirklich kein Roboter bin. Andere wiederum möchten, dass ich einen krummen und schiefen Zahlencode erkenne und diesen abtippe. Oder ich muss 7-?=5 rechnen. Oder ich soll auf einem völlig verschwommenen minifutzi Foto eine Hausnummer erkennen und diese tippen. Nicht selten kommt es vor, dass nach all dem Entziffern, Rechnen und Klicken eine Fehlermeldung erscheint und mein frisch getippter Kommentar im Nirvana verschwunden ist. Das liegt übrigens nicht daran, dass ich nicht in der Lage wäre 7-?=5 zu rechnen! Also nochmal von vorne anfangen. Oder denken: So`n Scheiss- *klickundweg*.
Die Krönung erlebte ich just gestern! Als sich, nachdem ich bestätigen musste, dass ich kein Roboter bin, ein Feld mit Fotos öffnete, auf dem ich nur die Bilder anklicken sollte, auf denen ein Eis zu sehen sei. Oder eine Strasse. Oder ein Hund. Einfache Übung! Aber: wenn sich dieses Feld nicht scrollen läßt, dann kann ich auch nicht alle Hundebilder finden. Da bringt es auch nix, dass ich kein Roboter und im Besitz meiner geistigen Kräfte bin, diese zu erkennen. Es geht nicht! Die Folge: *klickundweg*.
Ich habe vollstes Verständnis für Blogger-Kolleginnen und -kollegen, die sich mit diesen Maßnahmen gegen Spam und Trolle absichern wollen, aber ich appelliere ans Bloggerherz, wenn ich sage: mach es Deinem Leser nicht so schwer! Wir haben doch alle keine Zeit! Es macht einfach keinen Spass auf diese Art und Weise zu kommunizieren. Und das ist es doch, was wir wollen: Kommunikation mit unseren Leserinnen und Lesern, wenn sie sich schon die Zeit nehmen, um einen Kommentar zu schreiben.
Und weil ich hier schon mit der Keule um mich schlage: viele, wirklich viele Blogs haben nach meinem Geschmack eine viel zu kleine Schriftgröße. Es mag daran liegen, dass ich vor zwei Woche das 40. Lebensjahr geknackt habe. Die Augen… Ihr wisst schon. Ich habe schon einen riesigen Bildschirm auf dem Schreibtisch vor meiner Nase stehen und dennoch muss ich immer wieder näher ran rücken und noch näher ran rücken, bis ich alles vernünftig und flott lesen kann. Oder Ich tippe die Apfeltaste an und haue ein paar Mal auf’s Plus. Dann wird die Schrift größer, aber die Bilder und der Rest verschwommener. So macht das Lesen eines Blogs keine Freude.
Ich selbst nehme meinen Blog immer mal wieder durch die Augen einer Leserin unter die Lupe. Ist mein Text gut zu lesen? Ist die Schriftgröße groß genug? Kann man bei mir schnell und einfach kommentieren? Findet man meine Kontaktdaten und social media Kanäle auf einen Blick? Sicherlich kann man es nicht allen recht machen, aber ein Versuch ist es wert. Und wenn Du Dir gar nicht sicher bist, ob Dein Blogs leserfreundlich ist, dann frag ein paar Freundinnen, ob sie Dir Feedback geben können.
So, das war das Wort zum Freitag. ;-) Ich wünsche Euch ein traumhaftes Wochenende.
Leicht genervte Kommentier- dafür fröhliche Freitagsgrüße, Bine
PS.: Auf Grund der vielen Kommentare, Meinungen und Anregungen habe ich einen zweiten Artikel zu diese Thema geschrieben: Das Lesen und Kommentieren auf Blogs Teil 2. Oder: räum die Schuhe weg!

