Vor wenigen Tagen noch sprachen alle vom bevorstehendem neuen Jahr. Vom Jahresausklang. Jahreswechsel. Jahresbeginn. Vom Neuanfang. Jetzt ist sie da, die Zukunft. Und worüber denken wir nach?

Ich müßte mal wieder mehr schreiben und mehr zeichnen. Mal wieder einen Brief schreiben. Oder wenigstens eine Postkarte! Schneller die Wäsche wegwaschen, wegbügeln, wegräumen.
Immer den Schreibtisch aufgeräumt halten. Schneller und organisierter To Do Listen abarbeiten.
Mehr Bücher lesen. Mehr Zeit für Zeitschriften nehmen. Öfter auf anderen Blogs kommentieren. Weniger Zeit auf social media Kanälen verbringen.
Eine fremde Ecke meiner Stadt kennenlernen. Häufiger die Kamera mitnehmen und draußen fotografieren.
Öfter bewußte Pausen einlegen. Weniger Kaffee trinken. Dafür mehr Wasser trinken. Und obendrein dann weniger essen. Und wenn überhaupt essen, dann nur gesunde Lebensmittel verspeisen.
Nicht ablenken lassen. Mehr fokussieren. Mehr Mutter-Tochter-Tage einlegen. Genauso viele Mutter-Sohn-Tage einlegen. Und dazwischen ganz viele Ehefrau-Ehemann-Tage, -Abende, -Wochenenden einlegen.
Eine Oper oder ein Theaterstück sehen. Überhaupt ganz viel Kultur erleben.
Origami lernen. Weben lernen. Siebdruck lernen. Lernen! Lernen! Lernen!
Mehr Sport treiben. Weniger Schokolade essen. Schneller Dinge erledigen, für die man max. 10 Minuten Zeit braucht. Mal eine teure Gesichtscreme kaufen.
Schon im November Briefmarken für die Weihnachtspost einkaufen. Weihnachtskarten früher schreiben.
Den Emaileingang häufiger aufräumen! Emails schneller beantworten und resolut löschen.
Mehr Singletasking, statt Multitasking.
Mehr den Plotter anschmeissen und Neues ausprobieren. Nicht alles auf den letzten Drücker erledigen,…..
Neues Jahr. Neue Gefühle. Neue Möglichkeiten. Dieselben Träume.
Ob wir nun eine Sechs oder eine Sieben am Ende der Jahreszahl schreiben, ist völlig egal. Alle Wünsche und Ziele, die ich mal mehr, mal weniger vor Augen habe, bleiben dieselben. Waren schon immer dieselben. Werden mal mehr, mal weniger beherzt angegangen und umgesetzt.

Vielleicht sollte man einfach jeden Vorsatz aus dem Oberstübchen löschen und sich mal nur über die Dinge freuen, die man dauernd macht, die man gut kann, die einen ausmachen.
Ich kann z.B. unglaublich gut meine Kinder knuddeln und herzen.
Ich bin gut darin Danke und Bitte zusagen. Freunde willkommen zu heißen und ihnen zuzuhören.
Ich schaffe es in 17 Minuten mich zu duschen, anzuziehen und zu schminken.
Ich kann schlafen wie ein Stein und bin super im Tupperschüssel-Tetris.
Ich kann gut backen und meistens gut kochen.
Ich nähe akkurat in 10 Minuten ein Schminktäschchen zusammen und kann ganz viele Teller auf einmal tragen- gelernt ist gelernt.
Ich verstehe ein bisschen HTML und kann Verschlusszeit und Blende meiner Kamera erklären.
Ich kann Blasen mit Kaugummi machen, meinen Pony selber schneiden und gut Vorlesen.
Ich kann Alle Jahre wieder auf der Blockflöte spielen. Ich kann gut schreiben (zumindest mit meinem Laptop) und mich in drei Whatsapp Gruppen parallel unterhalten.
Ich kann gut warten und Komplimente geben.
Ich kann einfach damit zufrieden sein, dass ich nicht perfekt bin!
Manchmal ist es viel wichtiger sich vor Augen zu führen, was man alles gut kann und was einen glücklich macht, als dauernd nach Dingen zu streben, die man nicht gut kann oder die man endlich mal erreichen sollte und wollte.
In diesem Sinne- lasst uns das neue Jahr beginnen! Entspannt, ohne Druck, mit schönen Wünschen und Zielen, die uns nicht stressen, mit alten oder neuen Vorsätzen oder einfach ganz ohne!
Liebe Grüße, Bine
