Manchmal rattert das Gedankenkarussell, dann muss ich aufschreiben, was mir im Kopf herumschwirrt. Unter “Gedachtes” sammel ich alle Gedankenschnipsel-Artikel. Es geht ums Leben, um den Alltag, um Wünsche und meine Meinung. Ich freue mich auf den Austausch mit Euch!
Als ich vor dieser aktuellen Situation bei einem Blogger-Event war und mich rechts und links mit Frauen aus der digitalen Welt unterhielt, stellte ich schnell fest: Das ist gar keine Blogger Veranstaltung. Das ist eine Instagram Veranstaltung. Ich würde schätzen, dass acht von zehn Frauen gar keinen Blog haben, sondern ausschliesslich auf Instagram Fotos und (kurze) Texte teilen. Ich war gleichermaßen überrascht und auch wieder nicht und obendrein war ich fast ein bisschen traurig.

Social Media is the place to be.
Social Media – insbesondere Instagram – wächst, wird für die meisten immer wichtiger. Als ich anfing zu bloggen, da gab es noch gar keine Social Media Kanäle. Facebook machte den Anfang, heute ist Instragam the place to be. Alle haben Instagram auf dem Handy, auch Menschen, die dort überhaupt nichts teilen. Sie sind da, um zu gucken, zu folgen, manchmal auch um zu kommentieren.
Insta ist toll, aber ich brauche es nicht täglich. Ich kann die App auf dem Handy durchaus auch ein paar Tage ignorieren. Ohne, dass sich Entzugserscheinungen bemerkbar machen. ;-)
Insta ist aber auch ein gefährliches Pflaster. Es macht uns süchtig und neidisch, es stiehlt unsere Zeit und bringt uns dazu, uns mit Belanglosigkeiten auseinander zu setzen und zu beschäftigen. Es gaukelt uns ganz schön viel vor und es zeigt Realitäten, die weit entfernt von einer realen Welt sind.
Ein Blog ist eine ganz besondere Perle im großen weiten Netz.
Blogs sind nachhaltig und meist gut gefüllt. Mit langen Artikeln, mit persönlichen Texten, mit Bilderstrecken, Anleitungen und Schritt-für-Schritt-Bildern, mit Life-Hacks und Reiseberichten. Mit Tipps und Ideen regen sie zum Nachdenken an.
Das alles bietet Instagram mir nicht. Insta ist kurzlebig, Stories verschwinden nach 24 Stunden, Fotos rutschen immer weiter runter, was ich gestern gesehen habe, habe ich morgen schon wieder vergessen oder ich finde ich nicht mehr wieder. Insta ist ein visueller Marktplatz von Essen, über Reisen bis Mode, dass auf ein schnelles, ich möchte fast sagen hingerotztes “Gefällt mir” reduziert wird.
Es sei denn, ich speichere das Bild ab oder mache mir einen Screenshot. Was für eine Plage. Wieviele Bildschirmfotos habt Ihr auf Eurem Handy, die ihr niemals nachmachen, nachlesen, nachkaufen werdet? Die ihr irgendwann, wenn Ihr Euer Handy aufräumt dann doch löscht, weil sie Schnee von gestern sind?
Wenn ich etwas suche, wenn ich eine Anleitung oder ein Rezept suche, dann google ich mit Ecosia und lande meistens auf einem Blog.

Blogs haben ja auch diese tolle Suchfunktion, dieses kleine Feld, in das ich Schlagworte eingeben kann. Habe ich einmal einen Blogpost gelesen – oder vielleicht auch nur überflogen – und ein paar Fotos zum Beitrag gesehen, dann erinnere ich mich meist später auch noch daran. Und wenn ich das nochmal lesen möchte, mir nochmal die Anleitung genauer ansehen mag oder erneut die Bezugsquellen des vorgestellten Stoffes nachlesen möchte, dann suche im Blog. Und dann finde ich das Gesuchte. Fast immer.
Blog Autoren erzählen ihr Geschichte.
Sie teilen nicht nur ein Bild mit einem kleinen Text. Sie teilen Gedanken, Rezepte, Anleitungen, Anregungen, Ideen und meist erzählen sie dazu eine Geschichte. Warum sie (oder ihre Familie) diesen Kuchen so mögen, wie sie auf die Idee der Näharbeit kamen, was sie dazu bewegt hat, diese Reise zu unternehmen, was sie Schönes erlebt haben. Das kann man auch in vier, fünf Sätzen unter einem quadratischen Bildchen sagen, aber das ist was anderes.
Mein erster social media Kanal war damals Facebook. Heute ist Facebook tot. Sagt man. Ich lese und gucke da nach wie vor, aber es stimmt schon: auf Insta ist einfach mehr los. Dort wird mehr geteilt und mehr kommentiert. Bleibt das so? Wird das mehr? Hört das irgendwann wieder auf? Platzt eines Tages die so oft erwähnte Blase? Keine Ahnung. Aber wenn das so wäre, nehmen wir es mal ganz hypothetisch an, dass Insta irgendwann out ist, dann habe ich immer noch meinen Blog. Dann habe ich immer noch was eigenes.
Kommt vorbei, nehmt Platz, lasst uns plaudern.
Was eigenes ist mein ganz persönlicher Raum, die Sammelstelle all meiner Leidenschaften, meine Texte, meine Fotos, meine Spielwiese,… die ich für die Welt da draußen öffne. Ich lade Euch ein, an meiner Kaffeetafel Platz zu nehmen, ein Stückchen Kuchen zu probieren, mit mir über eine Näharbeit zu plaudern oder Reisetipps auszutauschen.
So war ich auch in den vergangenen vier Wochen auch hier, als mein Pinterest brach lag. Ihr erinnert Euch? – ich hatte das Urheberrecht verletzt, unwissentlich, nicht absichtlich und wurde gesperrt. Vier Wochen lang war mein Pinterest Account einfach weg. Mittlerweile ist er wieder da. Seit Tagen räume ich ihn auf und lösche Pins, die eine komische URL haben.
Jedenfalls hatte ich auf die Sperrung keinen Einfluss. Pinterest ist eine Social Media Plattform, die mir zack – den Hahn zudrehte.
Was aber immer noch da war und auch in dieser Zeit von mir reichlich bestückt wurde, war mein Blog. Der liegt in meinen Händen, für den bin ich ganz alleine verantwortlich, den kann mir niemand wegnehmen.

Ihr wisst, dass ich hier bin. Kommt vorbei, wenn Ihr mögt, meine Türe steht immer offen und wird immer offen stehen. Auch wenn ich manchmal nebenan in meinem Instagram Laden stehe und dort die Auslage bestücke, mich mit Besuchern unterhalte oder andere in ihrem Insta Laden besuche; auch, wenn ich bei Pinterest meine Boards mit schönen und guten Bildern bestücke, deren Quelle ich nun vorher überprüfe.
Instagram, Pinterest, Facebook – drei große Plattformen, die wir alle gerne aufsuchen und die uns Bloggern täglich traffic schenken. Sie helfen uns, unsere Beiträge da draußen sichtbar zu machen und Leser darauf aufmerksam zu machen.
Aber vergesst nicht die Blogger, die mit viel Herzblut Texte verfassen und mehrere Bilder für einen Beitrag erstellen. Die ihren Blog pflegen und kategorisieren, die Suchfunktionen anbieten, Datenschutzbestimmungen aktualisieren, Kommentare beantworten, Plugins auf den neusten Stand bringen, Seitenleisten hübsch machen, Bezugsquellen und weitere Tipps und Ideen in ihren Artikeln verlinken und hier und da mit einigen Beiträgen auch Geld verdienen.
Die Internet Welt wäre ein trauriger Ort, wenn man sie auf ein daumengroßes Bildchen reduzieren würde. Ich selbst brauche mehr als einen quadratischen Ausschnitt und einen kurzen Text. Nicht immer, aber oft.
Ich wünsche Euch einen schönen Ostersamstag.
Liebe Grüße
Bine
Mir sagte mal ein kluger Kopf: Blogger finden eher Befriedigung in dem, was sie tun; Influencer, die sich vielmehr auf Social Media tummeln, Befriedigung in dem finden, was sie erreichen. Ich stimme dem zu.
