Lasst uns mal übers Bloggen quatschen. In meinem #Schreibzeit Ankündigungspost hatte ich ja schon erwähnt, dass die Themen nicht nur das Leben im allgemeinen betreffen sollen, sondern hin und wieder das, was uns alle verbindet: das Bloggen.
Ich erhalte immer mal wieder Emails mit dieser Frage (und vielen anderen)… Wie bekomme ich mehr Leser? Wie kann ich mich mit anderen vernetzen? Wie schaffe ich es, dass mehr Menschen auf meinen Blog klicken? Wie bekommt man mehr Leser? Wie schaffe ich es, dass mehr Leute bei mir kommentieren? Wie bekommt man diese social media Dinger in den Blog? Wie bekomme ich mehr Leser? Wie? Wie? Wie? Sach ma´!
Ich habe weder ein Geheimrezept, noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ein Blogger/ eine Bloggerin am besten auf sich und ihren Blog aufmerksam machen kann und wie er oder sie mehr Leser bekommt, aber ich werde Euch gerne meine Gedanken dazu heute mitteilen… und bin gespannt, wie Ihr darüber denkt.
Netzwerken- oder wie bekommt man mehr Leser? Ich habe meinen Blog im Dezember 2007 gestartet. Ich habe zwar noch nie statistische Erhebungen zur Veränderung und zum Wachstum der deutschen Blogosphäre gefunden, aber gefühlt würde ich sagen: zu dieser Zeit gab es weitaus weniger deutsche Blogger, als heute. Ich habe rückblickend das Gefühl, dass ich alle Blogs kannte, die andere Blogger wiederum in ihrer Blogroll verlinkt haben. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich mich immer in einer bestimmten Blog-Branche oder Blog-Nische rumgetrieben habe. In erster Linie lese ich gerne DIY-Blogs, Nähblogs und ein paar Garten- und Foodblogs. Wenn ich heute auf verschiedene Blogs klicke, die mir noch nicht bekannt sind und dort einen Blick in die Blogroll werfe, bin ich oft erstaunt, wieviele Blognamen es dort gibt, die ich noch nie zuvor gesehen oder gelesen habe.
Ich möchte also behaupten, der Kreis der Blogs, die ich gelesen habe und der Blogs, die von meinen Lieblingsbloggern gelesen wurden, war übersichtlich. Man kannte sich.
Man kannte sich vor allem deshalb, weil es damals noch keine Antwort-Funktion beim Kommentieren gab. Das bedeutet: hinterliess eine Bloggerin einen netten Kommentar bei mir oder vielleicht sogar eine Frage, dann klickte ich auf diesen Blog, kommentierte zurück und beantwortete die Frage. Der Austausch zwischen den Bloggern war blogübergreifend und nicht auf den eigenen Blog beschränkt. Ich habe damals grundsätzlich und immer “Folgekommentare per Email erhalten” angeklickt, wenn ich auf einem Blog einen Kommentar hinterlassen hatte.
Dies führte dazu, dass ich nachfolgende Kommentare, Gespräche und Diskussionen, die auf anderen Blog statt fanden, via Email erhielt und somit die Chance hatte, nochmal meinen Senf dazu abzugeben. Es hatte allerdings auch zur Folge, dass mein Mail-Postfach ständig überfüllt war mit Folgekommentare anderer. Es war quasi so, wie heute auf Facebook. Ich kommentiere auf ein Foto oder eine Statusmeldung und erhalte folgende Kommentare via Mail. Ich bin bis zum Schluss bei dem Gespräch dabei, was nicht heisst, dass ich weiter mitquatsche.
Der Austausch unter den Bloggern kommt mir rückblickend als lebendiger und intensiver vor, als er es heute ist. Ich, als Bloggerin, mit meinem Profilbild und meinen Kommentaren war damals weitaus präsenter auf anderen Blogs, als ich es heute bin.
Für mich eine Erklärung, warum ich peu á peu mehr Leser erhielt.
In den ersten Jahren schrieb ich auf der Bloggerplattform “Blogspot”. Damals hatte ich, wie alle anderen auch, das Widget “Google Friends Connect” auf meinem Blog installiert. Dort konnte man sich als Leser eintragen. Ich habe übrigens nie über dieses Tool Blogs gelesen, habe mich aber trotzdem immer auf anderen Blogs, die mir gefielen, eingetragen. Der Grund: Wertschätzung und Höflichkeit. Meine Zahlen stiegen ebenfalls langsam aber stetig. Im Mai 2010 feierte ich 555 Google Friends Connect Leser, im Juli 2012 waren es 2.000. Hach, ich freue mich ja immer und überall über runde Zahlen oder Schnapszahlen.
Wenn auf der Strasse ein Künstler eine kleine Vorstellung gibt und einige Passanten sich darum versammeln, vergrößert sich die Menge in null-komma-nix. Immer mehr Leute bleiben stehen und gucken, was da wohl vor sich geht. Der Mensch ist nicht nur ein Herdentier sondern auch neugierig. Ich glaube, dass hohe Google Friends Connect Zahlen immer weiter neue Leser anziehen, weil die Leser, die diesen Blog finden, einfach davon ausgehen, dass der Blog gut sein muss. Warum sonst sollte er schon 1.000 Leser haben? Was muss das für eine irre gute Bloggerin sein, wenn da schon 3.000 oder 4.000 Leser sich eingetragen haben? Versteht Ihr, was ich sagen will? Einer hat’s, ein zweiter hat’s, ein dritter muss es jetzt auch haben. Das fängt beim Smartphone an und hört beim Designerstuhl, der Kamera, den schönen Stoffen, usw. auf. 2.000 Personen lesen diesen Blog? Da muss ich mitlesen!
Okay, nun hast Du aber vielleicht einen (noch) “kleineren” Blog, der noch nicht soooo viele Leser hat (wobei das ja auch immer eine ganz persönliche Einschätzung ist!), was tun? Meine Meinung dazu: mach, was Du willst, schreib was Dich bewegt, interessiert, Dir Spass macht und wo Du voll und ganz hinter stehst. Ich erhalte immer mal wieder von Lesern, aber auch von Freunden, die mich aus dem echten Leben kennen, die Rückmeldung, dass ich schreibe, so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Authentizität – ein Wort, dass in der Bloggerwelt schon oft diskutiert wurde. Ich glaube daran. Ich kenne Bloggerinnen persönlich, deren Artikel sich für mich manchmal nicht echt anfühlen. Ich kenne aber auch eine Menge Blogger, deren Blogs ich gerne lese, weil ich ihre Stimmen höre und nickend vor dem Laptop sitze, wenn ich einen Artikel lese. Ja, genauso ist sie. Typisch. Passt! Tolle Frau.
Schreibe kontinuierlich. Das kann fünf mal die Woche sein oder einmal die Woche. All zu lange Pausen reißen Dich nicht nur aus Deinem “Flow”, Deinem Trott, sondern es könnte auch passieren, dass Dir Deine Leser abspringen. Was soll ich da noch draufklicken, da passiert ja eh nichts?
Ich habe zu Beginn meiner Blog-Karriere viel gebloggt. Wirklich viel. Ich war präsent. Auf meinem Blog und auf anderen Blogs. Damals gab es noch kein Facebook, kein Twitter, kein Instagram, und wenn doch (ich habe die Gründungsdaten jetzt nicht gegoogelt), dann kannte ich sie einfach nicht. Ich war nur und ausschliesslich in der Bloggerwelt unterwegs. Ich habe viel mit anderen Bloggern kommuniziert, weil es mir Spass machte, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und natürlich auch, um auf mich und meinen Blog aufmerksam zu machen.
Irgendwann wurden die ersten Bloggertreffen ausgerufen. Endlich hatte ich die Möglichkeit andere Bloggerinnen mal in echt zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Hach, das war ja so aufregend. Und ich habe wundervolle Frauen kennengelernt, mit denen ich teilweise heute noch eng verbunden bin. Man lernte sich also kennen und man tauschte sich aus. Kennst Du diesen oder jenen Blog? Die macht tolle Sachen! Das musst Du mal lesen! Jenes Rezept von der einen Bloggerin nachmachen! Ich lernte Neues und neue Blogs kennen, ich selbst wurde dadurch aber auch bekannter.
Blogspielchen habe ich in den ersten Jahren oft und viel mitgemacht. Da gab es z.B. PIF (pay it forward), eine Art Giveaway-Linkparty oder WWW (watcha wearing wednesday) oder meine eigenen Aktionen, die ich mit Andrea veranstaltete (Monatsmotto, Color me happy, Short Stories, ect) und natürlich 12v12. Bei all diesen Aktionen geht es darum, dass man dabei ist und den Link zum jeweiligen eigenem Posting auf dem “Veranstalter-Blog” hinterlässt. Ebenfalls eine gute Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen.
Dann kamen Facebook und Co. und der Austausch ging weiter, oftmals noch reger als zu vor, nur eben nicht mehr so viel auf den Blogs, sondern auf social media media Plattformen, was dazu führte, dass man oft von “Blogsterben” las oder dass kluge Blogger meinten, Instagram löst das Bloggen ab. Diese Meinung teile ich nicht. Ich glaube (und hoffe!) eher, dass Instagram & Co. einem helfen können, den eigenen Blog bekannter zu machen. Nach meiner Meinung gilt also auch hier: präsent sein, kommentieren, sich austauschen und vielleicht mit einem Instabild auf einen neuen Blogpost hinweisen.
Ein ganz pragmatischer Tipp: schau mal in Deine Statistik, welche Beiträge von Deinen Lesern am meisten angeklickt und gelesen werden. Dann weisst Du, was gut läuft und Du kannst ggf. in diesem Bereich noch mehr Inhalte für Deine Leser kreieren. Dies ist übrigens ein Tipp, den ich persönlich viel zu sehr vernachlässige. ;-)
Alles in allem würde ich sagen: dabei sein ist alles und mitmachen das Wichtigste. Wenn ich nur schreibe, mich aber nirgendwo beteilige, niemals einen Kommentar hinterlassen, meinen Lesern demnach keine Wertschätzung entgegenbringe und nur darauf warte, dass da was zurück kommt, dann brauche ich einen ziemlichen langen Atem… meine persönlichen Gedanken und Empfindungen zu diesem Thema.
Wie seht Ihr das? Wie macht Ihr auf Euch und Euren Blog aufmerksam? Welche Tipps und Tricks habt Ihr auf Lager? Ist Euch der Austausch, das Vernetzen, das Kommentieren und die Zahl der Leser wichtig oder habt Ihr vielleicht ein ganz anderes Ziel mit Eurem Blog vor Augen? Auf welchen Plattformen treibt Ihr Euch am liebsten rum? Welche nutzt Ihr, um Euren Blog bekannter zu machen? Facebook? Instagram? Twitter?
Ich bin gespannt und neugierig… solltet Ihr dazu Eure Gedanken in Worte fassen, dann würde ich mich freuen, wenn Ihr das Posting hier verlinkt, damit alle etwas davon haben und wir voneinander lernen können.
Liebe Grüße, Bine
Edit / Oktober 2019: Ihr Lieben, auf Grund des neuen Cookie-Datenschutz-Regelung-Dingsbums habe ich das Link-Tool vorerst aus diesem Beitrag gelöscht. Ich bedaure dies sehr, kann es aber leider nicht ändern.
