Corona Alltag, Rückblick

Das war mein September 2020. Quarantäne, Chor, Köttbullar und Hamstereinkäufe. Sieben Monate Corona.

Vorbei, der neunte Monate des Jahres 2020. Vorbei der siebte Monat einer neuen Zeit. Ich heiße Euch willkommen zu meinem Monatsrückblick, erzähle ein bisschen von dem, was wir im September erlebt, gemacht und gesehen haben.

Mit dem September kommen die Kürbisse auf die Hofläden und in die Supermärkte. Beim Geflügelhof gibt es (noch) keine Kürbisse, dafür ein Maskottchen-Huhn, was nicht in den Suppentopf kommt.

Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit gehen wir ins Kino*, sitzen ganz alleine für uns, müssen durch den Notausgang später das Kino verlassen. Der Film (Das Geheime Leben der Bäume) ist so geht so.

Der Sohnemann hat nach dem Schwimmunterricht Schmerzen im Ohr. Unser HNO Arzt läßt mich durch dieses Mikroskop oder wie auch immer das Ding heißt, blicken und ich sehe ein Loch im Trommelfell. Das war’s dann erstmal mit dem Schwimmunterricht.

Am ersten Septemberwochenende fahre ich nach Krefeld zu meiner alten Schule. Vor 25 Jahren habe ich dort meine Abi Klausuren geschrieben. Ich treffe Mädels, zu denen ich nach wie vor Kontakt habe und Mädels, die ich schon seit einer Ewigkeit nicht gesehen habe. Wir werden durch die Schule geführt und dürfen in Bereiche, die für uns für 25 Jahren noch tabu waren. Heute leben keine Nonnen mehr in dem Gebäude.

Danach sitzen wir zusammen, im kleinen Kreis, mal drinnen, mal draußen und lassen nochmal ein paar Anäkdötchen von damals Revue passieren. Wisst’er noch?

In der Zeitung steht, dass NRW Heizpilze in der Gastronomie dieses Jahr erlauben will. Das finde ich richtig und gut.

Einen Heizpilz brauchen wir an diesem Sonntag noch nicht. Die Küche bleibt kalt und ich genieße es, dass ich nicht kochen muss, sondern mit der Familie und Freunden im Freien essen darf. Und dann auch noch so was Leckeres.

Mittlerweile gehe ich wieder zum Chor. In den Saal dürfen nur neun Sängerinnen. Im Rollsystem stehen wir mal drinnen, mal draußen vor dem Fenster. So ist das jetzt eben. Hauptsache, wir singen überhaupt wieder analog.

Beide Elternabende finden digital über Videokonferenz statt. Nur für die große Schulpflegschaftssitzung fahre ich zur Schule. In der Aula sitzen wir Eltern mit vieeel Abstand zu einander.

Beim Nähkränzchen war ich bisher noch nicht. Um so mehr freue ich mich, dass die Chefin an einem Montag einen Tisch für uns alle reserviert und wir uns zum gemeinsamen Essen treffen. Leider ist es an dem Abend sooo kalt, dass wir nicht lange draußen sitzen können und uns schon bald auf die Räder schwingen, um zu Hause unter die warme Bettdecke zu kriechen.

Das Tochterkind hat nach einem bösen Sturz starke Schmerzen im Knie. Während sie in der Röhre liegt, bummel ich durch den Mediapark und genieße das schöne Herbstwetter.

13. September 2020 – Kommunalwahl in NRW. Dieses mal setzen wir unsere Kreuzchen (mit dem eigenen Kugelschreiber) in der Turnhalle, statt im Klassenzimmer. Finde ich super, denn da ist viel mehr Platz und Luft.

Zwei Tage später muss der Sohnemann in Quarantäne. An unserer Schule hat sich eine Person mit Corona infiziert. Alle Schüler und Lehrer, die Kontakt hatten, müssen ab sofort zu Hause bleiben.

Mir wird bewusst, was Quarantäne bedeutet und wie easy doch dieser Lock Down im Frühling war. Da durften wir nämlich zu viert durch den Wald stromern und Radtouren machen.

Dabei wird mir auch bewusst, dass sich mein Vorratsregal im Keller seit einigen Wochen massiv geleert hat, ich wieder häufiger einkaufen fahre und deswegen nur bedarfsorientiert einkaufe. Aber was ist, wenn es nicht eines meiner Kinder, sondern uns alle viele trifft und wir in Quarantäne bleiben müssen? Ich schreibe einen langen Einkaufszettel und fülle wieder unsere Vorräte auf. Für den Fall der Fälle. Überhaupt nehme ich mir wieder vor, seltener einkaufen zu fahren und besser zu planen.

Mitte September: Die Zahl der Corona-Infektionen liegt in Köln auf dem höchsten Stand seit April 2020.

Ein paar Tag später bin ich zu einem Kaffe Cupping Event von Fairtrade Original eingeladen. Ich freue mich, dass an diesem Tag Julia* für`s Fotos machen engagiert ist, denn so habe ich ein paar Schnappschüsse von mir und meinem neuen Kleid.

18. September 2020. Ein schöner Abend bei Freunden. Erst draußen, dann drinnen essen, dann wieder draußen. Mit dicker Jacke und Schal. So wird unser Herbst und Winter aussehen.

Herr Drosten wird im Kölner Stadtanzeiger zitiert: „Das ist nicht eine beliebige Schwankung, sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg“. Mir fällt auf, dass ich den Podcast Das Corona Virus Update* in den letzten Wochen gar nicht gehört habe. Ab jetzt begleitet mich Herr Drosten und seine Kollegen wieder bei der morgendlichen Mollie Runde.

Ruth Bader Ginsburg stirbt und der Verrückte auf der anderen Seite der Welt gibt mal wieder nur Stuss von sich.

Samstag, 19. September 2020. Eigentlich sollte an diesem Tag der FC vor 9.200 Fans spielen. Das wurde kurzer Hand abgesagt. Auch gibt es immer mehr Klarheit und Tacheles zum Thema Karneval. Keine Umzüge, keine größeren Veranstaltungen. Bei diesem Thema blutet mir sehr das Herz. Aber…

Karneval bedeutet für mich nicht nur Verkleidungen basteln und nähen und am Straßenrand stehen und den vorbeiziehenden Jecken „Kamelle“ zu zurufen – Karneval ist für mich auch Feiern mit Freunden. Gemeinsam singen, schunkeln, tanzen, lachen und ja, auch alkoholische Getränke. Es ist ein großes Gefühl von Zusammensein.
Zusammensein an Karneval funktioniert aber nicht mit Abstand. Ich kann doch nicht „In unserm Veedel“ singen und dabei nicht meine Freundinnen und Freunde fest in den Arm nehmen?! Nein, das geht nicht.

Am Abend feiern wir den 30. Geburtstag einer Freundin im Garten. Und das bei schönstem Wetter mit köstlicher Torte. Feiern hört sich dieser Tag fast schon falsch an. Wir stehen an Stehtischen und unterhalten uns.

Ende September: 2.300 Neuinfektionen in Deutschland. Von unseren Nachbarländern mag ich gar nicht sprechen. Es ist beängstigend. Zuschauerverbot in Stadien und in der Lanxess Arena. Mittlerweile plädiert Herr Söder für Maskenpflicht in Bayern an öffentlichen Plätzen. Die Lufthansa legt sämtliche A380-Jets still. Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich immer: Wie sehr wird sich unsere Welt noch verändern? Werden wir jemals wieder richtig weit wegfliegen?

Ganz Deutschland schaut derweil auf Hamm. Eine Familienfeier, zig Infizierte. Kurz darauf folgt Bielfeld. Nachrichten, an die wir uns wohl nun gewöhnen müssen.

Eine schöne Nachricht geht Ende September auch durch die Presse: Als erste Deutsche holt Maria Schrader den Emmy für Unorthodox. Von der mini Serie habe ich Euch ja hier schon einmal berichtet.

Regenbogen über der Werkfeuerwehr im Chemiepark Knappsack. Wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen, was super spannend war.

In den Herbstferien werden wir dieses Jahr nicht verreisen. Eigentlich stand in diesem Jahr wieder Noordwijk auf dem Plan. Gebucht haben wir zum Glück noch nichts, denn Holland ist mittlerweile Risikogebiet.

Wir werden also die Zeit nutzen, unsere vier Wände etwas aufzuhübschen. Das Wohnzimmer braucht dringend einen neuen Anstrich. Deswegen fahren der Mann und ich in den Baumarkt und gucken mal, was es so gibt und was uns so gefällt.

Am Sonntag, den 27. September laufen wir wieder zur Grundschule. Diesmal wegen der Stichwahl. Mollie darf nicht mit rein.

Des Sohnemanns Quarantäne ist vorbei. Leider ist an diesem Wochenende das Wetter einfach nur schlecht. Für die Natur super – keine Frage! – denn es regnet und regnet; für uns eher so la la. Wir sind zu Hause, krosen hier und dort ein bisschen rum, treffen Freunde, lesen,… auch schön.

Am Montag, es ist schulfrei, haben wir einen Kontrolltermin beim HNO. Das Trommelfell ist wieder heile, dem Schulschwimmen steht nun nix mehr im Wege.

Am Nachmittag fahren wir zu Ikea. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt dort etwas gegessen habe. Natürlich müssen wir unsere Daten aufschreiben, Hände desinfizieren, bekommen einen Tisch zugewiesen und und und. Worüber ich mich am meisten freue: Der Weihnachtsmarkt ist schon aufgebaut. Wenn wir dieses Jahr schon auf keinen richtigen Weihnachtsmarkt können…

Der Monat neigt sich dem Ende zu. Ab sofort gelten strengere Regeln für Privatfeiern. Und deftige Bußgelder für Mickey Mouse und Co.! Gut und richtig finde ich das. Wie kann man nur so ignorant sein?

Erwähnte ich schon, dass ich gerne einen Karl-Josef Laumann-Fan-Club gründen möchte? Kaum einer beantwortet Fragen und kaum einer tut seine Meinung so hemdsärmelig und bodenständig wieder*, wie er.

Und was war im Blog so los?

Es gab mal wieder einiges zu futtern. Sowohl herzhafte Gerichte, als auch Kuchen und Gebäck.

Ich habe Euch zwei tolle Bücher und eine Serie ans Herz gelegt:

  • Der Gesang der Flusskrebse
  • Unorthodox
  • Schöne Post

Alle Bücher, die ich gelesen und hier vorgestellt habe, findet Ihr hier (klick)
und alle Serien hier (klick).

Und dann habe ich noch ein Gedankenschnipsel Posting verfasst. Zu unserer Quarantäne Erfahrung, zu unserem aktuellen Corona Alltag, zur alten und neuen Normalität.

Corona Alltag - Quarantäne, waseigenes.com

Ich sage Tschüss September – Hallo Oktober. Wollen wir hoffen, dass Du nicht so gruslig wirst, wie viele derzeit annehmen. Ich würde mich ja viel lieber vor bösen Fratzen und Hexen fürchten, als vor der aktuellen Lage. Nun denn.

Lasst uns – um es mit Muttis Worten zu sagen – weiter geduldig und vernünftig handeln!

Bleibt gesund!
Liebe Grüße
Bine

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3 Comment

  1. Reply
    Melanie Mergenschröer
    1. Oktober 2020 at 08:26

    Hallo Bine!

    Schön geschrieben dein Rückblick.
    Corona begleitet uns und das wird auch noch eine Weile so bleiben…

    Schmunzeln musste ich über deine Idee, einen KJL-Fanclub zu gründen…er wirklich sehr bodenständig!
    Und wohnt bei uns im Ort 😊!

    Dir und deiner Familie einen guten Start in den Oktober!

    LG Melanie

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      1. Oktober 2020 at 14:43

      Ach, dann bestell ihm mal viele Grüße von einem Fan, wenn er Dir am Sonntag beim Bäcker begegnet ;-)
      Dir und Deinen Lieben wünsche ich auch einen guten Start in den neuen Monat!
      Liebe Grüße, Bine

  2. Reply
    San
    3. Oktober 2020 at 06:57

    Deine Rückblicke finde ich immer toll… das ist wie ein Mini-Tagebuch, was du uns zeigst. :)

    Dass der Verrückte auf der anderen Seite der Welt nur Stuss von sich gibt, kannst du laut sagen… aber jetzt hat’s ihn selbst erwischt. Karma?

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