Juni. Sechs Monate des Jahres sind bereits verstrichen. In zwei Wochen starten in NRW die Sommerferien. Die Welt dreht sich einfach zu schnell.
Heute zeigt das erste Foto nicht mein Frühstück, sondern einen kleinen Ausschnitt meines Schreibtisches. Nur einen Kleinen. Mehr wäre gerade zu beschämend. Schlimm, wie es hier aussieht. Es ist 5:25 Uhr. Seit ein paar Wochen überwinde ich erfolgreich meinen inneren Schweinehund und schwinge mich früher aus dem Bett. Mehr dazu werde ich Euch ein anderes Mal erzählen.
Etwa eineinhalb Stunden später schliesse ich meinen Laptop und wecke die Kinder. “Wenn Ihr gleich auf seid, dann müsst Ihr nur noch 10 mal früh aufstehen!”. Alle sind wach. Die Betten gemacht. Ich kümmere mich um das Frühstück. In meiner Schale eine bunte fruchtige Mischung und Joghurt.
Mollie liegt neben mir, herzt ihren Panda und schaut mir beim Fotografieren zu. Als ich die Kamera auf sie richte, dreht sie, wie immer, den Kopf weg. Madame findet das offensichtlich doof.
Morgendliches Ritual: Brote schmieren, Wasserflaschen auffüllen, der Blick auf den Stundenplan. “Hat heute jemand Sport? Eine AG?”. Ich kann es mir nicht merken. Will ich auch nicht. Dafür gibt es Pläne und Listen.
Die Kids machen sich auf den Weg und ich – wie jeden Morgen- gehe mit Mollie in den Wald. Dort treffen wir beide zufällig unsere Freundinnen. Die Hundekinder spielen und tollen durch den Wald und wir Frauen können genüsslich und ausgiebig quatschen. Es gibt schliesslich immer was zu Quatschen.
Zu Hause bleibt ein wenig Zeit für ein Glas Wasser und ein paar Emails. Dann darf ich hier zugreifen. Einladungen zum (zweiten) Frühstück sind wunderbar. Wir Frauen sitzen im Garten und klönen über dieses und jenes. Alle gehen gerade ziemlich auf dem Zahnfleisch. Kurz vor den Sommerferien wird es scheinbar bei vielen Familien recht hektisch.

Ich kann nicht so lange bleiben. Die OGS hat heute zu, eines der Kinder ist früh zu Hause und dann schon wieder weg. Im Gepäck Badeanzug und Handtuch. Zum Arbeiten komme ich nicht, denn unverhofft steht der Superopa vor der Türe. Diesen Schlüsselanhänger habe ich ihm vor Jaaaahren genäht und gestickt.
Opa ist wieder weg, dafür stehen wieder zwei Kinder vor der Türe. Ein Taubenschlag ist ein Sch*** gegen unser Haus. Und immer renne ich zwischen Kellerbüro und Haustür hin und her und rauf und runter. Ich müßte schlank wie eine Gerte sein.
Draussen sind es mittlerweile 30° Grad! Hallo Sommer, endlich bist Du da. Die Kids tun das, was Kinder im Sommer tun sollten: Im Wasser spielen.
Ein Kind kommt wieder, eines wird abgeholt. Mittlerweile ist es 15.30 Uhr. Ich kümmere mich um einen Wäscheberg, um den Versand, führe ein Telefonat, ziehe in Erwägung meinen Schreibtisch aufzuräumen, ziehe Fotos von der Kamera auf den Laptop, bearbeite sie, puste Gummitiere auf…. ach, Mittagessen gab es auch irgendwann.
Und bekomme dann eine so wundervolle Aufmerksamkeit. Es gibt kaum ein kostbareres Geschenk auf der Welt als die Freundschaft! So wahr! Danke, meine Liebe!
Huch, schon so spät. Jetzt aber zackig die Hände waschen, gleich steht der Klavierlehrer vor der Türe. Was würde ich dafür geben, so Klavier spielen zu können, wie er und meine Kinder. Ich könnte ihnen stundenlang zuhören. Selbst, wenn sie mal die falsche Taste anschlagen. Ich selbst kann nur “Alle Jahre wieder” auf der Blockflöte spielen. Wenn ich groß bin, dann nehme ich auch Klavierstunden.
Diese beiden Exemplare liegen schon ein Weilchen neben meinem Bett. Immer mal wieder lese ich ein paar Kapitel. Wusstet Ihr, dass man von Hamburg aus mit dem Schiff 900 Häfen erreicht? Dass Deutschlands größte Moschee im osmanischen Stil in Duisburg steht? Dass auf dem Deckenfresko der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt eine Brezel ist? Lustige Fakten, schön zu lesen. 
Heute Abend werde ich nicht zum Lesen kommen, denn wir haben was vor. Drückt uns die Daumen, dass es gleich wieder aufhellt und wir draussen sitzen können. Gerade wird es hier immer dunkler. Ein Gewitter naht.
Ich wünsche Euch einen schönen Freitagabend, bedanke mich für`s Vorbeischauen, Lesen, Gucken und vielleicht auch Kommentar hinterlassen. Morgen ist Wochenende. Tschakka!
Liebe Grüße, Bine
Bücher: links > So wird man zum Kölner (oder Bayer, Berliner, Hamburger,..)* ; rechts > In NRW lebt die nördlichste Flamingo-Kolonie der Welt.*
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PS. Herzlichen DANK für Deinen Kommentar zum letzten Posting “Warum Dein Blog eine über mich Seite haben sollte.” Ich habe mir alle Seiten angesehen und Eure Kommentare unter meinem Posting beantwortet.
