Rückblick

Das war mein Januar – alle Türen stehen offen, wir testen uns durch den Monat und erleben doch erstaunlich viel.

Ich glaube ich war in keinem Monat der Pandemie so genervt, wie in diesem Januar. Seit fast zwei Jahren sind wir darauf konditioniert, steigende Zahlen ernst zu nehmen und uns entsprechend zu verhalten. Entsprechend heißt: Rückzug und Abstand.

Als Geboosterte standen mir im Januar aber alle Türen offen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hätte und teilweise habe ich auch, alles gemacht, als wäre nix. Mein Hirn kam da manches mal nicht mit. Moment- Inzidenz liegt bei 900? Und heute Abend Dinner-Verabredung? Klar. Oder … äh… lieber doch nicht? In den ersten zwei Januarwochen bin ich die Spielverderberin und lehne alles ab.

Und dann denke ich… unsere Kinder sind jeden Tag mehrere Stunden mit über 1.000 Mitschülern in der Schule und am Nachmittag haben sie ihr ganz normales Sport-Musik-Programm… und ich hocke zu Hause. Also mache ich mich etwas lockerer. Dafür schieben wir uns aber auch hier dauernd das Wattestäbchen in die Nase. Und jedes Mal habe ich Schiss, dass es uns nun doch erwischt hat. Bisher blieben wir aber verschont.

Wie lange denn noch?

Das war mein Januar - Monatsrückblick | waseigenes.com Aachen

Der Januar startet ruhig.

Es sind noch Ferien, die Silvesternacht war lang, wir sind müde und lassen es langsam angehen. Am 1. Januar liegt die Inzidenz bei 220,3. Dazu wird allerdings schon seit Tagen gewarnt, dass die Zahlen mit großer Wahrscheinlichkeit um einiges höher sind. Die Schulen sind geschlossen (weil Ferien), die Menschen testen sich weniger. Dunkelziffer…

In der ersten Woche nehmen wir ein spontanes Angebot im Rhein-Erft-Kreis an: Die Kinder werden geboostert.

Am Nachmittag fahre ich mit meiner Tochter in die City. Eine Kamera ist defekt, deswegen müssen wir zu Foto Gregor und während der freundliche Mitarbeiter versucht, das Ding wieder ans Laufen zu bekommen, bummeln wir durch die graue Stadt, gucken Bilder in Galerien und Bücher. Die gucken wir nicht nur, die kaufen wir auch. Aber nicht diese Reclam Heftchen. ;-)

Leider ist die Kamera nicht zu reparieren.

Cov-Pass und Perso. Das ist jetzt Usus.

Am letzten Ferien-Freitag fahren nochmal zu viert nach Köln und gehen frühstücken. Das ist Tradition. Eigentlich machen wir das gerne am letzten Ferientag, aber am Wochenende möchte ich nicht in die Stadt und auch nicht in ein Restaurant. Wir werden am Eingang kontrolliert, zücken gleich den Cov-Pass und den Personalausweis. Das ist jetzt Usus.

Die Inzidenzwerte der letzten Tage werden nachträglich nach oben korrigiert. Jetzt stehen wir bei 303,4 und das RKI meldet einen exponentiellen Anstieg von Omikron Fällen. Waren es im November 17, sind es nun im Januar bereits über 26.000.

Alles neu.

Seit einer Ewigkeit sprechen wir drüber, schon im Herbst 2020 wollten wir loslegen, dann aber Anfang 2021 wirklich… und schon ist wieder ein Jahr rum. Jetzt aber! Ganz in echt! Das Wohnzimmer soll renoviert werden! Der Mann und ich suchen einen neuen Fußboden aus. Das stresst mich.

Wir rennen von einem Ausstellungsraum in den nächsten und wieder zurück und am Ende sind wir uns sicher, dass wir ihn gefunden haben. Wirklich? Findest Du den schön? Passt er zu uns?

Nun ist er bestellt, es gibt kein Zurück mehr. Ab jetzt heißt es Nägel mit Köpfen machen. Termine mit Handwerkern werden vereinbart, neue Heizkörper bestellt.

Am Donnerstag, den 13. Januar 2022 kündigt Herr Lauterbach an, dass es bald eine PCR Priorisierung geben wird. Wir haben nicht genügend Testkapazitäten. Gibt’s ja nicht! Wien ist das neue PCR-Test-Mekka. Die Verbände der Lehrer und Schüler und Pflegeberufe schreien hier zu Lande auf. Zu recht wie ich finde.

Januar Geburtstag mit Crème brûlée.

Wir fahren an den Niederrhein und feiern Mamas Geburtstag. Letztes Jahr haben wir ihr per Video-Call zugeprostet, dieses Jahr sitzen wir wieder an einem Tisch. In ihre Crème brûlée könnte ich mich reinsetzen. Gut, dass sie immer ein paar Schälchen mehr macht, aber ich muss schnell sein, sonst futtern die anderen alles weg.

Ein paar Tage später treffe ich eine Freundin im Backhaus. Auch hier wieder: Cov-Pass, Personalausweis, sonst darfste nicht rein. Beim Quatschen vergesse ich Corona immer ein bisschen… und dann irgendwann werde ich rappelig, wünsche mir, dass Fenster und Türen jetzt bitte aufgerissen werden. Geht es Euch auch so?

Am Donnerstag, den 20. Januar schickt mir der WDR eine Eilmeldung auf meinem Handy: Österreich führt eine allgemeine Impfpflicht ein. Tun’s die Österreicher nicht, sollen sie Geldstrafen zahlen. In Deutschland eiern wir noch etwas um das Thema herum.

Auf der To-sew-Liste: Bauchtasche und neue Kissenbezüge.

Ich fahre mit einer Freundin ins Stoffgeschäft nach Köln. Ihre Bauchtasche finde ich toll, die will ich auch nähen… aber zunächst kaufe ich Stoffe für neue Sofakissen. Bevor die in die Waschmaschine wandern, versäubere ich die Kanten, damit die Stoffe nicht so sehr ausfransen. Dass ich das alles schon ewig nicht mehr gemacht habe, merke ich, als mir auffällt, dass ich zwei Stoffe einfach zu klein eingekauft habe. Oh Mann! Wie doof kann man sein?

So oft, wie in diesem Januar war ich schon lange nicht mehr in der Stadt. Ich habe einen Termin beim Arzt und bummel danach noch ein bisschen über die Dürener Straße.

An Buchläden und an Blumenläden kann ich nie einfach so vorbei gehen. Ein neues Buch darf mit nach Hause!

Ein Ausflug nach Aachen.

Ende Januar fahren wir vier nach Aachen. Das ist ja von uns aus nur ein Katzensprung entfernt. Der Mann und ich waren schon ganz oft dort, aber die Kinder haben die hübsche Altstadt noch nie gesehen.

Wir bummeln durch die Stadt, schauen uns den Aachener Dom von innen an, kaufen Printen, laufen am Historischen Rathaus vorbei, halten die Fingerspitzen in den Elisenbrunnen und essen Apfelstrudel. Es ist usselig und grau aber wenigstens werden wir nicht nass.

Am 24. Januar steigt die Inzidenz auf 840,3. Rasant, schnell, rapide… das muss nicht mehr erwähnt werden, das wissen wir längst. Zum Vergleich: An diesem Tag vor einem Jahr lag die Inzidenz bei 111.

Ausserdem tagen an diesem Tag unsere Ministerpräsidenten. Das Fazit: Die Corona Regeln werden beibehalten, weder verschärft noch gelockert. Am nächsten Morgen öffne ich den Newsticker und lese, dass die Länder doch wieder ihr eigenes Süppchen kochen. Ein Landkreis in Sachen will die Impfpflicht für Pflegekräfte nicht umsetzen, in Bayern sind Kulturveranstaltungen künftig wieder mit doppelt so vielen Zuschauern erlaubt. Da frage ich mich, warum sie am Tag zuvor überhaupt getagt haben? Und ich frage mich: Soll ich morgen zum Chor gehen oder lieber zu Hause bleiben?

An den Grundschulen in NRW werden zukünftig nicht mehr PCR-Einzeltests durchgeführt. Nach einem möglichen positiven Pool-Test, sollen die Kinder nun am nächsten Tag mit Schnelltests in der Schule getestet und so das erkrankte Kind entdeckt werden. Eltern und Lehrer gehen auf die Barrikaden, weil Frau Gebauer die neue Richtlinie so hopplahopp am späten Abend an die Schulen geschickt hat. Wat für`n Driss.

Raus in die Welt, aber vorher testen.

Ich gehe zum Chor (teste mich vorher) und ich treffe Freundinnen im Restaurant (teste mich vorher) und ich fahre mit der Mädels-Clique am Wochenende nach Cochem (teste mich vorher und vor Ort).

Die Entscheidungen was ich wann und mit wem mache, fallen mir nicht leicht… aber das Leben muss ja irgendwie weiter gehen.

In Cochem machen wir es uns in unserem Ferienhäuschen gemütlich. Wir kochen zusammen, essen bis wir platzen, bummeln durch die Stadt, lassen uns durch die Burg und durch die historische Senfmühle führen, spielen eine Runde Minigolf bei strahlend blauem Himmel, aber eiskaltem Wind.

Eine tolle Auszeit vom Alltag, mal wieder raus, mal wieder richtig quatschen, zusammen sein und viel lachen. Das tut gut.

Omikron hat Deutschland längst im Griff. Die Dunkelziffer scheint zunehmend größer. Das RKI richtet seinen Blick mittlerweile aber weniger auf die Neuinfektionen, sondern mehr auf die Krankheitslast. Am Ende des Monats steht die deutschlandweite Inzidenz bei über 1.200. Was für eine Zahl!

Und so endet dieser Monat mit gemischten Gefühlen … war’s das jetzt? Wann erwischt es wohl uns? Werden im Februar auch in Deutschland sämtliche Maßnahmen gestrichen? Irgendwie fühlt es sich nicht richtig an, andererseits… tja… keine Ahnung.

Und was war im Januar im Blog so los?

Ich habe Euch natürlich ein frohes neues Jahr gewünscht. Und ich habe Euch aufgeschrieben, welche Podcasts ist derzeit gerne höre. Und selbstverständlich habe ich auch am 12. Januar zwölf Bilder von meinem Tag gezeigt.

Herzhafte Gerichte.

Passend zum Veganuary gab es hier eine veganes warmes Gericht: Linsen Bolognese mit Nudeln. So lecker! Ausserdem habe ich das Rezept für einen vegetarischen Burger mit Quinoa geteilt, Euch die köstliche Blumenkohl-Reis-Pfanne mit Hähnchen vorgestellt und habe eine Zusammenfassung von ein paar fixen Gerichten zusammengetragen.

Die fixe Runde ist ja im Mai 2020 entstanden, zu einer Zeit, als wir alle zu Hause in den eigenen vier Wänden hockten; zu einer Zeit, als wir alle ständig kochen mussten. Neun schnelle und einfache Gerichte, ruck zuck Mittagessen und einfach Rezepte für jeden Tag habe ich hier in einer Sammlung zusammengefasst.

Süße Rezepte.

Zuckerschnuten kamen auch auf ihre Kosten. Es gab Eierlikörkuchen – super lecker und absolut gelingsicher! Und dann habe ich noch Mutzenmandeln gebacken. Ist ja schließlich Karneval. Nicht. Egal.

Zu den Mutzenmandeln habe ich gestern übrigens noch ein Video bei Instagram hochgeladen. Nicht vergessen, die Musik dazu anzuschalten. :-)

Das war also mein Januar 2022. Rückblickend habe ich das Gefühl, dass der Monat wie im Fluge vergangen ist. Im Februar Rückblick gibt’s dann vielleicht ein paar Baustellen Fotos aus dem Wohnzimmer. Da wird gerade schon gebohrt und gehämmert. Ich bin gespannt, was der neue Monat sonst noch bringen wird? Lassen wir uns überraschen.

Ich wünsche Euch jetzt jedenfalls einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße
Bine

was davor geschah
nächster Artikel

8 Comment

  1. Reply
    Ines
    1. Februar 2022 at 18:55

    Hamburg bietet Ü2000 … ohne Worte …

    Danke für Linsenrezept. Hat uns gut geschmeckt und die Soße gibt es morgen noch einmal.

    Was für einen Bodenbelag habt Ihr genommen? Schwierige Entscheidung. Ich finde gerade Fliesen, die wie Holzdielen aussehen am besten. Aber Holz ist einfach von der Haptik her schöner.

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      1. Februar 2022 at 18:58

      Ja, ohne Worte, Ines!
      Wir haben uns (wieder) für Parkett entschieden. Aber auch da gibt es ja soooo viele Farben. Hoffe, dass wir uns für den “Richtigen” entschieden haben. ;-)
      Liebe Grüße Bine

      1. Reply
        Heidi
        1. Februar 2022 at 19:10

        Liebe Bine, ich war auch noch nie so genervt wie im Januar…die hohen Zahlen, dazu das ewig miese Wetter…da brauche ich persönlich ziemlich viele Jumbo-Erdnussflips, um mich etwas bei Laune zu halten. ;-)
        Hoffen wir, dass der Februar etwas besser wird…
        LG
        Heidi

        1. Reply
          Bine | was eigenes
          3. Februar 2022 at 06:30

          Gacker! Jumo Erdnussflips sind aber auch lecker. Ich kann in dieser verrückten Situation auch Schokolade mit ganzen Nüssen empfehlen. ;-))
          Halte durch!
          Liebe Grüße Bine

  2. Reply
    San
    2. Februar 2022 at 01:29

    Ugh, dieses Auf und Ab… ich kann das deinem Januar richtig nachfühlen. Meine Schwester ist ja auch Lehrerin an einer Grundschule und verzweifelt bald and den sich ständig wechselnden Regeln und neuen Aufgaben… Schüler in der Schule teste,, aber möglichst separat von den Kindern der Klasse, die einen negativen Test aus dem Testzentrum vorweisen – nur wie als einzelne Leerkraft?? Echt alles ein wenig verrückt derweil und ja, irgendwie kocht auch jeder sein eigenes Süppchen.

    Da lobe ich mir nach wie vor das WFH, wo ich mich nur für die Tür bewege, wenn ich das für notwendig halte… auch wenn natürlich das normale Leben nach wie vor ein wenig fehlt.

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      3. Februar 2022 at 06:29

      Liebe San, jetzt musste ich erstmal WFH googlen. :-) Das hab ich noch nie gehört. So ist es bei mir ja auch und ich bin echt froh, dass ich von zu Hause aus arbeiten kann… Hier findet man manchen Tagen schon das normale Leben statt. Mal mehr mal weniger. Und das bringt mich oft zum Hadern und Zaudern.
      Liebe Grüße unbekannterweise an Deine Schwester. Ich fühle mit allen Lehrerinnen und Lehrern, die sich jeden Tag um infizierte und nicht infizierte Kids kümmern und dazwischen noch unterrichten müssen.
      Liebe Grüße Bine

  3. Reply
    Grit
    3. Februar 2022 at 08:39

    Guten Morgen Bine,
    das Wetter grau und trist, dieses ewige Corona auf und ab, Lockerungen, Schließungen, kein Mensch sieht mehr durch. Hier bei uns infizieren sich momentan viele Geimpfte und Geboosterte. Kann ich momentan nicht gebrauchen, war ja im Krankenhaus, Mikrofrakturierung Knie und jetzt Teilbelastung 10kg. Bin unheimlich kraftlos … So genug gejammert, irgendwie wird das schon.
    Fußbodenauswahl ist bei dem großen Angebot schwierig, zumindest ging es uns so. Alles hat Vor- und Nachteile. Ja an Blumenläden und bei mir Schuhläden, komme ich auch schlecht vorbei. :) Viele liebe Grüße, Grit.

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      4. Februar 2022 at 06:32

      Liebe Grit, das fühle ich so nach… ich höre hier auch öfter von Infizierungen. Dazu das ätzende Wetter. Alles nicht schön!
      Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung für Dein Knie und dass bald wieder Deine Kraft zurück kommt!
      Schuhläden machen mich nicht so sehr an. Da muss ein Gendefekt vorliegen. :-))
      Alles Gute und alles Liebe Dir!

Schreibe einen Kommentar