In dem Buch, in dem es ums Glücklichsein geht, schreibt die Autorin auch über Musik, die sie in ihrem Leben begleitet hat. Ich muss seitdem immer mal wieder an dieses Kapitel denken und habe darüber nachgedacht, welche Lieder mich im Leben besonders beeinflusst haben, bzw. welche Lieder mit einem bestimmten Moment oder einer gewissen Zeit in meinem Leben verknüpft sind. Da das Radio hier dauernd in Betrieb ist, habe ich seitdem etwas genauer hingehört und wenn ein mir bekanntes Lied lief, habe ich es gleich aufgeschrieben. Ich musste dann und wann schmunzeln, als ich an alte Geschichten und Ereignisse dachte….
Meine allererste Schallplatte, die ich mir von meinem eigenen Taschengeld kaufte war von Jennifer Rush (heart over mind). Das Lied I come undone habe ich in den Wochen darauf immer und immer wieder gehört (auf repeat konnte man damals ja noch nicht stellen, deswegen musste ich den Plattenarm immer wieder auf die richtige Stelle setzen. ;-)). Kurz darauf stand ich total auf Milli Vanille (*schäm*). Damals gab es noch kein MTV oder Viva, aber wir hatten holländisches TV und da kamen sonntagsabends immer die Top 40. Jeden Sonntagabend saß ich also gebannt vor der Glotze und habe mich gefreut, wie ein Honigkuchenpferd, wenn I’m gonna miss you lief (was ich jetzt nicht bei youtube suche… da stellen sich mir die Nackenhaare auf! Und deswegen vergessen wir das jetzt auch ganz schnell wieder, bitte!)
Während meiner Tanzschulzeit war I am the one and only der Hit schlechthin und Burner auf der Tanzfläche. Ich habe mir zwar eine Single CD damals gekauft, weil alle Freundinnen sie hatten, aber eigentlich fand ich das Lied total doof.
Mitte der 90er fuhr ich mit einem Haufen Jugendlicher ins Ferienlager nach Südtirol. In den drei Wochen haben wir einige Disco-Abende veranstaltet. Seitdem war ich Herbert Grönemeyer verfallen, von dem ich mir anschliessend fast alle CD’s kaufte oder wünschte und so ziemliche alle Texte auswendig kannte. Ebenfalls der Hit bei den Discos war Come on Eileen und Thank you for the music von Abba, welches immer am Ende der Disco lief. Natürlich bekamen alle Teilnehmer eine überspielte Kassette mit den Ferienlager-Songs. Ich frage mich heute, wie lange unsere Betreuer vor den Kassettenrekordern saßen um die ganzen Kassetten zu überspielen?! ^^
Gleich danach brach eine neue Filmära an… Dirty Dancing, Pretty Woman– alles gesehen (mehrfach!) und die dazugehörige Musik durfte auch in meiner Sammlung nicht fehlen. Roxette fand ich damals auch gaaanz toll und Listen to your heart kann ich heute noch hören (ohne, dass mir übel wird!).
Als ich in der Mittelstufe für eine Woche in England war, hatte ich natürlich meinen Walkman dabei. Ich weiß noch ganz genau, dass ich eine Kassette dabei hatte, die ich jeden Abend im Bett hörte. Ich kann mich aber nur noch an ein Lied erinnern: Hier kommt Alex von den Hosen. Die haben mich aber sonst eher kalt gelassen, ich besitze keine einzige Platte oder CD von denen. Erst Jahre später konnten sie mich mit ihrem Lied Alles nur aus Liebe als Fan gewinnen. Ist das nicht ein schönes Liebeslied? Zu gleichen Zeit, Anfang der 90er, war ich ziemlich besessen von Phil Collins Serious Hits Live Platte. Bei a Groovy kind of love und Against all odds schmelze ich heute noch dahin und bei In the air tonight muss man einfach die Lautstärke bis an den Anschlag drehen!

Phil Collins musste dann irgendwann Platz für Bon Jovi und U2 machen. Mitte/ Ende der 90er waren die beiden Bands meine absoluten Lieblinge und während ich Bon Jovi heute noch so la la finde, ist mir U2 in den ganzen Jahren wirklich ans Herz gewachsen. With or without you (<- Gänsehautvideo!), Angel of Harlem, Stay (Faraway so close) und mein all-time-favorit One kann ich immer und immer wieder hören.
Neben Bands und ganzen Platten, kamen und gingen einzelne Songs, die gerade hipp waren und im Radio oder der Disco dauernd liefen. So erinnere ich mich z.B. sehr lebhaft an Melissa Etheridgte: Like the way I do. Mein Gott, was haben meine Freundinnen und ich damals in den Düsseldorfer und Kölner Discotheken auf diesem Lied abgerockt und lauthals mitgesungen.
Nach dem Abi lebte ich ein Jahr in den USA. Zu der Zeit kam gerade der Film und das dazugehörige Lied Gangstas Paradis rauss. Das lief im Radio natürlich rauf und runter und ich fand es ja sooo cool, bei schönem Wetter, mit offenem Fenster laut rappend hinter dem Steuer zu sitzen und meine Kids zum Baseballtraining zu fahren. Bis heute kann ich den kompletten Text (fast) auswendig.
Danach, davor und dazwischen kamen und gingen diverse Lieder (und Bands), bei denen ich mich, wenn ich sie höre, gedanklich ganz schnell in eine andere Zeit und einen anderen Ort versetzen kann… Nothing compares 2U, Streets of Philadelphia, Die da, Don’t speak, Forever Young, Bohemian Rhapsody, All that she wants, Angel, Rainy night in Georgia, Dein ist mein ganzes Herz, 1000 mal berührt, Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein, Crazy Town und viele viele mehr. Mir fallen auf Anhieb jetzt noch 12.000 weitere Songs ein… würde ich die jetzt hier alle verlinken, wäre ich übermorgen noch nicht fertig!
Und dann gibt es noch die Songs, die man kennt, die man vielleicht auch mitsingen kann, die man aber einfach nicht mehr hören will und kann und überhaupt. Ich werde keinen von ihnen hier nennen, denn wenn ich sie jetzt auf youtube suche, dann habe ich wieder einen halben Tag lang ‘nen Ohrwurm! Bloß nicht!
Heute höre ich fast ausschliesslich Radio. Auf Eins Live die aktuellen Charts, auf WDR2 oder dem Lokalsender gerne mal einen Oldie aus den 80ern ;-) Ganze Platten höre ich mir kaum noch an. Schade eigentlich… Aktuell finde ich übrigens dieses Lied super!
Welche Lieder haben Euch bisher begleitet, welche wollt Ihr verdammt nochmal nie wieder hören und bei welchen alten Songs müßt Ihr an Ereignisse und Erfahrungen in Eurem Leben denken? Und: welchen Ohrwurm habe ich Euch mit diesem Posting jetzt verpasst? ;-)
Liebe Grüße, Bine

