BlogLiebe, Rund ums Bloggen

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit {BlogLiebe #2}

Unser Smartphone tragen wir die meiste Zeit mit uns rum. Wir sind immer erreichbar und haben ständig die Möglichkeit andere zu erreichen, zu beobachten, zu stalken.
Instagram, Facebook, der Wahtsapp Status – theoretisch könnten wir den lieben langen Tag gucken, was andere gerade so machen.

BlogLiebe: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit (Zitat: Søren Aabye Kierkegaard), waseigenes.com
{Søren Aabye Kierkegaard}

Wir dürfen einen Blick in ihr Wohnzimmer werfen, sehen, was es heute zu Mittag gibt, wo sie den neuen Pulli gekauft hat, ob im Urlaubsort die Sonne scheint, auf welcher Party sie sich gerade die Kante geben.

Ich sehe das und will es doch gar nicht sehen. Nicht wirklich. Was geht mich das alles an? Und trotzdem schaue ich hin. Manchmal. Immer seltener.

UND WAS MACHT DAS DANN MIT MIR?

Sehnsüchte, Gelüste, Bedürfnisse,… werden geweckt, die ich vorher gar nicht hatte. Von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie hätte haben können… wollen… würde… Ihr wisst, was ich meine.

Und was noch? Neid? Eifersucht? Weil die anderen ein geileres Leben führen? Weil sie bessere Ideen für ihre Blogartikel haben? Immer auf Achse sind? Schönere Fotos schießen? Scheinbar ihr Leben so nebenbei wuppen und das alles mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen? Auf roten Lippen. Natürlich.

Scheinbar! Scheinbar ist das magische kleine Wörtchen an dieser Stelle. Es sind schliesslich nur Ausschnitte. Ausschnitte aus einem ganz normalen Leben, so wie ich es führe. Da wird das schick eingerichtete Wohnzimmer gezeigt, aber die andere Seite, die, wo der volle Wäscheständer steht oder die Kinder den Kaufladen in Schutt und Asche gelegt haben, die sieht man nicht. Da wird dauernd in die Kamera selfish gelacht, obwohl einem vielleicht gar nicht zum Lachen zu Mute ist. Da werden eben nur Ausschnitte gezeigt.

DIESE FIESE SOCIAL MEDIA FALLE.

Ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich mich von solchen Fotos nicht blenden lasse. Ja, manchmal tappe ich in diese Falle. Dann bewundere ich diejenige, die ich da gerade – mit Erlaubnis – stalke. Die, die ihre Kinder mit Süßigkeiten vor der Glotze geparkt hat, damit sie ein tolles Bild für Insta schießen kann. Oder einen anregenden Artikel für den Blog schreibt. Die, bei der es heute nur Nudeln mit Soße gibt, weil die tollen Cupackes, die müssen ja erst noch fotografiert werden, bevor sie gegessen werden dürfen.

Mittlerweile sehe ich diesen Zirkus ziemlich gelassen, denn auch ich zeige lieber die schöneren Seiten des Lebens, als den Stress, die rote Erkältungsnase, den unaufgeräumten Schreibtisch.
Auch bin ich nicht mehr so oft in der geschönten Welt unterwegs. Schon lange habe ich nicht mehr das Gefühl, ich würde etwas verpassen, wenn ich mal zwei, drei Tage nicht in bestimmte Apps schaue. Es ist mir schlichtweg egal, denn ich weiß: die Welt dreht sich einfach weiter.
Ich weiß, dass es nirgendwo besser ist, als bei mir. Überall leben diese Menschen. Einige in aufgeräumteren Wohnungen, andere in weniger aufgeräumteren Wohnungen. Alle müssen Klopapier kaufen, die Spülmaschine ausräumen, ihr Päckchen tragen. Wir kennen immer nur einen kleinen Teil der Geschichte. Ja, sie backt wirklich gigantomanische Kuchen- aber vielleicht hat das Kind in der Schule ernsthafte Probleme? Oder dem Papa geht es nicht gut, der Mann ist dauernd weg, die #ilovemykids- Teenies drehen gerade mal wieder durch? Irgendwas ist doch immer.
Wir sehen immer nur einen kleinen Ausschnitt der ganzen Geschichte.
Und wenn mir das alles zu viel wird, dann mache ich das Handy aus und lade Freundinnen zum Kaffee ein.

DAS VERGLEICHEN IST DAS ENDE DES GLÜCKS UND DER ANFANG DER UNZUFRIEDENHEIT.

Eine reflektierte Distanz – das ist es, was wir brauchen, um zu kapieren, dass wir unser eigenes Leben nicht unter den Scheffel stellen sollten und, dass das Gras auf der anderen Seite eben nicht grüner ist. Das ist es nicht!

ES GEHT ABER AUCH ANDERS!

Denn diese sozialen Netzwerke haben auch ihre guten Seiten und die gilt es zu entdecken. Da ist ein Platz für Gleichgesinnte, für back-freudige Menschen, Inspiration und Anregung, hilfesuchende Minderheiten, näh-wütige Frauen, für Tipps und Ratschläge, nette und ernst gemeinte Komplimente… ja, auch das gibt es dort.
Man muss nur den richtigen Menschen folgen. Denen, die uns inspirieren und weiterbringen, auf neue Ideen bringen und motivieren. Nicht denen, die uns runterziehen, was vor machen und meist nur so tun als ob.
Wenn ich meine jemanden doch etwas besser zu kennen, wenn mich diejenige ehrlich flasht und inspiriert, dann freue ich mich auch aus vollem Herzen, wenn sie Erfolg hat.

Kannst Du Dich gut abgrenzen von dem, was Du online so siehst? Oder bist Du manchmal neidisch, ein bisschen eifersüchtig, weil andere es scheinbar einfach besser auf die Reihe kriegen? Neigst Du dazu, Dich mit anderen aus der blinke-blinke-social-media-Welt zu vergleichen und was macht das mit Dir?


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14 Comment

  1. Reply
    Paula
    3. Februar 2019 at 10:27

    Liebe Bine
    Genau so ist es. Man sollte die Realität nicht aus den Augen verlieren. Ich zeige auch nur die Schokoladenseiten auf Insta und dem Blog, während auf dem Tisch noch das Frühstück steht, mein Arbeitspult überquillt, der Wäscheständer im Wohnzimmer steht und das Bad geputzt werden sollte. Ich denke so ist es überall. Mir wurde auch schon gesagt, mein Blog sei der reinste Frust, weil ich alles so perfekt könne. Ich habe vielleicht das Talent für Kreatives, aber Ordnung gehört da definitiv nicht dazu. ;-)
    Danke für deine Worte.
    Liebe Grüsse
    Paula

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      6. Februar 2019 at 05:51

      Ich glaube, dass man gar nicht unbedingt den Wäscheständer zeigen muss… es geht eher um die Texte und die ehrlichen Worte.
      Damit baut man eine Verbindung zu den Lesern auf.
      Ich folge einigen Accounts, bei denen scheinbar alles perfekt ist, aber ich weiss eben, dass da Menschen leben, die
      einfach gerne schöne Bilder zeigen.
      Liebe Grüße Bine

  2. Reply
    Kathrin
    3. Februar 2019 at 13:33

    Genau so ist es mir erst heute morgen ergangen. Da zeigte bei Instagram jemand sein Nähzimmer. Alles total aufgeräumt, super sortiert und einfach nur schön. Und ich war völlig gefrustet, weil mein Nähzimmer irgendwie keine Ordnung hält und ich im Augenblick nicht mal meine UFO´s nähen kann, da dauert ein Kind krank ist oder bei der Arbeit mal wieder was nicht so läuft wie ich mir das ausgedacht habe.
    Lieben Dank fürs Erinnern, dass die Realität doch meistens anders aussieht als auf Social Media.
    Liebe Grüsse, Kathrin

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      6. Februar 2019 at 05:53

      Ganz genau… und morgen, wenn sich diejenige mit ihrem aufgeräumten Zimmer an die Maschine setzt, sieht es danach wieder
      aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Lass Dich nicht frusten… irgendwann wirst Du auch wieder Zeit finden, Deinen Kram zu
      sortieren und zu nähen. ;-)
      Liebe Grüße Bine

  3. Reply
    Ivonne
    3. Februar 2019 at 13:44

    Liebe Bine,

    so ist das wohl. Ich erwische mich auch oft dabei …. gerade jetzt wieder beim 12tel Blick … dass ich denke „boah, die haben echt alle viel bessere Motive / Bilder“! Dann mache ich mir aber klar, dass die meisten schon viel länger fotografieren als ich und wahrscheinlich auch andere Ausrüstung haben. Inzwischen habe ich den Weg gefunden. Den Weg zwischen Inspiration und „Druck“. Man kann einfach nicht in allem perfekt sein und wenn man es versucht, ist es meistens der Gesundheit nicht sehr zuträglich. Und mal ganz ehrlich… ich verstecke nicht nur virtuell meinen Wäscheberg … wenn Besuch kommt stopfe ich den ja auch irgendwo hin, wo ihn keiner zu Gesicht bekommt.
    Danke für dieses tolle Thema
    Liebe Grüße
    Ivonne

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      6. Februar 2019 at 05:55

      *gacker* ganz genau. Wäscheberge werden schnell versteckt, wenn jemand zu Besuch kommt.
      Man weiss ja auch nie, wo die anderen im Leben gerade stehen. Haben sie kleine, große, keine Kinder? Einen Vollzeitjob,
      andere Hobbies- wir sind alle so unterschiedlich; ein Vergleich eigentlich völlig Banane!
      Liebe Grüße Bine

  4. Reply
    ines@meyrose
    3. Februar 2019 at 17:01

    Peinlich, ich bin eine von denen, die so sehr um eine neue Themenschreibrunde gebeten hat und nun schon beim 1. und 2. Mal nicht dabei … wie ich angefangen habe zu bloggen, habe ich schon so oft im Blog und anderswo erzählt, und dem Social Media Thema möchte ich nicht mal so viel Aufmerksamkeit widmen, dass ich einen Beitrag darüber schreibe. Warum? Ich habe schon lange keinen Spaß mehr an Social Media, das ist für mich nur die reine Pflicht um den Blog herum, um den schön am Laufen zu halten. Denn ich halte es wie Du: Im Blog entscheide ich und nicht Herr Google, ob das jetzt mal eben alles gelöscht wird wie gerade bei Google+. Deshalb dreht sich alles um den Blog. Aber das will kein Leser im Blog lesen, dass seine Likes auf Insta oder FB nur Mittel zum Zweck für mich sind …

    Neid dabei auf andere? Nur bei schönen Fotos und Dekos ab und an mal ein kleiner neidischer Blick. Aber das ist das so weit von meiner Welt weg, dass es einfach nett ist, es anzuschauen. Es weckt in mir nicht den Drang, genauso werden zu wollen. Ich bin auch nicht neidisch auf viele Instafollower, weil die entweder gekauft sind oder mit so viel Zeit mühsam erworben, dass sie verdient sind. Kommt für mich beides nicht in Frage.

    Freue mich aus nächste Thema!

    Sonnige Grüße
    Ines

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      6. Februar 2019 at 05:58

      Ines, das muss Dir gar nicht peinlich sein! Fühl Dich bitte nicht unter Druck gesetzt, schreib, wenn Du Lust hast und
      wenn das Thema Dich anspricht!
      Ich finde es interessant, dass Du schreibst, dass social media für Dich nur noch eine Pflicht ist. Da muss ich mal drüber nachdenken…
      Auf jeden Fall sind und bleiben unsere Blogs wichtig!
      Danke für Deinen Kommentar und Denkanstoß!
      Liebe Grüße Bine

  5. Reply
    Ani Lorak
    4. Februar 2019 at 06:48

    Hm. Wahre Worte. Wie so oft bringst Du es auf den Punkt. Ich schaue gerne, aber mich stresst es nicht. Wie heisst es so schön bei Frank Goosen ‚woanders ist sich scheiße‘
    Ich posre manchmal auf Instagram und FB und ich mache es für mich. Ich liebe die Inspiration wohlwissemd, dass ich die Zeit nicht habe und mirdas Drumherum, mein real life, wichtiger ist. Ich kann auch gönnen, Ausschnitte blenden mich nicht. Ich war am Samstag im Theater und fand das Stück widerlich, die Schauspieler hervorragend, aber die Geschichte. Nee, diese Art von Unterhaltung nimmer und daher gerne tolle, perfekte Ausschnitte…
    Höher, schneller, weiter habe ich fuer mich reduziert und es geht mir besser damit innehalten und zwischendurch hinein horchen, ob das Ziel noch km Blick und gerne auf Erreichte zurückschauen.

    1. Reply
      Bine | was eigenes
      6. Februar 2019 at 05:59

      Super Einstellung! Mir geht es auch besser damit, die eigenen Ansprüche runter zuschrauben und das real life
      viel wichtiger zu nehmen! :-)
      Liebe Grüße Bine

  6. Reply
    Tobia | craftaliciousme
    9. Februar 2019 at 12:00

    Liebe Bine,
    hach es gibt immer mal wieder diese Momente des hadern. Im großen und ganzen habe ich das eigentlich ganz gut im Griff. Aber dann Kirchen so doch rein diese Momente wo ich mir so Mühe geben ein schönes Bild zu machen, einen (für mich) bedeutungsvollen Text zu schreiben, ihn ganz enthusiastisch hochlade… und nix, niemand reagiert, nix passiert. das ist dann schon so das ich denke warum funktioniert das bei anderen aber hier nicht. Da fällt es dann schon schwer.
    Aber es ist eben nicht der Nabel der Welt. Am Ende des Tages zählt mit wem ich auf der Couch sitze und wer an meinem Bett sitz sollte ich heute im Krankenhaus landen. So seh ich das. Und die Leute sind nu mal nicht in diesem Social Media unterwegs…
    Ich werd mich nochmal ein paar mehr Gedanken machen und auch ein wenig dazu schreiben, denk ich.
    Liebe Grüße, Tobia

  7. Reply
    San
    10. Februar 2019 at 07:46

    Du hast es wunderbar zusammengefasst und ich folge inzwischen fast ausschließlich Menschen, mit denen ich in irgendeiner Form eine Verbindung habe und wo nicht *jedes* Bild professional „gestylt“ ist… wo man auf einen Kommentar auch mal eine Antwort bekommt und es nicht nur um die Followers geht :)

  8. Reply
    Birgit LÖwin.g
    10. Februar 2019 at 10:56

    Das ist mir immer schon schwer gefallen… noch längst vor der social media Zeit… die anderen hatten immer die besser aufgeräumten Wohnungen, die gepflegteren Gärten, die besseren Rezepte, die besser erzogenen Kinder… lustig, jetzt wo ich das schreibe, fällt mir auf, dass ich offenbar immer den Fokus auf die Leistung anderer hatte, was sie haben im Sinne von Autos, Urlaub, Kleidung ist mir im Grunde egal…
    Heute weiß ich allerdings auch, dass ich diejenige war, auf die viele meiner Freundinnen neidvoll hingeblickt hatten, denn ich habe vieles geschafft und gut gemacht, bis sich dann aus gesundheitlichen Gründen alles geändert hat. Seit letztem Sommer weiß ich dass ich ja gar nicht mehr so kann wie ich gerne wollte (falls es dich interessiert https://www.loewing.at/2018/08/wie-das-leben-halt-so-ist.html) und doch hat es bis vor ein paar Wochen gebraucht, dass ich das wirklich auf die Reihe bringe.
    Weniger ist mehr, jetzt ist wichtiger als morgen und gestern ist, na eben gestern und vorbei. Ich mache weniger, vor allem weniger zugleich und was ich mache, mache ich ganz bewusst. Die anderen im www sind mir inzwischen wirklich schnurzegal (piepegal) und wenn mein Blog jetzt nur mehr 20% seiner Aufrufe als in den besten Zeiten hatte, dann ist das eben so. Andere Leute, anderer Fokus.
    Und zu denen, wo ich gerne lese gehörst auch du. Ich lese neidfrei, was mir vor einem Jahr vermutlich nicht gelungen wäre, denn dein Blog ist einfach perfekt. Ich habe dich durch das Leseherz entdeckt, da ich für Weihnachten ein Geschenk brauchte.. und dann habe ich auch gleich noch deinen Himbeerstraum als Weihnachtsdessert serviert.
    Und heute, ja heute mache ich einfach mal nix
    Schönen Sonntag
    Birgit

  9. Reply
    Ivonne
    11. Februar 2019 at 12:10

    Das ist ja verrückt, ich bin die erste :)
    Ich habe den leisen Verdacht, dass sich da einige schwer mit tun – sich zu hinterfragen ist nicht einfach.
    Trotzdem ein gutes Thema – Danke Bine

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