Heute gibt es Teil 2 meiner Jelly Roll Taschen-Produktion. Solltest Du die Beach Bag nicht gesehen haben, dann klick mal ganz kurz dahin und anschliessend wieder hierhin zurück. Gesehen? Gut.
Eine Jelly Roll besteht in der Regel aus 40 Stoffstreifen, die wiederum eine Länge von 110 cm haben. Also viele schöne, meist bunte, aber immer toll kombinierte Stoffstreifen, aus denen man zum Beispiel Taschen nähen kann. Normalerweise sollte man die Jelly Roll nicht zerpflücken, aber bei diesen Taschen hier, war ich ganz kühn!
Für die Beach Bag habe ich mir nur die türkis-roten Streifen rausgepickt, bei der heute gezeigten Einkaufstasche (muss ich der jetzt eigentlich auch einen englischen Namen geben? Nee. Dat is’n Einkaufsbüggel und jut is!) habe ich mir nur die Stoffstreifen in grün, dunkelblau und orange rausgepickt.
So, genug der Vorrede, auf zur Nähanleitung. Die ersten Schritte habe ich hier nicht nochmal fotografisch dokumentiert, die sind für Näherfahrene selbsterklärend. Nähanfänger muss ich nochmal zum Startpunkt bitten.

Wie bei der erste Tasche, habe ich die Stoffstreifen an den langen Seiten zusammen genäht. Danach habe ich Volumenvlies auf die Rückseite gebügelt, ein paar gerade Nähte auf der Außenseite gesteppt und danach das Stoffteil Kante auf Kante gelegt, damit ich die Mitte ermitteln konnte. Genau an dieser Falte habe ich das Stoffteil einmal durchgeschnitten. Diesmal habe ich aber so geschnitten, dass die Streifen quer vor mir liegen und nicht hochkant.

Beide Aussenstoffe werden dann rechts auf rechts an den Seiten und am Boden (Füßchenbreit vom Rand) zusammengenäht. Ich habe die beiden Seiten verkehrt herum aufeinander gelegt (siehe letztes Bild an der rechten Taschennaht). Danach werden die Ecken gefaltet und abgenäht, damit ein richtiger Boden entsteht -> siehe hier Arbeitsschritt “Boden nähen”.
Anschliessend habe ich den Futterstoff genauso zusammen genäht, jedoch am Boden eine Wendeöffnung gelassen. Ok, das ist gelogen. Die habe ich vergessen und musste deswegen den Boden unten wieder ein Stück auftrennen. Nicht, dass ich tagtäglich Täschchen durch Wendeöffnungen wende… nee! *vordieStirnklatsch*.
Nach kurzem Fluchen und Trennen habe ich den Futterstoff rechts auf rechts in die Aussentasche gestopft und oben einmal herum abgesteppt.

Fast fertig! Nur noch die Tasche wenden und die Träger annähen.

Diesmal habe ich die Träger nicht selber zugeschnitten und zusammen genäht (siehe Träger zuschneiden und Träger nähen), sondern nach gekauftem Gurtband gegriffen. Davon habe ich zwei Streifen à 50 cm abgeschnitten und jeweils mittig auf beide Aussenstoffseiten erst festgesteckt und dann festgenäht.

Die Schneidekanten des Gurtbandes wollte ich eigentlich noch mit einem Feuerzeug versiegeln, aber ich hatte Schiss, dass die Kante dann schwarz werden würde. Also habe ich es einfach so gelassen. Sieht ein bisschen fransig-used aus und ist natürlich Teil des Designs. What else?
Ganz zum Schluss habe ich die obere Kante der Tasche noch einmal abgesteppt und dabei erneut über das Gurtband genäht. Hält bombenfest und der schwere-Sachen-tragen-Test wurde schon bestanden.
Nun liegen hier immer noch 18 Streifen Stoff aus meiner Jelly Roll rum und warten darauf zu einer dritten Tasche vernäht zu werden. Bei Nummer drei schwebt mir jedoch eine ganz andere Variante vor… ich warte noch auf die Lieferung eines bestimmten Nählineals.
Ich muss an dieser Stelle nochmal die Jelly Roll im allgemeinen und besonderen in den Himmel loben: Das coole an dieser Rolle Stoff ist, dass die einzelnen Streifen alle wunderbar kombinierbar sind. Entweder als großes Ganzes für einen Quilt (<- damit fing alles an) oder eben auseinander gepflückt für Taschen oder andere kleinere Näharbeiten.
Die oben gezeigten dunkelblauen Streifen hätte ich auch gut mit den roten und auch mit den türkisfarbenen Streifen aus Tasche Nr. 1 kombinieren können. Die nächste Tasche wird- soviel kann ich schon verraten- die Farbkombis rot, rosa und grün haben.
Fröhlich rollende Jellygrüße, Bine
Bezugsquellen:
Jelly Roll: Miss Kate von Moda: XStoffe
Baumwoll-Gurtband: Snaply
Futterstoff: Baumwollleinen Helllime von Stoff & Stil
Volumenvlies H630: Limetrees

