Ihr trefft mich ab sofort abends, so zwischen 22:30 und 23:30 Uhr hinten am Waldweg. Ich stehe dort, dick eingemummelt, denn um diese Uhrzeit ist es ganz schön frisch und betrachte den Sternenhimmel. In der Hand halte ich eine orangefarbene Leine und irgendwann, so nach 10 bis 15 Minuten, hört ihr ein freudiges und dankbares “Feiiiin gemacht!”. Dann gehe ich in die Knie und zücke ein Leckerchen. Ja, Leckerchen habe ich neuerdings in meiner Jackentasche und muss höllisch aufpassen, dass ich nicht versehentlich eines dieser kleinen Dinger in den Mund stecke, statt ein Fisherman Friends. So schlimm, wie es sich anhört, ist es aber nicht, denn in der Regel steht mein Mann neben mir und wir bestaunen gemeinsam den Sternenhimmel und rufen zusammen “Feiiiin gemacht!”. Manchmal gesellen sich auch noch Nachbarn zu uns. Nachbarn, die ebenfalls eine Leine in der Hand halten und Leckerchen in der Jackentasche haben. Wen man alles so trifft zu später Stund am Waldweg!
Wie schon hier und da angedeutet, wir haben ein neues Familienmitglied. Vor vielen Wochen wurde die Entscheidung getroffen, seitdem fuhren wir einige male nach Oberhausen, lernten sieben große und sieben kleine Labradore kennen und deren wunderbare Züchterin. Bei unserem ersten Treffen, die Minis waren noch so klein, sie hatten noch die Augen zu, saßen wir im Wohnzimmer und redeten. Ein stattlicher gelber Rüde kam herein, setzte sich vor mich hin, so dass wir beide auf Augenhöhe waren und schaute mich einfach nur an. Diese Augen. Dieser Blick. In pubertärere Teenie-Manier dachte ich mir: Ich will ein Kind von Dir, Du hübscher Kerl. Seit diesem Nachmittag mit diesem bildhübschen Hund, bestellten wir Bücher und Spielzeug, eine Box für`s Auto und eine für`s Wohnzimmer, ein Halsband, eine Leine, Leckerchen und was der gemeine Hundebesitzer sonst noch so benötigt, wenn der Einzug eines Welpens bevorsteht.
