Seit irgendwann durchsickerte, dass man mit dem Schreiben eines Blogs Erfolg haben kann könnte, seit man nicht mehr nur aus Spass an der Freude bloggt, sondern, weil man mit dem Geschreibsel, mit Fotos, Rezepten, Anleitungen womöglich Geld verdienen kann könnte, seit Blogger nicht mehr als Blogger, sondern als Influencer betitelt werden (was ich persönlich schrecklich finde), seitdem höre und lese ich immer und immer wieder: Such Dir eine Nische, die Du bedienen kannst. Du brauchst einen Nischen Blog um erfolgreich zu sein! Schreibe nicht über irgendwas, schreibe über die Dinge, für die Du brennst, über Dinge, mit denen Du Dich auskennst, über die am besten sonst niemand schreibt und bleib immer bei Deinem Hauptthema.
Ich ignoriere diesen Tipp erfolgreich seit knapp 10 Jahren.

Gut, ich gebe zu, auch auch habe zwischendurch mal darüber nachgedacht, habe sogar ein wenig gezweifelt und gegrübelt, aber meist endeten die Grübeleien in fast schon trotzigem “mir doch egal.”
was eigenes bedient keine Nische. Ich habe mich nie auf ein Thema festgelegt, nie spezialisiert. Das mag insbesondere daran liegen, dass ich vor einer halben Ewigkeit anfing zu bloggen. Entweder gab es damals noch nicht diese Tipps in diesen Mengen oder ich habe sie einfach nicht gefunden.
Hier, auf meinem Blog, gibt es von allem etwas und von jedem ein bisschen. Ich schreibe über alles, was mir Spass macht, was mir gefällt, was mich dick macht und was ich so erlebe. Und es funktioniert. Vielleicht ist genau das auch mein persönlicher Schlüssel zum Glück. Und dieses Glück zeigt sich in Form von Spass, Herzblut (ich weiß, auch dieser Begriff ist schon etwas ausgelutscht, ich mag ihn dennoch), Lust, Kommentare, Klicks und hin und wieder einem Honorar.
In meiner “über mich Seite” steht u.a. “… und seitdem tue ich genau das, was mir Spass macht!“.
Würde ich mich und meinen Blog in eine Nische zwängen, würde ich ab sofort nur noch über’s Nähen, über Bücher, über Cupcakes schreiben, würde mir ganz schön was fehlen. Auf jeden Fall der Spass. Ich kann und will auf keines meiner Lieblingsthemen hier verzichten.
Ausserdem sehe ich auch einen großen Vorteil darin, nicht einen Nischenblog zu schreiben. Bei ‘was eigenes’ landet genauso die junge Mama, die nach einem Geburtstagskuchen für’s Kindchen sucht, wie die Nähanfängerin, die einen einfachen Beutelschnitt sucht oder die Frau, die Toffifees genauso geil lecker findet, wie ich und damit etwas backen will.
Ich sage schon seit Jahren und sage es immer noch: was eigenes ist ein Gemischtwarenladen. Die Themen sind bunt und abwechslungsreich und genau deswegen haben mir schon viele Leserinnen geschrieben, dass sie bei mir gerne lesen. Man weiß ja nie, was morgen kommt. Und nie, wann was kommt.
Ein weiterer Vorteil: ich werde heute zu einem DIY Event eingeladen und nächste Woche zu einem Koch-Event. Cool, oder? Das ist natürlich nur Spass, denn wenn ich ehrlich bin, dann sage ich 8 von 10 Event-Einladungen ab. Aber das nur nebenbei. Was ich damit sagen will- was eigenes kann man in keine Schublade stecken.
Was mir ebenfalls in den letzten Jahren von schlauen Profibloggern immer wieder gesagt wurde: Du musst Deinen Lesern Lösungen anbieten. Deine Texte sollten mindestens 1.000 Wörter haben. Du musst regelmäßig bloggen.
Lösungen sind ja generell eine schöne Erfindung. Ich tippe oft ins Google-Suchfeld eine Frage und freue mich, wenn ich eine Antwort erhalte, aber bei meinen Artikeln geht es mir gar nicht bis selten um Lösungen. Viel mehr möchte ich anregen, inspirieren, süchtig machen, Lust machen, auf das, was ich da zeige. Mal auf Essen, mal auf Selber machen, mal irgendwo hin fahren.
Für mich ist das A und O bleim Bloggen, dass man sich selber treu bleibt und Spass an jedem einzelnen Artikel hat, der im Internet veröffentlicht wird. Und wenn man einen Foodblog schreibt, dann finde ich es überhaupt nicht verwerflich- nein, sogar toll- wenn ich auf diesem Foodblog auch mal von einem Hoteltipp lese. Oder, wenn eine Einrichtungsbloggerin mal ein leckeres Rezept veröffentlicht.
Ich möchte damit nicht sagen, dass alle, die einen Nischen Blog betreiben oder darüber schon Artikel geschrieben haben, völlig falsch liegen. Nein- auf keinen Fall!
Nischen Blogs sind toll, aber nicht das Non plus ultra.
Ich kenne viele Blogs, die sich ganz klar auf ein Thema festlegen und damit unglaublich erfolgreich sind. Sie bauen ihre Blogs, ihre social media Kanäle und ihre Leserschaft ganz bewusst rund um ihr persönliches Thema auf; sie sind Experten in ihrer Nische und das ist wirklich bemerkenswert. Für mich persönlich kommt das aber nicht in Frage. Ich mag mich einfach nicht festlegen. Und wenn ich ganz ehrlich bin: ich würde es gar nicht schaffen! Ich kann unmöglich 2-3 DIY-Ideen oder Rezepte pro Woche umsetzen, basteln, kochen, fotografieren und verbloggen.
Andersherum lese ich Blogs, die viele verschiedene Themen unter einem Dach vereinen. Da wird mal ein Rezept veröffentlicht, dann wieder aus dem familiären Nähkästchen geplaudert und dazwischen ein genähter Rock gezeigt.
Warum ich das alles schreibe? Es lag mir gerade auf der Seele. Und weil ich keinen Nischen Blog schreibe, kann ich das auch einfach so in der Kategorie “rund ums Bloggen” veröffentlichen. Kommende Woche kommt dann wieder was Genähtes. Oder Erlebtes. Oder Gelesenes. Wer weiß?
Wie seht Ihr das? Lest Ihr lieber sog. Nischen Blogs, auf denen es ausschliesslich ein Hauptthema gibt? Oder klickt Ihr lieber auf Blogs, die mehrere Themen behandeln? Oder schreibt Ihr sogar selber einen Nischen-Blog? Wie sind Eure Erfahrungen?
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße, Bine
