Sturz der Titanen, Winter der Welt, Kinder der Freiheit
Ich weiß überhaupt nicht, wie und wo ich anfangen soll. Also frage ich Euch erstmal: mögt Ihr Familiengeschichten? Solche, bei denen viele Personen eine Rolle spielen? Solche, bei denen gleich mehrere Familiengeschichten nebeneinander erzählt werden und die Familien auf verschiedenste Weise miteinander verbandelt sind? Durch Heirat, Affären, uneheliche Kinder? Solche, die man über Jahre, am besten Jahrzehnte begleitet? Wenn Ihr all diese Fragen mit ‘ja’ beantworten könnt und dabei noch ein Funkeln in den Augen habt, dann seid Ihr hier und heute genau richtig.
Es geht im die Jahrhundert Trilogie von Ken Follett.
Ich habe im Sommerurlaub mit Band 1 begonnen, nachdem mein Mann mir monatelang in den Ohren lag, dass ich sie endlich lesen solle. Er hat diese Reihe schon vor einigen Jahren in einem Rutsch gelesen. Seine Begeisterung kann ich heute voll und ganz nachvollziehen. Wobei ich zwischen jedem Band erstmal ein anderes Buch gelesen habe. ;-)

Sturz der Titanen* spielt zur Zeit des 1. Weltkrieges. Der Roman erzählt in erster Linie die Geschichte von vier Familien in vier Ländern. Familie Williams lebt in Wales. Der Vater ist Bergbauer, die Tochter Ethel Dienstmädchen im hochherrschaftlichen Haus von Earl Fitzherbert. Die beide verlieben sich in einander, können aber wegen des Standesunterschiedes niemals öffentlich ein Paar sein. Parallel wird die Geschichte von Walter von Ulrich erzählt. Er und seine Familie leben in Deutschland, Vater und Sohn sind politisch aktiv. Walter reist dadurch oft nach England und verliebt sich dort in Maud, die die Schwester von Earl Fitzherbert ist.
Und dann gibt es noch Grigori und Lew Peschkow, zwei Brüder, die in St. Petersburg leben. Sie träumen von einer besseren Welt, arbeiten im Untergrund an der Revolution mit. Grigori ist eine ehrliche Haut, Lew ein Halunke. Durch einen dummen Fehler kommt Lew auf ein Schiff nach Amerika, was eigentlich Grigori besteigen wollte. In den USA gelangt Lew durch Gaunereien und einer günstigen, aber unglücklichen Heirat zu Reichtum.
Familie Dewar in den USA ist ebenfalls politisch aktiv und reist dadurch immer mal wieder nach Europa, wo sie hier und da Bekanntschaft mit den englischen, bzw. deutschen Familien macht.
Winter der Welt* beginnt um 1933. Ethel, ihr Bruder Lloyd, Earl Fitzherbert, Walter, Maud, Grigori, Lew,… sie alle spielen auch in diesem Roman eine Rolle, jedoch rücken sie ein wenig in den Hintergrund, denn ihre Kinder übernehmen langsam die Hauptrollen. Carla von Ulrich wehrt sich mit Händen und Füßen, mit List und durch die Arbeit im Untergrund gegen das aufkommende Nazi Regime. Lloyd, Ethels Bruder kämpft gegen den Faschismus und meldet sich als freiwilliger Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.
Daisy, Lews Tochter, eine verwöhnte amerikainsche Göre, lernt in England ihren Mann kennen und lebt fortan in Europa. Es wird immer schwieriger für die einzelnen Personen zu reisen, der Krieg bringt viel Leid, Entbehrung und Unglück mit sich.
Die Familien und deren Freunde verstricken sich aber immer weiter in- und miteinander. Da wird kreuz und quer geheiratet oder eine Affäre begonnen.
Kinder der Freiheit*- Ihr ahnt es, wir befinden uns jetzt in der Zeit, als die Mauer gebaut wurde. Ein Teil der Familien lebt auf der einen, ein Teil auf der anderen Seite. Diesmal übernehmen die Enkelkinder die Hauptrollen. Sie kämpfen sich aus den verstaubten sozialen Zwängen frei, die Väter haben nicht mehr das letzte Wort am Tisch. In Amerika wird Kennedy ermordet. George, der Enkel von Lew Peschkow, ist hautnah dabei, schliesslich arbeitet er für die Regierung. In Russland und Polen kommt es immer wieder zu Aufruhr. In England kämpft die alte Dame Ethel Williams für das Recht der Homosexuellen. In Deutschland macht die Stasi der Familie Franck das Leben schwer, es wird geschwiegen, im Untergrund gekämpft, geflohen.
Es ist nicht so leicht, drei so fette Schmöker in wenigen Sätzen wiederzugeben. Aber ich denke, Ihr ahnt, worum es geht und wovon sie handeln. Mir haben alle drei Brücher gefallen, mal das eine mehr, mal das andere weniger. In Sturz der Titaten wurde für meinen Geschmack zu viel Kriegshandlungen wiedergegeben, in Kinder der Freiheit flog mir Ken Follett ein wenig zu rasant durch die Geschichte. Seitenlange Berichte über kommunistische Herrscher- Stalin, Chruschtschow, Breschnew, … das war mir manches mal zu viel. Mag aber auch daran liegen, dass mir die westliche Geschichte – Kennedy, Nixon, Martin Luther King- irgendwie mehr liegt. Das haben wir im Geschiunterrricht einfach mehr behandelt, als die Geschichte der Sowjetunion. Band 2, Winter der Welt, gefiel mir persönlich am besten- auch, wenn das Thema Hitler mir oft einen kalten Schauer über den Rücken jagen ließ.
Neben den Hauptfamilien, gibt es noch viele weitere Personen. Zum Beispiel die feine Gesellschaft von Buffalo, Familie Franck, Familie Rothmann, Familie von Kessel, … und unzählige Freunde. Wem davon schwindelig wird, kein Problem. In jedem Buch gibt es eine Auflistung aller Namen und Familien.
Alles in allem kann ich Euch diese Jahrhundert Trilogie sehr empfehlen. Wenn Ihr Familiengechichten mögt und wenn Euch Weltgeschichte generell interessiert, dann habt Ihr mit diesen drei Büchern erstmal was zu tun! :-)
Liebe Grüße, Bine
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