(Werbung) “… würden wir uns freuen, wenn Du bei der #BahlsenLebkuchen Challenge mitmachen würdest!” oder so ähnlich hieß es in der Email, die vor einigen Wochen in mein Postfach flatterte. Oh ha! Lebkuchenhaus! Noch nie gemacht, dürfte aber doch eigentlich kein Problem sein, oder? (Klarer Fall von Selbstüberschätzung!)
Frau ist ja vielleicht lebensmüde, aber nicht doof, deswegen: erstmal Pinterest öffnen und Lebkuchenhäuser-Research betreiben. Himmel, sehen die alle gut aus, fast schon perfekt! Wie haben die das gemacht? Komm, das ist doch gefaked! Sowas kann doch kein Mensch allein mit zwei Händen schaffen, der haben doch welche geholfen!
Gucken wir doch mal bei Youtube. Ahhh, 274.000 Anleitungs- und Challenges-Videos. Da wird schon das Richtige dabei sein. Acht Stunden und vierecke Augen später, meine Antwort an Bahlsen: Ich bin dabei. Schick los das Paket mit den süßen Leckereien, ich stelle mich der Herausforderung!

Ein paar Tage später, nahm der Mann das Paket entgegen und staunte nicht schlecht. “Wieviele Häuser sollst Du bauen?”. “Die kennen mich und wissen, dass ich für eventuelle Notfälle aka Lebkuchenhaus-Unfälle, wie Wasserrohrbruch, Gewitterschäden, Blitzeinschläge und sowas mindestens die doppelte Menge an Zutaten brauche!” Ganz einfach und sehr klug von Bahlsen!
Freundlicherweise wurde mir ein Rezept für Lebkuchenteig gleich mitgeschickt. Ich knetete und rollte und überlegte kurz, ob ich einfach ein ganzes Blech backen solle und erst danach den Zuschnitt des Hauses machen soll oder schon vorher? Ich hatte nämlich Panik, dass meine zugeschnittenen Hausteile in Rohform im Ofen so krumm und schief aufgehen würden, dass das ganze Haus nachher wie eine Bruchbude aussehen würde. Also wieder 127 Youtube Videos angeklickt, gelernt und entschieden: es wird der rohe Teig in Form geschnitten und dieser dann gebacken.
Ich kann backen und nähen, aber ich kann keine Häuser Grundrisse erstellen und deswegen druckte ich mir schnell ein kostenloses Schnittmuster für mein Häuschen aus. Dieses Internet! Dieses Internet ist einfach toll. Da gibt es nix, was es nicht gibt. Teig ausgerollt, zuschneiden und ab in den Ofen damit.

Die Hausteile gingen kaum auf, kamen dafür etwas stark gebräunt aus dem Ofen. In diversen Foren schrieben nämlich andere Häuslebauer, dass man die Teile mindestens 20-30 Minuten backen solle, damit sie beim Bauen nicht brechen würden. Meine Hausteile sind sowas von hart gebacken, da bricht nicht mal ein Krümel raus. Immerhin.
Als nächstes rührte ich den Zuckerguß an. Fest muss er sein, bloß nicht zu flüssig, schrieben die Foren-Diskutierer. Also rührte ich so einen Guss an, wie schon einmal bei den Clown-Amerikanern. Mörtel und Beton sind ein Scheiß nix gegen meinen Zuckerguss.
Zunächst klebte ich die vordere Seite an ein Seitenteil, dann daran die hintere Seite und zum Schluss das zweite Seitenteil zusammen. Damit die vier Seiten stehen blieben, stellte ich von innen und außen Gläser neben die Seiten. Super Foren-Internet-Youtube-Tipp!

Danach klebte ich mit meinem Zucker-Mörtel-Guss den Spekulatius auf die beiden Dachseiten. Richtige Schindeln hat mein Häuschen!!!– schrie ich stolz durch’s Haus! Kommt mal alle gucken! Aber dann. Oh weh, die beiden Dachhälften wurden durch die Spekulatius Schindeln ganz schön schwer und rutschen immer wieder vom First. Hektisch durchwühlte ich meine Küchenschränke nach einem Gefäß, welches genau unter die Dachhälften passte, damit sie nicht mehr rutschen konnten. Sozusagen Baustützen. Ich wurde fündig (herzlichen Dank an die Zuckerdose!), stützte, baute und klebte weiter.
Beim Kamin musste der Sohnemann ran, mir helfen und den Kamin festhalten, bis er nicht mehr rutschte und an Ort und Stelle kleben blieb. Ich fütterte das Kind derweil mit Zimtsternen. Eine Hand wäscht die andere.

Als ich mir sicher war, dass mein Lebkuchenhäuschen nicht zusammenbrechen würde, spritze und klebte ich fröhlich dauf los: Schneeflocken auf’s Dach, Wagenräder an die eine Seite, Holzscheite auf die andere, Zimtsterne über die Haustüre. Ecken und Kanten wurden mit Zuckguß verfugt. Wenn einer von Euch den Küchentisch anfasst oder nur berührt und mein Häuschen dadurch zusamemnbricht, dann rappelt’s im Karton, aber sowas von! Ermahnte ich meine Familie. Niemand näherte sich dem Haus bis auf zwei Meter. Gut so.
Am nächsten Tag trug ich es mit zitterenden Händen vor die Terrassentür, drapierte großzügig Kunstschnee drumherum und startete das Shooting. Hier noch ein paar Zimtsterne, dort ein paar Lebkuchen und ins Haus hinein ein Teelicht. Ach, das leuchtet so schön. Nach einigen Minuten roch es komisch. Logisch! Hektisch pustete ich durch die Türe, um dem drohenden Häuslebrand den Garaus zu machen, vergaß dabei aber den gerade hübsch drapierten Kunstschnee. Ihr ahnt es! Meine Lebkuchenhauslandschaft sah aus, als wäre gerade ein schwerer Schneesturm drüber hinweg gefegt!
Ich hätte natürlich auch eine Lichterkette ins Haus legen können, aber die wollte ich lieber hinter dem Haus liegen haben und weitere Lichterketten, fand ich auf die Schnelle nicht. Also, wieder alles hübsch drapiert und aufgeräumt und dann endlich fotografiert.
Ich kann Euch sagen, das Shooting schaffte mich bald mehr, als das Backen und Bauen des Hauses.

Als die meisten Bilder im Kasten waren, rief ich den Mann zwecks Schneeproduktion. Mit dem kleinen Sieb sollte er Puderzuckerschnee vom Himmel fallen lassen. Blöd nur, dass ich nur ein ganz kleines Sieb besitze, weswegen ich den Herrn des Haues anfeuerte, er soll es schneller schneien lassen. Wie sieht das denn bitte aus, wenn es nur aus einer einzige Wolke schneit?

Eine halbe, wenn nicht sogar fünf Stunde und mindestens 12 vertilgte Zimtsterne und Lebkuchen später war ich glücklich und zufrieden. Das Häuschen überlebte das Shooting und steht noch heute auf dem Sideboard unter dem Fernseher. Ich freue mich jeden Tag darüber und bin mächtig stolz, wenn ich es sehe. Hab ich ganz alleine gemacht- okay, ein bisschen musste meine Familie helfen und 12.000 Youtube-Stars, aber im Prinzip habe ich es alleine gemacht. Mein erstes Lebkuchenhaus.
So, und jetzt seid Ihr dran! Ich bin mir sicher, dass unter Euch- meinen geschätzten Lesern- einige talentierte Häuslebauer sind! Macht mit bei der #BahlsenLebkuchenhaus Challenge – backt und baut ein Lebkuchenhaus, verziert es mit köstlichen Bahlsen-Leckereien und zeigt es auf Euren Facebook- oder Instagram-Profilen. Zu gewinnen gibt es:
* 1. Platz: Fünf Übernachtungen in einem Hotel in der Wildschönau (Österreich) für zwei Personen, inkl. Frühstück und Abendessen, 4-Tages-Skipass Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau, Wildschönau Card mit gratis Skibus, geführte Winterwanderungen. {Hammer, oder? Mist, dass ich nicht teilnehmen darf!}
* Platz 2: Ein Tablet {ich dachte ja erst, ein Tablett? Doofer Preis! Ein Täblet hingegen ist echt cool!}
* Plätze 3 bis 10: Eine Power Bank inkl. Kekspaket {braucht jeder! Wirklich jeder. Ohne Power Bank geht heute nix mehr!}
Die genauen Teilnahmebedingungen zum #BahlsenLebkuchenhaus Gewinnspiel könnt Ihr Euch hier durchlesen.
Was für eine Herausforderung. Lange nicht mehr so viel geschwitzt und geflucht, aber es hat sich gelohnt! Es hat sich wirklich gelohnt und Spass gemacht hat es ja auch noch!
Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag… vielleicht kauft Ihr schonmal die Zutaten für Euer Lebkuchenhaus?! ;-)
Liebe Grüße, Bine
