Nehmen wir mal rein hypothetisch an, ich hätte einen Plotter- was würde ich damit Schönes anstellen?! Diese Frage stellte ich mir vor ungefähr einem Jahr. Oder sind es schon zwei Jahre? Oh mein Gott! Ihr seid jetzt genau, in diesem Moment Zeugen einer Beichte. Kurz nachdem ich mir nämlich die eingangs geschriebene Frage stellte, kaufte ich mir einen Plotter.
Dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich packte ihn aus, stöpselte den Stecker ein, überflog die Anleitung, klickte mich durch ein paar Youtube Videos, versaute sofort (!) die Schneidematte, schrottete gleich darauf das Messer, flippte aus (das möchte ich jetzt nicht weiter ausführen), stellte das Ding dann unter meinen Zuschneidetisch und strafte es fortan mit Verachtung!

Das ist jetzt, wie schon gesagt, ein… oder zwei Jahre her. Die Erinnerung läßt nach. Bei meinen Mädels entwickelte sich meine ganz persönliche Plottergeschichte zum Running Gag. Na, haste ihn schon ausgepackt? Wenn ich dem Mann von irgendwelchen coolen Sachen oder eventuellen Anschaffungen erzählte, kam meist als Antwort Hast Du nicht noch so eine Maschine unterm Tisch? Meine Antworten beschränkten sich auf Augenrollen. Ich wollte ja! Wirklich! Aber ich hatte einfach keinen Bock, mich mit dem Ding auseinanderzusetzen. Ausserdem wusste ich gar nicht mehr, wo ich das ganze Zubehör hin verräumt hatte. Aber macht Euch ruhig auf meine Kosten lustig. Ich trage gerne zur allgemeinen Erheiterung bei. Lachen tut ja so gut!
Vor einigen Wochen flog ich nach München, um am Snaply Event teilzunehmen. Ihr erinnert Euch vielleicht. Die Nacht davor verbrachte ich im Arbeitskeller von Frau Mülli. Mit dabei Frau Maki und Frau Hamburger Liebe. Mädelsabend. Tage davor schrieb ich in die Gruppe: Ich habe nur drei Wünsche: Sushi, Sekt und einen Plotterkurs! Also lernte ich dort, im Keller irgendwo bei München, meinen Plotter kennen. Die Mädels erklärten mir die Maschine, gaben mir viele Tipps und ich stand staunend mit dem Handy daneben und filmte alles. Sekt und Sushi gab’s übrigens auch.

Wieder zu Hause holte ich die Maschine unterm Schneidetisch hervor, kramte das Zubhör aus allen Ecken meines Büros, spielte immer wieder die Filmchen ab und legte los. Anfangs klappte es wieder gar nicht. Aber diesmal nahm ich mir fest vor, dass ich das Ding bezwingen werde. Vor 10 Jahren, als ich meine Stickmaschine bekam, fiel es mir irgendwie leichter. Das könnte am Alter liegen, aber vielleicht auch daran, dass ich damals in vielen vielen Blogs Stickbilder und Anleitungen gelesen hatte. Zum Thema Plotten habe ich vorher wenig gelesen, bzw. gefunden.
Lange Rede, kurzer Sinn- ich hab’s geschafft! Eines meiner ersten Ergebnisse: dieses Weihnachtskissen. Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen…– mein liebstes Weihnachtsgedicht, denn das hat meine Oma immer mit mir geübt. Ich kann es noch weiter auswendig. Soll ich? …es kam aus dem Walde das Mützchen voll Schnee… Okay, das reicht.

Den Schriftzug habe ich auf grauem Baumwollstoff geplottet und diesen mit dem hübschen Tannenbaumstoff kombiniert. Den habe ich letztes Jahr bei Stoff & Stil geshoppt. Zuerst wollte ich eine rote Paspel einnähen, aber dann fiel mir die goldene Paspel in die Hände. Hübsch, oder?
Schminktäschchen habe ich auch schon beplottet- sagt man das so? Immerhin weiß ich schon, dass es nicht plottern sondern plotten heißt! :-) Ihr dürft Euch also hier schonmal auf ein paar Plotter-Artikel gefasst machen. Derweil denke ich drüber nach, was ich noch alles vollplotten kann. Vinylfolie brauche ich noch. Damit könnte ich Keksdosen, Schranktüren oder den Klodeckel beplotten… also beschriften. Was meint Ihr? Weitere Ideen? Wer hat alles einen Plotter? Ach, und eine Frage ist noch offen: brauche ich eine Transferpresse oder wie das Ding heißt? Das Christkind kommt ja bald aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee…
Komplett beplottete RUMS-Grüße, Bine
PS. An all diejenigen, die von Plottern keinen blassen Schimmer haben: Ein Plotter ist ein Schneidegerät, welches Bilder oder Schriftzüge, genauer deren Konturen, in eine Beschriftunsgfolie schneidet. Die Folie klebt auf einer sog. Trägerfolie, die im besten Fall nicht geschnitten wird (das war u.a. anfangs mein Problem, bzw. das meines Plotters!). Der auf der Trägerfolie klebende Schriftzug kann dann z.b. auf einen Pulli gebügelt werden. Man könnte aber auch Wandtatoos ausschneiden.
