Ich könnte jetzt schnell mal Facebook checken. Ich müßte aber eigentlich die Auslosung des Giveaways machen. Ich hätte auch Lust auf Pinterest nach einem Schnittmuster für eine bestimmte Tasche zu suchen. Ich will aber lieber erst auf YouTube das Video ansehen, welches mir eine Freundin auf Facebook gerade empfohlen hat. Ich muss ganz dringend die Täschchenbestellung erledigen. Ich möchte aber doch so gerne erst den Einkaufsbeutel aus den neuen Stoffen für mich nähen. Ich sollte morgen mal wieder bloggen. Dafür muss ich aber erst Fotos machen. Oder soll ich mich doch lieber zuerst um die Täschchenbestellung kümmern?

Ich sollte dringend einen Termin beim Zahnarzt für die Kinder machen. Ich möchte aber erst die Küche aufräumen, in dem Chaos kann ich nicht klar denken. Ich sollte dafür aber zu allererst die Spülmaschine ausräumen. Ich würde lieber erst eine Runde mit Mollie drehen, der Himmel ist gerade so schön blau. Ich muss heute unbedingt die Betten frisch beziehen. Ich räume aber lieber erst das Kellerregal auf, das nervt mich schon länger. Ich müßte mich mal um den Garten kümmern. Das muss jetzt warten, denn …
Eine “Priorität” bezeichnet den Vorrang einer Sache, die Wichtigkeit und das zeitliche Vorgehen (danke, Google!) Das, was wichtig ist. Das, was zu allererst erledigt werden sollte. Das, was nicht aufschiebbar ist. Das hat Priorität.
Wer ist gut darin? Hand hoch!
Manchmal läuft es wie am Schnürchen. Und manchmal weiß ich einfach nicht, wo ich anfangen soll, was ich als erstes erledigen und bearbeiten soll. Unsere Nachmittage sind meist durchgetaktet, da bleibt nicht viel Spielraum; aber an den Vormittagen muss ich meine Arbeit organisieren. Und weil ich mich in den letzten Wochen viel zu oft verzettelt habe und unwichtigere Dinge zu erst erledigt habe (weil sie meistens viel schöner und angenehmer sind, als die Wichtigen!), habe ich mir meine Arbeitsstunden eingeteilt.

Alle 45 Minuten klingelt der Wecker. Der Morgen beginnt mit Emails lesen und beantworten. Leider bleibt es aber nicht immer dabei, denn in Emails werden ja viel zu oft verführerische Links mitgeschickt. Bine, schau Dir diese Pins an! Ja, was soll ich denn da machen? Ich muss da einfach drauf klicken.
Also lauten die Spielregeln jetzt: Wecker stellen, Emails lesen und bearbeiten. Nicht von fiesen Linktipps verführen lassen, ich habe schliesslich nur 45 Minuten Zeit. Klingelt der Wecker, aka mein Handy, dann wird der Laptop sofort in den Ruhemodus versetzt, damit ich auch nicht vom Pling eingehender Emails abgelenkt werde.
Ich wechsle den Arbeitsplatz und setze mich an die Nähmaschine. Wieder gebe ich mir 45 Minuten. Und ich gebe Gas, denn ich möchte so viel schaffen, wie möglich. In die Nähzeit fällt auch Zuschneiden, denn 45 Minuten lang Zuschneiden, das macht mein Rücken nicht mit.
Klingelt der Wecker, gönne ich mir entweder eine kurze Pause; gehe in die Küche, koche einen Tasse Kaffee oder Tee. Ich brauche Bewegung. Tageslicht. Mollie kuscheln. Danach mache ich weiter, wie oben beschrieben.
In den jeweiligen 45 Minuten nehme ich mir fest vor, die dringendsten und wichtigsten Dinge zu bearbeiten. Auch, wenn sie keinen Spass machen. Dies bedarf Disziplin und Konzentration, die ich, weiß Gott, nicht immer habe. Aber ich arbeite daran.
Auch plane ich Zeit zum Surfen und Klicken ein. Ich möchte ja nun doch wissen, welche Pins ich mir unbedingt ansehen muss. Oder möchte bei meinen Lieblingsblogs vorbei schauen, ob es dort was Neues gibt. Surfen ist ein unglaublicher Zeitfresser. Wenn ich mir dabei nicht selbst Grenzen setze, dann können schon mal ein bis zwei Stunden so an mir vorbei ziehen. Dann habe ich Millionen tolle Dinge gesehen, die ich alle machen könnte, habe selbst aber nichts gemacht.
Wie regelt und organisiert Ihr Eure Arbeitstage? Habt Ihr feste Rituale, welcher Job als erstes und welcher als letztes bearbeitet wird? Habt Ihr in Eurem Job überhaupt die Möglichkeit und Erlaubnis, Euch von social media Kanälen ablenken zu lassen? Habt Ihr Euch schonmal einen Wecker oder andere Hilfsmittel zu Nutzen gemacht, um Euch bei Aufgaben nicht zu verzetteln und konzentriert innerhalb einer Zeitspanne zu arbeiten?
Ich will’s wissen! Und wenn Ihr Lust habt, dann schreibt es für alle auf und verlinkt Euren Artikel hier.
Liebe Grüße, Bine (die jetzt den Ruhemodus einschaltet und sich an die Nähmaschine setzt!)
