Letzten Samstag feierte meine Schwester ihren Geburtstag. Ich sollte (durfte, musste, wollte) zur Party ein Dessert mitbringen. Nur welches? Bratapfel Tiramisu kann ich nicht mehr sehen, daran haben wir uns im Dezember überfressen. Auf Lebkuchen habe ich auch keine Lust mehr und überhaupt wollte ich was Neues ausprobieren. Also lies ich mich Ende letzte Woche in der Süßigkeitenabteilung unseres Supermarktes inspirieren. Meine Wahl fiel auf Hanuta. Ich mag Hanuta. Wer mag Hanuta nicht?

Freitagabend machte ich mich an die Arbeit und hatte schon einen genauen Plan im Kopf: es sollte eine große Schüssel für die Party geben und vier kleinere Gläser, die ich am Samstagmorgen hübsch fotografieren wollte. Samstag hatte ich aber keine Lust zu knipsen. Sonntag auch nicht. Montagmorgen dachte ich: Mist- keine Bilder gemacht, kannste nicht bloggen. Also nach der Mollierunde die Gläser aus dem Kühlschrank geholt und überlegt, wie ich sie für den Blog nett in Szene setzen könne? Dabei flutschte mir erstmal ein Glas aus der Hand und landete auf dem Küchenboden. Statt knipsen war dann erstmal putzen angesagt.
Das Hanuta Dessert wehrte sich. Meine Laune war im Keller. Erst wollte ich den “Ich blog Dich”-Gedanken gleich verwerfen, aber dann dachte ich: Egal, es muss ja nicht immer ein üppiges Shooting sein. Gläser auf den Küchentisch stellen, Foto machen, fertig. Ohne Schnickschnack. Was Ihr nicht seht, im Hintergrund stand noch ein Kerzenständer, lag noch ein Schulmäppchen, eine Zeitung und andere Kram. Den Teil habe ich abgeschnitten. Ich lasse mich viel zu oft von wundervollen und aufwendigen Food-Fotos anderer beeindrucken.
Hier mein pi mal Daumen Rezept für mein Hanuta Dessert:
10 Hanuta
500 g Quark
400 g Sahne
80 g Zucker
2 TL Vanillezucker
1 Becher Rote Grütze
gemahlene Haselnüsse
Zunächst habe ich die Hanutas (gibt es eine Mehrzahl von Hanuta?) mit der Hand in die Schüssel gebröselt. Darauf habe ich den Becher Rote Grütze verteilt. Dann mit dem Mixer Sahne steif geschlagen und mit Zucker, Vanillezucker und ein bis zwei Handvoll gemahlener Haselnüsse unter den Quark gehoben. Quarkcreme auf die Rote Grütze verteilt und zum Schluss nochmal gemahlene Haselnüsse auf der Creme verteilt. Feddich!
Soweit ich das mitbekommen habe, hat das Dessert den Gästen meiner Schwester geschmeckt. Ich fand’s gut.
Wie ist es bei Euch? Verwerft Ihr auch schonmal eine Blogidee, weil Ihr mit Euren Fotos nicht zufrieden seid? Macht Ihr Euch auch manchmal Stress, dass die Bilder nicht gut genug sind? Rennt Ihr auch, wie ein blindes Huhn, durch Eure vier Wände und sucht nach Fotoprops, mit denen Ihr Euer Rezept in Szene setzen könnt?
Manchmal fluppt es bei mir, ohne, dass ich groß drüber nach denke. Dann habe ich eine Fotoidee im Kopf und schaffe es, sie genau so umzusetzen. Und ein anderes Mal stehe ich, wie der Ochst vorm Berge, habe keine Ideen und überhaupt keinen Antrieb, den ganzen Krempel vor die Terrassentür zu schleppen und eine Bild-Szene zu kreieren. Mein Motto für 2016: Mut zur Lücke!
Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag!
Liebe Grüße, Bine
