Am 2. Dezember 2007 um 14:51 Uhr habe ich mein erstes Posting verfasst und auf was eigenes veröffentlicht. Ein Rezept. Nichts besonderes. Das Bild habe ich nicht selber gemacht, was eigentlich gar nicht geht, aber damals kannte ich mich mit Bildrechten & Co. noch nicht aus. Eigentlich müßte ich es löschen.
Blogs hatte ich einige Wochen vorher zum ersten Mal entdeckt. Auf der Suche nach irgendwas googelte ich und stoß auf einen Blog, den es heute nicht mehr gibt. Ich war gefangen von der Art und Weise, wie diese Bloggerin schrieb.
Von diesem Blog gelang ich, durch die Blogroll (Leseliste), auf andere Blogs. Ich klickte immer weiter und weiter und es eröffnete sich mir eine ganz neue Welt: Öffentliche Tagebücher, Berichte über den Alltag fremder Menschen, Geschichten über Gartenpflege und kreative Arbeiten, Postings über Hochzeiten und Neugeborene, Texte und Fotos, die ich mit großem Interesse verfolgte.
Der Wunsch war schnell geboren, auch so etwas haben und machen zu wollen. Einige Tage macht ich mir Gedanken über den Namen meines Blogs und musste dabei an den Loriot-Sketch “Das Jodeldiplom” denken. Und dann hatte ich was eigenes (… da habe ich was in der Hand. Und ich habe als Frau das Gefühl, dass ich auf eigenen Füßen stehe… das habe ich was eigenes!)
Auf meine ersten Postings erhielt ich gar keine Kommentare. Dann, mit der Zeit trudelten die ersten zwei, vier, fünf Kommentare auf meinem Blog ein. War das aufregend!
Ich kommentierte viel auf anderen Blogs, machte auf mich aufmerksam, zeigte aber auch ehrliches Interesse und aufrichtige Bewunderung den anderen Bloggern gegenüber. Ein Ziel hatte ich nicht. Ich wollte einfach nur dazugehören. Zu dieser bunten Bloggercommunity, die auf so eine nette Art und Weise kommunizierte, sich austauschte, Ratschläge gab, jubelte, Interesse zeigte. Es war ein andere Welt für mich und deswegen erzählte ich auch niemanden im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis von meiner neuen Leidenschaft Blogs zu lesen und oh mein Gott! – selber Blogartikel zu schreiben.
Langsam aber stetig rutschte ich immer weiter und immer tiefer in diese Welt ein. Mein Blog gewann neue (Stamm-) Leser. Ich tauschte mich aus und knüpfte Kontakte. Ich schaute mir ganz genau an, was die anderen so machen, erhielt dadurch eine ganz neue und frische Motivation selbst Dinge zu tun, kreativ zu werden, Rezepte auszuprobieren und mich wieder mehr und aktiv mit meiner Kamera zu befassen. Eine kreative Ader besaß ich schon damals (Kunst war immer mein Lieblingsfach und Tagebücher füllte ich wie eine Weltmeisterin), aber sie schlummerte tief in meinem Inneren während meiner Sturm- und Drangzeit und während meiner Ausbildung. Da waren andere Dinge wichtiger.
Meinen Dawanda Shop hatte ich schon ein gutes halbes Jahr vorher eröffnet. Ich verkaufte damals, während der Elternzeit, Modeschmuckketten und hatte Spass daran, abends wenn das Baby schlief, Ketten zu machen, zu fotografieren und in meinem Shop zu verkaufen. Durch den Blog hatte ich dann plötzlich eine Plattform, meine kreativen Arbeiten zu zeigen. Und ich erhielt Antworten darauf. Kommentare, die mich motivierten mehr zu machen, besser zu werden.
Mein Blog wuchs, wurde bekannter, erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Auch, wenn ich heute nicht genau benennen kann, warum er erfolgreicher wurde, freute ich mich natürlich riesig darüber. Ich machte bei vielen Bloggeraktionen mit (Foto-Challenges, PIF, Stöckchen, Blogparaden, ect.). Im Mai 2011 hatte mein damaliger blogspot-Blog 555 google friends connect Leser. Heute lesen über 5.500 Leser meinen Blog über Bloglovin. Es ist immer wieder überwältigend für mich und ich bekomme rote Ohren, wenn andere Blogger meinen Blog zu den “großen Lifestyle-Blogs Deutschlands” zählen.
Anfang 2011 entschied ich mich dazu, nachdem ich mich mit einigen engen Bloggerfreundinnen ausgetauscht hatte, Werbebanner auf meinem Blog zu veröffentlichen. Anfangs nutze ich Affiliate-Programme, aber schon bald waren mir die persönlichen Kontakte zu kleineren Labels und Unternehmen und besonders zu deren Inhabern lieber. Die Affiliates flogen runter, stattdessen buchten echte Menschen bei mir einen Platz. Die Reaktionen meiner Leser darauf waren sehr unterschiedlich. Jetzt will sie auch noch Geld mit ihrem Blog verdienen. Schrecklich, diese Blogs, auf denen es an der Seite blinkt. Werbung! Pah! Geht gar nicht. Ich war verunsichert und mir nicht sicher, ob ich damit einen falschen Weg eingeschlagen hatte. Aber ich blieb dabei. Überall blinkt uns Werbung entgegen. In jeder Frauenzeitschrift, mitten in unseren Lieblingsserien, an der Bushaltestelle, im Kino. Wenn ich Werbung nicht sehen will, dann schaue ich weg. Die Bannerwerbung in Blogs setzte sich durch. Heute meckert niemand mehr darüber. Und wenn doch, dann kann ich das mittlerweile ganz gut an mir abperlen lassen. Dies ist mein Blog. Mein virtuelles zu Hause. Ich mag die freundschaftliche Zusammenarbeit mit meinen lovely Sponsors und ich freue mich immer, wenn ich ihnen drei bis viermal im Jahr hier eine Werbeplattform mit meinem lovely Sponsor Giveaway-Postings geben kann.
Als Blogger erhält man viele Emails mit Anfragen. Anfangs fühlte ich mich sehr gebauchpinselt, schliesslich bekam (und bekomme) ich dauernd auf’s Butterbrot geschmiert, wie toll mein Blog sei und dass man gerne mit mir zusammen arbeite möchte. Irgendwann nervten sie mich, denn sie bedeuten Arbeit, die mir keinen Spass macht. Absagen schreiben macht keinen Spass und kostet Zeit, aber ich bin eine große Verfechterin vom freundlichen Umgang mit anderen Menschen. Auch, wenn mich diese Menschen mit falschem Namen anschreiben und offensichtlich Sammelmails versenden, die rein gar nichts mit mir und meinen Blog zu tun haben, bekommen sie i.d.R. eine freundliche Absage. Vor längerer Zeit schon habe ich beschlossen, dass es auf was eigenes keine sponsored posts gibt, keine Produktvorstellungen, die ich anhand von Pressemitteilungen schreibe, keine Linktauschs, keine Fotos hier veröffentlicht werden, die ich nicht selbst geschossen habe und, dass ich nicht in irgendwelchen Facebook Gruppen ewiglang darüber diskutiere, ob eine Entlohnung von EUR 50,00 nun ein guter oder mieser Deal ist.
Alles, was ich auf was eigenes veröffentliche habe ich selbst gemacht, alleine oder mit meiner Familie erlebt, gelesen, gekocht, geschmeckt, gedacht und für gut befunden.
Nichtsdestotrotz trudeln dann und wann auch ganz wunderbare Anfragen und Nachrichten bei mir ein. Z.B. wenn andere Seiten eine von mir erstellte DIY-Idee veröffentlichen wollen. Oder, wenn eine Zeitschrift meine Täschchen abdrucken möchte. Solche Anfragen sind goldwert, bestärken mich in dem was ich mache und rechtfertigen den Arbeitsaufwand, den ich gerne in meinen Blog stecke.
Mit den Jahren veränderte sich mein Blog und er machte viele Entwicklungsphasen mit. Ich wage zu behaupten, dass meine Fotos besser wurden, die Themen weiterhin vielfältig sind, aber gewissenhafter ausgewählt. Schon Anfang letzten Jahres habe ich versucht mehr Gewicht auf meine Texte, als auf meine Fotos zu legen. Ich schreibe gerne und versuche mich darin immer weiter zu verbessern. Dass Euch das gefallen würde, hatte ich anfangs nicht vermutet, aber es ist tatsächlich eingetreten. Ich versuche so persönlich wie möglich zu schreiben und dabei unsere familiäre Privatsphäre zu schützen. Ich gebe hier Dinge preis, die ich jedem Fremden auf der Strasse erzählen würde und lasse Ereignisse weg, die ich nur meinen besten Freundinnen erzähle. Manchmal ist es für mich ein Dilemma zu entscheiden, was ich hier schreibe und was nicht. Wenn ich mir unsicher bin, dann schreibe ich einfach gar nichts. Dann gibt es hier kurze Pausen. Dann wird eben nicht mehr täglich gebloggt (wie in den Jahren 2011 und 2012, in denen ich wahnsinnig viel gebloggt habe!).
Mein Blog ist mir sehr wichtig. Ich denke jeden Tag mehrfach an ihn. Aber ich bin gelassener geworden. Es gibt wichtigeres im Leben. Und trotzdem gehört er zu meinem Leben, genauso wie mein Shop, meine Facebook-Seite, mein Pinterest, mein Twitter und andere Blogs. Die Eindrücke, die ich auf all diesen Seiten erhalte, motivieren mich nach neuen Ideen umzuschauen, Gesehenes nachzumachen oder auf meine Art und Weise umzusetzen. Ich bin gerne im Internet unterwegs, teile, kommentieren, berichte, speichere, suche, lese, erfahre und lerne dort… aber ich kann es auch mal ausschalten. Und dann bin ich einfach nur Bine, Mama, Ehefrau, Tochter, Schwester, Schwägerin, Schwiegertochter, Freundin, Köchin, Taxifahrerin, Bügelfrau, Trockner-Sieb-Säuberin, Welpen-Mama, Bücherwurm, Vorleserin, Hausaufgaben-Beaufsichtigung und so weiter und so fort. Und dabei habe ich hin und wieder Ideen zu Dingen und Texten, die ich irgendwann hier mit Euch teile.
Danke, dass es Euch, meine Leser und Leserinnen, gibt. Danke, dass Ihr Interesse an was eigenes habt und dann und wann auch einen Kommentar hinterlasst. Ich bin nicht (mehr) traurig, wenn einige Postings kaum kommentiert werden- ich selbst kommentiere leider auch viel zu selten! Danke, dass Ihr bei Short Stories mitmacht und mir zeigt, dass Ihr Euch ebenfalls gerne Gedanken zu bestimmten Themen macht und diese dann in einen schönen Text packt. Danke, dass Ihr es bis hier unten geschafft und alles gelesen habt! ;-)
Liebe Grüße, Bine
PS.: Alle Texte zum Thema “i love to blog” könnt Ihr hier nachlesen. Und wenn Ihr selbst etwas zu diesem Thema schreiben wollt oder schonmal geschrieben habt, verlinken!
Noch ein PS.: Meine kleine Sketchnote zu meinem Blog habe ich Frau Hölle zu verdanken, die den Kölner Bloggern einen Workshop dazu gegeben hatte. Weitere Inspirationen habe ich mich daraufhin in dem Buch “Sketchnotes” geholt. Tolle Sache!

