Bevor wir nach Kreta flogen konnte ich mir den Namen einfach nicht merken. Tage zuvor erzählte ich jedem “… und dann wollen wir noch nach Retimo oder so fahren”. Jetzt, seit ich dort war, seit ich es mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe, werde ich den Namen und die Schreibweise sicherlich nie wieder vergessen. Re-thym-no. Eigentlich ganz einfach.

Wir fuhren mit dem Linienbus nach Rethymno. Erinnert Ihr Euch, an mein heftiges Winken und Auf- und Abhüpfen am Straßenrand, als wir ein paar Tage zuvor mit dem Linienbus nach Chania fuhren?
Genau so ein Tänzchen führte ich auf, als wir wieder am Straßenrand standen, diesmal auf der anderen Seite und nach Rethymno wollten. Es wirkte. Der Bus hielt und nahm uns mit.

40 Minuten später kamen wir am Busbahnhof in Rethymno an und bummelten zielstrebig Richtung Hafen. Kann man zielstrebig bummeln? Oder schließt sich das gegenseitig aus? Ich kann das. Bummelnderweise ein Ziel ansteuern, immer Richtung Wasser.


Der Hafen von Rethymno ist ganz anders, als der in Chania. In Rethymno stehen die Tische der Restaurants direkt am Wasser. Man spaziert also durch eine schmale Gasse zwischen Restaurant und Bestuhlung und muss aufpassen, dass die Kellner, die aus den Restaurants geschossen kommen, einen nicht über den Haufen laufen. Oder umgekehrt.

Das hat mich ein bisschen wahnsinnig gemacht, denn der Weg ist wirklich sehr schmal und die Restaurantinhaber immer darauf bedacht, jeden Touristen in das eigene Restaurant zubitten. Man bekommt also beim Slalomlauf alle möglichen Speisekarten und Menüvorschläge zackig runtergerattert. Immer mit einer einladenden Geste, doch bitte Platz zunehmen. Nein danke. Sehr freundlich, aber jetzt nicht.

Nichtsdestotrotz- der alte Hafen ist schön. Bunte Häuschen, mal blaues, mal grünes Wasser, ein paar Segelboote, die sanft gegen die Hafenmauer schwappen und obwohl sich viele Menschen durch den schmalen Grad zwischen den Restaurants durch kämpften, war es ruhig und gar nicht wuselig.
Südländische Gelassenheit, die sich auf die aus aller Herren Länder anreisenden Touristen überträgt.



Nachdem wir den Hafen hinter uns gelassen hatten, ließen wir uns treiben. Bogen mal links, mal rechts ab. Warfen einen Blick in das eine Gäßchen und entschieden, in ein anderes abzubiegen.






Schon Wochen vor unserem Urlaub hatte ich mir bei Pinterest ein Kreta-Board angelegt. Dort sammelte ich Fotos die ich einfach nur schön und beeindruckend fand, aber auch welche, die ich gerne genauso in echt sehen wollte.
Da war zum Beispiel dieses Foto hier. Wenn man es anklickt, gelangt man auf eine Flug-Buchungsseite, sehr ärgerlich. Mit der google Bildersuche habe ich versucht den Ursprung des Fotos zu finden. Leider erfolglos.
Wie auch immer, ich hatte das Foto im Kopf als wir durch Rethymno bummelten und freute mich wie Bolle, als wir plötzlich genau an dieser Ecke hier standen:


An diesem Freitag war es auf der Insel brüllendheiß. Nach drei Stunden marschieren, gucken, Fotos machen und einer kleinen Erfrischung, entschieden wir den Bus zurück ins Hotel zu nehmen. Ab an den Strand, abkühlen, planschen, ausruhen.
Uns hat Rethymno ein klitzekleines bißchen besser gefallen, als Chania. Zwar ist der Hafen in Chania für mein Empfinden hübscher, weil weitläufiger, aber dafür gab es in den kleinen Gäßchchen Rethymnos mehr zu sehen. Menschen, Pflanzen, Tavernen, Kunst- und Schmuckgeschäfte.
In jedem Fall kann ich Euch einen Besuch Rethymnos sehr empfehlen!
Ich wünsche Euch einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Bine
