Zu Beginn meiner Bloggerzeit war ich dauernd auf der Suche nach neuen Ideen. Mein Blog hatte schon recht früh den Stempel des DIY-Blogs aufgedrückt bekommen (erinnert sich noch jemand an den Brigitte Kreativ Award?), was mich anfangs ganz schön unter Druck setzte.
Permanent hatte ich nämlich das Gefühl, ich müsse neue Ideen entwickeln, suchen, umsetzen, zeigen. Dauernd war ich aktiv im Netz unterwegs, auf der Suche nach Inspirationen. Bin ich auf eine gestoßen, habe ich einen Screenshot gemacht, bzw. diese Idee später dann auf ein geheimes Board bei Pinterest gepinnt.
Ich hoffte, dass außer mir niemand sonst diese Inspiration gesehen habe. Schliesslich wollte ich was eigenes daraus entwickeln und auf meinem Blog zeigen.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück!

Heute kann ich über diese meine Gedanken nur lächeln. Mit den Jahre bin ich nicht nur schlauer, sondern auch entspannter und selbstbewusster geworden. Erstens jage ich schon lange nicht mehr der Idee hinterher und zweites meine ich: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück! Sharing is caring. Teilen bringt Erfolg und gutes Karma. ;-)
Wir alle sind tagtäglich im Netz unterwegs. Auf Blogs, Pinsterest, bei Facebook. Die Annahme, dass ich dort etwas sehe, was niemand sonst sieht, ist einfach nur dämlich. Statt Inspirationen und Ideen anderer “geheim zu halten”, bin ich mir sicher, dass das Teilen von Inhalten anderer viel mehr bringt. Ich biete meinen Lesern, Followern und Fans nämlich einen Mehrwert und das ist schliesslich Blog-Regel Nummer 1. Sagt man zumindest. Du musst einen Mehrwert bieten. Dass ich das nicht ganz so sehe, wisst Ihr ja, aber, ich stimme durchaus zu, dass ich mich als Leser freue, wenn mir jemand was Tolles zeigt oder erklärt.
Als ich Euch neulich hier von meinem persönlichen Facebook Experiment berichtete, erzählte ich Euch auch, dass ich im Monat Oktober einen Haufen Beiträge auf meiner Fan Page veröffentlicht habe. Zwischen meinen eignen (teils älteren Posts) habe ich immer wieder Beiträge anderer veröffentlicht.
Als ich davon anderen Bloggerinnen und Freundinnen, die mit dem Bloggen nix am Hut haben, erzählte, fragten mich ganz viele- Aber, wieso teilst Du Sachen von anderen? Damit machst Du doch Deine Fans auf auf andere Blogger und deren Ideen aufmerksam? Bitte denkt Euch die stirnrunzelnden und leicht besorgten Gesichtsausdrücke meiner Gesprächspartner dazu.
Ja, das tue ich und wisst Ihr was? – Das ist toll. Damit leite ich zwar wahrscheinlich – und das war absolut meine Absicht- meine Fans auf die Seiten anderer Bloggerinnen, aber das ist doch toll! Sharing is caring! Meine Fans werden deswegen nicht sagen, Oh- toller neuer Blog, den kannte ich noch nicht. Dann kann ich ja jetzt ‘was eigenes’ entfolgen! Nein, sie werden gedacht haben, Oh toller Blog, den kannte ich noch nicht, cooler Tipp, kommt in meine Leseliste.
Ich bin mir sicher, dass meine Fans mir eher “dankbar” sind, dass ich ihnen coole Seiten, DIY’s, Youtube Kanäle, ect. zeige, als dass sie durch die Empfehlung mir (und meinen Seiten) den Rücken zukehren.
Ich finde Freundinnen, die mir ungefragt das köstliche Kuchenrezept verraten, auch viel netter, als welche, die sich genüßlich in Schweigen hüllen, wenn ich den Kuchen lobe. Kennt Ihr diese Werbung, die eine zeitlang im TV lief? Von diesen zwei Frauen, wo die eine ein schickes Kleidchen trägt, die andere deswegen blaß vor Neid ist? Die Kleidträgerin freut sich diebisch darüber und nennt der anderen sogar noch eine falsche Bezugsquelle. Das finde ich doof. Wenn mir ein Freundin sagt, dass ich coole Sneaker trage, dann bedanke ich mich für das nette Kompliment. Und im zweiten Atemzug erwähne ich, wo ich die Schuhe gekauft habe.
Wissen ist Macht. Aber Wissen zu teilen ist meines Erachtens viel machtvoller, selbstbewusster und offenherziger. Statt niemandem ein Stückchen vom Kuchen abzugeben sollten wir lieber mehr Kuchen backen und diesen freimütig verteilen. Dann sitzen nämlich irgendwann viel mehr Esser am Tisch, die auch wieder teilen, sich austauschen, Tipps geben. Vom Teilen ist noch niemand arm geworden.
Gestern Morgen erwähnte mich eine Bloggerfreundin in ihrer Insta-Story. Sie erzählte in ihrer Story, dass sie ihrer Küche einen bestimmten Anstrich gegeben hätte und bedankte sich und verlinkte meinen Instagram-Account. Die Idee war aber nicht von mir. Sie war von einer anderen Bloggerin, ich hatte sie jedoch auf meiner Seite verlinkt. What goes around comes around (im positiven Sinne!). Wenn wir geben, bekommen wir zurück. Wenn wir teilen, bekommen wir am Ende mehr.
Auf Pinterest habe ich neulich eine Grafik gesehen, die ungefähr das hier sagt:
Der Gewinner folgt seiner Leidenschaft, teilt sein Wissen mit anderen, hilft anderen und unterstützt sie, nimmt Chancen wahr und riskiert dafür einiges, glaubt an sich und seine Fähigkeiten, arbeitet aber auch immer an sich selbst, empfindet Dankbarkeit.
Der Verliere arbeitet still und heimlich für sich alleine, teilt wenig, ist schnell neidisch oder eifersüchtig, hofft vielleicht sogar heimlich, dass andere scheitern, hat Angst vor Veränderungen.
Interessant, oder?
Vor einigen Jahren sagte mal eine Bloggerin zu einem kleinen Kreis anderer Blogger: Eure Sachen teile ich nicht bei mir, ihr habt schon genug Follower.
Ich sehe das ganz anders. Teile ich hübsche, praktische, schöne DIY Ideen (Blogposts) und tolle Rezepte von anderen, tue ich mir überhaupt nicht selbst weh. Im Gegenteil. Ich (bzw. mein Blog, meine Fan Page, mein Pinterest, ect.) bin dann nämlich für meine Leserschaft eine Quelle an schöner Inspiration. Und zwar Inspiration aus dem Hause “was eigenes” plus einem Haufen Inspiration aus anderen Bloggerwohnzimmern.
Statt still und heimlich am eigenen Erfolg zu arbeiten, sehe ich viel mehr Chancen im Netzwerken, im Austausch, im Teilen und Verlinken.
Sebstverständlich ist jeder seines Glückes Schmied, selbstverständlich wünsche auch ich mir, dass meine Fans mir treu bleiben, bei mir lesen, meinen Blog verlinken, meine Nähanleitungen nacharbeiten. Aber ich bin nicht the one and only. Es gibt so viele inspirerende gute Bloggerinnen- lasst uns lieber zusammenarbeiten und gegenseitig unterstützen.
Amen.
Durch die vielen Gespräche zu diesem Thema in den letzten Wochen, musste ich meine Gedanken dazu heut einfach mit Euch teilen. Ich bin gespannt, wie Ihr das seht?
Habt einen schönen Sonntag! Liebe Grüße, Bine
