Rückblick

Das war mein Mai 2020.

Das war mein Mai – ein Monatsrückblick Kolumne ~

Vier Wochen sind vergangen. Vier Wochen in denen sich für uns nicht viel geändert hat, die Welt aber langsam wieder in Schwung kommt. Nein, nicht die Welt: Deutschland. Von der Welt mag ich gar nicht reden.

Das war mein Mai 2020 - Monatsrückblick Kolumne von waseigenes.com | #waseigenes #monatsrückblick #Diesteln

Zu Beginn des Monats heißt es, dass Zoos und Museen wieder öffnen sollen, die Öffnung der Spielplätze in NRW sollen folgen. Ausserdem startet Ende April/ Anfang Mai eine neue Homeschooling Zeit für die Kinder. Die Osterferien sind vorbei, jetzt gibt’s Stundenpläne für tägliche Videokonferenzen.

Das war mein Mai 2020.

Anfang Mai spielen wir Kino, machen Popcorn und gucken zusammen Peter Pan. Absolut empfehlenswert. Am Sonntag suchen wir zum allerersten Mal Caches bei uns am See und im Wald. Wir sind angefixt, haben es seitdem aber noch nicht wieder gemacht, geschafft. Die Zeit rinnt durch die Finger.

Zum Nähen habe ich aktuell gar keine Lust. Wenn überhaupt, dann nähe ich Masken. Allerdings schimpft die Große schon länger über ihren Bettbezug. Der sei zu groß, das Inlet verrutscht immer. Kurzerhand schneide und nähe ich den Bezug mit der Overlock kleiner.

Der Termin beim HNO Arzt findet statt. Wir tragen die ganze Zeit Masken, nur für die Untersuchung dürfen und müssen die beiden sie kurz abnehmen.

Besorgungen werden getätigt. Mehr nicht. Im Einkaufszentrum müssen vor jedem Laden erstmal Regeln gelesen werden, bevor man eintritt. Es ist okay, aber irgendwie auch stressig. Bummeln geht gar nicht.

Mein Pony ist zu lang, ich brauche neue Farbe, was freue ich mich auf den baldigen Friseurtermin.

Herrliches Wetter, Garten, Blumen, draußen leben.

Mein zweites zu Hause ist mittlerweile die Gärtnerei. Da ist nicht viel los, ich finde alles, was ich haben will. Von Woche zu Woche wird unser Garten bunter.

Das Wetter ist traumhaft. Also für uns Menschen. Nicht für die Natur. Im Wald hat’s Pappelwolle geschneit – die übrigens ein paar Tage später brennt und gelöscht werden muss. Mittlerweile ist der Bolzplatz wieder auf. Trotzdem müssen Regeln befolgt werden.

Am 10. Mai ist Muttertag. Seit Wochen, nein seit Monaten, besuchen wir endlich mal wieder meine Eltern. Es gibt Tortenboden mit Erdbeeren, der in null Komma nix verputzt ist. Heute habe ich leider kein Foto für Dich.

Eine Woche später backe ich ihn selber zum ersten Mal und teile mit Euch das Rezept.

Jetzt dürfen wir wieder – essen gehen, zum Friseur, shoppen.

Nun haben auch einige Restaurants wieder auf. Es ist so schön, dass wir uns draußen wieder sehen, wieder gemeinsam essen und quatschen können… aber es ist anders. Nicht so gemütlich. Die Tische stehen weit auseinander, die Kellner tragen Mundschutz und Handschuhe. Auf dem Weg zur Toilette muss man Maske tragen.

Und so sitze ich auch beim Friseur. Ja, es ist jetzt normal immer und überall dieses Ding anzuhaben… dennoch komme ich mir damit manchmal noch komisch vor.

Unsere Masken-Kollektion hängt an der Heizung neben der Haustüre. Verläßt einer das Haus, rufen zwei andere: Haste’ne Maske dabei?

Die Große und ich müssen in den Sportladen. Vor einer gefühlten Ewigkeit haben wir dort etwas für sie bestellt. Dann kam Corona, alles abgesagt, alles gestrichen, vieles vergessen. Sport soll bald wieder losgehen – da fällt uns unsere Bestellung ein. Auch hier: Maske auf, nacheinander in den Laden eintreten, … immer das gleiche Spiel.

Überall Absperrgitter, Absperrband, Verhaltensregeln. Wie im Film.

Die einen feiern Vermählung, die anderen feiern Scheidung. Ich stoße mit an, gratuliere zum neuen Lebensabschnitt.

An Vatertag fahren wir in die Eifel. Ich habe ein bisschen Angst, dass zu viele andere auch diese Idee haben, aber es geht. Die meiste Zeit laufen wir vier und Mollie allein den Traumpfad. Es ist brüllend heiß und traumhaft schön. Trotzdem sind wir traurig, dass die alljährliche Vatertagsaktion auf unserer Kirchwiese in diesem Jahr nicht statt findet.

Seit Mitte März hat mich die Kauflust verlassen. Ich war nicht shoppen und habe so gut wie nix online bestellt. So langsam kommt der Wunsch aber wieder, mal nach schönen Dingen Ausschau zu halten. In einem Deko-Laden finde ich einen Teller und ein Schüsselchen für meine Rezepte-Fotos.

Viel lieber fahre ich aber mit dem Sohnemann mit dem Rad zum Bauernhof und kaufe Erdbeeren und Blumen.

Im Mai sitzen wir oft auf der Terrasse und bemalen Steine. Die nehmen wir dann zu unseren Spaziergängen mit und verstecken sie im Wald.

Bitte Abstand – diese zwei Worte habe ich bis vor einigen Monaten noch mit ganz anderen Augen gesehen und gelesen. Mittlerweile sind sie zum Mantra geworden.

Zum ersten Mal Schule – nach 10 Wochen!

Am 27. Mai hat die Große zum ersten Mal Schule. Wir sind alle ganz wuschig. Schule! Zeitig aufstehen, Brot schmieren, Wasserflasche füllen. Wie ging das nochmal alles? Ach ja, Maske nicht vergessen.

Drei Tage später hat der Kleine zum ersten mal Schule. Als er nach Hause kommt, sagt er, er möchte seinen Alltag zurück! Er möchte wieder in die Schule. Das er das jemals sagen würde. Mal sehen, wie es nach den Sommerferien aussieht. Bis dahin darf er nur noch zwei- oder dreimal gehen.

Im Internet sehe ich überall diesen Dalgona Coffee. Musste ich ausprobieren. Ist okay, aber zu süß, zu bitter, zu ich weiß nicht. Kennt Ihr diese neue Kaffeespezialität? Da wird der Kaffee aufgeschäumt und auf warme oder kalte Milch gegeben. Hier habe ich es erklärt und das Rezept geteilt.

Waffeln haben wir seit langem mal wieder gebacken. Natürlich habe ich Das beste Waffelrezept ever gemacht. Mit Erdbeeren, Vanilleeis und Schokosauce schmecken sie doppelt so gut!

Das beste Waffelrezept ever von was eigenes | #Waffelrezept #waseigenes #Grundteig

Der Mai endet mit einer tollen Fahrradtour mit Freunden. Das Ziel ein Waldbiergarten, ein groooßes Radler und ein köstlicher Salat mit Ziegenkäse und Honig. Als wir ankommen ist noch wenig los, erst später füllt sich der Biergarten. Wir sitzen unter freiem Himmel, Masken müssen nicht getragen werden. Es ist wie früher – und dabei denke ich dauernd: dürfen wir das?

Heute kommen Freunde zum Kaffee. Das Wettervorhersage ist spitze, wir werden draußen sitzen, Kaffee trinken, Kuchen essen.

Aufbruch, Rückzug, Verwirrung, Unsicherheit.

Jede Woche gibt und gab es nun Lockerungs-Neuigkeiten. Das macht mich ganz verrückt. Mit der Familie, mit Freunden wird fröhlich diskutiert und sich ausgetauscht. Die einen meinen, man dürfe dieses, die anderen sagen, das sei noch nicht erlaubt. Ich meine, wir dürfen das so machen, die anderen meinen, das ginge schon längst. Aufbruch, Rückzug, Verwirrung, Unsicherheit.

Ich fühle mich so ein bisschen, wie auf einem Zwischengleis. Einerseits scheint jetzt wieder ganz viel möglich zu sein, andererseits muss und soll man aber noch so viel beachten.

Corona ist nicht weg. Aber es treten andere Schlagzeilen in den Vordergrund. Diese Kindergärtnerin, dieser idiotische Präsident, dieser schreckliche Vorfall in Minneapolis, diese verrückten Demonstranten.

Und was gab’s im Mai auf dem Blog?

Der Mai stand ganz im Zeichen der Erdbeere. Ich habe einen Tortenboden gebacken und mit Erdbeeren belegt, habe einen Schoko-Erdbeerkuchen und eine Erdbeer-Biskuitrolle gebacken.

Der Mensch lebt aber nicht nur von Erdbeeren! Herzhaftes hat es hier auch gegeben: Pasta mit cremiger Tomatensauce, einen fixen Makkaroni-Auflauf, Club Sandwich und Pizza mit Spiegelei.

Ich habe Euch einen Einblick in unseren bunten Garten gegeben und habe Pusteblumen haltbar gemacht – zwei stehen immer noch auf dem Esstisch.

Nun steht also der Juni vor der Türe. In vier Wochen sind Sommerferien. Davor findet kein Wandertag, kein Sportfest, kein Stadtfest, keine Zeugnisübergabe statt. Die Kinder werden nur ein paar mal zur Schule fahren. Es bleibt alles beim Alten. Beim Neuen-Alten.

Ich wünsche Euch einen schönen Pfingstsonntag! Genießt das schöne Wetter. Morgen melde ich mich hier wieder mit einem leckeren Reis Gericht.

Liebe Grüße
Bine

was davor geschah
nächster Artikel

2 Comment

  1. Reply
    Brigitte R.
    31. Mai 2020 at 12:29

    Liebe Bine,
    beim Lesen deiner Zeilen muss ich richtig schlucken. Du bringst es so auf den Punkt! Leben ,so anders.
    Unsicherheit, neue Prioritäten! Was mir im Moment am meisten fehlt, ist das Umarmen lieber Menschen. Abstand halten, wenn meine Kinder mich besuchen… fast nicht zu ertragen.
    Aber das Innehalten hat auch gut getan und neue, andere, bessere Wege gezeigt. So hat alles seine 2 Seiten.
    Heute gibt es wieder Waffeln nach deinem Rezept! Mein Mann meinte eben beim Ausschlecken der Schüssel, der beste Waffelteig…ever!!!!
    Hab ein schönees Pfingstwochenende mit deinen Lieben
    liebe Grüße
    Brigitte

  2. Reply
    nina. aka wippsteerts.
    5. Juni 2020 at 02:29

    Oh ja, ein sehr spezieller Monat. Gefühlt kamen so manche Lockerungen zu früh, da viele Menschen nun meinen, ich hab ne Maske auf. Aerosole ist das was kaum einer auf dem Schirm hat, dabei wurde schon früh Filme (Kältekammer, Slowmotion…) gezeigt, wie weit Atem gehen kann, auch ohne Husten. Dieses Virus hat alles verändert. Pfingsten haben wir zum ersten Mal unsere Eltern wiedergesehen, seid X Tagen. Aber was Du sonst so auf dem Blog geteilt hast, ist doch schön. Auf einen schönen Juni, der mit Rekordhitze und Regen beginnt.
    Liebe Grüße
    Nina

Schreibe einen Kommentar