Letztes Jahr hatten wir einen fitten Hund, aber keinen Hundestrand in der Nähe. Dieses Jahr hatten wir ganz viel Hundestrand, aber einen verletzten Hund. Ironie des Schicksals.
Schön war es dennoch. Und es tat so gut. Fünf Tage lange den Wind um die Nase wehen zu lassen, die Meerluft einzuatmen und möglichst wenig an den Alltag und das volle Mail Postfach zu denken.
Wie Ihr schon in meinen 12von12 gesehen habt, es gab einen Schnitt an diesem Tag. Wir waren am Meer, genauer an der Nordsee, noch genauer im Blumenbadeort Noordwijk an Zee in Holland. In knapp drei Stunden waren wir da und haben uns immer wieder gefragt, warum wir das nicht schon viel früher gemacht haben?
Noordwijk ist ein wirklich schönes Urlaubsörtchen, das viel zu bieten hat: einen 13 km langen weißen Sandstrand, Dünen, eine Strandpromenade und eine kleine Einkaufsstrasse mit Klamottenläden, Nippeskram-Geschäften, Cafés und tollen Deko-Läden. Oh ja- Deko, Deko, Deko!
Beim Bummeln und Radfahren stießen wir auf zwei Strandpavillons, von denen ich heute berichten möchte.
Von Jules bekam ich den Tipp unbedingt dem Strandclub Witsand einen Besuch abzustatten. Goldwert, dieser Tipp, denn das Witsand hat uns alle sofort begeistert. Bei 12° Grad, steifer Brise und hohem Wellengang saßen wir auf der Terrasse, eingemummelt in Wolldecken, zwischen dicken Kissen und tranken heiße Schokolade. Vor uns eine in den Tisch eingelassene Feuerstelle, an der wir uns die kalten Hände wärmen konnten. Dabei den Blick auf’s Meer und chillige Musik in den Ohren. Traumhaft!
Gegessen hatten wir zu vor im t’ Pannekoekenhuis (Pfannkuchen mit Ziegenkäse, Honig und Walnüssen – köstlich!) und so gab’s nur Getränke, das Meer und ganz viel Entspannung!





Die Holländer haben es einrichtungstechnisch einfach drauf. Industriedesign gemischt mit groben Textilien und Holz, welches aussieht, als wäre es gerade am Strand angespült worden. Ich möchte bitte umziehen!
Am Abend googelte ich das Witsand, um mehr über diesen Strandclub zu erfahren und stieß dabei auf den Branding Beach Club. Zwei Tage später fuhren wir mit den Rädern zum Branding, um dort Mittag zu essen. Die beiden gehören wohl zusammen, sind auch recht ähnlich eingerichtet und doch irgendwie anders. Das Branding hat keine so gemütliche Terrasse mit Sofas, jedoch gibt es auch dort die Tische mit der Feuerstelle.
Wenn ich das richtig verstanden habe- ich muss einfach holländisch lernen- dann ist das Branding eines der wenigen oder das einzige Strandrestaurant, welches auch am Winter geöffnet hat, während alle anderen schliessen. In dieser Zeit heisst es dann Winterlodge. Warum auch immer? Ist auch egal- sehr cooles Restaurant, halb Bretterbude, halb Gewächshaus mit super freundlichem Service und natürlich einem unschlagbaren Ausblick. Klaro- Strandrestaurant!


Gegessen haben wir Club Sandwiches und Caesar Salad. Auf Kinder ist das Branding nicht wirklich eingerichtet, aber der freundliche Kellner ermöglichte eine Schale Pommes mit Mayo für den kleinen Mann. Gott sei dank! ;-) Mein Salat war köstlich, von den Club Sandwiches habe ich nichts abbekommen, was wohl für sich spricht.
Den lädierten Hund ließen wir am letzten Tag in die Fluten. Eine Woche zu vor hatte Mollie sich die Pfote durch eine Scherbe aufgeschlitzt und sollte eigentlich nicht in den Sand. Vier Tage waren wir streng, danach ließen wir ihr den Spass und spülten die Pfote anschliessend gut mit Leitungswasser aus. Allein das ist schon ein Grund nochmal nach Noordwijk zu fahren: Damit Mollie auch auf ihre Kosten kommt.

Der Strand von Noordwijk ist eine Wucht. Lang und breit, schneeweiss und super sauber.
Das Städtchen bietet viele schöne Geschäfte- von Klamotten, über Nippeskram bis hin zu toller Deko findet man alles. Und weil Noordwijk nur ca. 30 Minuten von Amsterdam entfernt ist, fuhren wir an einem Tag in die Hauptstadt. Leider war das Wetter an diesem Mittwoch ziemlich bescheiden, so dass wir nur ein bisschen durch die 9 Stratjes bummelten und danach wieder ins beschauliche Noordwijk zurück fuhren.
Liebe Jules, danke für den Witsand-Tipp. Ich kann es kaum erwarten, die beiden Strandclubs mal im Frühjahr, im Sommer oder wieder im Herbst zu erleben. Aber noch mehr wünsche ich mir, diesen Ort im Frühling, wenn die Tulpen blühen, zu besuchen!
Verträumte Holland-Grüße, Bine



