{Werbung ohne Auftrag – Buchtipp: Fritz und Emma}
Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Buch gestoßen bin. Ich habe die Inhaltsangabe und die Rezessionen nur überflogen, habe mir eine Leseprobe runtergeladen und blieb hängen. Das war ein Zufallsglücksfund.
Was für eine schöne Geschichte! Fritz und Emma – so ein einfacher Titel, der alles umfasst, worum es hier geht. Um zwei Menschen, die sich einst liebten und dann von heute auf morgen kein Wort mehr mit einander sprechen. Jahrelang. Beinahe ein Leben lang. Rund 70 Jahre. Obwohl sie im gleichen Dorf wohnen.

Buchtipp: Fritz und Emma
Es geht aber nicht nur um Fritz und Emma. Es geht auch um Jakob und Marie. Das junge Paar zieht in das kleine verschlafene Dorf Oberkirchbach. Jakob ist der neue Pfarrer der Gemeinde. Er arbeitet Tag und Nacht, geht in seinem Job auf, fühlt sich in Oberkirchbach pudelwohl und kann sich ein Leben dort sehr gut vorstellen.
Marie sieht das anders. In dem Dorf ist einfach nichts los. Sie hat keine Freundinnen dort, findet keinen Job. Aber sie gibt sich Mühe, versucht ihren Mann zu unterstützen und ist offen für neue Bekannte. Und so lernt sie peu a peu die Menschen und deren Geschichten in Oberkirchbach kennen.
Der 92-jährige, stets griesgrämige Fritz und die gleichaltrige wortkarge Emma, die reizen Marie ganz besonders. Sie knüpft Kontakt zu den beiden Alten, denn sie ahnt, dass die beiden eine gemeinsame Geschichte haben müssen. Eine Geschichte, über die niemand sprechen möchte.
Und dann lernt der Leser Fritz und Emma kennen.
Die beiden wurden am selben Tag im Jahr 1927 geboren, waren als Kinder befreundet, als Teenager verliebt, waren füreinander bestimmt. Dann kam der Krieg und danach ein völlig veränderter Fritz nach Hause. Es kommt eins zum anderen, Höhen und Tiefen und dann der Bruch. Für immer.
Abwechselnd erzählt Barbara Leciejewski die Geschichte von Fritz und Emma und die Ereignisse in der Gegenwart. Marie ist ein Wirbelwind. Sie knüpft Kontakte, bringt Menschen zusammen, nimmt sich dem bevorstehenden 100-jährigem Dorf Geburtstag an. Dazwischen ist sie mir manchmal etwas zu mürrisch und unzufrieden, aber da kann man ganz gut drüber weglesen.
Daumen hoch! Leseempfehlung.
Mir hat die Geschichte von Fritz und Emma und Marie und Jakob super gut gefallen. Es geht eben um Menschen und diese zeichnet Barbara Leciejewski wirklich ganz wunderbar. Man taucht ein in dieses verschlafene Dorf, mit dem leeren Marktplatz, den geschlossenen Kneipen, der leer stehenden Festhalle, in der einst das Dorf feierte.
Oberkirchbach – das werden viele kennen, die in einem Dorf wohnen und einmal wohnten. Die Bevölkerung wird älter, die jungen Zugezogenen in den Neubaugebieten, haben keinen Bezug mehr zu der Geschichte des Ortes. Dorffeste, Frühschoppen, eine Kneipenkultur,… all das gibt es nicht mehr.
Marie schafft es, dieses verschlafene Nest wieder etwas wach zu rütteln… und ja klar, die Leserin/ der Leser ahnt schon, wohin die Reise geht. Aber der Weg, der ist schön beschrieben.
Ich war am Ende so beseelt von Fritz und Emma, dass ich mir direkt danach ein weiteres Buch von Barbara Leciejewski gekauft habe. Auch ganz toll! :-) Empfehlung dazu kommt demnächst.
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und allen Mamas einen schönen Muttertag. Das Wetter – zumindest hier im Rheinland – ist ja heute ein Träumchen!
Liebe Grüße
Bine
- Leciejewski, Barbara (Autor)
Letzte Aktualisierung am 2025-08-20 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
