Acht? Acht! Kinder, wie die Zeit vergeht. Mutti wird ein bisschen sentimental!
Mit Acht ist man schon sooo groß. Man geht in die zweite Klasse, man kann super lesen und super rechnen. Mit der Rechtschreibung hapert es noch ein wenig- und ich sach noch “wir haben früher erst mimimi und mamama gelernt und dann wussten wir, wie man es schreibt!” Aber auf mich mag man nicht hören. Mit Acht nimmt man an der Homepage AG teil, was einem sehr gelegen kommt, denn elektronische Spiele sind das A und O. Mit Acht läßt man aber auch mit sich reden und akzeptiert, wenn Mama und Papa sagen “Heute keine elektronischen Geräte!” Man verdreht aber auch die Augen, wenn Mama und Papa neunmalklug sagen “Spiel mit Autos. Oder Bauklötzen. Oder langweile Dich!”.

Mit Acht geht man dreimal die Woche nachmittags zum Sport. Weil man das so will. Mama findet das super, denn dann fällt die Diskussion wegen der elektronischen Geräte weg, dafür sitzt Mama dauernd im Auto. Mit Acht spielt man auf dem Klavier “Echt Fründe stonn zusammen!” und “Im Märzen der Bauer sein Rößlein einspannt!”. Mit Acht versucht man aber auch die Lieder nachzuspielen, die die große Schwester gerade lernt.
Mit Acht düst man schon lange alleine mit dem Roller zur Schule, freut man sich auf den Schwimmunterricht, findet man Hausaufgaben doof und überflüssig, diskutiert man wie ein Großer, findet man Fußball immer noch uninteressant, mag man nach wie vor am liebsten Apfelpfannkuchen, Nudeln mit Ketchup und ein Brot mit Nutella. Erbarmt man sich aber auch hin und wieder und tut der Mama einen Gefallen, in dem man mal was anderes probiert! Nur probiert! Freut man sich wie Bolle, dass Mama zum Geburtstag Mohnkuchen gebacken hat. Mit Acht schreibt man WhatsApp mit Oma, ist man sich über die Zukünftige immer noch sicher, möchte man Freitagabend länger aufbleiben, macht man dann mit Papa selber Popcorn, drängelt man auf Kuschel-Lese-Zeit vor dem Schlafengehen, schaut man morgens im Bad in den Spiegel, freut man sich über das Bob-Geschenk der großen Schwester.
Mit Acht denkt die Mama: Noch zweimal, dann ist hier Schluss mit Geburtstagspostings. Und: als sie anfing zu bloggen, war der Achtjährige noch im Bauch. Unvorstellbar.
Happy Birthday, kleiner großer Mann!
