Seit 12 Jahren gibt es den was eigenes Blog.
Ich sitze vor einer leeren Seite und weiß nicht genau, wie und wo ich anfangen soll. Danke sagen möchte ich. Natürlich. Das gehört sich schließlich ja auch so. Aber noch so viel anderes schwirrt mir gerade im Kopf rum.
12 Jahre was eigenes – mein Gott! 12 Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Saß ich vor 12 Jahren meist am späten Abend, mit dickem Bauch, wenn meine Tochter (sie war damals zwei Jahre alt) selig schlummerte, vor meinem ollen PC und saugte Blogbeiträge anderer auf, so gehört das Schreiben, Lesen und Arbeiten an und für diesen Blog heute zu meinem Alltag, ja sogar zu meinem Job.
Es startete als Hobby. Nichts anderes. Und dann hatte ich was eigenes.
Ich entdeckte zufällig Blogs in diesem Internet, ich wollte mitmachen und dazu gehören. Mehr nicht. Ich gründete was eigenes. Eine wahnsinnig tolle Gemeinschaft war das damals. Ist es heute auch noch, irgendwie, aber anders.
Früher haben wir uns auf unseren Blogs gegenseitig besucht, heute findet der Austausch immer mehr auf Instagram statt. Früher lasen und konsumierten andere Blogger Blogs, heute liest jeder Blogs. Früher habe ich im privaten Raum gar nicht bis selten über meinen Blog gesprochen, heute wissen alle Freunde Bescheid, was ich hier so tue.
waseigenes wird besucht und angeklickt, aber Spuren werden immer seltener hinterlassen. Ich bedaure es zutiefst, aber ich habe auch großes Verständnis, packe mir in die eigene Nase, denn ich kommentiere auch viel zu selten.
Um so glücklicher und dankbarer bin ich , wenn sich LeserInnen Zeit nehmen, eine kleine Spur hier, bei Instagram oder auf Facebook zu hinterlassen. Wenn sie mir ihre Gedanken, ihre Meinung, auch ihren Rat hier ins Kommentarfeld schreiben.

Wo soll das alles noch hinführen?
Ich hatte nie einen Plan, ich habe nie eine Nische bedient. Ich habe in all den Jahren immer das geteilt und gezeigt, was mich interessiert, was ich gebacken, genäht, gekocht, gemalt, gedacht und erlebt habe. Ich habe meist ganz spontan aus dem Bauch heraus gebloggt, habe immer mal wieder Werbung für meine Schminkttäschchen gemacht und geknipst, was mir vor die Linse kam. Ich brenne nicht für eine Sache. Ich habe viele Interessen und die spiegeln sich hier eben wieder. Es ist mein ganz persönlicher Gemischtwarenladen. Dass Nischenblogs besser funktionieren würden, das wurde mir schon oft gesagt. Nicken, lächeln, weitergehen. Ich bin meine eigene Nische. Und das meine ich überhaupt nicht überheblich. Im Gegenteil.
Und trotzdem frage ich mich manchmal wo und wofür waseigenes (heute) steht und wo das alles noch hinführen soll?
Er ist kein Mama-Kleinkind-Blog (mehr) – wer er das jemals? Er ist aber auch kein Ü-40/ Ü-50-Blog. Er steht irgendwo dazwischen.
Ich stehe irgendwo dazwischen.
Windeltaschen, U-Heft-Hüllen, Ausflüge, Babyschwimmen, … Themen, die hier schon länger keine Themen mehr sind. Wobei meine Kinder hier sowieso immer nur am Rande Thema waren. So verstehe ich auch nicht so wirklich diese Entwicklung von Frauen, die permanent ihren Kinder mit der Handykamera hinterherrennen und jeden Pups und jedes Problem mit der Welt teilen müssen? Ich habe Sorgen und Fragen immer mit Freundinnen bei einer Tasse Kaffee geklärt und besprochen. Selten, eigentlich nie mit meinen Followern. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für sowas. Vielleicht hat sich das Internet und Social Media in den letzten Jahren auch einfach nur verändert.
Ich gehöre aber auch (noch) nicht zu den Frauen, deren Leben sich um flügge-werdende-Kinder, Wechseljahre, ihre Mode und die Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit von Frauen über 40 befassen… was nicht bedeutet, dass es diese Themen nicht in meinen Freundinnenkreisen gibt.
Es gibt viele Themen, die mich interessieren, die ich hier aber nicht thematisiere. Politik? Sex? Mode? Klar, können wir drüber reden, aber nicht hier.
DIY, backen, kochen, nähen, hin und wieder ein Ausflug oder eine Reise und Gedankenschnipsel – das sind meine Themen, meine Interessen und dass ist das, worüber ich gerne schreiben möchte und was ich hier gerne zeigen und teilen mag. Also bleibt alles wie es ist?

Blogs sind heutzutage nix Verrücktes mehr.
Bloggen oder überhaupt eine social-media-Präsenz ist heute ganz normal. Selten treffe ich Menschen, die keine Ahnung haben, was ein Blog ist. So viele Leute, Freunde und Bekannte haben mittlerweile einen Instagram Account und teilen dort ein Bild aus dem Urlaub oder von blühenden Hortensien in ihrem Garten. Auch der Whatsapp Status wird immer häufiger befüllt. Dass man andere Menschen am eigenen Leben teilhaben läßt ist heute nichts mehr Verrücktes. Privat ist in ganz schön dehnbarere Begriff.
War mein Blog einige Jahre lang mein kleines schönes Geheimnis, erhalte ich heute hin und wieder Kooperationsanfragen und werde ich immer öfter von Menschen aus dem echten Leben darauf angesprochen. Oder Freundinnen und Bekannte erzählen mir, dass deren Freundinnen oder Kolleginnen meinen Blog lesen.
Von Ruhm und Ehre und dem Wunsch sich in ein Schneckenhaus zurück zu ziehen.
Wenn ich im echten Leben auf meinem Blog angesprochen werde, dann erfüllt es mich meist mit Stolz und oh-wie-schön-Freude. So sagte mir z.B. mal eine Frau in der Schule meiner Kinder: Ach, Du bist ja bis über die Stadtgrenze bekannt. Schön, dass wir uns mal kennenlernen.
Aber ich fühle manchmal auch Unbehagen. Es verunsichert und hemmt mich, weil sie einfach so viel mehr über mich und von mir wissen, als ich von ihnen.
Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn Authentizität – ein Wort, dass im Zusammenhang mit Bloggen schon ziemlich abgelutscht ist – ist aber genau das, was ich will und was ich bin. In all meinen Artikeln fließt immer ganz schön viel Bine mit rein. Ich bin nicht der Typ, der z.B. auf Insta unter jedes Fotos schreibt: Ich wünsche Euch einen schönen Tag/Abend/Montag/Dienstag/Wochenende/blabla.
Wenn ich hier schreibe, dann erzähle ich. Mal mehr mal weniger, aber immer bodenständig und persönlich. Anders wäre doof. Und wenn ich nichts zu sagen habe, dann halte ich einfach die Klappe.

Zweck der Existenz.
Wir führen ein starke Liebesbeziehung, mein Blog und ich. Sind ein bisschen wie ein altes Ehepaar. Wir müssen nicht mehr jeden Tag Zärtlichkeiten austauschen, wir wissen, dass wir uns haben und das fühlt sich sehr gut an.
Was ist also der Zweck dieses Blogs? Ich möchte inspirieren, teilen, motivieren und schreiben. Das ist es. Ich möchte, dass Ihr Euch hier wohl fühlt und, dass Ihr von hier etwas mitnehmt. Ein Kuchenrezept, eine Nähanleitung, einen Gedanken.
Stetiger Wandel. Ich hab’s immerhin bis hierhin geschafft, ich hab was eigenes.
In den vergangenen 12 Jahren haben sich einige Türen geschlossen, andere gingen zaghaft auf, wieder andere wurden fast eingetreten. Mein Leben, mein Blog, dieses Blog-Business ist im stetigen Wandel. Blogs sind tot – das habe ich schon so oft gehört und nie geglaubt. Wenn Instagram morgen den Laden dicht macht, dann sind was eigenes und ich immer noch hier.
Was ich heute noch nicht weiß – und ich gar nicht wissen will – ist, wo ich in ein paar Jahren stehen werde. Wer weiß, was mich in fünf, in zehn Jahren umtreibt?
Werde ich Euch weiterhin begeistern und mitnehmen können mit dem, was ich hier veröffentliche? Wird mein Blog und meine Themen für Kooperationspartner noch interessant sein? Werden mir irgendwann die Ideen ausgehen? Werde ich die Lust zu Schreiben und online präsent zu sein verlieren? Keine Ahnung. Wir werden sehen.
Ich danke Euch von Herzen!
Heute kann ich nur sagen: Ich bin zufrieden, sogar glücklich. So wie es ist, ist’s gut.
Ich danke Euch – meinen Leserinnen und Lesern – von Herzen, dass Ihr mich an meiner virtuellen Kaffeetafel besucht, dass Ihr dann und wann eine Spur hinterlasst und mir Eure Meinung geigt. Ich danke Euch, dass Ihr Rezepte nachkocht, Nähanleitungen runterladet (und Euch dafür bedankt), dass Ihr mir noch nie ein böses Wort vor die Füße geworfen habt. Ich weiß das alles sehr zu schätzen.
Und jetzt ist diese leere Seite gar nicht mehr leer und weiß. Allen, die mir bis hier unten gefolgt sind, rufe ich ein fröhliches: Wie schön! & Danke! zu.
Solltet Ihr Zeit und Lust haben, einen Kommentar zu hinterlassen, dann würde ich mich auch über ein kleines Feedback freuen. Was Euch so interessiert, welche Themen, Aktionen, Ratschläge ich Euch geben darf?
Ich wünsche Euch einen schönen Montag
und einen guten Start in die neue Woche!
Liebe Grüße, Bine
