
Geschenkpapier wollte ich kaufen. Mehr nicht. Meine Weihnachtsdeko-Kiste ist voll, ich bin bestens ausgestattet mit Teelichtgläsern, Papiersternen, Kugeln, Lichterketten, Kissenbezüge,… alles da.
Gefährliche Stil Manipulation.
Aber wenn man schonmal in so einem Deko-Nippeskram-Laden ist, dann kann man ja auch mal gucken und so lief ich erst einmal zwischen den dekorierten Tischen und Auslagen, bevor ich mir Geschenkpapier aussuchen wollte.
Ach, so ein dekorierter Tisch mit allem drum und dran sieht ja einfach toll aus. Alles passt farblich zusammen, einzelne Teile wirken im Ganzen besonders hübsch. Hier ein paar Sterne, da Schleifen, Kugeln, kleine Dekobäume und -figuren, Untersetzer, unechte Zweige und Blumen – eine kleine Weihnachtswelt.
Und alles in rosa.
Altrosa, helles rosa, dazu dunkles grün und bordaux. Alles so hübsch und hach! Soll ich was mitnehmen? Nur ein bisschen?


Ich war versucht Weihnachtsdeko zu kaufen, konnte mich aber nicht entscheiden, was genau ich einpacken sollte. Kugeln? Kerzen? Bänder? Kleine Figuren? Wenn ich das eine nehme, dann muss ich das andere nehmen und wenn ich das auch noch nehme dann… ähhh?! Ich war völlig überfordert. So viel Auswahl und so viele Entscheidungen. Ich fuhr heim, ließ sogar das Geschenkpapier links liegen. Zu Hause setze ich mich auf die Wohnzimmercouch, sah mich um und überlegte, wie es hier in den nächsten Wochen aussehen soll. Ein bisschen rosa Kram besitze ich. Zumindest Kissenbezüge, aber nichts Weihnachtliches.
Drüber reden hilft!
Hin und her gerissen, griff ich zu meinem Handy und quatschte in die Kamera. In einer kleinen Instagram Story fragte ich meine Follower, in welchen Farben sie dieses Jahr dekorieren und was sie von rosa halten?
Die ersten Antworten trudelten umgehend ein. Nein, kein rosa. Bleib bei rot! Bleib bei Deinen Weihnachtsfarben, gib nicht so viel Geld aus und überhaupt, scheiß auf den Trend. Ja, aber, aber, aber – alle zeigen doch jetzt diese Farben und alle anderen haben sowieso viel coolere und schickere Deko als ich.
Bei einigen Nachrichten habe ich richtig laut gelacht, bei anderen musste ich schmunzeln und einige trafen mit ihrer Aussage voll ins Herz. Eine schrieb: du hast doch mal über Traditionen geschrieben, damit hast Du mich damals total inspiriert. Ja, stimmt.
Ich liebe Traditionen.
Traditionen und Rituale sind wundervoll. Und wichtig. Sie kommen immer wieder, geben uns Halt, stärken das Gemeinschaftsgefühl. Das können so banale Dinge, wie die roten Tischsets sein, die das Tochterkind neulich aus der unteren Schublade des Wohnzimmerschrankes kramte. Als die damit den Tisch deckte, sagte sie: so, wir haben jetzt bald Advent, da nehmen wir doch immer die roten Sets. Ich musste grinsen. Sie hat so recht. Die Sets nutzen wir immer ab Ende November. Das ist Tradition.
Es kann aber auch ein immer wiederkehrendes Fest sein, wie das Glühweinfest mit unseren Freunden. Oder die zeitliche Abfolge unseres Heiligen Abends. Erst Krippenfeier in der Kirche, dann Alkohol für die Erwachsenen – Wohlsein! -, dann Geschenke auspacken. Und immer schön der Reihe nach.

Alte Liebe – alles bleibt so wie es war!
Ich las die Instagram Nachrichten und entschied prompt: alles bleibt wie es ist. Meine, unsere Weihnachtsfarben sind rot. Dazu grau-schwarz, gold und grün. Davon habe ich genügend im Keller, ich muss nichts Neues kaufen, kein Geld ausgeben und was gerade Trend ist, ist mir schlichtweg egal. So!



Am nächsten Tag suchte ich im Haus ein paar Sachen zusammen. Die genähten Kissenbezüge liegen im Schlafzimmerschrank, Bilder horte ich in meinem Büro, Weihnachtsdeko und anderen Kram im Kellerschrank. Ich trug alles ins Wohnzimmer und legte los.
Alle Jahre wieder – DIY handlettering Tafel Weihnachtsbaum
Den schwarze Weihnachtsbaum auf der Bilderleiste habe ich vor zwei oder drei Jahren während eines Noordwijk Urlaubes gekauft. Als ich ihn gerade auf die Bilderleiste stellte, klingelte just der DHL-Mann und brachte mir tolle Kreidestifte von Edding (PR Sample/ Werbung ohne Auftrag).
Einmal diese dicken Chalk Marker Stifte* und die dünneren Kreidemarker*. Ich packte sie gleich aus und beschrieb und bemalte damit den Tafel-Baum.
“Alle Jahre wieder” – das passt wie die Faust auf’s Auge. Alle Jahre wieder sieht es hier so aus, wird hier so gefeiert, machen wir es uns so gemütlich.

Die weihnachtlichen Kissenbezüge habe ich vor fünf Jahren genäht; das rot-weiße Patchwork-Kissen ein Jahr später. Die Bilder auf der Leiste sind mal wieder Fotos, die ich vor vielen Jahren mal auf dem Weihnachtsmarkt geschossen habe, rausgerissene Seiten aus Zeitschriften sowie Prints, die ich mal gekauft oder geschenkt bekommen habe.

Voilà – unser weihnachtliches Wohnzimmer 2018. Ziemlich genauso wie 2017, 2016,… klaro, es sind hier und da auch mal Teile dazugekommen. Aber wenn man einen guten Bestand hat, dann reicht oftmals schon ein neues Kissen, eine andere Lichterkette, ein neues Bild,… worüber ich mich freue.
Neben dem Sofa steht auch schon die alte Leiter bereit, die mein Mann und ich mal vor dem Sperrmüll gerettet haben. Daran werden wir dieses Jahr die Adventskalender-Päckchen hängen.

Jeder nach seiner Façon glücklich sein
Ich bin happy, irgendwie auch erleichtert (denn im Nachhinein ist mir noch eingefallen – hätte ich mich für rosa Kram entschieden, hätte ich ja auch neue Kugeln für den Baum kaufen müssen!) und dankbar, dass viele meiner Follower offensichtlich genauso ticken, wie ich. Ihr seid super!
Aber: ich bin ja der Meinung, dass jeder nach seiner Façon glücklich sein soll. Solltet Ihr auf rosa stehen oder alles in lila dekorieren, solltet Ihr Spaß an Trends haben – dann bitte schön. Alles kann, nichts muss. Die Geschmäcker sind einfach verschieden und das ist gut so. Meiner Familie und mir gefällt es so. Und auch das ist gut so.

Jetzt bin ich natürlich super neuigierig! Wie dekoriert Ihr dieses Jahr? Was sind Eure Farben?
Seid Ihr die traditionellen Typen oder findet Ihr neue Ideen und Trends toll und folgt ihnen auch? Vielleicht habt Ihr ja schon was auf Euren Blogs gezeigt oder wollt das demnächst mal tun? Ich will hier keine große Mitmach-Aktion drauß machen, aber da ich monatlich für dieses Link-Tool zahle, muss ich das ja auch mal nutzen. ;-) Tragt Euch ein, wenn Ihr mögt!
Sorry – aufgrund der neuen Cookie-Datenschutz-Dingsbums-Regel musste ich das Link-Up-Tool leider löschen.
Und wer keinen Blog hat, der hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich würde mich freuen!
Liebe Grüße, Bine
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